Flüchtlinge Wer hilft, wird bestraftSeite 2/2

"Es ist ein Konflikt zwischen der eigenen Menschlichkeit und den Folgen, den es für die Besatzung haben könnte. Es könnte sein, dass man für seine Menschlichkeit bestraft wird." Sie überlegt, schweigt und sagt schließlich: "Ich würde sie nicht selbst an Bord holen." Sie würde das Flüchtlingsboot an Land melden und dann warten, bis Hilfe kommt. Um das eigene Gewissen zu beruhigen und nicht einfach so weiter zu fahren.

Dies scheint letzten Monat der Fall gewesen zu sein: Eritreische Bootsflüchtlinge hatten berichtet, dass mehrere Schiffe ihre Hilferufe ignoriert hatten und an ihnen vorbeigezogen waren. Auch Schmidt glaubt, dass einige Reedereien ihre Besatzungen inzwischen anweisen würden, lieber weiterzufahren als zu helfen.

Auch Marte Roths Mitschüler sagen: Flüchtlinge an Bord gleich Problem für die Besatzung. Sie erzählen von Lehrvideos, in denen sie vor blinden Passagieren gewarnt werden und von Schleusern, die sich mit kleinen Fischerbooten tarnen. Man müsse so viel wie möglich helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, sagt der 20-jährige Arne Heitmann. Man könnte zum Beispiel ein Flüchtlingsboot seitlich andocken und mitziehen, ohne die Menschen selbst an Bord kommen zu lassen. Das ginge allerdings nur in Küstennähe. "Aber wenn ein Flüchtlingsboot auf hoher See in Seenot ist, ist man verpflichtet, diese Leute aufzusammeln“, sagt Heitmann. Alles andere wäre schließlich unterlassene Hilfeleistung. Aber dafür wurde seines Wissens noch kein Kapitän vor Gericht gestellt.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Pfui!

    Aber leider nicht selten. In Frankreich gibt es sogar ein Gesetz dass die Hilfe für illegale Flüchtlinge kriminalisiert. Gemeint sind damit nicht nur die Schlepper etc. sondern Bürger die sich für den Schutz und für humane Lebensbedingungen der Sans-Papier einsetzen indem sie ihnen beispielsweise etwas zu Essen geben.

  2. Man sollte die Aufgeregtheit mal beiseite lassen und der Realität Raum geben.
    Leider ist nicht jeder "Helfer" und Lebensretter mehr das was er sein sollte. Auch kriminelle Schleuser berufen sich zwecks Erlangung von Straffreiheit darauf.
    Gelegentlich machen sich auch naive Helfer unbeabsichtigt zu Mittätern.

    Der Prozess als Solches ist also erst einmal ein rechtsstaatliches Instrument, der das hoffentlich zweifelsfrei feststellt.
    Das das Schiff einer Hilfsorganisation angehört ist jedenfalls keine Garantie für die Seriösität des Kapitäns.
    Ich denke wir alle sind gewillt, dem Kapitän zu glauben. Dann wird das wohl auch vor Gericht bewiesen werden.

    H.

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    .. ja zuletzt. Aber der Prozess findet in Sizilien statt, ausgerechnet eine der Regionen die Europaweit mit dem größten Ansturm von Bootsflüchtlingen zu kämpfen hat. Die Behörden vor Ort sind nicht unbedingt dafür bekannt kooperativ in dieser Thematik zu agieren s. http://www.nonviolentprot...

    .. ja zuletzt. Aber der Prozess findet in Sizilien statt, ausgerechnet eine der Regionen die Europaweit mit dem größten Ansturm von Bootsflüchtlingen zu kämpfen hat. Die Behörden vor Ort sind nicht unbedingt dafür bekannt kooperativ in dieser Thematik zu agieren s. http://www.nonviolentprot...

  3. .. ja zuletzt. Aber der Prozess findet in Sizilien statt, ausgerechnet eine der Regionen die Europaweit mit dem größten Ansturm von Bootsflüchtlingen zu kämpfen hat. Die Behörden vor Ort sind nicht unbedingt dafür bekannt kooperativ in dieser Thematik zu agieren s. http://www.nonviolentprot...

