Bundeswehr in Afghanistan Kaum einsatzbereitSeite 2/2

Zum Einsatz kommt der Helikopter CH-53, der zum Truppentransport genutzt wird. Doch der Helikopter ist drei Jahrzehnte alt und anfällig. Im vergangenen Jahr musste das Verteidigungsministerium einräumen, dass drei Tage lang in Afghanistan kein einziger CH-53 flugbereit war. Das Heer braucht die Maschinen aber dringend für Notfälle, wenn von Feinden eingeschlossene Soldaten ausgeflogen oder Verletzte gerettet werden müssen.

Ersetzt werden soll das "Arbeitstier der Heeresflieger" mit dem Modell NH-90 von Eurocopter. Doch auch hier gibt es Probleme bei Auslieferung und Leistung. Bereits 1992 gab Kanzler Helmut Kohl die Entwicklung in Auftrag. Die Auslieferung verzögerte sich immer wieder – auch weil die Militärs das Anforderungsprofil ständig änderten: 1997 sollte nach Vorgabe des Verteidigungsministeriums die erste NH-90-Staffel einsatzbereit sein, dann wurde 2004 daraus und schließlich 2009. Doch bleiben die acht an die Bundeswehr in Deutschland ausgelieferten Hubschrauber wegen technischer Mängel häufig am Boden.

So lange diese aber nicht in Afghanistan sind, fehlt der Bundeswehr häufig Luftunterstützung für ihre Einsätze. Zwar hat die Bundesregierung ein kleines Geschwader Tornado-Kampfjets entsandt. Doch die Recce-Tornados dienen allein der Luftaufklärung. Sie dürfen keine Bodenziele angreifen und selbst die Einschüchterung möglicher Gegner ist ihnen Untersagt. Wenn hochrangige deutsche Politiker die Bundeswehr im Norden besuchen, dann übernehmen amerikanische Kampfjets die Flugraumüberwachung. Die Flugzeuge bleiben stets in großen Höhen, sodass ihnen die veralteten Stinger-Raketen der Taliban nicht gefährlich werden können. Deutsche Offiziere hinterfragen allerdings, ob die Taliban überhaupt noch über moderne Flugabwehrwaffen verfügen.

Der Tornado-Einsatz ist zudem umstritten, weil die gemachten Fotos erst nach der Landung entwickelt und ausgewertet werden können. Doch ein mobiler Gegner, wie Taliban-Kämpfer in Jeeps und Pick-Ups, ist dann längst zahlreiche Kilometer von der erfassten Position entfernt. Die Tornados seien "operativ nutzlos" und dienten "lediglich als Beruhigungsaufgabe für nicht erbrachte Leistungen an anderer Stelle im Bündnis", fasst der Afghanistan-Experte Stefan Kornelius in seinem Buch Der unerklärte Krieg zusammen.

Und der Kommandant Klein hätte die deutschen Tornados nicht einsetzen können, da die Bundeswehr für die Luftwaffe ein Nachtflugverbot verhängt hat – das gilt übrigens auch für Hubschrauber. Ein Grund für das Flugverbot in Dunkelheit ist das Fehlen von geeigneten Nachtsichtgeräten für die Piloten.

Kornelius schreibt zudem, dass der Bundeswehr ein modernes Aufklärungssystem fehle, das Informationen von Drohnen und Satelliten verbindet. Aus der Bundeswehr ist außerdem zu hören, dass die deutschen Drohnen bei Temperaturen von 40 Grand Celsius und mehr häufig abstürzen.

Wozu schlechte Aufklärung führen kann, zeigt die fatale Bombardierung der Tanklaster. Wenn die Berichte stimmen, hatte Oberst Klein lediglich aus großer Höhe aufgenommene Fotos und Angaben des unzuverlässigen afghanischen Geheimdienstes zur Verfügung, um eine Entscheidung über Leben und Tod zu fällen. Seine Besorgnis, dass die Taliban die entführten Tanklaster für Anschläge verwenden wollten, war vielleicht richtig. Doch dass die Laster festgefahren waren und mehr als 70 Menschen mit Maultieren um sie herum standen, von denen die wenigsten bewaffnet waren, hätte er mithilfe einer Drohne erkennen können.

