Nahost-Konflikt Amnesty kritisiert israelische Wasserpolitik
Israel trocknet die Palästinensergebiete aus – diesen Vorwurf erheben Menschenrechtler von amnesty international. Manche Menschen verfügten über nur 20 Liter pro Tag.
© Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images

Auch die im Westjordanland lebenden Beduinen sind von Israels Wasserpolitik abhängig. Hier zapft ein Mädchen Wasser aus einem Tanklastwagen
Die israelische Regierung verweigere den Palästinensern eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser, heißt es in einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Amnesty-Bericht. Israel beanspruche die absolute Kontrolle der gemeinsamen Wasserressourcen und schränke den Zugang zum Wasser in den besetzten Gebieten unverhältnismäßig ein.
Der Untersuchung zufolge fordert Israel mehr als 80 Prozent der Vorräte aus einem Grundwasserbecken unter dem Westjordanland. Den Palästinensern hingegen würden nur 20 Prozent zugestanden. Das Becken "Mountain Aquifer" ist laut amnesty die einzige Wasserquelle für die Palästinenser im Westjordanland, während Israel auch noch das gesamte verfügbare Wasser aus dem Jordan bezieht. Daraus resultiere ein viermal höherer Pro-Kopf-Verbrauch: Während jeder Israeli pro Tag durchschnittlich 300 Liter zur Verfügung habe, stünden auf palästinensischer Seite täglich nur 70 Liter pro Person zu Buche.
In abgelegenen palästinensischen Gebieten seien es sogar nur 20 Liter. In den Häusern von bis zu 200.000 Palästinensern gebe es kein fließendes Wasser. Dagegen seien die Farmen der israelischen Siedler und ihre Gärten aufwendig bewässert, einige von ihnen hätten sogar Swimmingpools.
Israel hindert die Palästinenser laut amnesty zudem am Aufbau einer effektiven Wasserversorgung. Im Westjordanland seien die Palästinenser von Tanklastwagen abhängig, die wegen israelischer Straßensperren und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit lange Umwege fahren müssten. Dadurch seien die Wasserpreise drastisch gestiegen. Auch im Gaza-Streifen habe sich die ohnehin angespannte Versorgungslage aufgrund der israelischen Politik weiter verschlechtert.
"Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht", sagte die zuständige Amnesty-Mitarbeiterin Donatella Rovera. Allerdings sei es für viele Palästinenser mittlerweile ein kaum bezahlbarer Luxus, sich mit den nötigsten Mengen an Wasser bei gleichzeitig minderer Qualität zu versorgen. Rovera forderte Israel auf, umgehend alle Einschränkungen bei der Wasserversorgung der Palästinenser aufzuheben.
Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bezeichnete es als "absurd" zu behaupten, Israel enthalte den Palästinensern Wasser vor. Der israelische Infrastruktur-Minister Uzi Landau sagte, Israel halte sich an alle Vereinbarungen mit den Palästinensern und liefere ihnen sogar mehr Wasser, als es gemäß dem Oslo-Friedensabkommen von 1993 müsse. Die Palästinenser weigerten sich hingegen bisher, Kläranlagen zu bauen, obwohl sie dafür Geld von internationalen Geberländern erhalten hätten. Landau warf den Palästinensern zudem vor, mit Millionen von Kubikmetern Abwasser das gemeinsame Grundwasser zu verschmutzen.
Auch die israelische Wasserbehörde verwahrte sich gegen die Vorwürfe und nannte den Amnesty-Bericht voreingenommen und falsch. Der Unterschied im Wasserverbrauch sei nicht so groß wie von amnesty angegeben. Angaben der Wasserbehörde zufolge haben Israelis täglich etwa 400 Liter, die Palästinenser etwa 200 Liter zur Verfügung.
Israel verkauft den Palästinensern Teile der kontrollierten Wasservorräte im Westjordanland. Menschenrechtler kritisieren, die dafür in den Oslo-Abkommen festgelegten Mengen seien nicht entsprechend dem Bevölkerungswachstum angepasst worden.
- Datum 27.10.2009 - 10:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 41
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Der Nahe Osten trocknet zusehends aus.
