Palästina "Wir müssen Hamas einbinden"
Der Ausbau israelischer Siedlungen gefährdet den Frieden, sagt Mustafa Barghouti, einflussreicher Politiker im Westjordanland. Er kämpft für eine Regierung der Einheit.
© Marco Longari/AFP/Getty Images

Mustafa Barghouti kämpft gewaltlos für seine großen Ziele: Einen eigenen Staat für die Palästinenser und Frieden mit Israel
ZEIT ONLINE: Herr Barghouti, der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat für den 24. Januar Wahlen angesetzt, obwohl er im Gaza-Streifen faktisch keine Regierungsgewalt ausüben kann. Was halten Sie davon?
Mustafa Barghouti: Nur im Westjordanland zu wählen, wäre ein Fehler. Im Gaza-Streifen leben rund 40 Prozent der Palästinenser – die dürfen nicht einfach ausgeklammert werden, das ist einfach unvorstellbar. Wir brauchen eine freie, faire Wahl, an der jeder Berechtigte teilnehmen darf. 2005 haben wir mit den dahin besten Wahlen in einem arabischen Land gezeigt, wie es geht. Unter diesen Standard dürfen wir nicht zurückfallen. Eine Wahl wie in Afghanistan, nach der die Regierung keinerlei Legitimität hat, müssen wir vermeiden.
ZEIT ONLINE: Hamas lehnte freie Wahlen bisher ab. Was macht sie optimistisch, dass die Partei sich das anders überlegen könnte?
Barghouti: Hamas braucht Garantien, dass sie sich auch nach einer verlorenen Wahl in das politische System einbringen kann und nicht vom Sieger an den Rand gedrängt und unterdrückt wird. Wir müssen Hamas einbinden.
ZEIT ONLINE: Gleichzeitig Wahlen im isolierten Gaza-Streifen und im Westjordanland abzuhalten, klingt nach einer Mammutaufgabe. Schaffen die Palästinenser das allein?
Barghouti: Wir werden massive Hilfe von außen, von den Vereinten Nationen und anderen, brauchen. Und Israel muss dazu gedrängt werden, wirklich freie Wahlen zu ermöglichen. Momentan ist es vom Westjordanland aus nicht möglich, direkt nach Gaza zu gelangen, umgekehrt auch nicht.
ZEIT ONLINE: Momentan regiert die Fatah im Westjordanland, die Hamas im Gaza-Streifen. Um die großen Probleme zu lösen, fehlt beiden die Kraft. Was könnte eine geeinte Regierung leisten?
Barghouti: Nur eine Regierung der Einheit kann erfolgreich sein, ein schwacher Präsident nutzt ausschließlich Israel. Es gibt so viele Aufgaben. Wichtig ist, dass das israelische Apartheid-System beendet wird und die Palästinenser die Kontrolle über das Westjordanland und den Gaza-Streifen erhalten. Denn beide Gebiete stehen eigentlich immer noch unter israelischer Militärherrschaft. Die Israelis kontrollieren fast alle Straßen, überall gibt es Checkpoints und Kontrollen, sie bewachen die Grenzen, die See und den Luftraum.
ZEIT ONLINE: Halten sie es wirklich für möglich, dass mit der Hamas die Bildung einer demokratischen Regierung möglich ist?
Barghouti: Ja, auch innerhalb der Hamas gibt es zahlreiche Politiker, die Demokratie wollen. Sie finden aber in der Hamas ebenso wie in der Fatah auch Leute, die glauben, dass ihnen die Palästinenser-Gebiete gehören. Wenn im Westjordanland die Zugehörigkeit zur Fatah darüber entscheidet, ob jemand eine öffentliche Anstellung, etwa als Krankenschwester bekommt, dann ist das beschämend. Und im Gaza-Streifen sieht es genauso aus. Klientelismus und Korruption sind große, aber keine unlösbaren Probleme.
ZEIT ONLINE: In Deutschland nimmt nun eine neue Regierung ihre Arbeit auf. Was erwarten Sie von der deutschen Außenpolitik?
