Friedensnobelpreis für Obama Katerstimmung in Washington

Der Jubel über die Ehrung blieb weltweit schwach, Obama selbst reagierte verhalten. Hätte Obama den Friedensnobelpreis ablehnen sollen? Die Meinungen dazu sind geteilt.

Schwere Bürde: So recht freuen konnte sich Barack Obama nicht über den Friedensnobelpreis

Schwere Bürde: So recht freuen konnte sich Barack Obama nicht über den Friedensnobelpreis

Keine stehenden Ovationen, kein zufriedenes Schulterklopfen, kaum Gratulationen. Stattdessen Achselzucken, Stirnrunzeln und beißende Kritik. Amerika freut sich nicht so recht über den Friedensnobelpreis für seinen 44. Präsidenten.

Und der scheint selber nicht recht glücklich über die Auszeichnung zu sein. Es muss eine seltsame Stimmung gewesen sein, als Pressesprecher Robert Gibbs in aller Herrgottsfrühe zum Telefonhörer griff und den Präsidenten um 6 Uhr mit der eigentlich frohen Botschaft aus dem Schlaf riss.

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Als Barack Obama fünf Stunden später im Rosengarten des Weißen Hauses vor die Öffentlichkeit tritt und eher leicht verstört für die Ehrung dankt, glaubt man, diesen Moment noch einmal mit ihm nachzuempfinden.

"Wieso ich?," hat er wohl im Kreise seiner Familie und engsten Berater irritiert und ungläubig gestammelt. "Was habe ich bisher geleistet. Ist es nicht viel zu früh für dieses große Lob?" Obama stellte sich nach dem jähen Erwachen wahrscheinlich dieselben bohrenden Fragen, die seit der Kunde aus Oslo viele Menschen bewegen, nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt. Und nicht nur seine politischen Gegner, sondern ebenso Freunde und Wohlmeinende.

Ein wenig von seiner eigenen Verunsicherung verrät Obama in seiner kurzen Dankesrede, etwas als er bezweifelt, ob er diesen Preis tatsächlich verdient habe. Er täuscht da keine falsche Bescheidenheit vor, sondern demonstriert die eigene Ratlosigkeit.

Das spätere Dementi von Pressesprecher Gibbs klingt auch eher lau, als ein Journalist wissen will, ob der Präsident auch nur eine Sekunde lang daran gedacht habe, die Auszeichnung abzulehnen. "Davon ist mir nichts bekannt," meint Gibbs. Es ist eher wahrscheinlich, dass Obama, der berühmt dafür ist, alle Entscheidungen Dutzende Male hin und her zu wägen, mehr als eine Sekunde lang auch ein "Nein, Danke" in Betracht gezogen hat.

Die Nobelpreise

Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte:

Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde.

Als "Wiedergutmachung" vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die "im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben".

Verleihung und Dotierung

Die Preise werden seit 1901 vergeben.

Die Dotierung stieg von anfangs 150.800 Kronen auf heute 10 Millionen Kronen (rund 1 Million Euro).

Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen.

Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel.

Preisregen

Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften im Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.

Seit 1980 vergibt die "Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung" (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden.

Die Preisträger für Physik und Chemie werden immer von der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften, die der Medizin vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste ausgewählt.

Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo.

Während im Weißen Haus die ersten verhaltenen Glückwünsche aus der Welt eingehen, haben sich davor bereits einige Demonstranten und Unzufriedene versammelt. Es ist ein bunter Haufen aus Kriegsgegnern, Abtreibungsgegnern, Steuergegnern, Gesundheitsreformgegnern und so weiter. Sie rufen wild durcheinander, aber sind sich an diesem Tag in einem einig: Das Nobelkomitee in Oslo ist von allen guten Geistern verlassen.

Im Garten des Weißen Hauses wird derweil unter Journalisten heiß diskutiert: Hätte der junge Präsident lieber heldenhaft ablehnen und demütig sagen sollen, "vielen Dank, aber ich bin erst am Anfang meines Weges – die Strecke ist lang und die Erfolge stehen aus. Ehrt mich, wenn ich der Ehrung wert bin."

Die Meinungen darüber sind gespalten. Die meisten, unter ihnen auch etliche Kritiker Obamas, aber sagen, hätte der Präsident den Preis zurückgewiesen, hätte alle Welt gerufen: "Seht her, er glaubt selber nicht mehr an seinen Erfolg!"

