UN-Studie Migranten fördern Entwicklung vieler Länder
Einwanderer sind eine Bereicherung für sehr viele Länder. Aber das wird zu selten anerkannt, haben die Vereinten Nationen herausgefunden.
© Karim Sahib/AFP/Getty Images

Arbeiter aus Asien in Dubai: Viele Länder können von der Arbeit der Migranten profitieren
Regierungen in aller Welt sollten Menschen, die fern ihrer Heimat arbeiten, unterstützen und ihnen das Leben nicht schwerer machen, heißt es im Jahresbericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), der am Montag in Bangkok vorgestellt wurde. Thema ist dieses Jahr Migration. Die weltweit eine Milliarde Migranten helfen nach einer neuen UN-Studie Armut zu senken und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung zahlreicher Länder bei.
Migranten schickten im Jahr mehr als 300 Milliarden Dollar an Angehörige in ihren Heimatländern, heißt es in dem Bericht. Das war viermal so viel wie die gesamte Entwicklungshilfe, die im Jahr 2007 gewährt wurde. In vielen ärmeren Ländern machen diese Überweisungen einen erheblichen Teil der Verbraucherausgaben aus. Die Gastländer profitierten von den Steuern der Migranten, wachsender Produktivität und oft auch innovativen Ideen, die die Migranten mitbrächten.
Migration ist auch heute noch ein umstrittenes, reformbedürftiges und zu überprüfendes Problem quer durch die Europäische Union.
Hauptautorin Jeni Klugman
Nach dem Bericht ziehen die meisten Migranten im eigenen Land um – knapp 740 Millionen. Knapp 200 Millionen ziehen in benachbarte Entwicklungsländer. Nur 70 Millionen Einwohner armer Länder versuchen ihr Glück in den reichen Ländern. "Die Bewegung aus den Entwicklungs- in die Industrieländer betrifft nur eine Minderheit", sagte die Autorin der Studie, Jeni Klugman. "Nur ein Prozent der Menschen, die in Afrika geboren werden, ziehen zum Beispiel nach Europa."
Der massive Zustrom von Migranten hat in den vergangenen Jahren in Europa weder zur Verdrängung von einheimischen Arbeitern noch zu steigender Arbeitslosigkeit geführt, zeigt der Bericht. Unter dem Titel Barrieren überwinden: Migration und menschliche Entwicklung fordert der Bericht die Zielländer dazu auf, Maßnahmen gegen die Diskriminierung von Migranten zu ergreifen. Das Bewusstsein für Migrantenrechte müsse geschärft werden, um Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen, hieß es.
Migranten hätten einen Anspruch auf wesentliche Rechte und Schutzvorkehrungen sowie auf den Zugang zur Grundversorgung. Es sei zudem ein Schlüsselelement menschlicher Freiheit zu entscheiden, wo man leben möchte.
Im Zuge der Finanzkrise sei es dringend notwendig, eine Reform der Zuwanderungspolitik voranzutreiben, hieß es in dem Bericht weiter. Angesichts der immer stärker schrumpfenden und alternden Bevölkerung könne Europa von einer solchen Reform nur profitieren.
"Migration ist auch heute noch ein umstrittenes, reformbedürftiges und zu überprüfendes Problem quer durch die Europäische Union", sagte die Hauptautorin Jeni Klugman. "Wir hoffen, dass unser Bericht Einfluss auf die Debatte nehmen und den insgesamt positiven Nutzen durch Migration aufzeigen wird."
- Datum 05.10.2009 - 12:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 9
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"Es sei zudem ein Schlüsselelement menschlicher Freiheit zu entscheiden, wo man leben möchte."
Und es ist eine Schlüsselelement der Demokratie, dass jedes Volk für sich entscheiden kann, wieviele und welche Migranten aufgenommen werden.
Im übrigen fehlt mir an dieser Stelle eine detaillierte Darstellung des Nutzens, welche eine Gesellschaft aus der Aufnahme von Migranten ziehen kann, am besten differenziert nach Herkunftsregion und kulturellem Hintergrund, insbesondere der Religion, und zwar nicht nur qualitativ sondern möglichst auch quantitativ im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung in Euro und Cent. Mir schreint es nämlich so, das Migration vor allem den Herkunftsländern der Migranten nutzt, weil man auf diese Weise überschüssige Arbeitskräfte und das Problem einer zu hohen Geburtenrate auf ein anderes Land abwälzen kann und zudem noch davon profitiert, dass die Migranten Devisen in Milliardenhöhe zurückschicken, anstelle dass sie in ihrem neuen "Heimatland" investieren - "Migranten schickten im Jahr mehr als 300 Milliarden Dollar an Angehörige in ihren Heimatländern, heißt es in dem Bericht." Bisweilen erfolgt das durchaus zum Nachteil der neuen Gesellschaft, Geld aus Sozialtransfers wird in die Heimat überwiesen, anstatt es z.B. zur eigenen Weiterqualifikation zu nutzen um zukünftig nicht mehr auf Sozialtransfers angewiesen zu sein (Link: http://www.nz-online.de/a... ).