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn man die Schlagzeile isoliert betrachtet, klingt das wie eine gute Nachricht. Noch lieber wäre mir (und der Mehrheit unserer Landsleute) 'Nicht Einsatzbereit'
    WAs haben die NATO - Truppen denn durch ihren Überfall auf Afghanistan bewirkt?
    DDas Land wurde in einem menschenverachtenden Flächenbombardement dem Erdboden gleichgemacht, wurde nahezu flächendeckend vermint und auf Jahrhunderte mit Uranmunition verseucht. Sämtliche Infrastruktur ist zerstört. In der anschließenden gewaltsamen Besatzung starben und sterben täglich Zivilisten. Dagegen war es unter den Taliban vergleichsweise friedlich.
    Und woran es der Bundeswehr fehlt, sind nicht mehr und härtere Waffen, sondern am Marschbefehl zurück nach Deutschland! Es wurde schon genug Unheil angerichtet.

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    • Midway
    • 16.09.2009 um 18:11 Uhr

    Ja der böse Westen.
    Da lässt man ja gerne weg, dass die Sowjetunion eigentlich ganze Landstriche mit Minen "verschönert" und Uranmonition verwendet hat.
    Gern dreht man ja auch die Opferzahlen gerne rum.
    Wissen Sie eigentlich wie viele Christen durch die Machtergreifung der Taliban umgekommen sind?
    Nein?! Also bitte kritisieren Sie NICHT die Besatzungspolitik der Amerikaner!

    "DDas Land wurde in einem menschenverachtenden Flächenbombardement dem Erdboden gleichgemacht, wurde nahezu flächendeckend vermint und auf Jahrhunderte mit Uranmunition verseucht."

    Nach der sowjetischen Besatzung, den Kämpfen der Taliban gegen die lokalen Warlords und der Taliban-Herrschaft war das schon vorher so.

    "Sämtliche Infrastruktur ist zerstört."

    Was für eine Infrastruktur? Waren Sie mal in Afghanistan?

    "In der anschließenden gewaltsamen Besatzung starben und sterben täglich Zivilisten. Dagegen war es unter den Taliban vergleichsweise friedlich."

    Na klar, unter den Taliban war es friedlich. Und morgen kommt der Weihnachtsmann? Bitte sprechen Sie doch mal mit einem Afghanen.

    • Midway
    • 16.09.2009 um 18:11 Uhr

    Ja der böse Westen.
    Da lässt man ja gerne weg, dass die Sowjetunion eigentlich ganze Landstriche mit Minen "verschönert" und Uranmonition verwendet hat.
    Gern dreht man ja auch die Opferzahlen gerne rum.
    Wissen Sie eigentlich wie viele Christen durch die Machtergreifung der Taliban umgekommen sind?
    Nein?! Also bitte kritisieren Sie NICHT die Besatzungspolitik der Amerikaner!

    "DDas Land wurde in einem menschenverachtenden Flächenbombardement dem Erdboden gleichgemacht, wurde nahezu flächendeckend vermint und auf Jahrhunderte mit Uranmunition verseucht."

    Nach der sowjetischen Besatzung, den Kämpfen der Taliban gegen die lokalen Warlords und der Taliban-Herrschaft war das schon vorher so.

    "Sämtliche Infrastruktur ist zerstört."

    Was für eine Infrastruktur? Waren Sie mal in Afghanistan?

    "In der anschließenden gewaltsamen Besatzung starben und sterben täglich Zivilisten. Dagegen war es unter den Taliban vergleichsweise friedlich."