Dass Israel sich als Besatzungsmacht die Wasserressourcen unter den Nagel reißt, ist da nur konsequent - und schon lange bekannt. Das Märchen der ach so erfolgreichen israelischen Landwirtschaft beruht schliesslich auf gestohlenem Wasser.
Nun stösst die Homelandpolitik Israels allerdings an Grenzen, da man den Palästinensern nicht noch mehr Wasser stehlen kann.
Das begreifen glücklicherweise immer mehr Menschen.
http://tinyurl.com/yhusu5l
es ist ein Staat!
es ist ein Staat!
Amnesty versucht von faktischen Ergebnissen auf Motive zu schliessen. Das ist unseriös und stark vereinfachend und wissenschaftlich eher Steinzeit.
Um diesen Vorwurf seriös zu belegen müssten die verschiedenen Regelungen auf ihren Zweck hin untersucht werden.
Schon als Laie kann man nachvollziehen, dass Israel freien Warenverkehr kontrollieren muss, solange der Terrorismus eine Bedrohung darstellt. Der Artikel ignoriert diese Fakten und lässt jede Entkräftung solcher Argumente missen.
Auch ist es kaum verwunderlich, dass mache Palästinenser nur über wenig Wasser verfügen, wo doch eine entsprechende Infrastruktur fehlt oder bei den ständigen Kampfhandlungen zerstört worden sind bzw. bis auf die jüngere Vergangenheit von Seiten der Palästinenser nicht mal versucht wurde, eine solche aufzubauen
Ein trauriges Beispiel tendenziöser Berichterstattung.
H.
mit ihrer ueberschrift beschreiben sie sehr treffend den inhalt ihres kommentars.
Sehr seltsam, was man in diesem Komentar zur Wasserproblematik lesen muss. Weil die Araber keine vernünftigen Brunnen bohren können, haben sie eben wenig Wasser ... Dass Israel seit Jahrzehnten dem Hochland der Westbank Wasser durch Ableitungen in die von Juden bewohnte Küstenregion entzieht, ist Ihnen wohl entgangen. Erst Land- dann wasserraub im großen Stil; dann wieder Landwegnahme, Felderzerstörung usf. Es stimmt ja, im Nahen Osten wohnen sehr viel mehr Menschen, die jetzt versorgt werden müssen, als vor dem Nahostkonflikt. Das bedeutet aber, sie müssen sich kooperativ verhalten, sonst geht bqald garnichts mehr, weder für Araber noch für Palästinenser dort!
mit ihrer ueberschrift beschreiben sie sehr treffend den inhalt ihres kommentars.
Sehr seltsam, was man in diesem Komentar zur Wasserproblematik lesen muss. Weil die Araber keine vernünftigen Brunnen bohren können, haben sie eben wenig Wasser ... Dass Israel seit Jahrzehnten dem Hochland der Westbank Wasser durch Ableitungen in die von Juden bewohnte Küstenregion entzieht, ist Ihnen wohl entgangen. Erst Land- dann wasserraub im großen Stil; dann wieder Landwegnahme, Felderzerstörung usf. Es stimmt ja, im Nahen Osten wohnen sehr viel mehr Menschen, die jetzt versorgt werden müssen, als vor dem Nahostkonflikt. Das bedeutet aber, sie müssen sich kooperativ verhalten, sonst geht bqald garnichts mehr, weder für Araber noch für Palästinenser dort!
es ist immer wieder unglaublich, mit welcher selbstgefaelligkeit israel seine unmenschlichkeiten leugnet. wer schon einmal das westjordanland bereist hat (oder schlimmer noch: dort leben muss), wird angesichts solcher dementi von einer tiefen wut erfuellt. die umzaeunten israelischen villensiedlungen im stile floridas mit swimming pools, weitlaeufigen rasenflaechen, blumenbeeten und baeumen, die taeglich ausgiebig bewaessert werden, errichtet auf sanften huegeln, wo noch vor wenigen monaten palaestinensische haeuser standen, die dann von bulldozern dem erdboden gleichgemacht wurden; und dem gegenueber in den verbleibenden wuestenlachen die camps der obdach- und damit rechtlosen vertriebenen, die in ihrer taeglichen wasserration der willkuer der israelischen strassenposten ausgesetzt sind. wenn nicht endlich mehr von solchen artikeln geschrieben werden und amerika endlich auf sein kategorisches veto im UN-sicherheitsrat verzichtet, kann es dort niemals frieden geben.
mit ihrer ueberschrift beschreiben sie sehr treffend den inhalt ihres kommentars.
http://www.zeit.de/2005/3...
