Friedensnobelpreis Ermutigung für Obama
Hans-Dietrich Genscher und Richard von Weizsäcker debattieren über die Frage, ob US-Präsident Obama den Friedensnobelpreis zu Recht bekommen hat
Im gefüllten Saal des Hauses der Kulturen der Welt in Berlin diskutierten der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker über die außenpolitischen Beziehungen Deutschlands. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall sprachen sie mit dem stellvertretenden Chefredakteur der ZEIT, Matthias Naß, auch über den Friedensnobelpreis, der an Barack Obama vergeben wurde – zu früh, wie viele meinen. Weizsäcker begrüßte die Vergabe an Obama und forderte die Nationen auf, ihn zu unterstützen.
Auch Genscher sprach sich für Obama als Nobelpreisträger aus. Der US-Präsident habe nicht nur durch Reden auf sich aufmerksam gemacht, sondern auch durch politische Maßnahmen, wie etwa die Auflösung von Guantánamo und das Abrücken von den Bush-Plänen für den Raketenabwehrschild.
Kann es eine atomwaffenfreie Welt geben und mit welchen Maßnahmen könnte man diesem Ziel näher kommen? Auch hierüber diskutierten Weizsäcker und Genscher.
- Datum 16.12.2009 - 09:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Obama soll erst einmal was Positives auf den Weg bringen, bevor er den Friedensnobelpreis bekommt. So die Meinungen in Washington. Doch schauen wir uns mal an, wer unter Anderen in den letzten Jahren diesen Preis bekommen hat, Begin und Arafat, zum Beispiel. Was haben die Beiden denn geschaffen ? Nichts. Nur Haß, Leid und Krieg. Und Arafat hat jahrelang Zivilflugzeuge in die Luft jagen lassen. Dafür hat er dann den Friedens-Preis bekommen! Auch Begin war alles andere, als ein Pazifist.
Nein, nein, wenn man diese beiden Personen als Friedensnobelpreisträger anschaut, dann hat das Komitee bei Obama sicherlich sehr gut entschieden.
Falls das Nobelkommittee die Illusion hegte, durch die Verleihung des Friedenspreises irgendwie die Hände zu binden, dürften sie sich geirrt haben. Am Morgen der Verleihung ging Obama vor die TV-Kameras der Reporter und sagte: "Stellt Euch vor, heute früh kamen doch meine Kinder zu mir ins Schlafzimmer und riefen: Unser Hund Bo hat heute Geburtstag und Du hast den Nobelpreis gewonnen." Danach bedankte er sich höflich beim Nobelkommittee und teilte mit, er werde das Geld wohltätigen Zwecken zukommen lassen.
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