    Na klar, unter den Taliban war es friedlich. Und morgen kommt der Weihnachtsmann? Bitte sprechen Sie doch mal mit einem Afghanen.

  2. ...also ab nach Hause! Weil es die Mehrheit so will!
    Dieser Bericht strotzt vor offensichtlichen Fehlentwicklungen, Fehlplanungen und unnützer Beschaffung. Da haben Bundesregierungen Milliarden an Steuergeldern für ungeeignetes Kriegsspielzeuge verpulvert;
    Geld, das sinnvoller in die Bildung gesteckt worden wäre.
    So ironisch es klingt, aber von besser ausgebildeten Ingenieuren hätten sogar die Jungs bei Eurocopter profitieren können...

    • Midway
    • 16.09.2009 um 18:11 Uhr
    3. soso

    Ja der böse Westen.
    Da lässt man ja gerne weg, dass die Sowjetunion eigentlich ganze Landstriche mit Minen "verschönert" und Uranmonition verwendet hat.
    Gern dreht man ja auch die Opferzahlen gerne rum.
    Wissen Sie eigentlich wie viele Christen durch die Machtergreifung der Taliban umgekommen sind?
    Nein?! Also bitte kritisieren Sie NICHT die Besatzungspolitik der Amerikaner!

    Antwort auf "Gute Nachricht"
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    also soviel ich weiss wurde uranmunition zum ersten mal im irakkrieg 1991 eingesetzt und zwar vom einem verbrecherischen und voelkerrechtswidrig handelnden verein namens NATO

    ausserdem glaube ich das mit ueber 1.5 Mio Toten im iRak und Afhganistn die Taliban die von den USA ausgebildet worden sind...und dren Fuehrung zuvor von den Amis in SIherheit gebracht wurde da nicht mithalten koennen...

    jungschen informiere dich bevor du hier herumquacksalberst

    also soviel ich weiss wurde uranmunition zum ersten mal im irakkrieg 1991 eingesetzt und zwar vom einem verbrecherischen und voelkerrechtswidrig handelnden verein namens NATO

    ausserdem glaube ich das mit ueber 1.5 Mio Toten im iRak und Afhganistn die Taliban die von den USA ausgebildet worden sind...und dren Fuehrung zuvor von den Amis in SIherheit gebracht wurde da nicht mithalten koennen...

    jungschen informiere dich bevor du hier herumquacksalberst

  3. Ohne mich an der Diskussion zu Krieg/Kampf/Hilfseinsatz oder Marschbefehlen einmischen zu wollen - wie kann es sein, das Deutschland weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur ist (http://tinyurl.com/phbym3), aber seine eigenen Bundeswehr nur mit Mist ausstatten kann?

    Meine Meinung: Unverantwortlich - und zwar gegenüber unserern Soldaten!

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    Weil die Bundeswehr eine im internationalen Vergleich lachhaften Etat hat und diesen dann auch noch zum Fenster raus wirft. Man schaue sich nur die Lieferzeiten des bestellten Geräts an 10 bis 30 Jahre. Bei der heutigen technischen Entwicklung unverantwortlich. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, das bei der Vergabe der Aufträge Vitamin B eine große Rolle spielt.
    @Peschelero: Haben Sie sich mal die Preise von dem Zeug angeschaut das exportiert wird? Das kann sich unsere Bundeswehr doch gar nicht leisten.

    Weil die Bundeswehr eine im internationalen Vergleich lachhaften Etat hat und diesen dann auch noch zum Fenster raus wirft. Man schaue sich nur die Lieferzeiten des bestellten Geräts an 10 bis 30 Jahre. Bei der heutigen technischen Entwicklung unverantwortlich. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, das bei der Vergabe der Aufträge Vitamin B eine große Rolle spielt.
    @Peschelero: Haben Sie sich mal die Preise von dem Zeug angeschaut das exportiert wird? Das kann sich unsere Bundeswehr doch gar nicht leisten.

