Afghanistan Ein Rückzug wäre kein deutscher Sonderweg

Immer noch ist unklar, welche Strategie Präsident Obama in Afghanistan verfolgt. Derweil schaffen Verbündete Fakten: Holland, Kanada, Japan - alle ziehen Truppen ab.

Kanadische Soldaten verlassen in Kabul einen Helikopter. Bald schon will die kanadische Regierung die Truppen vom Hindukusch abziehen

Kanadische Soldaten verlassen in Kabul einen Helikopter. Bald schon will die kanadische Regierung die Truppen vom Hindukusch abziehen

Während in Amerika heftig um die richtige Afghanistan-Strategie gestritten wird – mehr Soldaten oder weniger, Schutz vor den Taliban oder Kampf gegen al-Qaida –, bleibt unklar, welche Ziele die schwarz-gelben Koalitionäre in der Sache verfolgen. Die FDP will alle Auslandseinsätze prüfen; die Union steht zu dem, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer jüngsten Regierungserklärung vorgab: Wir stehen zu dem Einsatz, aber Afghanistan muss eine sich selbst tragende Sicherheit herstellen.

So undeutlich die Position der künftigen Regierung ist, so sehr bleibt die deutsche Afghanistan-Debatte geprägt vom schlechten Gewissen. Immerzu haben die Deutschen das Gefühl, dass sie nicht genug tun, dass sie nicht kämpfen wollen, dass sie das Kämpfen sogar verlernt hätten.

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Verschiedene Nato-Partner haben mit solchen Vorwürfen in der Vergangenheit gehörig Druck ausgeübt. Das Ziel war, den Deutschen mehr Soldaten abzuringen, mehr Material, mehr Geld.

Die Bundesregierung hat diesem Druck einigermaßen erfolgreich widerstanden, doch ist es ihr nicht gelungen, den Schatten zu verscheuchen, der über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan liegt: der Vorwurf nämlich, man sei zu feige; man ließe die anderen kämpfen, während man sich selbst hinter den Kasernenmauern in einem relativ sicheren Teil Afghanistans verschanze und es sich gemütlich mache.

Die von der Bundeswehr befohlene Bombardierung zweier Tanklastzüge, bei der Anfang September Dutzende Menschen ums Leben kamen, erscheint in diesem Licht fast schon wie eine Überreaktion auf eine allzu lange still erduldete Denunziation.

Auf die Vorwürfe reagieren viele in Deutschland mit einer Mischung aus Selbstzerknirschung und Besserwisserei. Was aber fehlt, ist eine rationale Betrachtung des Problems. Dazu hilft ein Blick auf die Bündnispartner.
Das Parlament der Niederlande hat jüngst einen konkreten Termin für den Abzug ihrer 1400 Soldaten aus Afghanistan genannt: den Herbst 2010. Das kanadische Parlament (die Kanadier sind immerhin der viertgrößte Truppensteller und sie haben einen hohen Blutzoll bezahlt) hat 2011 für den Abzug seiner Soldaten festgesetzt. Diese Woche nun kündigte die japanische Regierung an, dass sie ihre logistische Unterstützung des Einsatzes im Januar 2010 beenden wird.

Freilich, Japans Beitrag hält sich in Grenzen. Das Land entsandte zwei Kriegsschiffe in den Indischen Ozean, um bei der Treibstoffversorgung der Nato-Truppen zu helfen. Doch ist die Ankündigung der Japaner ein weiteres Moment im sich zunehmend selbst verstärkenden Prozess des unkoordinierten Rückzugs der westlichen Partner. Weitere entsprechende Entscheidungen werden folgen. Die Italiener beispielsweise reden schon von einer „Strategie des Übergangs“. Es wird nicht mehr lange dauern, bis auch sie einen konkreten Abzugstermin nennen werden.

Wer diese Entwicklung übersieht, begreift, dass die Deutschen nicht alleine am Sinn des Einsatzes zweifeln. Viele andere Nationen teilen die Bedenken. Wenn also in Deutschland von Rückzug geredet wird, dann ist das gewiss kein deutscher Sonderweg.