    • bediko
    • 29.09.2009 um 13:57 Uhr

    Haben Sie schon einmal etwas von dem Recht zur Selbstverteidigung gehört? Wissen Sie z.B., dass es bald in Afrika 1 Milliarde Menschen geben wird, wovon vielleicht die Hälfte hier bei uns das Recht zum Asylantrag hätte (wegen der dortigen Potentaten)? Möchten Sie persönlich in Ihrem Vorgarten Zeltplätze für die provisorische Unterbringung der Flüchtlinge einrichten? Haben Sie Einfluss auf die zukünftige Geburtenrate in diesen Ländern? Denken Sie doch einmal darüber nach, bevor Sie die Richtlinien beklgen!

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    • Krisse
    • 29.09.2009 um 14:14 Uhr

    Mit welchem Recht verwehren wir den Menschen, die nicht der so genannten 1. Welt zugehören, die Lebenschancen, die uns von Geburt an mitgegeben werden (auch den Ärmsten unter uns).

    Diese Welt ist zutiefst ungerecht. Und das zu einem erheblichen Teil darum, weil ein kleiner Teil der Länder die anderen Länder übervorteilt oder übervorteilt hat und ihnen die Möglichkeiten der Entwicklung verwehrt.

    Aus ökonomischen Interessen mag das gut begründet sein, aber die Gemeinsamkeiten von Mammon und Menschlichkeit enden mit dem Anfangsbuchstaben.

    .. nach was das Wort Xenophobie bedeutet. Sie banalisieren auf eine Art und Weise die einem Stammtisch noch nicht einmal gleich kommt ( Zelt im Vorgarten)..

    Es geht hier nicht um das Recht auf Selbstverteidigung sondern um Humanitäre Hilfe. Sie gebrauchen einen Begriff der kriegerisch konnotiert ist, das sollten Sie sich klar machen aber ich ahne aus welcher Ecke das jetzt kommt.

    • werkor
    • 29.09.2009 um 21:14 Uhr

    Geben Sie mal 'nen trifitgen Grund an, diesen Leuten ihre Selbstverteidigung durch Flucht abzusprechen. Wir verteidigen unsere Freiheit ja auch am Hindukusch. Und nicht durch Flucht.

    • Krisse
    • 29.09.2009 um 14:14 Uhr

    Mit welchem Recht verwehren wir den Menschen, die nicht der so genannten 1. Welt zugehören, die Lebenschancen, die uns von Geburt an mitgegeben werden (auch den Ärmsten unter uns).

    Diese Welt ist zutiefst ungerecht. Und das zu einem erheblichen Teil darum, weil ein kleiner Teil der Länder die anderen Länder übervorteilt oder übervorteilt hat und ihnen die Möglichkeiten der Entwicklung verwehrt.

    Aus ökonomischen Interessen mag das gut begründet sein, aber die Gemeinsamkeiten von Mammon und Menschlichkeit enden mit dem Anfangsbuchstaben.

    .. nach was das Wort Xenophobie bedeutet. Sie banalisieren auf eine Art und Weise die einem Stammtisch noch nicht einmal gleich kommt ( Zelt im Vorgarten)..

    Es geht hier nicht um das Recht auf Selbstverteidigung sondern um Humanitäre Hilfe. Sie gebrauchen einen Begriff der kriegerisch konnotiert ist, das sollten Sie sich klar machen aber ich ahne aus welcher Ecke das jetzt kommt.

    • werkor
    • 29.09.2009 um 21:14 Uhr

    Geben Sie mal 'nen trifitgen Grund an, diesen Leuten ihre Selbstverteidigung durch Flucht abzusprechen. Wir verteidigen unsere Freiheit ja auch am Hindukusch. Und nicht durch Flucht.

    • Krisse
    • 29.09.2009 um 14:14 Uhr

    Mit welchem Recht verwehren wir den Menschen, die nicht der so genannten 1. Welt zugehören, die Lebenschancen, die uns von Geburt an mitgegeben werden (auch den Ärmsten unter uns).

    Diese Welt ist zutiefst ungerecht. Und das zu einem erheblichen Teil darum, weil ein kleiner Teil der Länder die anderen Länder übervorteilt oder übervorteilt hat und ihnen die Möglichkeiten der Entwicklung verwehrt.

    Aus ökonomischen Interessen mag das gut begründet sein, aber die Gemeinsamkeiten von Mammon und Menschlichkeit enden mit dem Anfangsbuchstaben.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Selbstverteidigung"
  4. .. nach was das Wort Xenophobie bedeutet. Sie banalisieren auf eine Art und Weise die einem Stammtisch noch nicht einmal gleich kommt ( Zelt im Vorgarten)..

