US-Gesundheitspolitik Zehntausende protestieren gegen Obama
Mit seiner geplanten Gesundheitsreform hat der US-Präsident eine Massendemonstration ausgelöst. Es war die bisher größte Protestaktion seit seinem Amtsantritt.
© SAUL LOEB/AFP/Getty Images

US-Präsident Barack Obama wirbt in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota für sein ehrgeiziges Ziel einer staatlichen Krankenversicherung
Zehntausende Menschen haben am Samstag in Washington gegen die Politik von Barack Obama protestiert. Die bisher größte Demonstration gegen den amtierenden US-Präsidenten wurde von mehreren konservativen Gruppen organisiert.
Die Aktion richtete sich vor allem gegen Obamas Idee, privaten Anbietern eine staatliche Krankenversicherung entgegenzusetzen. Die Demonstranten warfen der Regierung Obamas zügellose "Ausgabenwut" vor und verwiesen auf die Explosion der Staatsausgaben. Ihrer Ansicht nach, hat der Staat zu großen Einfluss auf ihr Leben. Die konservativen Kritiker warnten vor einem Abdriften Amerikas in den Sozialismus. Auf zahlreichen Plakaten wurde Obama als "Sozialist" angeprangert.
Viele Bürger waren bereits Ende August mit Bussen in Kalifornien zu einem "Sternmarsch" auf die US-Bundeshauptstadt aufgebrochen, um mit einer Tour durch 34 Städte auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Die Reformpläne Obamas hatten bereits in den vergangenen Wochen bei Bürgerversammlungen zu erbitterten Auseinandersetzungen geführt.
Obama setzte unterdessen seinen Werbefeldzug für das Vorhaben mit einer leidenschaftlichen Rede in Minneapolis fort. Er warf den Kritikern Angstmacherei vor. "Viele verbreiten Angst, statt sich einer ehrlichen Debatte zu stellen", sagte Obama vor über 10.000 Menschen in der Basketballarena in Minneapolis. Er betonte bei seiner Rede erneut, dass Bürgern, die bereits über ihren Arbeitgeber krankenversichert sind, keine Nachteile durch die Reform drohten.
Die Gesundheitsreform gilt als wichtigstes innenpolitisches Vorhaben Obamas. Nach heftigen Protesten seiner Gegner während der Sommerpause wirft der Präsident nun sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale. Bereits am Mittwoch hatte er mit einer kämpferischen Rede vor dem Kongress für sein Vorhaben geworben und es als untragbar bezeichnet, dass rund 46 Millionen Amerikaner nicht krankenversichert sind.
Republikaner und konservative Demokraten befürchten jedoch, dass mit der geplanten Einführung einer staatlichen Krankenversicherung eine Verstaatlichung des gesamten Gesundheitssektors droht. Entsprechend wehren sich auch die privaten Anbieter gegen die Pläne des US-Präsidenten.
- Datum 14.09.2009 - 00:12 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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...wieder in der Realität angekommen. Sie haben, "yes we can", Bush abgewählt, aber ändern wollen sie in Wirklichkeit nichts, schon gar nicht sich selber.
Wo soll in einem Land, das auf skrupelloser Ausbeutung der schwächsten aufgebaut ist, auch Solidarität herkommen ?
Obama wird mehr und mehr zur lame duck, außer er mausert sich ebenfalls zum brutalen Kriegsherrn, wie seine Vorgänger.
ich bin zutiefst beeindruckt, mit welch einem enthusiasmus sich die u.s.bürger gegen solidarität engagieren!
soviele leute hat nicht einmal bush mit seinen kriegen auf die straße gebracht ;-)
Die Zeiten, in denen Demos immer ein demokratisches Zeichen der Meinungsäusserung engagierter Bürger waren, sind vorbei. Auch in Deutschland schicken Konzerne mittlerweile Angestellte und Azubis auf die Straße, um gegen die Interessen der Mehrheit zu demonstrieren, z.B. gegen Mindestlohn.
