Atomwaffen Nordkorea zündet fünf Raketen

Nordkorea hat fünf neue Testraketen in Richtung Japanisches Meer abgefeuert. Russland und die USA kritisierten die Raketentests.

Die Testraketen von kurzer Reichweite wurden von der Ostküste aus von mobilen Abschussanlagen in Richtung Japanisches Meer gestartet. Dies berichtet die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Regierungsbeamte in Seoul. Bei den Raketen habe es sich wahrscheinlich um Boden-Boden-Raketen vom Typ KN-02 gehandelt, die bis zu 120 Kilometer fliegen können. Militärexperten vermuteten, dass es sich möglicherweise um Raketentests im Rahmen von Truppenübungen gehandelt habe. Es werde aber nicht ausgeschlossen, dass die Raketenabschüsse einer "Demonstration der Stärke" dienen sollten.

Die jüngsten Raketenstarts erfolgten zu einem Zeitpunkt, da Nordkorea selbst neue Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomwaffenprogramm geweckt hat. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao in Pjöngjang vor einer Woche zeigte sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il bereit, die sogenannten Sechs-Länder-Gespräche (Nordkorea, USA, China, Südkorea, Japan und Russland) fortzusetzen. Allerdings machte Kim nach chinesischen Angaben die Wiederaufnahme von Fortschritten in bilateralen Gesprächen mit den USA abhängig.

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US-Außenministerin Hillary Clinton, die bei ihrem Besuch in Belfast von den Raketenstarts erfuhr, sagte, die Ziele der USA blieben dieselben. Die koreanische Halbinsel müsse atomwaffenfrei sein. Die Beratungen gingen trotz der Raketenabschüsse weiter.

Russland reagierte "mit Befremden und Bedauern" auf die erneuten nordkoreanischen Raketentests. "Diese Versuche kommen zu einer Unzeit, weil gerade Versuche zu einer Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche laufen", teilte das Außenministerium in Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. Erst vor Kurzem hatte Russland wegen des jüngsten Atomtests in Nordkorea seine Luftabwehr im Grenzgebiet zum kommunistischen Nachbarland verstärkt.

Die Raketenstarts erfolgten laut Yonhap nicht ganz unerwartet. Nordkorea habe vom 10. bis 20. Oktober Teile der Gewässer vor der Ost- und Westküste des Landes für den Schiffsverkehr gesperrt.

Das Militär des kommunistischen Landes hatte Anfang Juli eine Testserie mit ballistischen Raketen unternommen und damit die Spannungen um seine Atomwaffen- und Raketenprogramme weiter angeheizt. Damals hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben sieben Raketen mit einer Reichweite von 400 bis 500 Kilometern getestet. Erst im Juni hatte der Sicherheitsrat als Antwort auf den nordkoreanischen Nukleartest vom 25. Mai die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft.

Nach einer Reihe von Versöhnungsgesten aus Nordkorea schlug Südkorea dem Nachbarland erst am Montag Gespräche über neue Treffen von getrennten Familien und einen gemeinsamen Hochwasserschutz vor. Der südkoreanische Rotkreuz-Verband will am kommenden Freitag am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste über humanitäre Projekte sprechen. Dort waren vor zwei Wochen auch die ersten Zusammenführungen von Hunderten von Angehörigen getrennt lebender koreanischer Familien seit zwei Jahren organisiert worden. Der südkoreanische Minister für Land und Transport, Chung Jong Hwan, schlug Nordkorea für diesen Mittwoch Gespräche über Maßnahmen gegen Überschwemmungen am Grenzfluss Imjin vor.

 
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