NobelpreiseFriedensnobelpreis 2009 geht an Barack Obama

Sensation in Oslo: US-Präsident Barack Obama bekommt den Friedensnobelpreis 2009. Ausgezeichnet wurde er für seinen Einsatz zur "Stärkung der internationalen Diplomatie". von dpa und Reuters

Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält US-Präsident Barack Obama . Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo mit. Obama habe ein "völlig neues internationales Klima" geschaffen und die internationale Diplomatie gestärkt. Besonderes Gewicht sei bei der Entscheidung auf Obamas Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt worden.

Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte: "Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen." Trotz Obamas noch sehr kurzer Präsidentschaft sei multilaterale Diplomatie mit einer Betonung auf der Rolle der Vereinten Nationen und internationaler Institutionen wieder in den Mittelpunkt gerückt worden. Selbst für die schwierigsten internationalen Konflikte seien nun Dialog und Verhandlungen die bevorzugten Lösungsinstrumente. Auch in der Klimapolitik hätten die USA unter Obama eine konstruktive Rolle eingenommen.

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"Nur sehr selten hat ein Mensch im gleichen Ausmaß wie Obama die Aufmerksamkeit der Welt gefangen genommen und seinem Volk Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben", sagte Jagland in der Begründung weiter. "Seine Diplomatie gründet auf der Vorstellung, dass diejenigen, die die Welt führen sollen, dies auf der Grundlage von Werten und Einstellungen tun müssen, die von der Mehrheit der Weltbevölkerung geteilt werden." Dies seien genau die Positionen, für die das Nobelkomitee seit 108 Jahren werbe. Man habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Auszeichnungen für Bundeskanzler Willy Brandt und an den sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen.

Weltweit gab es begeisterte Reaktionen, aber auch Skepsis und Kritik. Der 48-jährige Obama, der erste farbige Präsident der USA, hatte sich umgehend nach seinem Amtsantritt im Januar dieses Jahres um die politischen Brandherde rund um den Globus gekümmert. Er präsentierte sich als ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt, brach mit der Politik seines Vorgängers George W. Bush und setzte Zeichen der Entspannung sowie des Ausgleichs.

Er ordnete den amerikanischen Truppenabzug aus Irak an. Er bot den nach der Atombombe strebenden Iran und Nordkorea direkte Gespräche an. An Russland sandte er Signale der Entspannung und verkündete schließlich den Verzicht auf das geplante globale Raketenschild, von dem sich Russland bedroht gefühlt hatte. Inzwischen verhandeln beide Länder wieder über den Abbau ihrer Nuklearwaffen. Dieser Initiative schließen sich auch andere Atommächte an.

Zwei besondere Höhepunkte in Obamas ersten Monaten waren die Reden in Prag u nd Kairo . In Prag formulierte Obama am 5. April die Vision einer atomwaffenfreien Welt. In Kairo reichte er der islamischen Welt die Hand zum Frieden. Der Aufruf zur Versöhnung wurde in der muslimischen Welt mit Beifall und Respekt bedacht.

Im eigenen Land ist Obama dagegen derzeit durchaus umstritten. Vor allem seine Pläne, allen Amerikanern Zugang zu einer Krankenversicherung zu verschaffen, haben ihn innenpolitisch in die Bredouille gebracht.

Die Nobelpreise
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Klicken Sie auf das Bild für Berichte rund um den Nobelpreis.  |  © Berit Roald/AFP/Getty Images

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Erfinder des Dynamits konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde.

Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben".

Alfred Nobel war engagierter Pazifist und sprach mehrere Sprachen fließend. Zudem verfasste er Theaterstücke und Gedichte.

Verleihung und Dotierung
Ihr Weg zur Medaille
Erfahren Sie mit einem Klick auf das Bild, was Sie tun müssen, um einen Nobelpreis zu gewinnen

Erfahren Sie mit einem Klick auf das Bild, was Sie tun müssen, um einen Nobelpreis zu gewinnen  |  © Sabine Hecher

Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 schwedische Kronen in den vergangenen Jahren auf 10 Millionen Kronen (rund 1 Million Euro). Ab 2012 reduziert sich die Summe allerdings um 20 Prozent, um auch künftig die Aufgaben der Stiftung finanzieren zu können. Damit ist der Preis nun mit 8 Millionen Kronen dotiert, umgerechnet rund 940.000 Euro.

Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen.

Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.

Preisregen

Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.

Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden.

Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt.

Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.

Der Friedensnobelpreis , dotiert mit umgerechnet einer Million Euro, gilt als die bedeutendste internationale Auszeichnung im Bemühen um eine friedlichere Welt. Gründer des Preises ist der schwedische Erfinder des Dynamits, Alfred Nobel (1833-1896). Jedes Jahr werden zahlreiche weltberühmte und führende Politiker sowie auch viele international weniger bekannte Vorkämpfer für die Menschenrechte vorgeschlagen. Eingereicht werden die Vorschläge von ehemaligen Nobelpreisträgern, Parlamentsabgeordneten aus aller Welt sowie Universitätseinrichtungen.

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Leserkommentare
  1. 1.