 
Leser-Kommentare
    • Mejan
    • 10.10.2009 um 10:27 Uhr

    habe ich aber gründlich überschätzt, ich dachte, das Land sei froh den senilen Bush los zu sein. Ich dachte das Land würde verstehen, dass so einer wie Barak Obama dringend nötig für das Land war. Daher ist es mir völlig unklar warum auf ihn so eingedroschen wird. Scheinbar will das Land zu den alten Bequemlichkeiten zurück, als man das Geld aus der Luft machen konnte und in jedes Land einmarschieren konnte, und es niemanden störte. Diese Ehrung kam genau richtig. Es müssen auch kleine Schritte anerkannt werden. Das wichtigste aber ist, dass in die ganze Welt Signale ausgesendet werden. Schluss mit der Heuchelei, Schluss mit der maßlosen Geldmacherei, Schluss mit den Kriegen. Es ist höchste Zeit, es ist Zeit unsere Gedanken, unsere Kraft in eine andere Richtung zu lenken, verpassen wir sie nicht, denn die Folgen werden Katastrophal sein.

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    • joG
    • 10.10.2009 um 10:56 Uhr

    Stehe man zu ihm und seiner Politik, wie man will. Das ist üble Nachrede und falsch. Da Sie das auch vermutlich wissen, ist es auch noch geleogen.

    • joG
    • 10.10.2009 um 11:08 Uhr

    ...Bescheidenheit vor, sondern demonstriert die eigene Ratlosigkeit."
    Vermutlich ist es ihm auch nur in so weit recht, als der Preis mit der Aufforderung an andere Länder in der Begründungserklärung verbunden wurde, vor allem an die Europäer, sich endlich auch einzubringen und wirkliche Verantwortung zu übernehmen. Das sieht er natürlich. Er sieht auch, dass das kaum registriert werden wird in den relevanten Bevölkerungen.
    Auch gilt anders als hier der Friedenspries sehr vielen Amerikanern zwischenzeitlich als bestenfalls halbseiden und doch oft nur schädlich. Es ist ein Menetekel in weiten Kreisen ihn zu erhalten und kenntzeichnet den Träger als Gutmenschen. Das ist kaum ein Charakterzug, den ein amtierender President brauchen kann. Früher war das anders, aber durch öfteren Missbrauch hat das Komitee der Wert der Medaille seinen Glanz vertan. Nun riecht es eher nach Politprop einer gewissen Ecke.

    Den Begründungen des Friedensnobelpreis-Komitees

    http://www.tagesschau.de/...

    entnehme ich Hoffnungen, die das Komitee aus weltmacht-politischen Gründen, Motiven und Motivierungen

    - nicht vergangenheits-verdienstorientiert,

    - sondern zukunftsorientiert-symbolisch mit Barack Obama zum Ausdruck brachte,

    was dieser - im Gegensatz zu vielen heftigen Kritikern - klar durchschaut hat!

    Offensichtlich verkennen die "kritischen Kommentatoren" die

    Dramatik der gegenwärtigen/zukünftigen Weltsituation,

    die auch ungewöhnlichste Maßnahmen rechtfertigt:

    Zu dieser philosophischen Weisheit ist das Friedensnobelpreiskomitee

    aus meiner Sicht nur zu beglückwünschen!

    Mit ein bisschen "weiterwuschteln" ist der Zukunft nicht geholfen !

    Ob dieser Friedensnobelpreis der Zukunft mehr oder weniger dienen wird als die anderen über 100, das wird die Zukunft entscheiden.

    Im Nachhinein werden es ohnehin alle vorher schon gewusst haben, egal wie die Zukunft aussehen wird !

    http://www.tagesschau.de/...

    Ich glaube ein Großteil der Bevölkerung dürfte für die Politik Obamas sein. Dennoch ist die Meinung unter der Bevölkerung nicht einheitlich. Vor allem die paranoide Propaganda von rechts (Allgemeine Krankenkasse=Kommunismus etc) hat hier sicherlich viel dazu beigetragen, den Spalt zwischen Liberalen und (Ultra-) Konservativen Kräften der durch die Gesellschaft der USA geht, zu erweitern.

    • joG
    • 10.10.2009 um 10:56 Uhr

    Stehe man zu ihm und seiner Politik, wie man will. Das ist üble Nachrede und falsch. Da Sie das auch vermutlich wissen, ist es auch noch geleogen.