    Es geht hier nicht um das Recht auf Selbstverteidigung sondern um Humanitäre Hilfe. Sie gebrauchen einen Begriff der kriegerisch konnotiert ist, das sollten Sie sich klar machen aber ich ahne aus welcher Ecke das jetzt kommt.

    Antwort auf "Selbstverteidigung"
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    daß es weltweit inzwischen über 6 Mrd. Menschen gibt, von denen ein Großteil unter nichtdemokratischen Verhältnissen lebt und lieber heute als morgen nach Deutschland und Europa kommen würde? Allein aus den nordafrikanischen Staaten werden sich in den nächsten Jahren auf Grund der dortigen Geburtenüberschüsse ca. 300 Mio Menschen, meist junge Männer, auf den Weg nach Europa machen, weil sie sich dort bessere wirtschaftliche Chancen versprechen. Wohlgemerkt: Diese Leute leiden meist keinen Hunger und sind auch sonst nicht aus politischen Gründen an Leib und Leben bedroht, sondern sie haben im eigenen Land auf Grund der fehlenden Qualifikation keine Chance zum Aufstieg. Verständlich, aber nicht machbar, denn diese Leute kommen mit ihren Normen und Ansichten, die oftmals mit denen hiesigen westlichen und europäischen Normen nicht vereinbar sind. Wenn auch nur ein Teil dieser Leute den Weg nach Europa findet, dann entstehen hier neue Mehrheiten, mit allen verheerenden sozialen und politischen Verwerfungen, die damit verbunden wären. Angesichts der bereits jetzt offenkundigen Problemen bei der Integration würde das die Integrationsfähigkeit der europäischen Länder endgültig überfordern. Das würde ich allen Leuten ins Stammbuch schreiben, die von den hiesigen Regierungen verlangen, alles Unheil der Welt zu heilen. Die Aufgabe der innenpolitischen Stabilität hier in Europa wäre da jedenfalls kein geeignetes Mittel dazu.

    daß es weltweit inzwischen über 6 Mrd. Menschen gibt, von denen ein Großteil unter nichtdemokratischen Verhältnissen lebt und lieber heute als morgen nach Deutschland und Europa kommen würde? Allein aus den nordafrikanischen Staaten werden sich in den nächsten Jahren auf Grund der dortigen Geburtenüberschüsse ca. 300 Mio Menschen, meist junge Männer, auf den Weg nach Europa machen, weil sie sich dort bessere wirtschaftliche Chancen versprechen. Wohlgemerkt: Diese Leute leiden meist keinen Hunger und sind auch sonst nicht aus politischen Gründen an Leib und Leben bedroht, sondern sie haben im eigenen Land auf Grund der fehlenden Qualifikation keine Chance zum Aufstieg. Verständlich, aber nicht machbar, denn diese Leute kommen mit ihren Normen und Ansichten, die oftmals mit denen hiesigen westlichen und europäischen Normen nicht vereinbar sind. Wenn auch nur ein Teil dieser Leute den Weg nach Europa findet, dann entstehen hier neue Mehrheiten, mit allen verheerenden sozialen und politischen Verwerfungen, die damit verbunden wären. Angesichts der bereits jetzt offenkundigen Problemen bei der Integration würde das die Integrationsfähigkeit der europäischen Länder endgültig überfordern. Das würde ich allen Leuten ins Stammbuch schreiben, die von den hiesigen Regierungen verlangen, alles Unheil der Welt zu heilen. Die Aufgabe der innenpolitischen Stabilität hier in Europa wäre da jedenfalls kein geeignetes Mittel dazu.

  5. kann man bei der Aktion von Pro Asyl und anderen Aktionsbündnissen für Asylanten zeigen:
    http://www.proasyl.de/de/...

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    vielleicht ist das im ersten Kommentar nicht klar geworden:
    wenn man dem Link folgt, kann man den offenen Brief an den italienischen Justizminister unterschreiben, der dazu auffordert, dass die Angeklagten freigesprochen und komplett rehabilitiert werden.

    vielleicht ist das im ersten Kommentar nicht klar geworden:
    wenn man dem Link folgt, kann man den offenen Brief an den italienischen Justizminister unterschreiben, der dazu auffordert, dass die Angeklagten freigesprochen und komplett rehabilitiert werden.

  6. vielleicht ist das im ersten Kommentar nicht klar geworden:
    wenn man dem Link folgt, kann man den offenen Brief an den italienischen Justizminister unterschreiben, der dazu auffordert, dass die Angeklagten freigesprochen und komplett rehabilitiert werden.

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