Afghanistan Obama plant keine baldige Truppenverstärkung
Die US-Kommandeure in Afghanistan wollen mehr Soldaten am Hindukusch. Doch Präsident Obama zeigt sich wenig geneigt, ihren Wünschen nachzukommen.
Die Militärs drängen auf mehr Soldaten für Afghanistan. Doch US-Präsident Barack Obama lässt sich Zeit. Es gebe zwar die Einschätzung des Kommandeurs der US-Streitkräfte in Kabul, General Stanley McChrystal. "Aber es ist wichtig, dass wir auch auf der zivilen Seite ... zu einer Einschätzung gelangen", sagte Obama.
Zuvor hatte Generalstabschef Mike Mullen für eine Aufstockung von Ausbildern und Kampfsoldaten in Afghanistan plädiert. Dies sei notwendig, um eine Destabilisierung des Landes durch die Taliban zu verhindern. Nach seiner Einschätzung müssten die USA und deren Nato-Verbündete 2000 bis 4000 zusätzliche Ausbilder entsenden. Auch McChrystal hatte sich bereits inoffiziell für mehr amerikanische Soldaten stark gemacht. Es wird erwartet, dass er bereits in der nächsten Woche in Washington offiziell um mehr Soldaten bitten werde. Bisher sei aber noch keine konkrete Zahl festgesetzt worden, sagte Mullen.
Obama hatte bereits zum Jahresbeginn die Stationierung von weiteren 17.000 US-Kampfsoldaten und 4000 Ausbildern in Afghanistan angeordnet. Damit sind insgesamt 68.000 US-Soldaten im Land.
Allerdings ist die Unterstützung für den Afghanistan-Krieg in der US-Bevölkerung in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Auch bei den Demokraten im Kongress wachsen die Vorbehalte gegen eine zusätzliche Truppenentsendung. So lehnt etwa der Vorsitzende des Streitkräfte-Ausschusses im Senat eine zusätzliche Aufstockung ab. Zunächst müsse die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte beschleunigt und deren Ausrüstung verbessert werden, meinte der Demokrat Carl Levin.
- Datum 17.09.2009 - 08:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Mittlerweile spricht man offen von Krieg. Dann sollte man jetzt vielleicht noch einmal daran erinnern, daß ein Terroranschlag, das war ja der Grund für den Einsatz in Afghanistan, keine Rechtfertigung für einen Krieg ist. Die hier Krieg führen, sind also nicht auf der Seite des Rechts.
Sicherlich ist es gerechtfertigt, die Drahtzieher von Anschlägen vor Gericht zu stellen. Mittlerweile sind es 8 Jahre her, man ist in dieser Hinsicht keinen Schritt weitergekommen, und man bekommt den Eindruck, daß der Krieg in Afghanistan mit den ursprünglichen Ambitionen gar nichts mehr zu tun hat.
Hier geht es um Machtpolitik und um strategische Stützpunkte.
Viel besser wäre es, sich von dort zurückzuziehen.
Vielleicht braucht Obama die Truppen ja für einen bevorstehenden Militärschlag gegen Iran. In der Vergangenheit wurden als Hindernis dafür häufig die Überlastung der US-Truppen in Afghanistan und Irak genannt. Jetzt wird aber die Truppenstärke im Irak reduziert. Aber ernsthaft sollte man einen Krieg entweder richtig führen oder garnicht. Mit einer zu geringen Truppenstärke wird das Leid nur in die Länge gezogen und Afghanistan weiter destabilisiert, sodass die Truppen noch weniger abziehen können.
Nichtsdestotrotz wäre ein Abzug der ausländischen Soldaten aus Afghanistan immer noch die beste Lösung.
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