  4. Von den Truppen, die ich kannte, kam auch nur ein Teil bei Gefechtsalarmierungen überhaupt aus dem Objekt.
    Ursache waren meist technische Defekte oder eben "besoffene" Kraftfahrer, jedenfalls wenn eine Alarmierung gleich nach dem Urlaub erfolgte.
    Geschraubt und geputzt wurde zwar viel, aber gefahren ist die Technik kaum - sie hat sich einfach tot gestanden.
    Auch hier machten die Mangelwirtschaft und das fehlende Geld keinen Bogen um die Streitkräfte, mal abgesehen von ein paar "Vorzeige-Einheiten".
    Für die Ehren-Parodien zum 7. Oktober gab es dann genug Geld - für die Farbe, den vielen Sprit für das Training und den Transport dieser "Maschinerie".
    Oft haben wir gespöttelt, dass die Farbe allein schon jede Kugel von der Panzerung fernhält - so dick war die stellenweise schon drauf, auch auf den Reifengummis.

    Was die Bundeswehr in Afghanistan betreibt, dass ist die sogenannte "Waffenwälzung" - denn das Material muss ja irgendwann einmal erneuert werden.
    Eine Verschrottung in Deutschland kommt wesentlich teurer - in Afghanistan erledigen das eben andere.

    Wobei ich mir auch wünsche, dass das Land endlich zur Ruhe kommen sollte.

    Solange aber dort unschuldige Menschen sterben, solange hilft dort keine Armee - im Gegenteil:
    Solche Aktionen treiben nur noch den Hass all jener in die Höhe, die davon betroffen sind und treiben diese direkt dorthin, wo sie eigentlich niemand haben möchte:

    Sie werden zum Feind - einen 2-Fronten-Krieg kann aber keine Armee gewinnen.

    Also: Raus damit!

  5. Weil die Bundeswehr eine im internationalen Vergleich lachhaften Etat hat und diesen dann auch noch zum Fenster raus wirft. Man schaue sich nur die Lieferzeiten des bestellten Geräts an 10 bis 30 Jahre. Bei der heutigen technischen Entwicklung unverantwortlich. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, das bei der Vergabe der Aufträge Vitamin B eine große Rolle spielt.
    @Peschelero: Haben Sie sich mal die Preise von dem Zeug angeschaut das exportiert wird? Das kann sich unsere Bundeswehr doch gar nicht leisten.

    Antwort auf "Unverständlich"
    • Atan
    • 16.09.2009 um 18:55 Uhr

    hier auch: wenn die bösen Jungs kommen, müssen wir auch hinter den nächsten Busch kriechen und die Amerikaner, nein, die Polizei anrufen.
    Oberst Klein hat sich ganz im Sinne des Bundeszivilcouragetrainers verhalten: er hat heimlich telefoniert. Dass die Amerikaner so grob mit den Taliban umgehen, konnte ja keiner wissen. Ein paar Sozialstunden hätten es doch auch getan.

  6. "Der deutsche Oberst Georg Klein traf in Afghanistan eine fatale Fehlentscheidung. Er befahl eine Bombardierung, bei der neben zahlreichen Taliban-Kämpfern mindestens 40 Zivilisten starben."

    Ihnen ist doch aber bewußt, daß die Untersuchungen zu dem Fall noch laufen? Wenn Sie im Brustton der Überzeugung die Entscheidungen des Oberst Klein verurteilen, so scheinen Sie Informationen zu haben, über die weder Staatsanwaltschaft noch Bundeswehr verfügen. Oder ist es einfach so, daß Sie ungeprüft die Taliban-Propaganda bzw. die Vorverurteilungen von amerikanischer und französischer Seite übernehmen? Zur Information: Der französische Außenminister Kouchner hat sich für seine Kritik an der Entscheidung von Klein bereits offiziell entschuldigt.

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