USA Debatte über rassistische Neigungen gegen Obama
Die geplante Gesundheitsreform spaltet das Land, Präsident Obama erntet starken Widerspruch – in den USA ist angesichts dessen eine Rassismus-Debatte entbrannt.
© Mark Wilson/Getty Images

Mahnende Worte eines Ex-Präsidenten: Jimmy Carter vermutet, dass der teils harte Ton hinter der hitzigen Debatte um die Gesundheitsreform auf einen noch immer vorhandenen Rassismus im Land zurückzuführen ist
"Ich glaube, eine überwältigende Portion der (...) Animositäten gegenüber Präsident Barack Obama beruht auf der Tatsache, dass er ein schwarzer Mann, ein Afro-Amerikaner, ist", sagte der demokratische Politiker und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter am Dienstag dem Sender NBC.
Carter bezog sich dabei zunächst auf den Vorfall bei Obamas Rede zur Gesundheitsreform am 9. September im Kongress. Dabei hatte ihn der republikanische Abgeordnete Joe Wilson aus South Carolina mit dem lauten Zuruf "Sie lügen!" unterbrochen – ein bisher einmaliger Vorgang bei einem derartigen Präsidenten-Auftritt. Wilson wurde am Dienstag wegen dieser Ausfälligkeit offiziell vom Repräsentantenhaus getadelt. Die demokratisch beherrschte Kammer verabschiedete eine entsprechende "Resolution der Missbilligung" mit 240 zu 179 Stimmen. Auch sieben Republikaner schlossen sich an, während umgekehrt 12 Demokraten dagegen votierten.
Carter sprach darüber hinaus von einer "rassistischen Neigung" in den USA, die weiterhin existiere. Er glaube, dass sie in der Gesundheitsdebatte an die Oberfläche gekommen sei, weil viele weiße Menschen nicht nur im Süden der USA meinten, "dass Afro-Amerikaner nicht qualifiziert sind, dieses großartige Land zu führen". Das sei ein "abscheulicher Umstand, der mich betrübt". Ähnlich äußerte sich Carter auch bei einer Bürgerversammlung in Atlanta. Er verwies darauf, dass Gegner von Obamas Gesundheitsreform-Plänen den Präsidenten bei jüngsten Demonstrationen auch mit Hitler verglichen hätten. Derartige Ausfälle seien nicht einfach zufällige Auswüchse der derzeitigen heftigen Debatte über eine Gesundheitsreform. "Es geht tiefer als das", sagte Carter nach Angaben des Senders CNN.
Der Parlamentarier Joe Wilson hatte sich in einem Telefonat mit Rahm Emanuel, dem Stabschef im Weißen Haus, kurz nach dem Zuruf im Kongress entschuldigt und Obama hatte dies auch akzeptiert. Demokraten forderten darüber hinaus aber auch eine Entschuldigung im Abgeordnetenhaus, was Wilson ablehnte. Als Konsequenz daraus kam es dann am Dienstag zu der Resolution. Es ist nach Medienberichten das erste Mal in der 220-jährigen Geschichte des Abgeordnetenhauses, dass ein Mitglied wegen Unterbrechung einer Präsidenten-Rede mit einem Schimpfwort auf eine derartige Weise verurteilt wurde. Republikaner sprachen von einer "politischen Hexenjagd".
Das Weiße Haus ist derweil der Ansicht entgegengetreten, die derzeit heftige Kritik in den USA an der Politik von Präsident Barack Obama sei rassistisch motiviert. "Der Präsident glaubt nicht, dass es an der Farbe seiner Haut liegt", sagte Regierungssprecher Robert Gibbs am Mittwoch in Washington. Vielmehr gehe man davon aus, dass die Menschen nicht mit den gemachten Entscheidungen der Regierung einverstanden sind.
- Datum 17.09.2009 - 10:02 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 5
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Ich denke, das Weisse Haus handelt weise, der Interpretation von Jimmy Carter nicht zu folgen, hätte es dies nämlich getan, wäre eine sachliche Auseinandersetzung über das Thema kaum mehr möglich, da allenthalben nurmehr über rassistische Hintergedanken der Reformgegner spekuliert würde - zumal nun mit den Republikanern angesichts der festgefahrenen Situation ein Kompromiss gefunden werden muss, dabei sind derartige Vorwürfe nicht besonders hilfreich.
Der Gegenwind, welcher Obama bei seinen Reformbemühungen entgegenbläst lässt sich indes leicht auch damit erklären, dass bislang noch jeder Präsident, der das Gesundheitssystem reformieren wollte, damit kläglich am Widerstand der Gegner gescheitert ist. Für viele Amerikaner scheint hier die Grenzlinie zwischen "American Way" und "Sozialismus" zu verlaufen (also gewissermassen die "Systemfrage"), weshalb die Nerven bei diesem Thema so schnell blank liegen.
