Afghanistan US-Geheimdienste in Afghanistan werden verstärkt

Der CIA-Stützpunkt in Afghanistan soll einer der größten in der Geschichte der Agency werden. Auch andere Dienste stocken die Zahl ihrer Agenten auf

Schlagen meist auf Basis von Geheimdienstinformationen zu: Drohnen, hier ein ferngesteuertes Modell der US-Air Force vom Typ MQ-1 Predator

Schlagen meist auf Basis von Geheimdienstinformationen zu: Drohnen, hier ein ferngesteuertes Modell der US-Air Force vom Typ MQ-1 Predator

Im Jahr 2003 schrieb der Ex-Geheimdienstmann Robert Baer in seinem Buch See no evil, die CIA habe in Regionen wie Afghanistan versagt, weil sie dort keine "menschlichen Quellen" mehr besitze und sich allein auf Satelliten und Drohnen verlasse. Es scheint, als habe die Agency nach mehreren Jahren Krieg nun genau das Gegenteil vor. Obwohl der amerikanische Präsident Barack Obama derzeit keine weiteren Truppen nach Afghanistan schicken will, verstärkt die CIA dort massiv ihre Einheiten. Wie die Los Angeles Times berichtet, soll die Basis am Hindukusch eine der größten in der Geschichte des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes werden. So wolle man die stärkeren militärischen Bemühungen "flankieren", schreibt die Zeitung.

Die amerikanischen Truppen haben vor einiger Zeit ihre Strategie im Kampf gegen die Taliban und andere Aufständische geändert. Statt auf Feuerkraft und Technik setzen sie nun darauf, in möglichst jedem Ort mit Soldaten präsent zu sein und sich nicht mehr in verbunkerten Lagern zu verschanzen. Im Zuge dessen setzt der Kommandierende der Isaf und der US-Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, die Geheimdienste unter Druck, braucht das doch genauere Analysen über die Bedrohungen. Vor kurzem erst habe die Agency damit begonnen, die Stationierung sogenannter Crisis Operations Liaison Teams vorzubereiten. Diese kleinen Einheiten sollen die Zusammenarbeit zwischen dem Geheimdienst und den regionalen Armeekommandanten verbessern und letzteren genauere Informationen verschaffen.

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Die CIA werde grundsätzlich mehr Agenten, Analysten und "Paramilitärs" schicken, schreibt die Zeitung. Auf die Mitarbeiter der CIA wartet in Afghanistan eine ganze Reihe von Herausforderungen. Sie sollen etwa, zusammen mit Spezialeinheiten, hochrangige Zielpersonen jagen, die öffentliche Meinung in den Provinzen erkunden, die sich mehr und mehr den Taliban zuneigen, sowie Informationen über Korruption in der afghanischen Regierung sammeln. Bisher lagen die Prioritäten der CIA in Afghanistan in der Jagd nach al Qaida und in der Zusammenarbeit mit lokalen Stammesfürsten und Warlords.

Dies sei aber nicht allein eine Aktion der CIA. Alle amerikanischen Geheimdienste sind demnach in den Ausbau einbezogen. Auch die NSA (National Security Agency), die Telefongespräche abhört und den Email-Verkehr überwacht und der Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) würden personell aufgestockt.

US-Geheimdienste hatten erst kürzlich davor gewarnt, dass die Aufständischen ihren Einfluss erweitern und an Stärke gewinnen würden. Die Möglichkeiten der Taliban hätten das höchste Niveau seit ihrer Verdrängung von der Macht im Jahr 2001 erreicht, sagte laut Los Angeles Times ein Beamter des Verteidigungsministeriums, der Zugang zu geheimen Lagebeurteilungen hat.

Die amerikanische Regierung fürchtet, dass sie nur noch bis zum kommenden Sommer Zeit hat, um den Krieg zu wenden. Seien bis dann keine Fortschritte erzielt, könnte die Unterstützung des amerikanischen Volkes für den Krieg zusammenbrechen.