    • joG
    • 10.10.2009 um 11:08 Uhr

    ...Bescheidenheit vor, sondern demonstriert die eigene Ratlosigkeit."
    Vermutlich ist es ihm auch nur in so weit recht, als der Preis mit der Aufforderung an andere Länder in der Begründungserklärung verbunden wurde, vor allem an die Europäer, sich endlich auch einzubringen und wirkliche Verantwortung zu übernehmen. Das sieht er natürlich. Er sieht auch, dass das kaum registriert werden wird in den relevanten Bevölkerungen.
    Auch gilt anders als hier der Friedenspries sehr vielen Amerikanern zwischenzeitlich als bestenfalls halbseiden und doch oft nur schädlich. Es ist ein Menetekel in weiten Kreisen ihn zu erhalten und kenntzeichnet den Träger als Gutmenschen. Das ist kaum ein Charakterzug, den ein amtierender President brauchen kann. Früher war das anders, aber durch öfteren Missbrauch hat das Komitee der Wert der Medaille seinen Glanz vertan. Nun riecht es eher nach Politprop einer gewissen Ecke.

    Den Begründungen des Friedensnobelpreis-Komitees

    http://www.tagesschau.de/...

    entnehme ich Hoffnungen, die das Komitee aus weltmacht-politischen Gründen, Motiven und Motivierungen

    - nicht vergangenheits-verdienstorientiert,

    - sondern zukunftsorientiert-symbolisch mit Barack Obama zum Ausdruck brachte,

    was dieser - im Gegensatz zu vielen heftigen Kritikern - klar durchschaut hat!

    Offensichtlich verkennen die "kritischen Kommentatoren" die

    Dramatik der gegenwärtigen/zukünftigen Weltsituation,

    die auch ungewöhnlichste Maßnahmen rechtfertigt:

    Zu dieser philosophischen Weisheit ist das Friedensnobelpreiskomitee

    aus meiner Sicht nur zu beglückwünschen!

    Mit ein bisschen "weiterwuschteln" ist der Zukunft nicht geholfen !

    Ob dieser Friedensnobelpreis der Zukunft mehr oder weniger dienen wird als die anderen über 100, das wird die Zukunft entscheiden.

    Im Nachhinein werden es ohnehin alle vorher schon gewusst haben, egal wie die Zukunft aussehen wird !

    http://www.tagesschau.de/...

    Ich glaube ein Großteil der Bevölkerung dürfte für die Politik Obamas sein. Dennoch ist die Meinung unter der Bevölkerung nicht einheitlich. Vor allem die paranoide Propaganda von rechts (Allgemeine Krankenkasse=Kommunismus etc) hat hier sicherlich viel dazu beigetragen, den Spalt zwischen Liberalen und (Ultra-) Konservativen Kräften der durch die Gesellschaft der USA geht, zu erweitern.

    • joG
    • 10.10.2009 um 10:56 Uhr

    Stehe man zu ihm und seiner Politik, wie man will. Das ist üble Nachrede und falsch. Da Sie das auch vermutlich wissen, ist es auch noch geleogen.

    Antwort auf "Diese Amerikaner"
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    • JDF
    • 10.10.2009 um 14:29 Uhr

    Das ist keine üble Nachrede sondern freie Meinung, die jeder haben kann, wie er mag

    Diesen W.Bush kann keiner verleumden, denn er ist nach allen internationalen Maßstäben ein Kriegsverbrecher. (Führung eines Angriffskrieges) Dieses hat man Hitler und seiner Riege in Nürnberg zu Recht zum Vorwurf gemacht. Diese standen vor Gericht. ... und was ist mit Bush ?

    • JDF
    • 10.10.2009 um 14:29 Uhr

    Das ist keine üble Nachrede sondern freie Meinung, die jeder haben kann, wie er mag

    Diesen W.Bush kann keiner verleumden, denn er ist nach allen internationalen Maßstäben ein Kriegsverbrecher. (Führung eines Angriffskrieges) Dieses hat man Hitler und seiner Riege in Nürnberg zu Recht zum Vorwurf gemacht. Diese standen vor Gericht. ... und was ist mit Bush ?