Mr. Frieden und sein Krieg: Gerade hat der US-Präsident den Nobelpreis erhalten. Dabei opfert er seine Soldaten in Kämpfen, die kaum zu gewinnen sind. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der ZEIT ausführliche Analysen und Reportagen zum Afghanistan-Konflikt.

 
Leser-Kommentare
  1. An Abzug denken ist gut. Derweil kann man sich die Italiener zum Vorbild nehmen: die erkaufen sich die Ruhe bei den Taliban. Vielleicht ist dann das Land bis zum Abzugstermin befriedet.

  2. 2. lol?

    die mafia macht bestimmt die besten drogengeschäfte mit den taliban. deswegen ist es da auch ruhig. klingt super.

  3. Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Dann kommt der Krieg zu dir. Wie am 11.09.2001 in New York.

    Den ersten Angriff auf das World Trade Center 1993 hat man weitgehend zu ignorieren versucht, genau so wie die Angriffe auf die Botschaften in Nairobi und Daressalam 1998, genau so wie den Angriff auf die USS Cole im Jahr 2000.

    Wollen wir uns wirklich von Terroristen unsere Freiheit nehmen lassen? Wollen wir es zulassen, dass Menschen wie Benazier Bhutto, frühere Ministerpräsidentin von Pakistan, von Anhängern einer fanatischen Steinzeitideologie ermordet werden?

    Wollen wir die Errungenschaften der Aufklärung über Bord werfen, weil Männer mit lächerlichen Bärten uns sonst als Ungläubige abwerten? Die Ideologie der Taliban vom wahren islamischen Gläubigen und den rechtlosen Ungläubigen ist nicht akzeptabel. Auch nicht ihr Verhältnis zu Menschenrechten, Frauenrechten und Bildung.

    Ich sehe keine Alternative zu diesem Krieg.

    Ich halte diesen Ruf nach Kapitulation für dumm und naiv. Das Glück, mehr als eine Generation in Frieden zu leben, hat offensichtlich auch in Deutschland den Wert von Recht und Freiheit in der Wahrnehmung der Menschen verblassen lassen. Sonst würde niemand die unbedingte Notwendigkeit der Verteidigung dieser Werte in Frage stellen.

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    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:15 Uhr

    Immer wieder die Aussage: "ja die Taliban haben uns doch nichts getan"
    Immer wieder sind sie nur einmal schnell durchdacht.
    Hauptsache Frieden.
    Frieden klingt gut.

    Ja aber einfach ist er nicht.
    Solange die Al-Kaida Ausbildungscamps der Taliban nutzen (auch schon vor dem Krieg) werden wir immer nur Probleme haben.

    Diese Fanatiker hassen uns nicht, weil wir falsch handeln. Sie hassen uns, weil wir so sind.

    Vor der Machtergreifung der Taliban konnte eine Kirche neben einem Dorf stehen. Die Menschen lebten friedlich nebeneinander. Iman neben Priester sozusagen.
    Dann kamen die Taliban. "Ungläubige" wurden verfolgt. Kirchen in Brand gesteckt. Danach musste sich jeder Christ deutlich erkennen geben.

    Hmm kommt mir bekannt vor. Sagt euch liebe Abzugsfreunde 1933 was?!
    Damals waren Frankreich und England ebenso eingestimmt. Bloß kein Krieg.

    Das im Afghanistan eine solche Situation herrscht, ist unumstritten. Es gibt eben Krieg. Nehmen wir mal an, wir ziehen uns zurück.

    Afghanistan würde sofort in einen Bürgerkrieg fallen.
    afghanische Soldaten vs Taliban.
    Während dort das Blutgemetzel größer wird, können wir hier ruhig Friedenspfeifen rauchen und in die Hände klatschen, was für tolle Menschen des Friedens wir doch alle sind.

    • Chali
    • 16.10.2009 um 9:10 Uhr

    welchen militärischen Dienstrang Sie bekleiden und bei welcher Waffengattung Sie dienen?

    dass in Deutschland friedliebende Bürger auf Bahnhöfen von wahnsinnigen Gewalttätern totgetreten werden, wenn sie sich schützend vor Kinder stellen. Millionenfache Empörung - Ruf zum Einschreiten - Besetzung Deutschlands durch chinesisches Militär zur Wahrung der Menschenrechte - bewaffnete chinesische Patroullien auf allen S-Bahnhöfen...