Barghouti: Wir erwarten, dass die deutsche Regierung und die internationale Staatengemeinschaft endlich ihre Verantwortung für die Palästinenser erkennen und sehen, wie riskant die Lage in den palästinensischen Gebieten ist. Der fortschreitende Bau der israelischen Siedlungen im Westjordanland lässt die Chance für eine Zwei-Staaten-Lösung schwinden. Die israelische Regierung verspielt die Möglichkeit für einen echten Frieden. Sie verhält sich so, als ob sie über dem internationalen Recht stehen würde – dass darf die Staatengemeinschaft nicht akzeptieren.
ZEIT ONLINE: Nach all den Jahren der Konflikte, Terroranschläge durch palästinensische Gruppen und Militärangriffe der Israelis – glauben Sie überhaupt noch an den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern?
Barghouti: Ja, denn ich bin Optimist. Die Zwei-Staaten-Lösung liegt im Interesse der Palästinenser und der israelischen Bevölkerung. Ich sehe nur drei Wege für uns Palästinenser, einen eigenen Staat zu erreichen. Der eine wäre ein militärischer Kampf. Die meisten Palästinenser lehnen aber wie ich Gewalt ab und die israelische Armee ist uns zudem weit überlegen. Der zweite Weg ist friedlicher Protest und die Suche nach Kompromissen. Das tun wir bereits, doch das reicht nicht aus. Es fehlt die internationale Unterstützung und Solidarität. Und das sehe ich als dritten Weg: Palästinenser, die Vereinten Nationen, USA und Europa streben gemeinsam für einen Stopp der israelischen Siedler und die Gründung eines Palästinenserstaates.
ZEIT ONLINE: Die Israelis verteidigen ihre harten Maßnahmen gegenüber den Palästinensern mit dem großen Bedürfnis nach Sicherheit ...
Barghouti: ... Israel ist sicher, die Existenz ist nicht bedroht. Die Israelis haben Frieden mit Ägypten und mit Jordanien, mit Syrien betreiben sie einen Dialog und die Palästinenser sind doch keine Gefahr für den mächtigen Staat Israel. Die Israelis begründen ihr Bedürfnis immer noch mit dem Holocaust. Das war ein grässliches Verbrechen, das niemand infrage stellen sollte. Doch nun werden die Palästinenser Opfer der Opfer. Es ist mit nichts zu rechtfertigen, dass die Palästinenser unter der Besatzung und der Apartheid leiden.
ZEIT ONLINE: Apartheid steht für die Unterdrückung der Schwarzen im früheren weißen Südafrika. Was meinen Sie, wenn Sie den Begriff für die Situation der Palästinenser verwenden?
Barghouti: Wenn Europäer sich die Details ansehen, auf das Alltagsleben der Palästinenser blicken, sind sie geschockt. Die Israelis kontrollieren 80 Prozent unseres Wassers. Wir sind verpflichtet, unsere Elektrizität zum überhöhten Preis in Israel zu kaufen. Und wir dürfen unsere Hauptstraßen nicht benutzen, sie sind dem israelischen Militär und den Siedlern vorbehalten, ebenso unsere größeren Häfen. Ich bin Arzt, Mitglied des Parlaments und ehemaliger Minister, aber wenn ich die falschen Wege benutze, kann ich für sechs Monate im Gefängnis verschwinden. Und ich darf meine Geburtsstadt Jerusalem nicht besuchen.
ZEIT ONLINE: Warum nicht?
Barghouti: Selbst als hochrangige Vertreter der EU mich in Ostjerusalem treffen wollten, haben mir die israelischen Behörden verboten, dorthin zu fahren. 20 Mal habe ich beantragt, meine Heimatstadt besuchen zu dürfen. Meine Schwester lebt dort, ich kann sie nicht treffen. Mein Schicksal gleicht dem von tausenden anderen Palästinensern. Selbst Ehepartner dürfen ihre Frau oder ihren Mann nicht in Ostjerusalem besuchen. Der Partner kann aber auch nicht in das restliche Westjordanland ziehen, weil er sonst seine Aufenthaltsberechtigung für Jerusalem verliert. Israelis hingegen können sich aussuchen, wo sie wohnen wollen – auch im Westjordanland in einer Siedlung. Das ist Apartheid.
