Klimakonferenz in Kopenhagen Obama hat wenig anzubieten
In sechs Wochen beginnt in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz. US-Präsident Obama wird wohl nicht kommen - er kann auch nichts zum Erfolg beitragen.
© Mandel Ngan/AFP/Getty Images

Wird US-Präsident Obama auf dem Klimagipfel in Kopenhagen erscheinen?
Sportmannschaften haben Angstgegner: Konkurrenten, gegen die sie meist verlieren. Für Barack Obama hat Kopenhagen so eine Aura. Kürzlich scheiterte seine Heimatstadt Chicago dort mit der Olympiabewerbung 2016. Der Präsident war eigens hingeflogen. Chicago schied dennoch in der ersten Runde aus. Amerika wertete das als seine persönliche Niederlage.
In sechs Wochen beginnt in Kopenhagen die UN-Klimakonferenz. Obama kann wohl nichts zum Erfolg beitragen. Er würde gerne die Treibhausgase reduzieren, doch der US-Kongress wird das geplante Gesetz nicht so rasch verabschieden. Selbst wenn er es täte, wäre das Europäern keinen Applaus wert; die Grenzwerte, die Amerika offeriert, sind eine Enttäuschung.
Da klingt der Bericht der britischen Times, Obama werde nicht kommen, plausibel. US-Medien melden zwar nichts dergleichen, und das Weiße Haus schweigt. Aber der Präsident hat gewiss Angenehmeres zu tun, als mit leeren Händen zu kommen, mit leeren Händen zu gehen, dazwischen am Pranger zu stehen, weil die USA den erhofften Beitrag nicht leisten – und die Schimpfkanonaden der Republikaner zu ertragen, warum er überhaupt hingeflogen sei, statt sich um sein Land zu kümmern.
Gegen das Schwänzen spricht freilich: Wer global führen will, muss auftreten. Und anders als bei Olympia kann man Klimaentscheidungen vertagen und es wenig später besser machen. Sofern man kommt.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.10.2009)
- Datum 27.10.2009 - 12:05 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Alle Reden über CO2-Ausstoß. Aber was ist mit den "regulären" Schadstoffausstößen, die in Luft, Erde und Gewässern landen? Ich finde Umweltgifte wie in verschmutztem Wasser, Schadstoffe auf der Straße und Strahlung in der Nähe von Atomkraftwerken wesentlich bedrohlicher für Leib und Leben als die Klimaerwärmung.
Man sollte diese Gefahren nicht vernachlässigen, da sie viel direktere Auswirkungen auf uns haben. Allerdings möchte ich auch nicht beide Gefahren gegeneinander aufwiegen. Ich glaube nur, dass beiden mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.
... der sollte mal bei Spiegel-Online nachschauen; Titel: Obama startet Strom-Revolution ...
Obamas letzter Besuch in Kopenhagen diente nicht nur dazu, um Chicago zu pushen, sondern auch dazu, sich mit dem Oberbefehlshaber der ameikanischen Truppen in Afghanistan zu treffen. Aber das passt dem Tagesspiegel nicht ins Konzept. Es könnte ja den Versuch, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen, gefährden.
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