    Liebe Julia,

    bevor Sie den 11.09.2001 als Grund für den Krieg rechtfertigen, muss beweisen werden, dass es tatsächlich so geschehen ist wie die USA es der Welt verkauft hat, nicht umsonst zweifeln über die hälfte der Amerikaner und viele Millionen Menschen an dieser Story, nicht umsonst hat es in Japan eine historische Politische Wendung gegeben (Die aktuelle Partei zweifelt an der offiziellen Geschichte). Wie erklären Sie 3 Hochhaus einstürze bei 2 Flugzeugen in NY? Wie erklären Sie keine den Einschlag im Pentagon? Wieso findet man militärischen Sprengstoff in den Trümmern? Wie erklären Sie massiven Insider-Handel vor dem 11.09.? Wieso wurde kurz!!! bevor dem 11.09. die WTC-Türme gegen "Terroranschläge" versichert? uvvm. es gibt noch sehr viele Ungereimtheiten zu diesem Thema... Was hatte Irak mit dem angeblichen "Terror" zu tun? Nichts! Und was ist passiert? Der Einsatz von schädlichen Waffen durch die Amerikaner hat schreckliche Folgen. Der Irak ist ein Land geworden wo es ratsam ist keine Kinder zu bekommen. Hier findet ein Tot und Aussterben auf Raten statt. Die Amerikaner und ihre Verbündeten der Koalition haben alle Statuten der UNO-Charter, der Genfer Konvention, die Hager Landkriegsordnung und die römischen Statuten des Internationalen Strafgerichtshofes verstossen. Sie sind des Völkermordes schuldig! In Afghanistan passiert das gleiche, und wozu? Es geht doch nicht darum den Afghanen ein besseres Leben zu ermöglichen.. [...](Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:15 Uhr

    Immer wieder die Aussage: "ja die Taliban haben uns doch nichts getan"
    Immer wieder sind sie nur einmal schnell durchdacht.
    Hauptsache Frieden.
    Frieden klingt gut.

    Ja aber einfach ist er nicht.
    Solange die Al-Kaida Ausbildungscamps der Taliban nutzen (auch schon vor dem Krieg) werden wir immer nur Probleme haben.

    Diese Fanatiker hassen uns nicht, weil wir falsch handeln. Sie hassen uns, weil wir so sind.

    Vor der Machtergreifung der Taliban konnte eine Kirche neben einem Dorf stehen. Die Menschen lebten friedlich nebeneinander. Iman neben Priester sozusagen.
    Dann kamen die Taliban. "Ungläubige" wurden verfolgt. Kirchen in Brand gesteckt. Danach musste sich jeder Christ deutlich erkennen geben.

    Hmm kommt mir bekannt vor. Sagt euch liebe Abzugsfreunde 1933 was?!
    Damals waren Frankreich und England ebenso eingestimmt. Bloß kein Krieg.

    Das im Afghanistan eine solche Situation herrscht, ist unumstritten. Es gibt eben Krieg. Nehmen wir mal an, wir ziehen uns zurück.

    Afghanistan würde sofort in einen Bürgerkrieg fallen.
    afghanische Soldaten vs Taliban.
    Während dort das Blutgemetzel größer wird, können wir hier ruhig Friedenspfeifen rauchen und in die Hände klatschen, was für tolle Menschen des Friedens wir doch alle sind.

    • Chali
    • 16.10.2009 um 9:10 Uhr

    welchen militärischen Dienstrang Sie bekleiden und bei welcher Waffengattung Sie dienen?

    dass in Deutschland friedliebende Bürger auf Bahnhöfen von wahnsinnigen Gewalttätern totgetreten werden, wenn sie sich schützend vor Kinder stellen. Millionenfache Empörung - Ruf zum Einschreiten - Besetzung Deutschlands durch chinesisches Militär zur Wahrung der Menschenrechte - bewaffnete chinesische Patroullien auf allen S-Bahnhöfen...