Mustafa Barghouti ist Abgeordneter im palästinensischen Legislativrat. Er trat 2005 bei der Präsidentenwahl in den Palästinensischen Autonomiegeibieten an und erhielt die zweitmeisten Stimmen. Er gehört weder der Hamas noch der Fatah an und steht für einen dritten palästinensischen Weg. Barghouti war auf Einladung der Körber-Stiftung in Deutschland.
Die Fragen stellte Hauke Friederichs.
- Datum 27.10.2009 - 17:33 Uhr
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Aber wie Südafrika hat auch Israel die Chance einen friedlichen Ausweg zu finden.
"Apartheid triffte es für Israel ganz gut"
Das stimmt. Aber nur, wenn man auf "einfache Wahrheiten" steht, und die Konfrontation mit der Realität am Liebsten verweigert. Die Situation hier ist deutlich komplexer, als es der Lehnsessel-Kommentator aus Europa wahrhaben will. Da hilft es natürlich immer, auf plakative Beispiele aus der Geschichte zurückzugreifen...
Die Wahrheit ist, dass an der derzeitigen Situation beide Seiten nach Kräften mitgewirkt haben. Und dass nun beide Seiten in den selbstgeschaufelten Gruben hocken und sich ihre Situation schönreden. Männer wie Mustafa und Marwan Barguti haben sicher das Zeug dazu, eine Veränderung zu bewirken. Aber sie sind halt nicht an der Macht. Stattdessen regieren die korrupte Fatah unter Abbas und die radikale Hamas. Mit Mustafa Barguti über die politische Strategie der kommenden Jahre zu reden ist ungefähr so, wie angesichts einer schwarzgelben Koalition bei Oskar Lafontaine nach seinen Plänen nach einer Neuordnung der Gesellschaft zu fragen.
Nicht dass es auf der andere Seite besser aussieht. Der Friedenswille der amtierenden israelischen Regierung ist bekanntermassen überschaubar.
Apartheid? Weder stellt die israelische Regierung an den Stränden Schilder der Marke "Nur für Juden" auf. Noch hat der ANC unter Mandela zivile Siedlungen der weissen Machthaber mit Selbstmordbombern und Raketen angegriffen. Und einen ständig schwelenden Religionskonflikt gab es dort auch nicht.
typisches beispiel für eine position, die inzwischen gemeinhin als "moderat" eingestuft wird, da sie das bekenntnis zu einer 2-staaten-lösung (also die schlichte selbstverständlichkeit der anerkennung des existenzrechts israels) und eine formelle distanzierung vom mittel militärischer/terroristischer gewalt (das gleichwohl implizit als legitime, wenn auch aussichtslose, option mitgeführt wird), ansonsten aber nur den üblichen kanon an klagen, forderungen und schuldzuweisungen beinhaltet. beklagt werden die effekte der israelischen sicherheitsmaßnahmen auf die palästinensische bevölkerung, ohne auch nur mir einem wort die ursachen dieser maßnahmen (raketenterror, suicide bombings, überfälle und verschleppungen) zu benennen. die radikalreligiöse, antisemitische terrororganisation hamas wird nebenbei zu einer mehr oder minder "vernünftig" und "demokratisch" gesinnten politischen partei herunter-'rationalisiert'. es wird die "solidarität" der internationalen gemeinschaft eingefordert, ohne zu erwähnen, dass die palästinenser weltweit die meisten internationalen zuwendungen pro kopf erhalten. welchen anteil deren notorische veruntreuung durch die korrupten machtcliquen fatah und hamas an der palästinensischen misere hat, ist dem "gemäßigten" abgeordneten dagegen keine überlegung wert (ebensowenig wie die frage, wie sich diese bevorzugung wohl in den augen der von tatsächlichem elend betroffenen, etwa in darfur oder somalia, ausnehmen muss). stattdessen kapriziert man sich mechanisch auf das alibi-problem der siedlungsfrage (zuvor diente das sog. rückkehrrecht als - inzw. unverkäufliche - obstruktionsformel) - als hätten die palästinenser (und die israelis) keine größeren probleme! der rest besteht aus den üblichen infamen verdrehungen: "apartheid-system", instrumentalisierung des holocaust, "opfer der opfer" etc.pp.