    Das ist wirklich mehr als erstaunlich, schliesslich steht Obama am Anfang seiner Präsidentschaft und hat bis auf die Tatsache, dass er der erste amerikanische Präsident mit dunkler Hautfarbe ist, noch nicht viel erreicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • jasche
    • 09. Oktober 2009 11:21 Uhr

    für Dich hat er nicht viel erreicht, für andere schon. Mich würde die Begründeung für den Preis dennoch interessieren. Davon seht nichts im Artikel

    Erschrocken lese ich die vielen kritischen Kommentare und frage mich, was Frieden für einige Menschen bedeutet. Gibt es eine Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen? Wie ist es bestellt um den Frieden mit unseren Partnern, unseren Kindern, unseren Nachbarn und Freunden, unserer Gemeinde? Kennen wir die Schattenseiten in unserem eigenen Inneren und gefällt uns, was wir dort sehen? Haben wir damit Frieden geschlossen? Gibt es denn irgendeine Absicht dazu? Ist es letztendlich nicht die innere Überzeugung, dass dieses wichtige Werte sind, die zählt? Ist es nicht nicht der Weg, den wir in Übereinstimmung mit unserer Überzeugung gehen, der zählt? Und ist es nicht so, dass Barack Obama diesen Weg so authentisch verkörpert, dass er das Bewusstsein für den Wert des Friedens in sehr sehr vielen Menschen weckt? Und das sogar da, wo es jahrzehntelang unmöglich schien? Ist es gerade in dieser Zeit nicht ungeheuer wichtig, neue Möglichkeiten aufzuzeigen und begründete Hoffnungen zu erwecken - in voller Integrität mit den eigenen Überzeugungen? Wenn ich jemandem in dieser Zeit die Anerkennung und Rückenstärkung hierfür wünsche, dann ist es ein Politiker wie Barack Obama.

  2. 2. HÄH?

    Und wofür, wenn ich fragen darf?

    Weil er den Iran NOCH nicht
    angegriffen hat? Weil er gerrne
    Guantanamo dicht wachen WÜRDE?
    Weil er gerne eine Atomwaffenfreie
    Welt HÄTTE?

    Das geht zu weit - das ist traurig.

    Ich bin schockiert.

  3. Leider kein Scherz was in Oslo soeben bekanntgegeben wurde.

    Schließe mich voll und ganz der Meinung von oben an.

    Hier ist bisher kein nachhaltiges Wirken festzustellen und einen besonderen Einsatz für die Friedensarbeit sehe ich nicht?

    Hat Präsident Obama nicht selber noch gesagt er schließe militärische Operationen gegen das Regime im Iran aus, hat er nicht selber die massive Aufstockung der Truppen in Afghanistan veranlasst.

    Sorry, aber das ist dieses Mal echt eine Farce

    • outis
    • 09. Oktober 2009 11:20 Uhr

    Ist plötzlich Frieden ausgebrochen in Afghanistan und Iraq?
    Hat Obama Israelis und Palästinenser miteinander versöhnt?
    Was soll das?

    • jasche
    • 09. Oktober 2009 11:21 Uhr
    5.

    für Dich hat er nicht viel erreicht, für andere schon. Mich würde die Begründeung für den Preis dennoch interessieren. Davon seht nichts im Artikel

    Antwort auf "Kommentar Nr. 1"
  4. 6. Schade

    Damit tut man ihm selbst keinen Gefallen. Er hat gute Ideen, aber noch absolut keine Ergebnisse. Darauf hätte man waren müssen, den Nobelpreis gibt es doch nicht für gute Absichten und dafür "ein netter Kerl" zu sein?

    • a.bit
    • 09. Oktober 2009 11:26 Uhr

    Vielleicht trifft die Überschrift es ganz gut: "Friedensnobelpreis geht an Barack Obama", nicht "...an US-Präsident B.O.". Immerhin war es schon mal eine beträchtliche Leistung, zu beweisen, dass auch jemand, der offensichtlich einer Minderheit im eigenen Land angehört, Präsident desselben werden kann. Immerhin erfordert das selbst von einem WASP (sorry) mehr als "hier, ich will" zu rufen, und B.O. hatte sicher mehr Hindernisse zu überwinden, Widerstände zu brechen und mehr zu leisten als jemand aus der (noch) dominierenden Bevölkerungsgruppe. Er hat es trotzdem versucht (wo Colin Powell 12 Jahre vor ihm noch kalte Füße bekommen hat), und er hat es geschafft. Respekt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bisher hat er rein gar nichts für eine Gleichstellung, die sich die schwarze Bevölkerung so ersehnt hat, getan...bleibt abzuwarten, wie Harry Belafonte 2010 auf ihn reagiert, wenn rein gar nichts passiert...seine Meinung über Colin Powell ist ja hinlänglich bekannt und gerechtfertigt.

    • M.M.
    • 09. Oktober 2009 11:26 Uhr

    Das ging aber fix.............!!!
    Andererseits: vielleicht werden die NeoCons und rückgerichteten Republikaner mit ihrem Präsidenten etwas wohlwollender umgehen und die dringend notwendigen Reformen in den USA unterstützen...........

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