Anschlag in Kabul Berlusconi will Truppen aus Afghanistan abziehen
Sechs tote italienische Soldaten bei einem Selbstmordattentat in Kabul – Ministerpräsident Berlusconi will seine Truppen so rasch wie möglich aus dem Hindukusch nach Hause holen.
© GEORGES GOBET/AFP/Getty Images

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi fordert ein schnelles Ende des Engagements in Afghanistan
Einen Termin für den Truppenabzug nannte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht, es solle aber so früh wie möglich passieren. Gegenwärtig sind etwa 2800 Italiener im Westen Afghanistans und in Kabul stationiert.
Bei dem jüngsten Anschlag auf die Nato-geführte Afghanistan-Schutztruppe am Donnerstag verzeichneten die italienischen Truppen ihre bisher schwersten Verluste. Sechs italienische Soldaten wurden bei dem Selbstmordattentat in der afghanischen Hauptstadt getötet. Insgesamt kamen mindestens 16 Menschen ums Leben, mehr als 50 wurden verletzt. Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums wurden bei dem Anschlag auch mindestens zehn Zivilisten getötet. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat.
In Italien löste der Tod der Soldaten tiefe Bestürzung und eine neue politische Debatte über das militärische Engagement am Hindukusch aus. Auch Afghanistans Präsident Hamid Karsai verurteilte den Anschlag scharf. Italienische Truppen hätten in Afghanistan "viele menschliche Opfer gebracht, um die Demokratie aufzubauen", sagte Berlusconi. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Engagement unabdingbar sei, "um den Frieden in dieser Region zu bewahren und den Einfall von Terroristen zu verhindern". Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes sind insgesamt 21 italienische Soldaten ums Leben gekommen.
Bei einem weiteren Anschlag am Donnerstag kam in der Nähe der südafghanischen Stadt Kandahar ein kanadischer Soldat ums Leben. Wie kanadische Medien unter Berufung auf Militärangaben berichteten, wurden elf weitere Kanadier verletzt, als neben ihrem Fahrzeug ein versteckter Sprengsatz explodierte. Damit stieg die Zahl der seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001 getöteten kanadischen Soldaten auf 131.
Auch in Deutschland wird über einen Abzug der Truppen in Afghanistan debattiert. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt? Angela Merkel erklärte: "Die Folgen von Nichthandeln werden uns genauso zugerechnet wie die Folgen des Handelns." Und auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte: "Wir sind nicht kopflos hineingestolpert, deswegen dürfen wir jetzt nicht kopflos hinausstolpern."
- Datum 18.09.2009 - 09:04 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 8
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Die Überschrift spiegelt leider nicht ganz das wieder, was im Beitrag steht.
Nach dem Lesen der Überschrift und dem Wissen von den getöteten Italienern möchte man denken, Berlusconi nimmt dieses Ereignis zum Anlass die Truppen sofort zurückzuziehen... um möglicherweise innenpolitisch zu punkten.
Liest man aber den ganzen Beitrag so sieht man, dass er das Engagement als unabdingbar ansieht, "um den Frieden in dieser Region zu bewahren und den Einfall von Terroristen zu verhindern". Woraus gefolgert werden kann, dass ein Abzug der Truppen zwar so schnell wie möglich, aber dennoch erst dann geschehen soll, wenn die Gefahren für den Frieden und vor Terroristen gebannt sind.
Dies ist die Politik, die wohl bei den meisten westlichen Verbündeten in Afghanistan verfolgt wird. Und keiner von Ihnen würde wegen "ein paar" toten Soldaten sofort sein Engagement in Afghanistan beenden.
Eine schlechte Überschrift die zwar Interesse zum Weiterlesen weckt aber zu weit vom wahren Inhalt des Beitrags liegt. finde ich doof!
Es stimmt leider nicht, dass Berlusconi die Soldaten sofort abziehen moechte. Die Idee wuerde von Bossi geburt, der aehnte, waere schwer, in eine Fremde Land die Demokratie zu etabilieren.
Sofort antwortetet Berlusconi,dass die Aktion selbst sei nicht Demokratisch die andere Laender gegenueber, die deren Soldaten geschikt haben.
Die linken Parteien entgenen, halten fuer wichtig die Modalitaet der Mission zu veraendern.
Ich, persoenlich und als unzufriedene Italienerin, bin die Meinung,die Politikern sollten erst fuer eine demokratische Vaterland bekaempfen, und nur dann die Demokratie als wahre Handelsware exportieren.
das hast Du recht! Valeria Galotti!
so gesehen trifft für das italienische Engagement wohl zu, dass
"der Bock zum Gärtner gemacht wird" ...
echt traurig, was da in Italien politisch abgeht!