 
Leser-Kommentare
  1. Nun, als junger Mann habe ich das Glück gehabt in Afghanistan zu arbeiten. Das ist lange, lange her. Mir kam es vor als lebe man in einer anderen Welt. Mit für westlicher Mentalität kaum zu verstehen--- aber es war friedlich, wenn man die Landesmentalität respektierte.
    Nun haben die Gier nach Hegomonie und Erdöl, zuerst die Russen, dann Taliban und Terrorismus mit al-Qaida dieses Land in Tretminen verwandelt.
    Der Westen mit seiner Truppenanwesenheit ist da nicht gut beraten. Aber in Wahrheit geht es jetzt darum die Atommacht Pakistan besser kontrollieren zu können. Unter diesem Blickwinkel könnte man vielleicht doch sagen der Westen wird am Hindukusch verteitigt. Meinte das seinerzeit Herr Struck?
    Alles andere ist nur die Weltbevölkerung Fatamorgana vorzuspiegeln.

    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 11:51 Uhr

    Also nichts neues. Alle drei Dienste, auch die von europaeischen Staaten sind in Afghanistan schon aktiv. Der Emailverkehr von und nach Afghanistan ist heute schon fast unmoeglich. Wenn man aber glaubt mit diesen Methoden die Afghanen, somit auch als Versuch die islamische Welt, zu ueberwachen und zu kontrollieren, hat nichts vom Denken, Handeln und Tun der islamischen Volksgruppen verstanden oder "will nicht verstehen"! Denn in Wirklichkeit werden von den USA, stark gestuetzt durch die Neoliberalen, nicht nur aus den USA, der Ruestungslobby, die USA sind weltweit der groesste Ruestungsexporteur, andere Ziele verfolgt. Diese Gruppen halten an dem Ziel fest, naemlich der "FULL SPECTRUM DOMINANCE", das bedeutet Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen. Immer wieder verfaengt Obamas Suessholraspeln bei seinen Reden, die kraeftigen Tritte nach hinten will kaum einer wahrnehmen. So versucht die USA in vielen Laendern der Erde, Deutschland ist ein gutes Beispiel hierfuer, die militaerische GLOBALITAET auch mit Hilfe der NATO aufzubauen. Militaerische Globalitaet fuehrt unweigerlich zum Dritten-Weltkrieg, wie schon Tony Blaire in Kabul und Bush in London andeuteten. Die groessten Militaerstuetzpunkte liegen jetzt schon ausserhalb Nordamerikas. Die USA waeren somit aus der Kampfzone!
    MAKSAS

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    "FULL SPECTRUM DOMINANCE" bezieht sich auf ein bestimmtes Kriegsgebiet während eines Konflikts; und nicht auf die Weltherrschaft.

    "FULL SPECTRUM DOMINANCE" bezieht sich auf ein bestimmtes Kriegsgebiet während eines Konflikts; und nicht auf die Weltherrschaft.

  2. 3. Hmmm

    "FULL SPECTRUM DOMINANCE" bezieht sich auf ein bestimmtes Kriegsgebiet während eines Konflikts; und nicht auf die Weltherrschaft.

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    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 13:06 Uhr

    Denn sonst waere die Aussage ja nur begrenzt gemeint. Dies ist eine falsche Interpretation des FULL SPECTRUMS. Im uebrigen nachzulesen in den Berichten der Kommission zur Durchleuchtung der US Geheimdienste unter www.wmd.gov.
    MAKSAS

    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 13:06 Uhr

    Denn sonst waere die Aussage ja nur begrenzt gemeint. Dies ist eine falsche Interpretation des FULL SPECTRUMS. Im uebrigen nachzulesen in den Berichten der Kommission zur Durchleuchtung der US Geheimdienste unter www.wmd.gov.
    MAKSAS

    • spatzl
    • 20.09.2009 um 12:26 Uhr

    Gewalt erzeugt stets Gegengewalt - dies ist eine alte Weisheit! Einem fremden Volk mit unbarmherziger Waffengewalt die eigene Weltanschaung zu vermitteln ist großes Unrecht! Wenn Politiker in diesem Zusammenhang von humanitären Einsätzen sprechen, wie es gerade unsere PolitikerInnen in jüngster Vergangenheit gebetsmühlenartig zum Ausdruck brachten, ist dies blanker Hohn und zeugt davon, dass wir Deutsche aus der Vergangenheit nichts gelernt haben.