    Liebe Julia,

    bevor Sie den 11.09.2001 als Grund für den Krieg rechtfertigen, muss beweisen werden, dass es tatsächlich so geschehen ist wie die USA es der Welt verkauft hat, nicht umsonst zweifeln über die hälfte der Amerikaner und viele Millionen Menschen an dieser Story, nicht umsonst hat es in Japan eine historische Politische Wendung gegeben (Die aktuelle Partei zweifelt an der offiziellen Geschichte). Wie erklären Sie 3 Hochhaus einstürze bei 2 Flugzeugen in NY? Wie erklären Sie keine den Einschlag im Pentagon? Wieso findet man militärischen Sprengstoff in den Trümmern? Wie erklären Sie massiven Insider-Handel vor dem 11.09.? Wieso wurde kurz!!! bevor dem 11.09. die WTC-Türme gegen "Terroranschläge" versichert? uvvm. es gibt noch sehr viele Ungereimtheiten zu diesem Thema... Was hatte Irak mit dem angeblichen "Terror" zu tun? Nichts! Und was ist passiert? Der Einsatz von schädlichen Waffen durch die Amerikaner hat schreckliche Folgen. Der Irak ist ein Land geworden wo es ratsam ist keine Kinder zu bekommen. Hier findet ein Tot und Aussterben auf Raten statt. Die Amerikaner und ihre Verbündeten der Koalition haben alle Statuten der UNO-Charter, der Genfer Konvention, die Hager Landkriegsordnung und die römischen Statuten des Internationalen Strafgerichtshofes verstossen. Sie sind des Völkermordes schuldig! In Afghanistan passiert das gleiche, und wozu? Es geht doch nicht darum den Afghanen ein besseres Leben zu ermöglichen.. [...](Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:15 Uhr

    Immer wieder die Aussage: "ja die Taliban haben uns doch nichts getan"
    Immer wieder sind sie nur einmal schnell durchdacht.
    Hauptsache Frieden.
    Frieden klingt gut.

    Ja aber einfach ist er nicht.
    Solange die Al-Kaida Ausbildungscamps der Taliban nutzen (auch schon vor dem Krieg) werden wir immer nur Probleme haben.

    Diese Fanatiker hassen uns nicht, weil wir falsch handeln. Sie hassen uns, weil wir so sind.

    Vor der Machtergreifung der Taliban konnte eine Kirche neben einem Dorf stehen. Die Menschen lebten friedlich nebeneinander. Iman neben Priester sozusagen.
    Dann kamen die Taliban. "Ungläubige" wurden verfolgt. Kirchen in Brand gesteckt. Danach musste sich jeder Christ deutlich erkennen geben.

    Hmm kommt mir bekannt vor. Sagt euch liebe Abzugsfreunde 1933 was?!
    Damals waren Frankreich und England ebenso eingestimmt. Bloß kein Krieg.

    Das im Afghanistan eine solche Situation herrscht, ist unumstritten. Es gibt eben Krieg. Nehmen wir mal an, wir ziehen uns zurück.

    Afghanistan würde sofort in einen Bürgerkrieg fallen.
    afghanische Soldaten vs Taliban.
    Während dort das Blutgemetzel größer wird, können wir hier ruhig Friedenspfeifen rauchen und in die Hände klatschen, was für tolle Menschen des Friedens wir doch alle sind.

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    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:31 Uhr

    Verlieren die Afghanen den Krieg, dann

    1.dürfen die Mädchen nicht mehr zur schule
    2. Frauen dürfen nur von Frauen ärztlich versorgt werden
    3. berufsverbot für Frauen (also Punkt 2??? WTF?)
    4. zunahme von Armut (2-3)
    5. Verfolgung von Minderheiten
    6. Verfolgung von Männern ohne Bärte (kein Witz)

    Ich könnte dies einfach so weiterführen. Aber wozu? Abzugstrolle interessieren sich dafür nicht. ,)

    Raus Raus Raus & für die Menschenrechte in Afghanistan ist es aus!

    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:31 Uhr

    Verlieren die Afghanen den Krieg, dann

    1.dürfen die Mädchen nicht mehr zur schule
    2. Frauen dürfen nur von Frauen ärztlich versorgt werden
    3. berufsverbot für Frauen (also Punkt 2??? WTF?)
    4. zunahme von Armut (2-3)
    5. Verfolgung von Minderheiten
    6. Verfolgung von Männern ohne Bärte (kein Witz)

    Ich könnte dies einfach so weiterführen. Aber wozu? Abzugstrolle interessieren sich dafür nicht. ,)

    Raus Raus Raus & für die Menschenrechte in Afghanistan ist es aus!