Die Leute sind ja "angestellt" und machen mit, weil sie sonst länger auf der Straße bleiben, nämlich sitzen würden. Es wird immer perfider, weil die Medien vieles verschleiern, falsch darstellen oder einfach wichtige Zusammenhänge auslassen.
Aus dem Spiegel Forum:
"Die Veranstalter des Protestes vom 12.9., "Freedomworks", sind eben keine Bürgerbewegung, sondern eine Initiative der Versicherungslobby. Chairman von Freedomworks ist Dick Armey, ehemals republikanischer Fraktionsvorsitzender, heute policy advisor der Lobbykanzlei "DLA Piper". Richard Stephenson, director von Freedomworks, ist Vorstandsmitglied zweier medizinischer Unternehmen. Matt Kibbe, Präsident von Freedomworks, hatte verschiedene hohe Ämter in der republikanischen Partei inne.
Die "Bürgerbewegung Freedomworks" ist also geleitet von Lobbyisten der Krankenversicherungsindustrie und von republikanischen Amtsträgern. Sie verkauft sich öffentlich als Basisbewegung ohne finanzielle oder parteipolitische Interessen..."
Das heißt aber nicht, dass es nicht doch einige US-Bürger geben wird, die so kaltherzig sind, sich gegen die KV dieser Millionen Mitbürger auszusprechen.
Eine neue Industrie? Bezahlter Protest? Man sollte schon mal deutlich sagen, dass der Grund für diese Proteste nicht demokratischer Natur sind. Das ist Lobbyismus in seiner extremsten Form. Mit dem freien Willen des amerikanischen Volkes hat das wenig zu tun. Damals war es die sogenannte Propaganda, heute ist es gut vernetzter Lobbyismus...so oder so die genau gleiche Sache.
Die Gesundheitsversorgung im sozialistischen Kuba ist mittlerweile besser als in den USA.
60 Jahre Wirtschaftsembargo der USA und der Bundesrepublik Deutschland (Merkel will das Wirtschaftsembargo gegen das arme Kuba nicht einstellen und bleibt eisern bei ihrer asozialen Einstellung, welche die kleine kubanische Wirtschaft mittlerweile 100 Milliarden Euro gekostet hat)) konnten das nicht verhindern.
War vor 16 Jahren in den USA. Bei einer Rundreise wurde der US-Amerikanische Reisebegleiter krank. Er hatte Angst in ein Krankenhaus zu gehen, da er nicht voll krankenversichert war (konnte er sich nicht leisten). Zwei Tage jammerte er uns sein Leid vor.
Dieses Land mit seinem unermesslichen Reichtum für Wenige, seiner Gier und seiner zutiefst asozialen Einstellung widert mich an.
milliardenschweren Rüstungsausgaben jährlich geht man offensichtlich um einiges lockerer um, in der sogenannten Vorzeige Demokratie
man darf Angst haben um diesen Präsidenten,der es wagt an die Tür der multi Superreichen zu klopfen
Die Demo gestern ist ja wohl nur ein Anfang.
Wenn die 4 Jahre der Obama-Administration vorbei sind, wird es den Amerikaner nur noch grenzenlos peinlich sein, auf diesen Luftikus hereingefallen zu sein. Wir werdens erleben - sure !
... der Amerikaner: die Mehrheit ist für eine allgemeine Krankenversicherung, sagt eine Studie http://www.forum-gesundhe...
Das spielt natürlich keine große Rolle in den westlichen etablierten "Demokratien", da ist Parteitaktik und Lobby tausendmal wichtiger als das, was die Bürger wollen.
Es ist so albern, so hat die USA zwar hunderte Milliarden pro Jahr übrig für Rüstung, Militär, Geheimdienste, Bankenrettung. Aber die 100 Mrd/Jahr, die angeblich eine allgemeine Krankenversicherung kostet, die sind nicht da. In Wirklichkeit könnte man wahrscheinlich sogar Geld sparen, das amerkanische Gesundheitssystem gilt schliesslich bereits als eines der teuersten. Aber so ist das halt, etablierte Strukturen wollen gefüttert werden...
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