    Wir sollten hinter unseren Soldaten stehen und in demokratischer Abstimmung dafür sorgen, daß alle schwer bewaffneten deutschen "Aufbauhelfer" schnellstens aus Afghanistan abgezogen werden und stattdessen mit den gesparten Milliarden Bildung, Gesundheitswesen und Wirtschaft der Afghanen auf eine stabile Basis gestellt wird.
    Das war bisher erfolgreiche deutsche Aussenpolitik, trug zum Ansehen unseres Landes in aller Welt bei und verhinderte ganz nebenbei auch den Terrorismus in den entsprechenden Ländern! Armut und vor allen Dingen Hunger sind der beste Nährboden für Terrorismus, denn satte Menschen mit Perspektiven kämpfen nicht gerne!

    Es ist absolut nicht einsehbar, dass das Leben deutscher Soldaten für die niederen Neigungen einiger deutscher Politiker völlig sinnlos und unverantwortlich auf's Spiel gesetzt und der Tod tausender Zivilisten am Hindukusch oder wo auch immer billigend in Kauf genommen wird.

    Dafür hat der Wähler keinem unserer Politiker ein Mandat erteilt!

    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 13:06 Uhr
    5. Irrtum

    Denn sonst waere die Aussage ja nur begrenzt gemeint. Dies ist eine falsche Interpretation des FULL SPECTRUMS. Im uebrigen nachzulesen in den Berichten der Kommission zur Durchleuchtung der US Geheimdienste unter www.wmd.gov.
    MAKSAS

    Antwort auf "Hmmm"
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    Schwachfug. Diese Definition von "Full Spectrum Dominance" stammt von Harold Pinter, mit Sicherheit ist dies keine offizielle Aussage der US-Regierung. So wie man aus allem einen Burger machen kann, kann man auch alles "falsch interpretieren".

    Schwachfug. Diese Definition von "Full Spectrum Dominance" stammt von Harold Pinter, mit Sicherheit ist dies keine offizielle Aussage der US-Regierung. So wie man aus allem einen Burger machen kann, kann man auch alles "falsch interpretieren".

  3. 6. Hmm...

    Schwachfug. Diese Definition von "Full Spectrum Dominance" stammt von Harold Pinter, mit Sicherheit ist dies keine offizielle Aussage der US-Regierung. So wie man aus allem einen Burger machen kann, kann man auch alles "falsch interpretieren".

    Antwort auf "Irrtum"
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    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 18:08 Uhr

    In einer Rede vor der Nobelpreisstiftung ueber die Verbrechen der USA steht in der 516. Dokumentation von H.Pinter woertlich folgendes: "Ich sagte vorhin die Vereinigten Staaten wuerden ihre Karten jetzt voellig auf den Tisch legen. Dem ist genau so. Ihre offizielle verlautbarte Politik definiert sich jetzt als FULL SPECTRUM DOMINANCE. Full Spectrum Dominance bedeutet die Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen." So und nicht anders ist es auch in offiziellen Dokumentationen zu lesen.
    MAKSAS

    • MAKSAS
    • 21.09.2009 um 13:12 Uhr

    Zu glauben das Harold Pinter den Begriff frei erfunden hat. In einer Uebersetzung der Nobelpreisstiftung 2005 hat er in seiner Rede folgendes wortwoertlich gesagt: "Ich sagte vorhin, die Vereinigten Staaten wuerden ihre Karten jetzt voellig ungeniert auf den Tisch legen. Dem ist genau so. Ihre offiziell verlautbarte Politik definiert sich jetzt als Full Spectrum Dominance. Der Begriff stammt nicht von mir, sondern von ihnen. Full Spectrum Dominance bedeutet die Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen". Wo steht hier etwas ueber ein Kriegsdebiet? Wie schon erwaehnt ist dies nachzulesen wie angegeben, aber auch einer heutigen Mitteilung aus den USA in: The NATIONAL SECURITY STRATEGY OF THE UNITED STATES OF AMERICA vom September 2002. Aber wiederum nur, wenn man Schverhalte richtig verstehen will.
    MAKSAS

    • MAKSAS
    • 20.09.2009 um 18:08 Uhr

    In einer Rede vor der Nobelpreisstiftung ueber die Verbrechen der USA steht in der 516. Dokumentation von H.Pinter woertlich folgendes: "Ich sagte vorhin die Vereinigten Staaten wuerden ihre Karten jetzt voellig auf den Tisch legen. Dem ist genau so. Ihre offizielle verlautbarte Politik definiert sich jetzt als FULL SPECTRUM DOMINANCE. Full Spectrum Dominance bedeutet die Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen." So und nicht anders ist es auch in offiziellen Dokumentationen zu lesen.
    MAKSAS