    • joG
    • 10.10.2009 um 11:08 Uhr

    ...Bescheidenheit vor, sondern demonstriert die eigene Ratlosigkeit."
    Vermutlich ist es ihm auch nur in so weit recht, als der Preis mit der Aufforderung an andere Länder in der Begründungserklärung verbunden wurde, vor allem an die Europäer, sich endlich auch einzubringen und wirkliche Verantwortung zu übernehmen. Das sieht er natürlich. Er sieht auch, dass das kaum registriert werden wird in den relevanten Bevölkerungen.
    Auch gilt anders als hier der Friedenspries sehr vielen Amerikanern zwischenzeitlich als bestenfalls halbseiden und doch oft nur schädlich. Es ist ein Menetekel in weiten Kreisen ihn zu erhalten und kenntzeichnet den Träger als Gutmenschen. Das ist kaum ein Charakterzug, den ein amtierender President brauchen kann. Früher war das anders, aber durch öfteren Missbrauch hat das Komitee der Wert der Medaille seinen Glanz vertan. Nun riecht es eher nach Politprop einer gewissen Ecke.

    Antwort auf "Diese Amerikaner"
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    • TDU
    • 10.10.2009 um 11:41 Uhr

    Kann ich nur zustimmen. Der gute Mensch überlegt auch die Folgen seines Tuns. Der Gutmensch beharrt auf seiner Ansicht und will sie durchsetzen, egal was anderen passiert. Da hoffen wir eben, mal extrem gesprochen, dass uns der Preisgekrönte nicht mit Feuer und Schwert den Frieden bringt.

    Aber er wird das nicht tun. Er wird verhandeln, geben und nehmen, und es steht nicht fest, dass sich dei Verhältnisse in 4 Jahren grundlegend ändern. Das werden ihm die Gutmenschen dann vorwerfen.

    Vielleicht erkennt ihm dann das Komitee den Preis ja wieder ab.

    • TDU
    • 10.10.2009 um 11:41 Uhr

    Kann ich nur zustimmen. Der gute Mensch überlegt auch die Folgen seines Tuns. Der Gutmensch beharrt auf seiner Ansicht und will sie durchsetzen, egal was anderen passiert. Da hoffen wir eben, mal extrem gesprochen, dass uns der Preisgekrönte nicht mit Feuer und Schwert den Frieden bringt.

    Aber er wird das nicht tun. Er wird verhandeln, geben und nehmen, und es steht nicht fest, dass sich dei Verhältnisse in 4 Jahren grundlegend ändern. Das werden ihm die Gutmenschen dann vorwerfen.

    Vielleicht erkennt ihm dann das Komitee den Preis ja wieder ab.

    • TDU
    • 10.10.2009 um 11:41 Uhr

    Kann ich nur zustimmen. Der gute Mensch überlegt auch die Folgen seines Tuns. Der Gutmensch beharrt auf seiner Ansicht und will sie durchsetzen, egal was anderen passiert. Da hoffen wir eben, mal extrem gesprochen, dass uns der Preisgekrönte nicht mit Feuer und Schwert den Frieden bringt.

    Aber er wird das nicht tun. Er wird verhandeln, geben und nehmen, und es steht nicht fest, dass sich dei Verhältnisse in 4 Jahren grundlegend ändern. Das werden ihm die Gutmenschen dann vorwerfen.

    Vielleicht erkennt ihm dann das Komitee den Preis ja wieder ab.

  1. Es erfüllt mich einfach nur mit Trauer, dass eine politische Figur, die mit viel Sorgfalt und Umsicht geschaffen wurde, um die mannigfaltigen desaströsen Tendenzen in der Welt - vom Wettrüsten und Säbelrasseln zwischen Reichen, Kulturen, Religionen und Ethnien, über die Zerstörung des Lebensraums Erde, bis zur moralischen Talfahrt in der Gesellschaft, auf dem Finanzparkett usw. - dass eine solche Figur schon nach wenigen Monaten unserem Mutwillen und der Kurzsichtigkeit von Medien und Weltbevölkerung zum Opfer fällt.

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    Geehrter Herr Sendecki,
    Barack Obama eine "geschaffene" "Figur" - nicht wahr, das wollten Sie
    so nicht verstanden wissen? Es sei denn im Sinne Hegels, demzufolge die "List der Vernunft" historische Individuen auf die Weltbühne stellt, also, wenn man so will, tatsächlich "Figuren" "schafft", die, wie Obama, eine große Idee auf die Beine stellen.

