Afghanistan-Einsatz Mandat für Friedenstruppen in Kabul verlängert

Die Isaf wird zunächst bis Mitte Oktober 2010 in Afghanistan bleiben. Das hat der Weltsicherheitsrat einstimmig beschlossen. Streit gibt es über Truppenaufstockungen.

Das höchste UN-Gremium verlangte am Donnerstag in New York, die Internationale Schutztruppe (Isaf) weiter zu stärken. "In diesem Sinn ruft der Sicherheitsrat die Mitgliedsstaaten auf, der Isaf Personal, Ausrüstung und andere Ressourcen zur Verfügung zu stellen", hieß es. Konkrete Zahlen zur Truppenstärke werden in der Resolution nicht genannt.

Die USA und andere Länder überdenken derzeit ihren Einsatz in Afghanistan. Der US- und Nato-Oberbefehlshaber General Stanley McChrystal hatte kürzlich 40.000 zusätzliche Soldaten gefordert. An dem Einsatz sind derzeit 42 Nationen mit mehr als 60.000 Soldaten beteiligt. Die Vereinigten Staaten stellen rund 29.000 Mann, Großbritannien gut 8000 Mann und Deutschland knapp 4000. Die im Jahr 2001 eingesetzte Truppe hat die Aufgabe, die afghanischen Behörden bei der Schaffung von Sicherheit im Land zu unterstützen.

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Der Sicherheitsrat und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilten den jüngsten Selbstmordanschlag in Kabul. Die Täter, Drahtzieher und Geldgeber dieses "verwerflichen Terrorakts" müssten zur Verantwortung gezogen werden, forderte der Rat einmütig. Ban sprach von einer "sinnlosen Attacke" und äußerte sein tiefstes Beileid für die Angehörigen. Bei dem Anschlag auf die indische Botschaft in der Hauptstadt Kabul waren mindestens 17 Menschen getötet und 76 verletzt worden.

Die 15 Ratsmitglieder erklärten, sie seien sehr besorgt über die Bedrohung, die Taliban, al-Qaida und andere illegal bewaffnete Gruppen für die Bevölkerung und alle internationalen Kräfte im Land darstellten. "Kein terroristischer Akt kann den Weg zu Frieden, Demokratie und Wiederaufbau in Afghanistan umkehren", hieß es.

 
Leser-Kommentare
  1. Was für ein Euphemismus!

    Eine Friedenstruppe, die Hochzeitsgesellschaften "versehentlich" in die Luft sprengt und Dorfbewohner mitsamt Tanklastzug totbombt.

    Dabei will die Nato doch nur spielen. Ganz friedlich.

  2. Sry, aber unter einer Gruppe von Menschen, die sich vorgeblich für den Frieden in einer Region einsetzt, verstehe ich etwas anders als waffenstarrende Militär-Konvois und kriegerische Soldaten, die gnadenlos auch Zivilisten zusammenbomben wegen einer Ladungen Sprit, der dabei natürlich ebenfalls vernichtet wurde!

    Wenn der Friede in Afghanistan wirklich das Ziel wäre, dann war der gesamte Einsatz bisher eindeutig ein Schuss in den Ofen, der nichts anderes bewirkt hat, als den sinnlosen Tod viele unschuldiger Menschen, sowohl bei Afghanen als auch bei den von ihren Regierungen entsandten, kaltblütig verheizten Soldaten.

    Mit Frieden hat das alles jedenfalls weiß Gott nix, aber auch rein gar nix, zu tun!!!

    • joG
    • 09.10.2009 um 11:46 Uhr

    ...ist eine Sache. Nun ist es wahr, dass am Horn von Afrika, im Afghanistan oder in anderen unregierten Teilen der Welt Gewalt gegen unsere Gesellschaft geplant und geübt wird, dass von solchen Plätzen aus wir und andere angegriffen werden. Das steht ausser Zweifel.
    Ob aber die Amerikaner neue Truppen hinschicken sollten ist eine andere Frage. Damit handeln sie sich nur Scherereien und Anfeindungen ein. Bisher war es doch so, dass sich der Hass auf sie fokusierte, weil sie sichtbar sich gegen Leute stellten, die sie für unmittelbar gefährlich hielten, während Andere daneben standen und ihr Nichtstun mit Tiraden rechtfertigten.
    Wenn die anderen Mitglieder es also besser können, sollen sie. Ich sehe auf Länder wie Deutschland, die nun wirklich viel aus der Globalisierung gesaugt haben und wie sie die ganze Zeit gekniffen haben und mit moralisierendem Finger gewackelt, um dann nichts anderes zu können. Die Regierung schickt Piraten in den siechenden Tod kenianischer Gefängnisse oder läßt sie mangels der Möglichkeit Beweise zu sammeln los um andere Menschen wieder zu überfallen, während sie über Guantanamo stöhnt. Es sind doch auch deutsche Gefangene dort. Deutschland ist Alliierter in Afghanistan und die Gefangenen der Kämpfenden Einheiten sind allgemein.
    Also, eher sollten die Amerikaner raus und das Problem den Anderen, die es besser können, überlassen.

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