Das Problem ist nur, dass Länder wie Deutschland eine zu niedrige Geburtenrate haben, um die Rente dauerhaft zu sichern und einer überalterten undynamisch gewordenen Gesellschaft vorzubeugen...Insofern kann Migration aus Ländern "mit zu hoher Geburtenrate" auch für westliche Industriestaaten nützlich sein.
Es müssen nur Wege gefunden werden, die "Migranten" dauerhaft an den Einwanderstaat zu binden und darauf zu achten, dass nicht nur eine Zuwanderung in die "Sozialsysteme" stattfindet. Da hat Deutschland im Gegensatz zur USA noch einiges nachzuholen. Aber wer das Studium ausländischer Hochqualifizierter in Deutschland mit Stipendien etc fördert, um nach dem Studienabschluss die ausländischen Studierenden mehr oder weniger höflich zur unverzüglichen Ausreise auffordert, der braucht sich nicht zu wundern, dass dieses Land nicht nur ein Rentenproblem, sondern auch ein Integrationsproblem hat (viele von den in Deutschland Studierten entscheiden sich dann für eine Berufstätigkeit - nicht in ihrem Heimatland, sondern in den USA!!!)
Sie denken wirklich der Nutzen von Migration lässt sich in Euro ausdrücken?
Das Problem ist nur, dass Länder wie Deutschland eine zu niedrige Geburtenrate haben, um die Rente dauerhaft zu sichern und einer überalterten undynamisch gewordenen Gesellschaft vorzubeugen...Insofern kann Migration aus Ländern "mit zu hoher Geburtenrate" auch für westliche Industriestaaten nützlich sein.
Es müssen nur Wege gefunden werden, die "Migranten" dauerhaft an den Einwanderstaat zu binden und darauf zu achten, dass nicht nur eine Zuwanderung in die "Sozialsysteme" stattfindet. Da hat Deutschland im Gegensatz zur USA noch einiges nachzuholen. Aber wer das Studium ausländischer Hochqualifizierter in Deutschland mit Stipendien etc fördert, um nach dem Studienabschluss die ausländischen Studierenden mehr oder weniger höflich zur unverzüglichen Ausreise auffordert, der braucht sich nicht zu wundern, dass dieses Land nicht nur ein Rentenproblem, sondern auch ein Integrationsproblem hat (viele von den in Deutschland Studierten entscheiden sich dann für eine Berufstätigkeit - nicht in ihrem Heimatland, sondern in den USA!!!)
Sie denken wirklich der Nutzen von Migration lässt sich in Euro ausdrücken?
Das Problem ist nur, dass Länder wie Deutschland eine zu niedrige Geburtenrate haben, um die Rente dauerhaft zu sichern und einer überalterten undynamisch gewordenen Gesellschaft vorzubeugen...Insofern kann Migration aus Ländern "mit zu hoher Geburtenrate" auch für westliche Industriestaaten nützlich sein.
Es müssen nur Wege gefunden werden, die "Migranten" dauerhaft an den Einwanderstaat zu binden und darauf zu achten, dass nicht nur eine Zuwanderung in die "Sozialsysteme" stattfindet. Da hat Deutschland im Gegensatz zur USA noch einiges nachzuholen. Aber wer das Studium ausländischer Hochqualifizierter in Deutschland mit Stipendien etc fördert, um nach dem Studienabschluss die ausländischen Studierenden mehr oder weniger höflich zur unverzüglichen Ausreise auffordert, der braucht sich nicht zu wundern, dass dieses Land nicht nur ein Rentenproblem, sondern auch ein Integrationsproblem hat (viele von den in Deutschland Studierten entscheiden sich dann für eine Berufstätigkeit - nicht in ihrem Heimatland, sondern in den USA!!!)
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb): J.
Klausen: Europas muslimische Eliten. 2007.
http://www1.bpb.de/publik...