Von paläst. Seite werden selbst Baustellen für Wasserwerke bombardiert, die auch die Palästinenser versorgen sollen.
Hauptsache, mal wieder das pöse Israel an den Pranger gestellt. Pah!
http://www.zeit.de/2005/3...
Von paläst. Seite werden selbst Baustellen für Wasserwerke bombardiert, die auch die Palästinenser versorgen sollen.
Hauptsache, mal wieder das pöse Israel an den Pranger gestellt. Pah!
Im Westjordanland mussten die palästinensischen Landwirte den Anbau von Obst und Gemüse in den letzten Jahrzehnten bereits einschränken. Ein Großteil des einst bewirtschafteten palästinensischen Landes im Jordantal vertrocknet, da die Bauern kein Wasser haben.
Die Besatzungsmacht hat die Wasserhoheit - und setzt auch sie mit Gewalt durch. Palästinensische Brunnen werden von Besatzungs-Soldaten mit Beton zugeschüttet, während die Siedler in ihren Swimming-Pools planschen und ihren Rasen sprengen.
Die Produkte der Siedler (wie die Soda-Club-Co2-Sprudel-Geräte) werden als "israelische" Produkte (zoll-) begünstigt in die EU eingeführt - die EU schweigt dazu.
Bei Kritik an der Diktatur der Besatzungsmacht wird immer wieder
gern das Argument "Antisemitismus" hervorgeholt.
Kritik an der Politik des Staates Israel wird gleichgesetzt mit Kritik an "den Juden" und damit als antisemitisch.
Der Vorwurf des Antisemitismus verhindert hierzulande eine notwendige politische Diskussion über die Situation im Nahen Osten. Und er rechtfertigt Zensur und öffentliche Denunziation. Es geht nicht um die Aufklärung über Judenfeindlichkeit, es geht nur noch um die Konditionierung einer Gesellschaft dahin, die alltäglichen Menschenrechtsverletzungen und die Aberkennung der allgemeinen Menschenrechte für Palästinenser durch die israelischen Regierungen grundsätzlich nicht zu erwähnen.
der Antisemitismus fängt schonmal damit an, dass man Israel nicht als Staat, sondern als Besatungsmacht definiert. Und eine Besatzungsmacht hat natürlich von der Landkarte zu verschwinden. So einfach ist das, oder nicht?
Die Diskussion darüber findet hierzulande durchaus statt. Und zwar überpropozional. Kein anderer Konflikt bekommt so viel Aufmerksamkeit.
der Antisemitismus fängt schonmal damit an, dass man Israel nicht als Staat, sondern als Besatungsmacht definiert. Und eine Besatzungsmacht hat natürlich von der Landkarte zu verschwinden. So einfach ist das, oder nicht?
Die Diskussion darüber findet hierzulande durchaus statt. Und zwar überpropozional. Kein anderer Konflikt bekommt so viel Aufmerksamkeit.
Es ist nicht erforderlich für die Palestinenser eine gute Wasserversorgung zu schaffen. Sie wohnen dort bald nicht mehr!
es ist ein Staat!
Ein Staat kann gleichzeitig eine Besatzungsmacht sein.
Ein Staat kann gleichzeitig eine Besatzungsmacht sein.
Das israelische Landnahmeprogramm im Westjordanland beruht mehrheitlich auf krimineller Grundlage. Die sogenannten "Siedler", eigentlich Kolonialisten, rauben Land, stehlen Wasser und nötigen mit ihrem militärischen Besatzungsregime und ihren "only jews"-Apartheidstraßen die autochthone arabische Bevölkerung.
Die Duldung, wenn nicht sogar Förderung, dieser Unrechtszustände durch die israelische Justiz lässt grundsätzliche Zweifel an der rechtsstaatlichen Verfasstheit Israels aufkommen.
Das Besatzungs- und Landraubregime höhlt die israelische Zivilgesellschaft aus und führt das Land auf keinen guten Weg.
Passend dazu auch dieser Artikel aus dem SPIEGEL - [url]http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,656358,00.html[/url]
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