man muss sich klarmachen, dass diese einseitige mischung aus schuldzuweisungen, selbstmitleid, terroristen-pr und elendspropaganda noch zu den "konstruktiveren" varianten des palästinensischen friedensengagements gehört.
"Apartheid triffte es für Israel ganz gut"
Das stimmt. Aber nur, wenn man auf "einfache Wahrheiten" steht, und die Konfrontation mit der Realität am Liebsten verweigert. Die Situation hier ist deutlich komplexer, als es der Lehnsessel-Kommentator aus Europa wahrhaben will. Da hilft es natürlich immer, auf plakative Beispiele aus der Geschichte zurückzugreifen...
Die Wahrheit ist, dass an der derzeitigen Situation beide Seiten nach Kräften mitgewirkt haben. Und dass nun beide Seiten in den selbstgeschaufelten Gruben hocken und sich ihre Situation schönreden. Männer wie Mustafa und Marwan Barguti haben sicher das Zeug dazu, eine Veränderung zu bewirken. Aber sie sind halt nicht an der Macht. Stattdessen regieren die korrupte Fatah unter Abbas und die radikale Hamas. Mit Mustafa Barguti über die politische Strategie der kommenden Jahre zu reden ist ungefähr so, wie angesichts einer schwarzgelben Koalition bei Oskar Lafontaine nach seinen Plänen nach einer Neuordnung der Gesellschaft zu fragen.
Nicht dass es auf der andere Seite besser aussieht. Der Friedenswille der amtierenden israelischen Regierung ist bekanntermassen überschaubar.
Apartheid? Weder stellt die israelische Regierung an den Stränden Schilder der Marke "Nur für Juden" auf. Noch hat der ANC unter Mandela zivile Siedlungen der weissen Machthaber mit Selbstmordbombern und Raketen angegriffen. Und einen ständig schwelenden Religionskonflikt gab es dort auch nicht.
typisches beispiel für eine position, die inzwischen gemeinhin als "moderat" eingestuft wird, da sie das bekenntnis zu einer 2-staaten-lösung (also die schlichte selbstverständlichkeit der anerkennung des existenzrechts israels) und eine formelle distanzierung vom mittel militärischer/terroristischer gewalt (das gleichwohl implizit als legitime, wenn auch aussichtslose, option mitgeführt wird), ansonsten aber nur den üblichen kanon an klagen, forderungen und schuldzuweisungen beinhaltet. beklagt werden die effekte der israelischen sicherheitsmaßnahmen auf die palästinensische bevölkerung, ohne auch nur mir einem wort die ursachen dieser maßnahmen (raketenterror, suicide bombings, überfälle und verschleppungen) zu benennen. die radikalreligiöse, antisemitische terrororganisation hamas wird nebenbei zu einer mehr oder minder "vernünftig" und "demokratisch" gesinnten politischen partei herunter-'rationalisiert'. es wird die "solidarität" der internationalen gemeinschaft eingefordert, ohne zu erwähnen, dass die palästinenser weltweit die meisten internationalen zuwendungen pro kopf erhalten. welchen anteil deren notorische veruntreuung durch die korrupten machtcliquen fatah und hamas an der palästinensischen misere hat, ist dem "gemäßigten" abgeordneten dagegen keine überlegung wert (ebensowenig wie die frage, wie sich diese bevorzugung wohl in den augen der von tatsächlichem elend betroffenen, etwa in darfur oder somalia, ausnehmen muss). stattdessen kapriziert man sich mechanisch auf das alibi-problem der siedlungsfrage (zuvor diente das sog. rückkehrrecht als - inzw. unverkäufliche - obstruktionsformel) - als hätten die palästinenser (und die israelis) keine größeren probleme! der rest besteht aus den üblichen infamen verdrehungen: "apartheid-system", instrumentalisierung des holocaust, "opfer der opfer" etc.pp.