Frau Galotti hat recht. Ich lebe auch vorwiegend in Italien und kann bestàtigen, dass die Anregung, sich aus Afghanistan zurückzuziehen von Bossi ausgegangen ist. Die Überschrift des Artikels ist vielleicht einer Pressemitteilung von Berlusconis Partei entnommen, die, wie so oft geschehen, jede Äußerung des Chefs in einer populistischen und sensationslüsternen Aura einzuhüllen versucht.
Es ist m.E. auch richtig, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehren sollte, bevor man versucht, Werte zu exportieren, die man nicht imstande ist, im eigenen Land durchzusetzen.
das hast Du recht! Valeria Galotti!
so gesehen trifft für das italienische Engagement wohl zu, dass
"der Bock zum Gärtner gemacht wird" ...
echt traurig, was da in Italien politisch abgeht!
Frau Galotti hat recht. Ich lebe auch vorwiegend in Italien und kann bestàtigen, dass die Anregung, sich aus Afghanistan zurückzuziehen von Bossi ausgegangen ist. Die Überschrift des Artikels ist vielleicht einer Pressemitteilung von Berlusconis Partei entnommen, die, wie so oft geschehen, jede Äußerung des Chefs in einer populistischen und sensationslüsternen Aura einzuhüllen versucht.
Es ist m.E. auch richtig, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehren sollte, bevor man versucht, Werte zu exportieren, die man nicht imstande ist, im eigenen Land durchzusetzen.
das hast Du recht! Valeria Galotti!
so gesehen trifft für das italienische Engagement wohl zu, dass
"der Bock zum Gärtner gemacht wird" ...
echt traurig, was da in Italien politisch abgeht!
Frau Galotti hat recht. Ich lebe auch vorwiegend in Italien und kann bestàtigen, dass die Anregung, sich aus Afghanistan zurückzuziehen von Bossi ausgegangen ist. Die Überschrift des Artikels ist vielleicht einer Pressemitteilung von Berlusconis Partei entnommen, die, wie so oft geschehen, jede Äußerung des Chefs in einer populistischen und sensationslüsternen Aura einzuhüllen versucht.
Es ist m.E. auch richtig, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehren sollte, bevor man versucht, Werte zu exportieren, die man nicht imstande ist, im eigenen Land durchzusetzen.
Das Thema Truppenabzug beweist doch nur eines: Den Politikern ist die Wählergunst wichtiger, als die Durchsetzung unbequemer Themen. Es gibt einen klar formulierten Auftrag, der durch die richtigen Argumente legitimiert ist. Verluste, so traurig es auch ist, wird es immer geben.
Es stimmt zwar, dass "demokratisches Verständnis" und die Freiheit der Medien sehr stark eingeschränkt sind in Italien, dennoch hat auch dieses Land (G8)internationale Pflichten, die zu erfüllen sind.
Mein Argument gilt nicht nur für Italien, auch Deutschland sitzt im selben Boot.
Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll einen Krieg, darum geht es eigentlich, wie es heute gerade sogar regierungstreue Zeitungen geschrieben haben, nicht nur um eine gutmenschliche Friedensmission, der nach sieben Jahren immer noch keinen klaren Sieger erkennen läßt.
Ich halte den Schutz der Zivilisten und den Aufbau eines demokratischen Staates für Feigenblätter für eine von den Amerikanern diktierten Machtpolitik. Afghanistan befindet sich seit fast 60 Jahren ununterbrochen im Bürgerkrieg: Die Russen und die Briten lecken sich noch ihre Wunden, und was ist das Ergebnis dieses teuren (an Geld und Menschenleben) Einsatzes? Eine Phantom-Regierung (Karsai), die von den Besatzern eingesetzt wurde und wogegen ein nicht unerheblicher Teil der einheimischen Bevölkerung lauthals protestiert. Quisling oder Petain in afghanischen Soße!
In der Sunnah steht es, dass ein islamisches Volk in derPflicht steht, sich wehrhaft zu verteidigen, wenn es von nicht-muslimischen Kräften in seinem angestammten Gebiet besetzt wird. Genau das tun´die frommen Afghanen: Gegen den Besetzer schießen! Wenn ihre Religion, die im Islam mit der politik identisch ist, ihnen das gebietet, dann ist es wohl klar, dass westliche Interventionen nur zu einer Eskalierung der Gewalt führen können, genauso wiein Palästina.