    Tatsächlich bin ich der Meinung, Herr Obama hätte sein Ziel, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, nicht erreicht, wäre die Zeit nach 8 Jahren Bush nicht überreif dafür gewesen. Ein Team von gewieften Spindoktoren und Politprofis hat an seinem Image gearbeitet, ein Heer von klugen Köpfen hat die Kampagne mit der Hilfe neuer Medien aufgezogen und am Ende den Erfolg mit Recht gefeiert. Wenn ein unverblümtes Urteil über die Politik gerechtfertigt ist, so doch in dem Punkt, dass Charisma und politisches Geschick des Einzelnen nur ein Instrument in einem ganzen Werkzeugkasten von Methoden und Praktiken darstellt. Das macht die Politiker nicht unbedingt schlechter, aber vielleicht unterstreicht es nochmals mein Argument von der Idee, die mit dem Obamabashing zu Boden getreten wird, noch bevor sie Früchte tragen kann.

    Geehrter Herr Sendecki,
    Barack Obama eine "geschaffene" "Figur" - nicht wahr, das wollten Sie
    so nicht verstanden wissen? Es sei denn im Sinne Hegels, demzufolge die "List der Vernunft" historische Individuen auf die Weltbühne stellt, also, wenn man so will, tatsächlich "Figuren" "schafft", die, wie Obama, eine große Idee auf die Beine stellen.

    Tatsächlich bin ich der Meinung, Herr Obama hätte sein Ziel, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, nicht erreicht, wäre die Zeit nach 8 Jahren Bush nicht überreif dafür gewesen. Ein Team von gewieften Spindoktoren und Politprofis hat an seinem Image gearbeitet, ein Heer von klugen Köpfen hat die Kampagne mit der Hilfe neuer Medien aufgezogen und am Ende den Erfolg mit Recht gefeiert. Wenn ein unverblümtes Urteil über die Politik gerechtfertigt ist, so doch in dem Punkt, dass Charisma und politisches Geschick des Einzelnen nur ein Instrument in einem ganzen Werkzeugkasten von Methoden und Praktiken darstellt. Das macht die Politiker nicht unbedingt schlechter, aber vielleicht unterstreicht es nochmals mein Argument von der Idee, die mit dem Obamabashing zu Boden getreten wird, noch bevor sie Früchte tragen kann.

  2. Der norwegische Paramentsausschuss, der ueber die Preisverleihung entscheidet, hat nicht zum ersten Mal daneben gegriffen. Arafat und Begin, zwei frueheren Terroristen (Irgun und PLO), ehm, sorry, Freiheitskaempfern den Preis zu verleihen, hat diesen Preis schon erheblich beschaedigt. Ob Goebbels wohl auch den Preis bekommen haette, wenn er nur rechtzeitig genug seinen Schandtaten abgeschworen haette?

    Und nun also Obama, der natuerlich rein gar nichts mit Goebbels oder Terroristen gemein hat, ausser, dass er genauso wenig fuer den Frieden bislang geleistet hat. Einzig der Ton in oeffentlichen Reden hat sich geaendert. Nicht ein Krieg is beendet worden, nicht ein Soldat abgezogen, nicht ein Spion zurueck beordert, nicht ein Kriegsschiff verlegt, nicht einmal der Verteidigungsschirm gegen russische oder sonstwelche Raketen ist wirklich aufgegeben. Gut, die USA nehmen wieder am unsaeglichen UN HRC und an diesen Pseudo-Oeko-Konferenzen teil. Aber haben Sie sich da eigentlich schon einen Zentimeter bewegt, ausser in den Reden?

    Reicht es in dieser Medienwelt wirklich schon aus, einfach nur eine gute Figur abzugeben, weichgespuelte Reden zu schwingen und Hoffnungen des linken Establishment auf eine kuschelige Zukunft zu bedienen, und schwupps wird man zum Jesusnachfolger und wird mit Preisen und Ehrungen ueberhaeuft?

    Was passiert eigentlich, wenn Obama sich an seine Pflichten wieder erinnert und das macht, was die Mehrheit der Amerikaner von ihm erwarten? Nobelpreis zurueckgeben?