man muss sich klarmachen, dass diese einseitige mischung aus schuldzuweisungen, selbstmitleid, terroristen-pr und elendspropaganda noch zu den "konstruktiveren" varianten des palästinensischen friedensengagements gehört.
"Apartheid triffte es für Israel ganz gut"
Das stimmt. Aber nur, wenn man auf "einfache Wahrheiten" steht, und die Konfrontation mit der Realität am Liebsten verweigert. Die Situation hier ist deutlich komplexer, als es der Lehnsessel-Kommentator aus Europa wahrhaben will. Da hilft es natürlich immer, auf plakative Beispiele aus der Geschichte zurückzugreifen...
Die Wahrheit ist, dass an der derzeitigen Situation beide Seiten nach Kräften mitgewirkt haben. Und dass nun beide Seiten in den selbstgeschaufelten Gruben hocken und sich ihre Situation schönreden. Männer wie Mustafa und Marwan Barguti haben sicher das Zeug dazu, eine Veränderung zu bewirken. Aber sie sind halt nicht an der Macht. Stattdessen regieren die korrupte Fatah unter Abbas und die radikale Hamas. Mit Mustafa Barguti über die politische Strategie der kommenden Jahre zu reden ist ungefähr so, wie angesichts einer schwarzgelben Koalition bei Oskar Lafontaine nach seinen Plänen nach einer Neuordnung der Gesellschaft zu fragen.
Nicht dass es auf der andere Seite besser aussieht. Der Friedenswille der amtierenden israelischen Regierung ist bekanntermassen überschaubar.
Apartheid? Weder stellt die israelische Regierung an den Stränden Schilder der Marke "Nur für Juden" auf. Noch hat der ANC unter Mandela zivile Siedlungen der weissen Machthaber mit Selbstmordbombern und Raketen angegriffen. Und einen ständig schwelenden Religionskonflikt gab es dort auch nicht.
[entfernt, bitte bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie Hetze/ Redaktion; svb]
[entfernt, bitte bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie Hetze/ Redaktion; svb]
[entfernt, bitte bleiben Sie sachlich und vermeiden Sie Hetze/ Redaktion; svb]
Wieder so ein schönes plakatives Beispiel, bei dem die Israelis als Babymörder dastehen. Die Wahrheit ist aber auch in diesem Fall nicht ganz so einfach. Jeder dieser Fälle ist eine Tragödie und hätte nie passieren dürfen. Aber warum kommt es zu derartigen Szenen?
Schauen wir uns doch mal den Fall von Fatma Zak an. Die 39jährige Mutter von 8 Kindern, schwanger im 9ten Monat, wurde von israelischen Sicherheitskräften mit ihrer Nichte am Erez-Checkpoint festgenommen, nachdem beide im Verhör gestanden hatten, auf dem Weg zu einer Selbstmordattacke zu sein. Die Frauen hatten aufgrund ihres medizinischen Status eine Einreisegenehmigung erhalten. Dies ist kein Einzelfall, es gibt eine ganze Reihe ähnlicher Beispiele.
Und nun versetzen Sie sich mal in die Lage eines israelischen Grenzpolizisten, der weiss, dass es für die Terroristen auf der Gegenseite so etwas wie Anstand schlicht nicht gibt. Macht der einen Fehler, sterben Dutzende von Menschen. Und entdeckt er eine Bombe, sprengt sich der oder die Attentäter/in in der Regel sofort in die Luft, um wenigstens ein Opfer mitzunehmen. Wollen Sie mit dem tauschen?
