Afghanistan Afghanistans Zukunft entscheidet sich in diesem WinterSeite 2/2
Karsai hatte sich bis zuletzt gegen die Bekanntgabe des Endergebnisses gewehrt. Am Montag hatte die von den UN unterstützte Beschwerdekommission (ECC) ihre Wahlbetrugsuntersuchungen abgeschlossen und ihr Ergebnis der afghanischen Wahlkommission mitgeteilt. Das war Voraussetzung dafür, dass die IEC ein um die gefälschten Stimmen bereinigtes amtliches Endergebnis verkünden durfte. Am Dienstagnachmittag verkündete Karsai dann selber, dass er sich nicht im ersten Wahlgang durchsetzen konnte. Der ehemalige Liebling des Westens war spätestens wegen des massiven Betrugs bei der Wahl in Misskredit geraten. Die US-Regierung von Barack Obama hatte sich bereits Wochen vor der Wahl von Karsai distanziert.
Trotz des abgekühlten Verhältnisses stellten sich zahlreiche Regierungschef hinter Karsai. Der amerikanische Präsident Obama, der britische Premier Gordon Brown und die Bundesregierung begrüßten die Stichwahl. Auch der amerikanische Senator John Kerry, der sich momentan in Kabul aufhält, lobte Karsai. Er und Brown sagten unabhängig voneinander, Karsai habe sich „als echter Staatsmann“ erwiesen. Beim ersten Wahlgang vor zwei Monaten sei es zu Mängeln gekommen. Es sei nun entscheidend, dass die neue Regierung vom Volk als rechtmäßig angesehen werde.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte an, dass die Vereinten Nationen alles tun werden, um den Ablauf der Stichwahl transparent und fair zu gestalten. Er sprach von einer großen Herausforderung.
Der amerikanische Diplomat und ehemaliger stellvertretender UN-Sondergesandter für Afghanistan, Peter Galbraith, hatte der UN schwere Vorwürfe gemacht. In einem Gastbeitrag im Spiegel schrieb er, dass die UN beim ersten Wahlgang versagt habe: „Ein wieder suspekter zweiter Wahldurchgang könnte der Todesstoß werden für die internationalen Anstrengungen in Afghanistan.“ Er bezweifelte zudem, dass die Bevölkerung die Autorität eines Präsidenten akzeptieren könnte, der erst im zweiten Wahlgang die Mehrheit bekäme.
Ein Sprecher der Wahlkommission IEC sagte, Karsai habe die absolute Mehrheit mit 49,67 Prozent der Stimmen denkbar knapp verfehlt. Das Ergebnis von Abdullah nannte er nicht. Die Kommission war in den vergangenen Wochen heftig kritisiert worden, weil sie einseitig und parteiisch für Karsai agierte.
Die Wahlkommission machte nach der Abstimmung keine gute Figur. Die IEC meldete am Wahltag, die Stimmenabgabe sei in fast 95 Prozent der Wahlzentren ohne Probleme verlaufen und die Wahlbeteiligung sei hoch gewesen. Beides erwies sich als komplett falsch.
Zwei Tage später berichteten westliche Medien in aller Breite über Mehrfach-Stimmabgaben, minderjährige Wähler und parteiische Mitarbeiter der Wahlkommission. Manche Urne sei nach Schließung der Wahllokale mit gefälschten Stimmzetteln aufgefüllt worden. Und wegen Taliban-Angriffen hätten manche Wahlzentren frühzeitig geschlossen oder gar nicht erst geöffnet – und dennoch Hunderte Stimmen für Karsai gemeldet. Dass dies bei der Stichwahl im November komplett anders verlaufen wird, versprechen selbst die größten Optimisten nicht.
- Datum 21.10.2009 - 12:51 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Liebe Frau Friedrichs,
die 1. Runde der Präsidentsschaftswahlen hat am 20.08.2009 stattgefunden und nicht - wie Sie behaupten - vor etwa einem Monat.
VG,
Noor
vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
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Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
"Karsai ist offenbar nicht mehr die Lichtgestalt des Westens in Afghanistan"
Die Lichtgestalt des Westens ??
Lachkrampf...
Wie kann man einen Präsidenten wählen,der wegen Wahlbetruges überführt wurde?
Das kann doch kein Demokrat sein,oder?
vielen Dank für den Hinweis. Wir haben den Fehler korrigiert.
Freundliche Grüße, Atila Altun/ Redaktion ZEIT ONLINE
Ich sehe keine Veraenderung.
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