Krieg gegen den Terror Isaf-Kommandeur fürchtet Scheitern in Afghanistan
Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal fordert mehr Truppen für den Einsatz in Afghanistan. Andernfalls hält der US-General einen Sieg über die Taliban nicht für möglich
© Manan Vatsyayana/AFP/Getty Images

Stanley McChrystal (hier in der Logar Provinz im August) fordert mehr Truppen und einen Strategiewechsel
Ohne eine weitere Truppenverstärkung droht den internationalen Kräften in Afghanistan nach Einschätzung des obersten Isaf-Kommandeurs Stanley McChrystal eine Niederlage. Dies geht aus einer Lageeinschätzung des Generals für den amerikanischen Verteidigungsminister Robert Gates hervor, die am Montag von der Washington Post in weiten Teilen veröffentlicht worden ist. Darin rechnet er außerdem mit einem Anstieg der Opferzahlen.
Sollte in den nächsten zwölf Monaten keine Trendumkehr erreicht werden, riskiere man "ein Ergebnis, bei dem ein Sieg über den Aufstand nicht länger möglich ist", so McChrystal.
Deshalb forderte er eine neue Strategie, welche Voraussetzung für eine weitere Aufstockung auf militärischer Seite sei. Bliebe es bei der bisherigen Truppengröße, würde der Einsatz wahrscheinlich in einer Niederlage enden, heißt es in seinem Bericht. Vorrangiges Ziel solle künftig statt des Kampfes gegen die Taliban-Rebellen demnach der Schutz der Zivilbevölkerung sein.
"Wir haben in einer Art und Weise operiert, die uns physisch und psychologisch von den Menschen entfernt hat, die wir beschützen wollen", bewertete er den bisherigen Isaf-Einsatz. "Zusätzlich riskieren wir eine strategische Niederlage, indem wir taktische Siege verfolgen, die zu zivilen Opfern oder unnötigem Kollateralschaden führen." Die New York Times bewertete sowohl Inhalt als auch Wortwahl McChrystals als "bemerkenswert" angesichts der wachsenden Opposition gegen den Einsatz.
Da die afghanischen Sicherheitskräfte (ANSF) angesichts der erstarkenden Aufständischen noch nicht in der Lage seien, den Kampf anzuführen, müsse die Isaf gestärkt werden, sagte McChrystal. "Der Status quo wird zu einer Niederlage führen, wenn wir darauf warten, dass die ANSF wachsen." Auf kurze Sicht sei es realistisch zu erwarten, dass die Zahl der Opfer unter den afghanischen und den internationalen Sicherheitskräften ansteigen werde.
McChrystal hat offiziellen Angaben zufolge inzwischen seine Liste zum künftigen Truppenbedarf der US- und Nato-Truppen in Afghanistan abgeschlossen. Sie soll demnach aber erst in den kommenden Wochen der Regierung in Washington und im Nato-Hauptquartier in Brüssel vorgelegt werden. Experten schätzen, dass er bis zu 30.000 zusätzliche Kampftruppen verlangt. Die Bundeswehr hat derzeit rund 4200 Soldaten im Norden des Landes stationiert.
Die in dem Lagebericht gestellten Forderungen McChrystals sind nicht die ersten dieser Art. Erst Anfang September sprach er sich für eine Truppenaufstockung für den Kampf gegen die Taliban aus. US-Präsident Obama sieht bisher aber von einer Erweiterung des Kontingents ab.
- Datum 21.09.2009 - 11:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
- Kommentare 7
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Eine neue Gelegenheit für Defätismus und selbsterfüllende Prophezeihungen. Ich bin auf die Kommentare gespannt.
...man kann für die Beteiligung am Afghanistan Krieg sein oder dagegen (ich bin dagegen) aber die Abschätzung wieviele Truppen man benötigt, damit man eine Chance auf Erfolg hat, ist davon unabhängig.
Meine stehende Annahme ist ca. 500.000 Mann, abgeschätzt aus der Zahl der Truppen die im Kosovo im Einsatz sind/waren.
Definiert man jetzt noch Erfolg, d.h. benennt die zu erreichenden Ziele kann man sagen ob einem diese Ziele die Kosten (in Geld und Leben von Zivilisten und Soldaten) von 500.000 Mann wert sind.
Sagt man ja, bleibt man in Afghanistan.
Sagt man nein, macht man das man da weg kommt.
Isaf-Kommandeur fürchtet Scheitern in Afghanistan
Die NATO ist schon längst gescheitert, man will sich das nur nicht eingestehen.
werden zunehmend als Besatzer empfunden. Das mobilisiert die Bevölkerung gegen die Besatzer. Also kämpfen deutsche Soldaten eben nicht nur gegen die Taliban, wie oft behauptet wird, sondern gegen die Bevölkerung in Afghanistan. Glaubt man den vielen Meinungen in Deutschland, daß sich deutsche Soldaten in einem Krieg in Afghanistan befinden, dann müssen deutsche Soldaten siegen, denn Krieg kennt nur einen Sieger und einen Verlierer. Rußland und England mußten schon erfahren, was es heißt einen Krieg gegen das Afghanische Volk zu führen und der Blutzoll wird immer höher für die Besatzer, Amerikaner und deutsche usw. werden. Lange Zeit galt es für deutsche Soldaten, keine Kriegseinsätze im Ausland und wir taten sehr gut daran. Wenn wir wirklich eines Tages hier in Deutschland, von wem auch immer, angegriffen werden, so müssen wir uns mit kriegerischen Mitteln verteidigen, ist doch klar. Aber kein Afghane hat uns bisher angegriffen und es bestand auch kein Nato-Verteidigungsfall. Wenn wir bei allem Unrecht in dieser Welt mit kriegerischen Mitteln intervernieren würden, reichte die jetzige Stärke der Bundeswehr nicht aus. Also ir haben nichts in Afghanistan zu suchen. Ansonsten, lass eine Uno-Schutztruppe sich bilden, von allen Mitgliedsstaaten und in jenen Ländern dem Recht Geltung verschaffen, in denen Recht mit Füßen getreten wird, z.B. auch ggf. in Israel.....
wenn die Mehrheit x-beliebiger Bürger eine eigentlich doch recht wichtige außenpolitische Lage wie einen militärischen Kampfeinsatz völlig richtig und rational beurteilt, der überwiegend Teil der veröffentlichten Meinung und praktisch die gesamte Politik überwiegend unaufrichtig, dumm oder zynisch?