Wir hatten hier weibliche Bomber, Teenagerbomber, fehlen eigentlich nur noch Kinder- und Babybomber. So siehts aus. Wenn die Palästinenser einen Verzicht auf derartige Anschläge verkünden, würde die Situation schnell wieder wie vor der 2. Intifada sein. Damals erreichten die schwangeren Frauen das Krankenhaus in der Regel nach 15-30 Minuten. Sie tun es aber nicht.
typisches beispiel für eine position, die inzwischen gemeinhin als "moderat" eingestuft wird, da sie das bekenntnis zu einer 2-staaten-lösung (also die schlichte selbstverständlichkeit der anerkennung des existenzrechts israels) und eine formelle distanzierung vom mittel militärischer/terroristischer gewalt (das gleichwohl implizit als legitime, wenn auch aussichtslose, option mitgeführt wird), ansonsten aber nur den üblichen kanon an klagen, forderungen und schuldzuweisungen beinhaltet. beklagt werden die effekte der israelischen sicherheitsmaßnahmen auf die palästinensische bevölkerung, ohne auch nur mir einem wort die ursachen dieser maßnahmen (raketenterror, suicide bombings, überfälle und verschleppungen) zu benennen. die radikalreligiöse, antisemitische terrororganisation hamas wird nebenbei zu einer mehr oder minder "vernünftig" und "demokratisch" gesinnten politischen partei herunter-'rationalisiert'. es wird die "solidarität" der internationalen gemeinschaft eingefordert, ohne zu erwähnen, dass die palästinenser weltweit die meisten internationalen zuwendungen pro kopf erhalten. welchen anteil deren notorische veruntreuung durch die korrupten machtcliquen fatah und hamas an der palästinensischen misere hat, ist dem "gemäßigten" abgeordneten dagegen keine überlegung wert (ebensowenig wie die frage, wie sich diese bevorzugung wohl in den augen der von tatsächlichem elend betroffenen, etwa in darfur oder somalia, ausnehmen muss). stattdessen kapriziert man sich mechanisch auf das alibi-problem der siedlungsfrage (zuvor diente das sog. rückkehrrecht als - inzw. unverkäufliche - obstruktionsformel) - als hätten die palästinenser (und die israelis) keine größeren probleme! der rest besteht aus den üblichen infamen verdrehungen: "apartheid-system", instrumentalisierung des holocaust, "opfer der opfer" etc.pp.
man muss sich klarmachen, dass diese einseitige mischung aus schuldzuweisungen, selbstmitleid, terroristen-pr und elendspropaganda noch zu den "konstruktiveren" varianten des palästinensischen friedensengagements gehört.
... wer die Vergangenheit nicht ordnet - kann die Zukunft nicht gestalten - ist ein Grundsatz wo in Allem gilt. Ein neuer König ist in Erscheinung gekommen ... König Salomon I. ist bereits am stricken und wirken, er wird am 29. Oktober seine Akzente setzen. Hierauf Abbas Freudentränen bekommt, Perres, Netanyahu, Knesset, Schneier IWC etc. werden nun die Wahrheiten serviert nachgeweisen bekommen. US President Obama, Hillary, Bilderberger, USA in Besorgnis kommen, jedoch die Arabiche Liga sich in Jubellaune begibt, ihr Aufklärer ist auferstanden: H.M. King Salomon I. läßt heute schon über Zeit.de verkünden: wer in Palästina seit 14.5.1945 und zuvor, die Vergangenheit in Allem nicht in Perfektion ordnet, konnte die Zukunft nicht optimierend genug gestalten, weder das Judentum mit 0,06 % an Weltbevölkerung, mit ihren notorischen Lügen und Welt betrügen, nicht die Staatengemeinschaft nach ihrem Wahn ordnen kann.
