UN Der Erfolgstest für Obamas Außenpolitik steht noch aus

Kein Schwarzer Peter mehr für Washington: Der US-Präsident nimmt in seiner UN-Rede die Weltgemeinschaft in die Pflicht. Doch beim Thema Afghanistan blieb er auffällig zurückhaltend

Verwehrte sich gegen pauschale Verurteilungen Amerikas: US-Präsident Obama sprach vor den UN

Verwehrte sich gegen pauschale Verurteilungen Amerikas: US-Präsident Obama sprach vor den UN

Es war klar, dass die Vereinten Nationen Barack Obama in dieser Woche mit großem Applaus willkommen heißen. Tritt doch endlich wieder ein amerikanischer Präsident auf, der andere Nationen nicht ständig belehrt und schurigelt. Und dessen außenpolitisches Bekenntnis fast wie eine Blaupause des UN-Programms klingt: Ja, sagte er am Mittwoch vor der UN-Generalversammlung zu atomarer Abrüstung und zu mehr Klimaschutz. Ja, zu multilateraler Zusammenarbeit und den Menschenrechten. Ja, zu mehr Hilfe für die Armen und zu Friedenstruppen.

Das vielfache Ja war Balsam für die geschundene Seele der Weltgemeinschaft, und musste bei dieser Gelegenheit noch einmal betont werden. Doch diesen Obama kennt man bereits, so redet er von Anfang an.

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Die eigentliche Überraschung seiner Ansprache lag deshalb in etwas ganz Anderem: Darin, wie er seine Worte wählte und setzte. Und darin, was er verschwieg.

Anders als erwartet, begann Obama nicht mit einem großen "mea culpa", mit einem Kniefall und einer Entschuldigung für die Verheerungen der Bush-Jahre. Stattdessen verwahrte er sich gegen pauschale Verurteilungen Amerikas, leichtfertige Schuldzuweisungen und überkommenes Schubladendenken.

Der Präsident versprach allen ein neues, friedliebendes Amerika. Zugleich aber rief er den anderen rund 190 Staaten zu, sie sollten sich, bitteschön, an die eigene Nase fassen und fragen, ob sie ihre eigene Verantwortung für eine bessere Welt wahrnähmen. Treffsicher legte der Präsident seinen Finger auf diese schwärende Wunde, denn vielen Regierungen passt es gut in den Kram, den Schwarzen Peter Washington zuzuschieben – und sich selber bequem zurückzulehnen.

Es überraschte ebenso, dass Obama vor aller Weltöffentlichkeit insbesondere Israelis und Palästinenser ins Gebet nahm. Sein Appell an die Bösewichte Nordkorea und Iran wirkte dagegen fast beiläufig.

So gut wie kein Wort verlor der Präsident über Afghanistan und den Krieg dort, den er selber als "notwendig" bezeichnet. Dabei hätte die Weltgemeinschaft sicherlich gerne gehört, wie Barack Obama aus diesem Schlamassel herauszukommen gedenkt.

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