Die militärische Situation ist inzwischen eindeutig, etwas daran zu ändern erfordert einen massiv verstärkten Truppeneinsatz, der wiederum den Widerstand und Widerwillen der Bevölkerung stärkt, was zu einer weiteren Eskalation und mehr Opfern auf beiden Seiten führt.
Diese völlig klare Tatsache wird öffentlich nicht ausgesprochen und nicht diskutiert. Stattdessen wird unverantwortlicherweise den Dingen ihren Lauf gelassen, wodurch auch im Norden Afghanistan die Lage immer unkontrollierbarer werden wird und die US-Truppen auch dort vermehrt Sicherungsaufgaben übernehmen werden, falls ihnen genug Kapazitäten bleiben.
Zynisch und gefährlich ist so ein Verhalten auch gegenüber den eingesetzten BW-Soldaten, da diese von den Politikern mit unzureichenden MItteln ausgestattet einer immer bedrohlicheren Situtation ausgesetzt werden.
Der einzige Grund der deutschen Truppenstationierung ist momentan, dass wir aus emotional verständlicher Loyalität in Bündnistreue zu einem politisch völlig undurchdachten und fehlkonzipierten Militäreinsatz der USA stehen. Schießen ist aber kein Ersatz für Feigheit vor dem Freund.
...aber es interessiert halt keinen.
Schauen sie sich doch an wieviele Leute zum Artikel zu "Achmed dem Terroristen", äh... "Bekkay Harrach, der Al-Qaida-Witzfigur" posten und wieviele hier.
Den Bundesbürger interessiert es nicht das dort BW-Soldaten (raten Sie mal aus welchen Landesteilen die überwiegend kommen) gefährdet sind und vielleicht sterben und die Afghanen interessieren erst recht keinen.
Danke aber für diesen schönen Satz:
"Der einzige Grund der deutschen Truppenstationierung ist momentan, dass wir aus emotional verständlicher Loyalität in Bündnistreue zu einem politisch völlig undurchdachten und fehlkonzipierten Militäreinsatz der USA stehen. Schießen ist aber kein Ersatz für Feigheit vor dem Freund."
Wenigstens ein paar Leute teilen mein Elend mit diesem hirnlosen Krieg.
...aber es interessiert halt keinen.
Schauen sie sich doch an wieviele Leute zum Artikel zu "Achmed dem Terroristen", äh... "Bekkay Harrach, der Al-Qaida-Witzfigur" posten und wieviele hier.
Den Bundesbürger interessiert es nicht das dort BW-Soldaten (raten Sie mal aus welchen Landesteilen die überwiegend kommen) gefährdet sind und vielleicht sterben und die Afghanen interessieren erst recht keinen.
Danke aber für diesen schönen Satz:
"Der einzige Grund der deutschen Truppenstationierung ist momentan, dass wir aus emotional verständlicher Loyalität in Bündnistreue zu einem politisch völlig undurchdachten und fehlkonzipierten Militäreinsatz der USA stehen. Schießen ist aber kein Ersatz für Feigheit vor dem Freund."
Wenigstens ein paar Leute teilen mein Elend mit diesem hirnlosen Krieg.
...aber es interessiert halt keinen.
Schauen sie sich doch an wieviele Leute zum Artikel zu "Achmed dem Terroristen", äh... "Bekkay Harrach, der Al-Qaida-Witzfigur" posten und wieviele hier.
Den Bundesbürger interessiert es nicht das dort BW-Soldaten (raten Sie mal aus welchen Landesteilen die überwiegend kommen) gefährdet sind und vielleicht sterben und die Afghanen interessieren erst recht keinen.
Danke aber für diesen schönen Satz:
"Der einzige Grund der deutschen Truppenstationierung ist momentan, dass wir aus emotional verständlicher Loyalität in Bündnistreue zu einem politisch völlig undurchdachten und fehlkonzipierten Militäreinsatz der USA stehen. Schießen ist aber kein Ersatz für Feigheit vor dem Freund."
Wenigstens ein paar Leute teilen mein Elend mit diesem hirnlosen Krieg.
vielleicht auch dies noch interessieren:
http://www.heise.de/tp/r4...
Darin sind einige sehr interessante Stories verlinkt, warum es trotz der gewaltigen Hilfssummen kaum eine wirkliche Entwicklung in Afghanistan gibt.
Ich bin mir bisher auch noch nicht sicher gewesen, ob nicht der Aufbau afghanischer Sicherheitskräfte mittelfristig vielleicht doch ein realistisches Ziel wäre, um in den nächsten Jahren eine einigermaßen stabilisierende Zentralmacht in Kabul zu etablieren.
Aber das ist lt. dieses Berichtes sehr wahrscheinlich eben auch so eine bequeme Fiktion, an die denkfaule Bundestagsabgeordnete gerne glauben, damit sie guten Gewissens deutsche Soldaten zum Totschiessen irgendwelcher Zentralasiaten schicken können, deren Lebensziele und Kultur ihnen so fremd sind wie das Innere des Orionnebels.
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