Pakistan Anschlag überschattet Besuch von Clinton

In der pakistanischen Stadt Peschawar hat eine Autobombe Dutzende Menschen in den Tod gerissen. Kurz zuvor war US-Außenministerin Clinton in der Hauptstadt eingetroffen.

Nach der Bombenexplosion steht der Marktplatz in Flammen. Dutzende Menschen starben

Nach der Bombenexplosion steht der Marktplatz in Flammen. Dutzende Menschen starben

Die Detonation erfolgte in einer belebten Geschäftsstraße in der Altstadt von Peschawar. Dabei seien mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen, sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Nordwest-Grenzprovinz, Bashir Bilour, am Mittwoch. Bis zu 200 Menschen könnten verletzt worden sein. Hussain sagte, die Zahl der Toten und Verletzten könne noch deutlich ansteigen, weil unter den Trümmern weitere Opfer vermutet würden. Ein Arzt des größten Krankenhauses der Stadt bezifferte die Zahl mittlerweile auf 80 Tote, darunter viele Frauen und Kinder.

Laut Polizei waren in dem zur Bombe umgebauten Auto mehr als 100 Kilogramm Sprengstoff versteckt. Die Explosion brachte ein Haus zum Einsturz, mehrere Gebäude fingen Feuer. Peschawar liegt im unruhigen Nordwesten des Landes, der an Afghanistan grenzt und in dem zunehmend die radikalislamischen Taliban an Einfluss gewinnen.

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Wenige Stunden zuvor war US-Außenministerin Hillary Clinton in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen, die 150 Kilometer östlich von Peschawar entfernt liegt. Sie will sich bei ihrem dreitägigen Besuch um eine Verbesserung der Beziehungen der beiden Länder bemühen. Auf ihrem Flug lobte sie die Offensive der Armee gegen die Taliban. Der Kampf gegen die Extremisten sei auch im Interesse Pakistans.

Die USA hatten zuletzt kritisiert, Pakistan gehe nicht entschlossen genug gegen die radikal-islamischen Taliban auf seiner Seite der Grenze zu Afghanistan vor. Pakistan hatte allerdings Mitte Oktober eine neue Militäroffensive gegen die Aufständischen im Grenzgebiet eingeleitet. Laut Armee sind seitdem im Stammesgebiet Süd-Waziristan etwa 240 Aufständische und 30 Soldaten getötet worden. Im Gegenzug haben die Taliban ihre Anschläge im Land verschärft, die im Oktober mehr als 200 Menschen das Leben kosteten.

 
Leser-Kommentare
    • Midway
    • 28.10.2009 um 14:20 Uhr

    In den kommenden Wochen wird es für die Pakistanische Regierung und für das Volk allgemein härtere Zeiten antreten.
    Es ist sicher kein allgewöhnlicher Tag mehr, Nachmittags auf die Straße zu gehen. Die Furcht wieder dabei zu seinem ständigen Begleiter.
    Zwar ist Pakistan auf dem richtigen Weg, jedoch wird es noch Wochen dauern und viel Blutfliesen.

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    Kleine Frage an die Redaktion. Warum sind zu dem tragischen Mordfall in Dresden bzw. die Debatte um Sarrazins Aussage nicht mehr kommentierbar?
    Sieht leider so aus, als ob Kritik an Ausländer nicht erwünschenswert ist. Als Migrant selber muss ich dazu nur den Kopfschütteln!

    • Leo1
    • 28.10.2009 um 21:42 Uhr

    Leider wird mein Bauchgefühl immer schlechter für die Bevölkerung in
    ganz Pakistan. Es ist so einfach ein Auto in eine Bombe umzubauen.
    Das kann sich noch fast endlos steigern,- täglich viele Autobomben...LKW-Bomben,- Container-Bomben, usw.
    Diese Art von Krieg ist nicht zu gewinnen,- wie soll das gehen? Mir fällt dazu nur eine sinnvolle persönliche Haltung ein.
    Körperliche Abwesenheit.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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  • Schlagworte Pakistan | Anschlag | Bill Clinton | Kinder | Taliban | Afghanistan | USA | Islamabad
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