    • Midway
    • 15.10.2009 um 21:31 Uhr
    5. Teil 2

    Verlieren die Afghanen den Krieg, dann

    1.dürfen die Mädchen nicht mehr zur schule
    2. Frauen dürfen nur von Frauen ärztlich versorgt werden
    3. berufsverbot für Frauen (also Punkt 2??? WTF?)
    4. zunahme von Armut (2-3)
    5. Verfolgung von Minderheiten
    6. Verfolgung von Männern ohne Bärte (kein Witz)

    Ich könnte dies einfach so weiterführen. Aber wozu? Abzugstrolle interessieren sich dafür nicht. ,)

    Raus Raus Raus & für die Menschenrechte in Afghanistan ist es aus!

    Antwort auf "Da haben Sie recht"
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    Ihre Punkte sind mir relativ(!) egal - wenn diese Gesellschaften so sind, sich eine größere Mehrheit darin so immer noch wohlfühlt, ja dann müssen halt auch diese Gesellschaften halt etwas langsamer durch auch harten und gewaltsame Auseinandersetzungen gehen, durch die wir bzw. unsere Vorgänger so ja auch gegangen sind! Das kann man offenbar nicht immer und auch nicht perfekt verhindern. Auch in Europa wurden viele Fehler (und quasi sinnlose Verbrechen) von vielen begangen!
    Will man dies aber, muß man dafür dann klare völkerrechtliche Regelungen treffen und diese auch allüberall in gleichem Maße anwenden! Dass dem heute nicht so ist, das vergessen Einsatzbefürworter wie so leider allzu meist und allzu stark.
    International relativ(!) klar oder wenigstens halbwegs geregelt ist die Frage der Außenwirkung. Aber da kann man - als internationale Gemeinschaft - ja doch klar sagen, ja wir gehen jetzt, kommt es dann aber zu weiteren ernsthaften Anschlägen, die aus Afghanistan heraus kommen, dann sind wir sofort wieder da. Es ist doch wohl nicht schwer, diese Lager aus der Luft und über die Auslandsaufklärung auzuspüren und dann aus der Luft zu vernichten. Wenn man sich dies völkerrechlich auch halbwegs sauber absegnet bzw. abegnen lässt, was mir sehr gut möglich erscheint, wozu dann jetzt mit Umkommenswahrscheinlichkeiten (Opfer im direkten Kampf mit den Taliban u. arabischen Terroristen in Afghanistan vs. zivile Opfer evtl. Attentate) jonglieren?!?
    (Fortsetzung folgt.)

    Früher, vor 09-11 haben hier ja eben auch die Geheimdienste geschlafen, auch war man international insgesamt zu fahrlässig und unkoordiniert. Das ist heute nun aber eben doch anders - wie die vielen vereitelten Anschläge dies uns ja zeigen! Auch wurden durch den Afghanistan-Einsatz ja eben nicht (mal) alle Anschlagsversuche (erfolgreich) verhindert, ja auch nicht alle vereitelt - die sind dann eben z.B. aus Spanien direkt ausgegangen.

    Also: Rationalisierung heißt Risiko-Nutzenbewertung, und nicht das dumpfe beharren auf (vermeintlich) überlegenen Ideologien und deren ggf. gewaltsame Durchsetzung! Sowas nennt man ja wohl Menschenrechtsimperialimus und Bevormundung.

    damit afghanische Mädchen in die Schulen dürfen.Oder was glauben sie?

    • Chali
    • 16.10.2009 um 9:12 Uhr

    ... ReinReinRein anch Somalia!

    Da haben Sie die selben Probleme!

