US-Strategie in Afghanistan "Wie Gates, Herr Verteidigungsminister?"
Im Washingtoner Gewoge um mehr Truppen in Afghanistan schlägt sich der Pentagonchef vorsichtig auf die Seite des Befehlshabers Stanley McChrystal. Ein Kommentar
© Jason Reed-Pool/Getty Images

US-Verteidigungsminister Robert Gates während eines Besuchs in Afghanistan im Mai 2009
Sie nennen den Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystal, schon Stanley MacArthur – nach dem legendären Kriegsherrn in Korea, Douglas MacArthur. Der wurde von Präsident Harry S. Truman 1951 gefeuert, weil er sich immer wieder gegen dessen Strategie der begrenzten Kriegsführung in Korea aufgelehnt und so das Prinzip der zivilen Oberherrschaft attackiert hatte.
Soviel Aufmüpfigkeit darf man McChrystal keineswegs ankreiden. Doch von ihm kommen seit Monaten all die Hiobsbotschaften aus Afghanistan, wonach der Krieg verloren ginge und er deshalb eine kräftige Truppenaufstockung brauche. Allerdings ist es nicht nur ein Streit der Uniformierten gegen die Zivilisten, sondern auch ein Hin und Her im Zentrum der Regierung Obama. Vizepräsident Biden argumentiert seit Monaten gegen einen Surge, also die Verstärkung, weil Pakistan die wichtigere Arena sei. Außenminister Clinton und Verteidigungschef Gates aber halten dagegen: Afghanistan und Pakistan seien bloß zwei Seiten derselben Medaille.
Der neueste Dreh: Pentagonchef Robert Gates ist halb aus der Deckung gegangen. Ohne sich selber zu entblößen, hat er den Antrag McChrystals auf bis zu 40.000 Soldaten mehr kommentarlos an den Präsidenten weitergeleitet. Das ist sozusagen ein unausgesprochenes Votum dafür. Doch der Konflikt hat inzwischen auch den Kongress erreicht. Der Chef des Streitkräfteausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Ike Skelton, meint, Obama sollte sich an den Rat des Vier-Sterne-Generals halten: "Ich denke, McChrystal is der Ulysses Grant unser Tage." (Grant war der Mann, der den Norden zum Sieg gegen den Süden im Bürgerkrieg führte).
Der mächtige Senator Carl Levin, der den Streitkräfteausschuss im Senat leitet, hat sich auf ein Sowohl-als-auch verlegt: "Wir brauchen vorweg einen Surge der afghanischen Armee, bevor wir mehr US-Truppen in die Schlacht werfen." Derweil scheint sich Obama in eine ganz andere Richtung zu bewegen. In seiner unbestimmten Art scheint er den Krieg gegen die Taliban irgendwie beenden, zumindest herunterfahren zu wollen. Die wahre Bedrohung komme von al-Qaida in Pakistan, deutet er an. Die Taliban wollten bloß die Herrschaft über Afghanistan wieder erringen, aber nicht die USA angreifen.
Hier scheint sich eine Exit-Strategie anzubahnen. Sie könne etwa so aussehen: In Afghanistan hören die US-Truppen damit auf, die Taliban vor sich her zu treiben und ziehen sich in ihre Stützpunkte zurück. Von dort bekämpfen sie al-Qaida per Special Forces und Drohnen in Pakistan. Ein Mann aus dem Weißen Haus, der anonym bleiben will, erklärt den Prämissen-Wechsel so: "Al-Qaida bedroht Amerika und seine Interessen im Ausland; außerdem hat sie eine Mord-Agenda. Wir wollen ihre Führung, Infrastruktur und Kampffähigkeit zerstören."
- Datum 23.10.2009 - 15:12 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Mittlerweile scheint es, als das der Friedensnobelpreisträger Obama lieber das kleinere Übel in Form der Taliban wählt, anstatt das ordentlich zu beenden, was der Westen angezettelt hat. Denn nicht die Afghanen führen Krieg - sondern der Westen, die Taliban und Al Quaida.