Kostet lediglich das Porto. Ich bestell auch gerade.
... der Bibliotheken von UN-Evalulierungen und -Forschungen zur internationalen Migration, gebündelt im UN-Migrationsbericht, letztlich ein einem Zwanzigzeiler unterbringen muss. Klar, dass die gigantische Komplexität des Themas dabei auf der Strecke bleibt.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der Globus ist in Bewegung - und die Länder, die den Wettbewerb um die besten Köpfe und fähigsten Hände rechzeitig annehmen, werden am Ende vorne liegen (Halloooooo ... Deutschland ... aufwachen!!!!)
... das Foto stützt mal wieder ein hübsch einseitiges Verständnis von Migration ... Arme tun es, weil sie müssen und arbeiten dann auf ferner Länder Baustellen ...
Der Deutsche sieht's und denkt an den anatolischen Bauern der 60er, weil er sich Migranten gar nicht anders vorstellen kann. Also Schotten dicht!
Derweil hochqualifizierte Fachkräfte aller Hautfarben und Länder mittlerweile weltweit mobil sind, ... aber Deutschland wahrscheinlich noch nicht mal auf der Landkarte finden würden.
Dass Deutschland eher unqualifizierte Arbeiter anzieht ist aber auch verständlich. Als Forscher, Arzt, Ingenieur oder BWLer verdient man nunmal in ähnlich hoch entwickelten Ländern wesentlich mehr. Warum sollte ein Spitzen-IT-Mann nach Deutschland kommen wenn er es in Amerika mit mehr Gehalt, weniger Steuern und weniger Neid zu tun bekommt. Das Deutsche Wirtschaftssystem ist eher für minderqualifizierte ausgerichtet, die Elite macht einen breiten Bogen um dieses Land. Vielleicht ändern das die Liberalen, zu wünschen wäre das. Einwanderung ist eigentlich etwas tolles, aber man muss den Leuten halt auch etwas anbieten.
Eigentlich wäre D für qualifizierte Ausländer eine gute Adresse, denn
die aus demographischen Gründen schrumpfende Erwerbsbevölkerung braucht qualifizierten Nachwuchs.
Wer aber möchte schon in ein Land einwandern, in dem die Transferleistungen für die immer zahlreicher werdenden Alten sakrosankt sind und wo den Beschäftigten immer höhere Steuern und Sozialabgaben abverlangt werden. Ein Einwanderer möchte doch nicht in so starkem Maß für einen Sozialstaat arbeiten, dessen Nutzen für ihn wenig offensichtlich ist.
Eigentlich wäre D für qualifizierte Ausländer eine gute Adresse, denn
die aus demographischen Gründen schrumpfende Erwerbsbevölkerung braucht qualifizierten Nachwuchs.
Wer aber möchte schon in ein Land einwandern, in dem die Transferleistungen für die immer zahlreicher werdenden Alten sakrosankt sind und wo den Beschäftigten immer höhere Steuern und Sozialabgaben abverlangt werden. Ein Einwanderer möchte doch nicht in so starkem Maß für einen Sozialstaat arbeiten, dessen Nutzen für ihn wenig offensichtlich ist.
Sie denken wirklich der Nutzen von Migration lässt sich in Euro ausdrücken?
Ich wüsste nicht, wer behindert wird, wenn er hier arbeitet. Und wie denen das Leben schwer gemacht wird, die hier nicht arbeiten, sehe ich auch nicht. Denn die Leistungsgesetze fürs Soziale gelten für Deutsche wie für andere.
Aber ich weiss, dass Migranten Deutschland immer mit groß gemacht haben. Das Ruhrgebiet, Ford, die Gastronomie usw. usw. Nur wurde die Industrie klein gemacht und so fielen auch die Arbeitsplätze, die Deustchland groß gemacht haben, weg.
Aber das Dilemma an solchen Studien ist ja deren Pauschalität. Und die Frage, ob nicht auch Deutsche nach Afrika emigrieren könnten, stellt sich in Studien überhaupt nicht. Mugabe würde sich auch verwahren. Und für ein Arbeiten und leben inmitten von Stammeskriegen wie zwischen Hutus und Tutsis sind wir auch nicht ausgebildet.
Vielleicht sollte man denen und Russland, China und einigen anderen mal so eine Studie vorstellen und nicht immer Europa in die Pflicht nehmen. Dann wären möglicherweise Europa, USA, Australien und Kanada ein wenig entlastet und auch für Europäer wäre eine Umsiedlung attraktiv.
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