...ich denke schon das das Thema eine Rolle spielt. Es gibt nunmal noch immer sehr Rassistische Tendenzen in teilen der USA. Trotzdem schließe ich mich ansonsten der Meinung von Tom Riddle an.
...ich denke schon das das Thema eine Rolle spielt. Es gibt nunmal noch immer sehr Rassistische Tendenzen in teilen der USA. Trotzdem schließe ich mich ansonsten der Meinung von Tom Riddle an.
...ich denke schon das das Thema eine Rolle spielt. Es gibt nunmal noch immer sehr Rassistische Tendenzen in teilen der USA. Trotzdem schließe ich mich ansonsten der Meinung von Tom Riddle an.
Dies ist eine typische Reaktion der Demokraten, wenn sie keine Argumente mehr haben wird die "Rassistenkarte" ausgespielt. Man braucht keine Beweise und der schwerwiegende Vorwurf steht im Raum.
Die Mehrheit der Presse unterdrückt die wahren Hintergründe des Widerstandes der Bürger und es sind sie und die Demokraten die jegliche Opposition gegen Obama als Rassismus hinstellt.
Warum steht nicht in den Zeitungsberichten, daß Joe Wilson als er
(wahrscheinlich politisch nicht gerade clever) "you lie" ausrief faktisch recht hatte, denn Obama behauptete, daß illegale Einwanderer
nicht in den health care bill mit eingeschlossen sind - denn sie sind es.
Wo sind die Berichte, daß letzte Woche über 1 Mio. Bürger eine
"Boston" tea-party at the Mall (DC) hatten, um gegen "cap and trade" und den "health care bill HR3400" zu protestieren.
Wo steht, daß Nancy Pelosi es war, die die Gegner des health care bill in den townhall meetings "Nazies" beschimpfte.
Es sind die Demokraten, die die wahren Rassisten sind, denn jeder Farbiger der die Unverschämtheit besitzt konservative zu sein wird auf das brutalste beschimpft und sie setzen alle Hebel in Bewegung ihn zu vernichten (politisch gesehen). Es war mit den Demokraten und der Presse völlig in ordnung Michael Steele, Vorsitzender der Reps einen Idioten zu nennen (er ist ein Farbiger).
Gerd, Chicago
Inwiefern ist es bitte rassistisch jemanden einen Idioten zu nennen? Mir scheint, Sie verfolgen hier dieselbe Argumentation, die Sie anzuprangern versuchen.
Inwiefern ist es bitte rassistisch jemanden einen Idioten zu nennen? Mir scheint, Sie verfolgen hier dieselbe Argumentation, die Sie anzuprangern versuchen.
Inwiefern ist es bitte rassistisch jemanden einen Idioten zu nennen? Mir scheint, Sie verfolgen hier dieselbe Argumentation, die Sie anzuprangern versuchen.
Niemand in der republikanischen Partei hat es rassistisch genannt und ich auch nicht. Ich habe bloß aufgezeigt, daß die Demokraten mit zweierlei Maß messen. So wie sie mit konservativen Farbigen umgehen wird im umgekehrten Fall als Rassismus beschrien. Als Sotomayor's Ernennung zum Supreme Court durchgepeitscht wurde sind ihre mehrfachen rassistischen Äußerungen unter den Tisch gefegt worden, wogegen bei
Clarence Thomas fadenscheinige Anschuldigungen wochenlang in hearings
durchgekaut wurden. Es sind die Demokraten die bei Qualifikationen eines Kandidaten immer erst die Rasse und Gender hervorgehoben.
Gerd, Chicago
Niemand in der republikanischen Partei hat es rassistisch genannt und ich auch nicht. Ich habe bloß aufgezeigt, daß die Demokraten mit zweierlei Maß messen. So wie sie mit konservativen Farbigen umgehen wird im umgekehrten Fall als Rassismus beschrien. Als Sotomayor's Ernennung zum Supreme Court durchgepeitscht wurde sind ihre mehrfachen rassistischen Äußerungen unter den Tisch gefegt worden, wogegen bei
Clarence Thomas fadenscheinige Anschuldigungen wochenlang in hearings
durchgekaut wurden. Es sind die Demokraten die bei Qualifikationen eines Kandidaten immer erst die Rasse und Gender hervorgehoben.
Gerd, Chicago
Niemand in der republikanischen Partei hat es rassistisch genannt und ich auch nicht. Ich habe bloß aufgezeigt, daß die Demokraten mit zweierlei Maß messen. So wie sie mit konservativen Farbigen umgehen wird im umgekehrten Fall als Rassismus beschrien. Als Sotomayor's Ernennung zum Supreme Court durchgepeitscht wurde sind ihre mehrfachen rassistischen Äußerungen unter den Tisch gefegt worden, wogegen bei
Clarence Thomas fadenscheinige Anschuldigungen wochenlang in hearings
durchgekaut wurden. Es sind die Demokraten die bei Qualifikationen eines Kandidaten immer erst die Rasse und Gender hervorgehoben.
Gerd, Chicago
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