    • MAKSAS
    • 21.09.2009 um 13:12 Uhr

    Zu glauben das Harold Pinter den Begriff frei erfunden hat. In einer Uebersetzung der Nobelpreisstiftung 2005 hat er in seiner Rede folgendes wortwoertlich gesagt: "Ich sagte vorhin, die Vereinigten Staaten wuerden ihre Karten jetzt voellig ungeniert auf den Tisch legen. Dem ist genau so. Ihre offiziell verlautbarte Politik definiert sich jetzt als Full Spectrum Dominance. Der Begriff stammt nicht von mir, sondern von ihnen. Full Spectrum Dominance bedeutet die Kontrolle ueber Land, Meer, Luft und Weltraum sowie alle zugehoerigen Ressourcen". Wo steht hier etwas ueber ein Kriegsdebiet? Wie schon erwaehnt ist dies nachzulesen wie angegeben, aber auch einer heutigen Mitteilung aus den USA in: The NATIONAL SECURITY STRATEGY OF THE UNITED STATES OF AMERICA vom September 2002. Aber wiederum nur, wenn man Schverhalte richtig verstehen will.
    MAKSAS

  4. ... nicht das soviele jetzt rufen wir müssen raus. Entweder man hätte nach Afghanistan gar nicht erst reingehen dürfen oder man zieht die Sache durch. Und bitte, jetzt nicht auf die Frage eingehen ob man hätte reingehen sollen, denn darüber brauch man nicht mehr reden, weil wir nunmal nun beteiligt sind.
    Zum "Krieg" in Afghanistan meine ich, sollte man zumindest erstmal beginnen es einen Krieg zu nennen, auch wenn er nicht nach der "klassischen" Art und Weise geführt wird, aber dennoch sind Soldaten Tagtäglich in Kampfeinsätze verwickelt, welche über kleinere schamützel hinaus gehen.
    Aber jetzt aus Afghanistan abzuziehen ist in meinen Augen ein großer Fehler. Ziehen wir ab und die Taliban können das Land ungehindert wieder unter die Knute bringen und würden somit all die Menschen entäuschen, die auf uns bauen. Wenn ich das Sprüche höre wie, wir sollten Essen und Geld oder ähnliches hinschicken und Soldaten raus frage ich mich, kann man so naiv sein und glauben das dieses Geld wirklich dort hinkommt wo wir es wünschen und glauben jene wirklich das die Taliban seelenruhig zuschauen werden und nicht versuchen etwas dagegen zu unternehmen? Bildung ist immer gut und muss auch Geld hineinfließen, wie 'spatzl' schon erwähnt hatte, aber wenn die Taliban herschen wird man keine Bildung etablieren können, besonders die Unterdrückung der Frauen wird aufs neue beginnen.

  5. 8. ...

    Ich glaube auch das wir mitlerweile in einer Zeit leben, in welcher nicht mehr jeder nur an sich und sein Land denken sollte, sondern auch für seine Prinzipen einstehen und Menschen die Hilfe wollen auch die Hilfe geben. Auch wenn dies zur Zeit bedeutet das wir Soldaten nach Afghanistan schicken. Ich hoffe das kein Soldat sterben wird, was aber realistisch betrachtet nicht vermeidbar ist und wenn ich mich als Soldat melde, muss ich auch in Betracht ziehen das ich in Kampfgebiete geschickt werde. Wobei, bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege, ist es unseren Soldaten doch mehr oder weniger freigestellt ob sie sich für den Auslandseinsatz melden oder nicht?
    Wir sollten, um zu einem Ende zu kommen, unsere Bemühungen lieber konsequenter verstärken. Das heißt für mich, weit stärker das Volk unterstützen, aufklären, Bildung verschaffen und Aufbauhilfe leisten und um dies zu ermöglichen der Bundeswehr auch die Rechte einräumen, welche sie dafür benötigen. Es kann nicht sein das wir Soldaten runter schicken und sie Ausrüstungstechnisch nicht genug versorgt werden.

    Ich bin stolz darauf was wir in Afghanistan leisten, auch wenn nicht alles rund läuft und hab höchte Achtung vor unseren Frauen und Männer die sich dafür melden, bitte weiter so.

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