    Ihre Punkte sind mir relativ(!) egal - wenn diese Gesellschaften so sind, sich eine größere Mehrheit darin so immer noch wohlfühlt, ja dann müssen halt auch diese Gesellschaften halt etwas langsamer durch auch harten und gewaltsame Auseinandersetzungen gehen, durch die wir bzw. unsere Vorgänger so ja auch gegangen sind! Das kann man offenbar nicht immer und auch nicht perfekt verhindern. Auch in Europa wurden viele Fehler (und quasi sinnlose Verbrechen) von vielen begangen!
    Will man dies aber, muß man dafür dann klare völkerrechtliche Regelungen treffen und diese auch allüberall in gleichem Maße anwenden! Dass dem heute nicht so ist, das vergessen Einsatzbefürworter wie so leider allzu meist und allzu stark.
    International relativ(!) klar oder wenigstens halbwegs geregelt ist die Frage der Außenwirkung. Aber da kann man - als internationale Gemeinschaft - ja doch klar sagen, ja wir gehen jetzt, kommt es dann aber zu weiteren ernsthaften Anschlägen, die aus Afghanistan heraus kommen, dann sind wir sofort wieder da. Es ist doch wohl nicht schwer, diese Lager aus der Luft und über die Auslandsaufklärung auzuspüren und dann aus der Luft zu vernichten. Wenn man sich dies völkerrechlich auch halbwegs sauber absegnet bzw. abegnen lässt, was mir sehr gut möglich erscheint, wozu dann jetzt mit Umkommenswahrscheinlichkeiten (Opfer im direkten Kampf mit den Taliban u. arabischen Terroristen in Afghanistan vs. zivile Opfer evtl. Attentate) jonglieren?!?
    (Fortsetzung folgt.)

    Früher, vor 09-11 haben hier ja eben auch die Geheimdienste geschlafen, auch war man international insgesamt zu fahrlässig und unkoordiniert. Das ist heute nun aber eben doch anders - wie die vielen vereitelten Anschläge dies uns ja zeigen! Auch wurden durch den Afghanistan-Einsatz ja eben nicht (mal) alle Anschlagsversuche (erfolgreich) verhindert, ja auch nicht alle vereitelt - die sind dann eben z.B. aus Spanien direkt ausgegangen.

    Also: Rationalisierung heißt Risiko-Nutzenbewertung, und nicht das dumpfe beharren auf (vermeintlich) überlegenen Ideologien und deren ggf. gewaltsame Durchsetzung! Sowas nennt man ja wohl Menschenrechtsimperialimus und Bevormundung.

    damit afghanische Mädchen in die Schulen dürfen.Oder was glauben sie?

    • Chali
    • 16.10.2009 um 9:12 Uhr

    ... ReinReinRein anch Somalia!

    Da haben Sie die selben Probleme!

  4. Die zentrale Frage dürfte sein, halten die Afghanen die Anwesenheit ausländischen Militärs für gerechtfertigt.
    Werden die Soldaten als Garanten eines Aufbaus, oder eines korrupten Regimes wahrgenommen. Sollte letzteres der Fall sein, fehlt nicht nur die öffentliche Legitimation sondern auch jede Aussicht auf Erfolg.

  5. Ihre Punkte sind mir relativ(!) egal - wenn diese Gesellschaften so sind, sich eine größere Mehrheit darin so immer noch wohlfühlt, ja dann müssen halt auch diese Gesellschaften halt etwas langsamer durch auch harten und gewaltsame Auseinandersetzungen gehen, durch die wir bzw. unsere Vorgänger so ja auch gegangen sind! Das kann man offenbar nicht immer und auch nicht perfekt verhindern. Auch in Europa wurden viele Fehler (und quasi sinnlose Verbrechen) von vielen begangen!
    Will man dies aber, muß man dafür dann klare völkerrechtliche Regelungen treffen und diese auch allüberall in gleichem Maße anwenden! Dass dem heute nicht so ist, das vergessen Einsatzbefürworter wie so leider allzu meist und allzu stark.
    International relativ(!) klar oder wenigstens halbwegs geregelt ist die Frage der Außenwirkung. Aber da kann man - als internationale Gemeinschaft - ja doch klar sagen, ja wir gehen jetzt, kommt es dann aber zu weiteren ernsthaften Anschlägen, die aus Afghanistan heraus kommen, dann sind wir sofort wieder da. Es ist doch wohl nicht schwer, diese Lager aus der Luft und über die Auslandsaufklärung auzuspüren und dann aus der Luft zu vernichten. Wenn man sich dies völkerrechlich auch halbwegs sauber absegnet bzw. abegnen lässt, was mir sehr gut möglich erscheint, wozu dann jetzt mit Umkommenswahrscheinlichkeiten (Opfer im direkten Kampf mit den Taliban u. arabischen Terroristen in Afghanistan vs. zivile Opfer evtl. Attentate) jonglieren?!?
    (Fortsetzung folgt.)