Wer einen Schimmer vom Islam hat, der versteht, dass eine nicht-islamische Besatzungsmacht das beste Mittel ist, um Moslems zum Kampf herauszufordern.
Und gesetzen wir den Fall, die NATO würde den Krieg im Afghanistan gewinnen, dann würde Al-Kaida nach Pakistan ziehen und von dort aus (möglicherweise) Angriffe gegen den Westen planen. Ich würde es Pyrrhussueg nennen.
Mein Argument gilt nicht nur für Italien, auch Deutschland sitzt im selben Boot.
Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll einen Krieg, darum geht es eigentlich, wie es heute gerade sogar regierungstreue Zeitungen geschrieben haben, nicht nur um eine gutmenschliche Friedensmission, der nach sieben Jahren immer noch keinen klaren Sieger erkennen läßt.
Ich halte den Schutz der Zivilisten und den Aufbau eines demokratischen Staates für Feigenblätter für eine von den Amerikanern diktierten Machtpolitik. Afghanistan befindet sich seit fast 60 Jahren ununterbrochen im Bürgerkrieg: Die Russen und die Briten lecken sich noch ihre Wunden, und was ist das Ergebnis dieses teuren (an Geld und Menschenleben) Einsatzes? Eine Phantom-Regierung (Karsai), die von den Besatzern eingesetzt wurde und wogegen ein nicht unerheblicher Teil der einheimischen Bevölkerung lauthals protestiert. Quisling oder Petain in afghanischen Soße!
In der Sunnah steht es, dass ein islamisches Volk in derPflicht steht, sich wehrhaft zu verteidigen, wenn es von nicht-muslimischen Kräften in seinem angestammten Gebiet besetzt wird. Genau das tun´die frommen Afghanen: Gegen den Besetzer schießen! Wenn ihre Religion, die im Islam mit der politik identisch ist, ihnen das gebietet, dann ist es wohl klar, dass westliche Interventionen nur zu einer Eskalierung der Gewalt führen können, genauso wiein Palästina.
Wer einen Schimmer vom Islam hat, der versteht, dass eine nicht-islamische Besatzungsmacht das beste Mittel ist, um Moslems zum Kampf herauszufordern.
Und gesetzen wir den Fall, die NATO würde den Krieg im Afghanistan gewinnen, dann würde Al-Kaida nach Pakistan ziehen und von dort aus (möglicherweise) Angriffe gegen den Westen planen. Ich würde es Pyrrhussueg nennen.
Genau das hat der Berlusconi auch gesagt. Was in diesem artikel steht, stimmt nicht. Nicht ganz.
Mein Argument gilt nicht nur für Italien, auch Deutschland sitzt im selben Boot.
Meiner Meinung nach ist es nicht sinnvoll einen Krieg, darum geht es eigentlich, wie es heute gerade sogar regierungstreue Zeitungen geschrieben haben, nicht nur um eine gutmenschliche Friedensmission, der nach sieben Jahren immer noch keinen klaren Sieger erkennen läßt.
Ich halte den Schutz der Zivilisten und den Aufbau eines demokratischen Staates für Feigenblätter für eine von den Amerikanern diktierten Machtpolitik. Afghanistan befindet sich seit fast 60 Jahren ununterbrochen im Bürgerkrieg: Die Russen und die Briten lecken sich noch ihre Wunden, und was ist das Ergebnis dieses teuren (an Geld und Menschenleben) Einsatzes? Eine Phantom-Regierung (Karsai), die von den Besatzern eingesetzt wurde und wogegen ein nicht unerheblicher Teil der einheimischen Bevölkerung lauthals protestiert. Quisling oder Petain in afghanischen Soße!
In der Sunnah steht es, dass ein islamisches Volk in derPflicht steht, sich wehrhaft zu verteidigen, wenn es von nicht-muslimischen Kräften in seinem angestammten Gebiet besetzt wird. Genau das tun´die frommen Afghanen: Gegen den Besetzer schießen! Wenn ihre Religion, die im Islam mit der politik identisch ist, ihnen das gebietet, dann ist es wohl klar, dass westliche Interventionen nur zu einer Eskalierung der Gewalt führen können, genauso wiein Palästina.
Wer einen Schimmer vom Islam hat, der versteht, dass eine nicht-islamische Besatzungsmacht das beste Mittel ist, um Moslems zum Kampf herauszufordern.
Und gesetzen wir den Fall, die NATO würde den Krieg im Afghanistan gewinnen, dann würde Al-Kaida nach Pakistan ziehen und von dort aus (möglicherweise) Angriffe gegen den Westen planen. Ich würde es Pyrrhussueg nennen.
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