Nahost-Konflikt Israel tauscht Gefangene gegen Lebenszeichen

Im Tausch für ein Video, das den 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit zeigt, lässt Israel 20 Palästinenserinnen frei. Der BND hat den Deal mit der Hamas vermittelt.

Israelis halten Transparente mit den Porträts von entführten israelischen Soldaten hoch. Im Tausch für die Leichen von Eldad Regev (mitte) und Ehud Goldwasser (rechts) ließ Israel Terroristen frei. Gilad Schalit ist Gefangener der Hamas und soll ausgetauscht werden

Israelis halten Transparente mit den Porträts von entführten israelischen Soldaten hoch. Im Tausch für die Leichen von Eldad Regev (mitte) und Ehud Goldwasser (rechts) ließ Israel Terroristen frei. Gilad Schalit ist Gefangener der Hamas und soll ausgetauscht werden

Als Gegenleistung für ein Video mit einem Lebenszeichen des 2006 entführten Soldaten Gilad Schalit will Israel 20 inhaftierte Palästinenserinnen freilassen. Das erste Video von Schalit seit dessen Gefangennahme durch Hamas-Kämpfer im Juni vor drei Jahren solle aktuelle und eindeutige Beweise dafür enthalten, dass der in den Gazastreifen verschleppte 23-Jährige noch am Leben ist. Das forderte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. Die palästinensischen Unterhändler hätten dies bereits versprochen.

Nach Angaben eines Sprechers der palästinensischen Volkswiderstandskomitees im Gazastreifen ist die Videobotschaft eine Minute lang. Sie soll am Freitag übergeben werden. Die erste vertrauensbildende Maßnahme zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas ist nach Angaben der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA von Vertretern der Regierung in Kairo und einem Mitarbeiter des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) eingefädelt worden. BND-Agenten hatten bereits in der Vergangenheit mehrfach zwischen Israel und Terrorgruppen vermittelt.

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Bei dem jüngsten Deal zwischen Israel und der Hamas handelt sich um den ersten konkreten Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Gefangenenaustausch.

In israelischen Gefängnissen sitzen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation B'tselem 47 Palästinenserinnen, die wegen Sicherheitsvergehen inhaftiert worden sind. Drei junge Frauen sind jünger als 16 Jahre. 14 der 20 Palästinenserinnen die freigelassen werden sollen, wurden wegen versuchter Tötung verurteilt. Nach palästinensischen Angaben gehören vier Frauen der Hamas und fünf weitere der rivalisierenden Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas an. 19 stammen aus dem Westjordanland und eine aus dem Gazastreifen.

"Was für eine schöne Überraschung. Wir haben all die Jahre auf sie gewartet", sagte Mona Buchari zu der Nachricht, dass ihre zu acht Jahren und vier Monaten verurteilte Schwester Leila 13 Monate vor Ende der Strafzeit entlassen wird. Die Frau dankte ausdrücklich dem deutschen Vermittler. Ein Vorschlag der ägyptischen Vermittler habe bislang vorgesehen, dass Frauen zuletzt freigelassen würden, sagte die Frau.

Israel hatte im Juni 2008 einen Brief Schalits als letztes Lebenszeichen erhalten. Außer insgesamt drei Briefen gibt es noch eine Audio-Botschaft vom Juni 2007. Die israelische Regierung hat als Bedingung für den Gefangenenaustausch mit der Hamas immer wieder Beweise dafür verlangt, dass der am 25. Juni 2006 verschleppte Soldat am Leben ist.

In einer Erklärung des israelischen Sicherheitskabinetts heißt es: "Es ist wichtig, dass die ganze Welt weiß, dass Gilad Schalit am Leben und gesund ist und dass Hamas für sein Wohlergehen und sein Schicksal verantwortlich ist". Zugleich warnt die israelische Führung vor zu großen Erwartungen bezüglich einer Freilassung. "Es wird erwartet, dass die Verhandlungen noch lang und schwierig sind", sagte ein hochrangiger Mitarbeiter im Büro von Regierungschef Netanjahu. Hamas erneuerte am Mittwoch ihre Forderung, wonach Israel im Austausch für Schalit 1000 palästinensische Häftlinge freilassen soll. Eine Liste mit 450 Namen hat die Hamas selbst aufgestellt.

 
Leser-Kommentare
  1. Eine frage wieso sind Menschen die ums Nackte überleben kämpfen Terroristen???????
    Und ein Stadt Der alle Menschen Rechte mit Füßen Tritt immer Der Gute!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. An beiden Kommentaren erkennt man die Kontroverse des oberflächigen Realismus.

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