...würden Viele gerne hören. Vor allem die AlQuaida, Taliban und deren Unterstützer. Aber "Niederlage" ist etwas anderes, als Abzug und Übergabe des Problems an die internationale Gemeinschaft zur Lösung. Warum sollten die Amerikaner es mit den Briten, Kanadiern und Holländer quasi alleine finanzieren? Warum alleine seine Soldaten opfern? Es ist ein Teil der Weltsicherheit aber, wenn nicht alle mit an ihr arbeiten, so wird kein öffentliches Produkt geschaffen und jeder steht für sich alleine; wie vor '39 oder '14.
Für sich sind die Amerikaner auf absehbare Zeit unangreifbar und brauchen eine Sicherstellung der Handelswege und internationalen Eigentumsrechte durch die Weltgemeinschaft weniger als Andere, als wir. Bisher haben sie auch uns unter einen von ihnen selbstgeleisteten Sicherheitsschirm geschützt. Das braucht es nicht. Da sie auch zu viel ausgeben dafür ist es für sie nunmehr kontraproduktiv, selbstzerstörerisch und auf Dauer nicht möglich.
...würden Viele gerne hören. Vor allem die AlQuaida, Taliban und deren Unterstützer. Aber "Niederlage" ist etwas anderes, als Abzug und Übergabe des Problems an die internationale Gemeinschaft zur Lösung. Warum sollten die Amerikaner es mit den Briten, Kanadiern und Holländer quasi alleine finanzieren? Warum alleine seine Soldaten opfern? Es ist ein Teil der Weltsicherheit aber, wenn nicht alle mit an ihr arbeiten, so wird kein öffentliches Produkt geschaffen und jeder steht für sich alleine; wie vor '39 oder '14.
Für sich sind die Amerikaner auf absehbare Zeit unangreifbar und brauchen eine Sicherstellung der Handelswege und internationalen Eigentumsrechte durch die Weltgemeinschaft weniger als Andere, als wir. Bisher haben sie auch uns unter einen von ihnen selbstgeleisteten Sicherheitsschirm geschützt. Das braucht es nicht. Da sie auch zu viel ausgeben dafür ist es für sie nunmehr kontraproduktiv, selbstzerstörerisch und auf Dauer nicht möglich.
...würden Viele gerne hören. Vor allem die AlQuaida, Taliban und deren Unterstützer. Aber "Niederlage" ist etwas anderes, als Abzug und Übergabe des Problems an die internationale Gemeinschaft zur Lösung. Warum sollten die Amerikaner es mit den Briten, Kanadiern und Holländer quasi alleine finanzieren? Warum alleine seine Soldaten opfern? Es ist ein Teil der Weltsicherheit aber, wenn nicht alle mit an ihr arbeiten, so wird kein öffentliches Produkt geschaffen und jeder steht für sich alleine; wie vor '39 oder '14.
Für sich sind die Amerikaner auf absehbare Zeit unangreifbar und brauchen eine Sicherstellung der Handelswege und internationalen Eigentumsrechte durch die Weltgemeinschaft weniger als Andere, als wir. Bisher haben sie auch uns unter einen von ihnen selbstgeleisteten Sicherheitsschirm geschützt. Das braucht es nicht. Da sie auch zu viel ausgeben dafür ist es für sie nunmehr kontraproduktiv, selbstzerstörerisch und auf Dauer nicht möglich.
Ich war immer gegen den Afghanistaneinmarsch, weil schon immer klar war: Die hocken in Pakistan, in Südwaziristan, und werden aus Arabien finanziert.
Man muss entweder klar sagen: Die Al Quaida ist gefährlich und muss liquidiert werden. Dann müssen die Finanzquellen ausgetrocknet und die Stützpunkte der Al Quaida geschleift werden. D.h. Intervention in Paktistan und den Finanzzentren.
Oder aber man schließt sich der Meinung des größten Genies aller Zeiten (nach deutscher Mehrheitsmeinung) Michael Moore (halbirrer Verschwörungstheoretiker) an, der sagt: Nur die CIA bedroht die Welt und alle Bomben- und Terroranschläge dieser Erde gehen auf deren Konto.