[Anmerkung: Bitte vermeiden Sie Pauschalisierungen. Die Redaktion/vv]
King Salomon I. erklärt: Weisheit erwerben, ist besser als Gold, und Einsicht zu Sach- Rechtslagen zu erwerben, ist Edler als Silber, so man Menschen und Staaten der Welt - in die richtige Richtung bringt. Dem Obama der Henchman seines Hintergrund, den Nobelpreis zu vergeben, ist ein totaler Faustschlag ins Gesicht, der friedliebenden Weltbürger, wo Obama doch in Afghanistan / Irak Verbrechen gegen die Menschlichkeit i.A. des Judentum wohlwollend betreibt und Krieg führt unter Ausgrenzung der UN Charta. Die UN wird am 30.10. zu Palästina etc. die Worldnews verkünden.
...das war mit Abstand das Wirrste, was ich jemals in den Kommentaren bei der Zeit gelesen habe.
"...wer die Vergangenheit nicht ordnet - kann die Zukunft nicht gestalten..."
Daran würde ich mir an ihrer Stelle mal ein Beispiel nehmen. Unordnung wäre ja noch verkraftbar, wenn man wenigstens einen Sinn erkennen könnte. Das Einzige, was man bei Ihnen klar herauslesen kann, ist dumpfer Antisemitismus. Deshalb wird ihr "Beitrag" wohl auch nicht allzulang überleben...
...das war mit Abstand das Wirrste, was ich jemals in den Kommentaren bei der Zeit gelesen habe.
"...wer die Vergangenheit nicht ordnet - kann die Zukunft nicht gestalten..."
Daran würde ich mir an ihrer Stelle mal ein Beispiel nehmen. Unordnung wäre ja noch verkraftbar, wenn man wenigstens einen Sinn erkennen könnte. Das Einzige, was man bei Ihnen klar herauslesen kann, ist dumpfer Antisemitismus. Deshalb wird ihr "Beitrag" wohl auch nicht allzulang überleben...
...das war mit Abstand das Wirrste, was ich jemals in den Kommentaren bei der Zeit gelesen habe.
"...wer die Vergangenheit nicht ordnet - kann die Zukunft nicht gestalten..."
Daran würde ich mir an ihrer Stelle mal ein Beispiel nehmen. Unordnung wäre ja noch verkraftbar, wenn man wenigstens einen Sinn erkennen könnte. Das Einzige, was man bei Ihnen klar herauslesen kann, ist dumpfer Antisemitismus. Deshalb wird ihr "Beitrag" wohl auch nicht allzulang überleben...
Hatten die Alliierten nicht innerhalb von ca. 5 Jahren nach Kriegsende - aus welchen Eigeninteressen auch immer - die Großzügigkeit besessen, Deutschland (trotz seiner niewiedergutrumachenden unentschuldbaren gigantischen Verbrechen im In- und Ausland) wieder als Staat, wenn auch zunächst zweigeteilt, aber zielperspektivisch halbweg souverän als Staat zuzulassen und in die Völkergemeinschaft umgehend aufzunehmen? Hatte Deutschland nicht die (mit welchen Mitteln auch immer zuwegegebrachte) eigene Einsicht, seiner Wiederzulassung als Staat zuzustimmen ?
Sind nicht sowohl Eigeninteressen als auch eigene Einsicht aller Konfliktparteien vergleichbar potentiell groß genug, um nun - nach Dekaden (!)militärischer Auseinandersetzung - einem fairen Frieden mit möglichst keinerlei territorialen Verlusten für die beiden Kohnfliktparteien zuzustimmen?
Ist nicht Europas und Deutschlands Interesse (aus zahllosen Gründen) gigantisch an einer fairen friedlichen Regelung ?
Haben die außenstehenden Staaten nicht den wohlbegründeten Verdacht, dass Israel derzeitig nicht gerade große Einsicht in sein langfristiges Eigeninteresse zeigt ?
Wie soll irgendein Staat (z.B. Israel) die nächsten 20 Jahre überstehen, wenn sein Verhalten international irritierend, brüskierend und hasserzeugend bzw. hasserhaltend wirkt ?
Sollte eine echte Freundschaft (zwischen Deutschland und Israel) hier nicht zu deutlichen Ratschlägen (auch aus tiefstem Eigeninteresse!) führen ?
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