Nach Angaben der Bundeswehr vom Montag wollte die Fregatte Brandenburg ein verdächtiges Boot im Golf von Aden überprüfen. Nachdem die Verdächtigen auf wiederholte Warnhinweise und Warnschüsse nicht reagiert hätten, sei die Erlaubnis zum Anwenden von "manövrierunfähig machendem Beschuss" erteilt worden. Durch Schüsse wurde demnach ein Insasse des Skiffs – so werden die kleinen Piratenboote genannt – tödlich verletzt.

Nach der Schießerei hätten die mutmaßlichen Piraten Waffen und eine Enterleiter über Bord geworfen und aufgegeben, hieß in der Mitteilung der Bundeswehr. Die Insassen und ihr Skiff würden derzeit an Bord der Brandenburg überprüft.

Der Marineeinsatz zur Bekämpfung von Piraterie hatte ursprünglich nur ein Mandat bis Dezember 2009, wurde nach jüngsten Lageeinschätzungen jedoch bis Ende 2010 verlängert.

Nach der Kaperung zahlreicher Frachter hatte der Bundestag im Dezember 2008 die Teilnahme an der Anti-Piraten-Mission der Europäischen Union genehmigt. Im Rahmen der Mission "Atalanta" entsandte die deutsche Bundesregierung die Fregatte Brandenburg um den Anti-Pirateneinsatz vor Somalia zu unterstützen. Zur 242-köpfigen Besatzung des Schiffs gehören Teams, die in dem fünf Millionen Quadratkilometer großen gefährdeten Seegebiet als Schutz an Bord ziviler Schiffe gebracht werden können.