    Antwort auf "Teil 2"
  6. Früher, vor 09-11 haben hier ja eben auch die Geheimdienste geschlafen, auch war man international insgesamt zu fahrlässig und unkoordiniert. Das ist heute nun aber eben doch anders - wie die vielen vereitelten Anschläge dies uns ja zeigen! Auch wurden durch den Afghanistan-Einsatz ja eben nicht (mal) alle Anschlagsversuche (erfolgreich) verhindert, ja auch nicht alle vereitelt - die sind dann eben z.B. aus Spanien direkt ausgegangen.

    Also: Rationalisierung heißt Risiko-Nutzenbewertung, und nicht das dumpfe beharren auf (vermeintlich) überlegenen Ideologien und deren ggf. gewaltsame Durchsetzung! Sowas nennt man ja wohl Menschenrechtsimperialimus und Bevormundung.

    Antwort auf "Teil 2"
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    • Midway
    • 15.10.2009 um 23:14 Uhr

    Das Problem ist hier einfach, dass gerade mal eine Hand voll von Fanatikern es schaffen, ein Land unter ihrer Kontrolle zu bringen.
    Unter der Taliban herrschaft wurde eben die Bevölkerung, also die Gesellschaft unterdrückt.
    Natürlich kann man die "reine" Gesellschaft, also ohne Unterdrückung, nicht als westliche-Standards bezeichnen.
    Dies müssen sie und werden sie von selbst korregieren. Gewalt würde hierbei nur die Sache verschlimmern.
    Wird aber ein Volk unterdrückt und dabei die Chance auf eine Entfaltung genommen, dann sollten mal überlegt werden, ob das "Menschenrechtsimperialismus" nicht doch gerechtfertigt ist.

    Natürlich hat sich die Terrorgefahr erhöht. Hierzulande ist es einfacher ein paar Menschen in den Tod zu reißen, als in Afghanistan paar Soldaten oder Hilfseinrichtungen wegzupusten.
    Damit müssen wir Leben. Der Irak-Krieg war falsch.
    Der Afghanistan-Krieg nicht. Stellen Sie sich mal vor, Afghanistan wäre nicht befreit worden und die Nordallianz hätte verloren.
    Tja dann würden die Trainingscamps der Taliban für die Al-Kaida ihre Toren weit öffnen!

    Wie sagten die Taliban nach dem 9/11? Osama ist unser Gast!

    • Midway
    • 15.10.2009 um 23:14 Uhr

    Das Problem ist hier einfach, dass gerade mal eine Hand voll von Fanatikern es schaffen, ein Land unter ihrer Kontrolle zu bringen.
    Unter der Taliban herrschaft wurde eben die Bevölkerung, also die Gesellschaft unterdrückt.
    Natürlich kann man die "reine" Gesellschaft, also ohne Unterdrückung, nicht als westliche-Standards bezeichnen.
    Dies müssen sie und werden sie von selbst korregieren. Gewalt würde hierbei nur die Sache verschlimmern.
    Wird aber ein Volk unterdrückt und dabei die Chance auf eine Entfaltung genommen, dann sollten mal überlegt werden, ob das "Menschenrechtsimperialismus" nicht doch gerechtfertigt ist.

    Natürlich hat sich die Terrorgefahr erhöht. Hierzulande ist es einfacher ein paar Menschen in den Tod zu reißen, als in Afghanistan paar Soldaten oder Hilfseinrichtungen wegzupusten.
    Damit müssen wir Leben. Der Irak-Krieg war falsch.
    Der Afghanistan-Krieg nicht. Stellen Sie sich mal vor, Afghanistan wäre nicht befreit worden und die Nordallianz hätte verloren.
    Tja dann würden die Trainingscamps der Taliban für die Al-Kaida ihre Toren weit öffnen!

    Wie sagten die Taliban nach dem 9/11? Osama ist unser Gast!

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