    • Mejan
    • 10.10.2009 um 12:14 Uhr

    so, oder so ähnlich fühlen sich viele Amerikaner. Sie kommen einfach nicht damit klar, dass sie nicht mehr Die Macht sind, sondern nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung. mann sollte daher sich völlig von den Altlasten befreien, und grundsätzlich neue Wege beschreiten. Genau das versucht auch Barak Obama, und zum teil macht er das auch. Man sollte auch nicht aus den Augen verlieren, dass auch wir hier in Deutschland nicht unerheblichen Teil des Weltweiten Chaos verursachen, getrieben durch progressiv steigende Gier, das Verkennen einfacher Zusammenhänge Einbetonierten Einsichten und Ignoranz.

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    • joG
    • 10.10.2009 um 17:56 Uhr

    ...ob man das so allgemein als Erklärung verwenden sollte. Nach dem Kalten Krieg debattierte man die Vergänglichkeit der Pax Amerikana in den USA ziemlich ausführlich und schätzte den Verlauf, die Faktoren und die Konsequenzen dieses Prozesses, der auch in etwas sich so, wie man es damals erwartete, nun langsam vollzieht. Man steht da nicht geschockt oder unvorbereitet da und sehr viele Dinge, die man in den letzten Jahren beobachten konnte, lassen sich durch die zu der Zeit erarbeiteten Alternativen politischen Strategien erklären. Dazu passen sowohl die Bush als auch die Obama Ära recht gut und ergänzen sich.

    • joG
    • 10.10.2009 um 17:56 Uhr

    ...ob man das so allgemein als Erklärung verwenden sollte. Nach dem Kalten Krieg debattierte man die Vergänglichkeit der Pax Amerikana in den USA ziemlich ausführlich und schätzte den Verlauf, die Faktoren und die Konsequenzen dieses Prozesses, der auch in etwas sich so, wie man es damals erwartete, nun langsam vollzieht. Man steht da nicht geschockt oder unvorbereitet da und sehr viele Dinge, die man in den letzten Jahren beobachten konnte, lassen sich durch die zu der Zeit erarbeiteten Alternativen politischen Strategien erklären. Dazu passen sowohl die Bush als auch die Obama Ära recht gut und ergänzen sich.

    • VAH
    • 10.10.2009 um 13:27 Uhr

    ... das war schon bei Willy Brandt so.
    Ihm schlug Mißtrauen entgegen, als er den Dialog mit Osteuropa eröffnet hatte und Gorbatschow wurde im eigenen Land auch nicht als Held angesehen, als er sich dem Westen öffnete. Um das mal gelinde zu formulieren. Heute feiern wir genau auf der Basis der Weitsicht dieser Politiker den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung. Und nicht nur Deutschlands. Angefangen hat das mit einer Absicht und einem aufeinander zugehen. Und heute geht die Initiative eben von Obama aus, einen weltweiten Ost-West-Dialog zu eröffnen, um mehr zu erreichen. Eine schlüssige Entwicklung, weshalb ich die Verleihung sehr begrüße.

    Merkwürdig verworren kommen mir all die Kommentare vor, die ihm unisono als Gegenargument seine kurze Amtszeit vorhalten und gleichzeitig in dieser kurzen Amtszeit mehr als ein Wunder von ihm erwarten. Pioniere bewegen sich nun einmal auf nicht ausgetrampelten Pfaden. Auch das war schon immer so. Wenn man dann auch noch in die Mitverantwortung gezogen wird, wie es Obama tut, muss man ihn wohl aus reinem Selbstschutz erst einmal in Frage stellen. Auch das kennen wir doch schon ...! VAH

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    • TDU
    • 10.10.2009 um 13:41 Uhr

    Die beiden o.g. hatten ihr Werk vollbracht. Und in seiner kurzen Amtszeit hätte er das gar nichz schaffen können. Das wirft ihm doch keiner vor. Die überwiegende Kritik gilt mehr dem Kommitee.

    Und ob ich eine Mitverantowrtung akzeptiere, hängt von den Argumenten und Vorhaben ab und nicht von der Reputation dessen, der mich in diese Verantwortung nehmen will.

    • TDU
    • 10.10.2009 um 13:41 Uhr

    Die beiden o.g. hatten ihr Werk vollbracht. Und in seiner kurzen Amtszeit hätte er das gar nichz schaffen können. Das wirft ihm doch keiner vor. Die überwiegende Kritik gilt mehr dem Kommitee.

    Und ob ich eine Mitverantowrtung akzeptiere, hängt von den Argumenten und Vorhaben ab und nicht von der Reputation dessen, der mich in diese Verantwortung nehmen will.

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