Dann muss sich die USA selber bekämpfen und die früheren und derzeitigen Präsidenten müssten nach Guantanamo als Oberstaatsfeinde eingeliefert werden, Michael Moore würde (unter frenetischem deutschen Massenjubel) Präsident des Planeten ...
Müsste man mal abwägen.
Wir kämpfen gegen Afghanistan wegen Al-Qaida. Nun, dieses Netzwerk ist auch stark in Pakistan - jetzt erst recht: Gegen Pakistan kämpfen "wir" aber nicht...! Erklärungsbedarf? Keiner! Wir sind halt einfach so, per Selbstdefinition sozusagen, die Besten, die Besseren. Wir müssen das anderen und dem eigenen Volk nicht erklären!
Wir kämpfen gegen Afghanistan wegen Al-Qaida. Nun, dieses Netzwerk ist auch stark in Pakistan - jetzt erst recht: Gegen Pakistan kämpfen "wir" aber nicht...! Erklärungsbedarf? Keiner! Wir sind halt einfach so, per Selbstdefinition sozusagen, die Besten, die Besseren. Wir müssen das anderen und dem eigenen Volk nicht erklären!
@ joG: "Warum sollten die Amerikaner es mit den Briten, Kanadiern und Holländer quasi alleine finanzieren? Warum alleine seine Soldaten opfern?"
Ganz einfach: Weil die Taliban nur ein lokales Problem darstellen. Darum sind sie um Längen angenehmer und günstiger zu ertragen als die alte Al Quaida - das ist nur noch das Ziel, welches der Westen erreichen kann. Nichts, von Freiheit, Frieden und gar Demokratie. Die Amerikaner, als Federführer, wollen den Krieg jetzt nur noch auf ein lokales Scharmützel zwischen den Drogenbaronen der Taliban, ein bisschen Al Quaida und der Bevölkerung begrenzen. Sie werden sehen, wie schnell Sie nichts mehr von Afghanistan sehen werden - wenn sein Plan funktionierte.
@ Boulomane: "D.h. Intervention in Pakistan und den Finanzzentren." Was meinen Sie, warum Afghanistan und nicht Pakistan angegriffen wurde? Schon vergessen, dass Pakistan A-Versichert ist?
Beste Grüße
Erträglich mag man es hierzulande nennen, wenn eine Terrorherrschaft Frauen in Käfige aus Stoff hüllt und den Schulbesuch von Mädchen unterbindet.
So wie es für Europa schon immer "erträglich" war, wenn nur das Elend nicht im eigenen Vorgarten die Gartenzwerge anrempelt.
Erträglich mag man es hierzulande nennen, wenn eine Terrorherrschaft Frauen in Käfige aus Stoff hüllt und den Schulbesuch von Mädchen unterbindet.
So wie es für Europa schon immer "erträglich" war, wenn nur das Elend nicht im eigenen Vorgarten die Gartenzwerge anrempelt.
Wir kämpfen gegen Afghanistan wegen Al-Qaida. Nun, dieses Netzwerk ist auch stark in Pakistan - jetzt erst recht: Gegen Pakistan kämpfen "wir" aber nicht...! Erklärungsbedarf? Keiner! Wir sind halt einfach so, per Selbstdefinition sozusagen, die Besten, die Besseren. Wir müssen das anderen und dem eigenen Volk nicht erklären!
was leider nicht in den Medien steht lesen wir z.B.hier:
http://www.radio-utopie.d...
Von Deutschland sollte nie wieder ein Krieg ausgehen .
Wir sind drittgrößter Waffenexporteur der Welt!
Allein schon das ist skandalös.
hier:
http://www.uni-kassel.de/...
Erträglich mag man es hierzulande nennen, wenn eine Terrorherrschaft Frauen in Käfige aus Stoff hüllt und den Schulbesuch von Mädchen unterbindet.
So wie es für Europa schon immer "erträglich" war, wenn nur das Elend nicht im eigenen Vorgarten die Gartenzwerge anrempelt.
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