Terror im Mittleren OstenDie Grenzen westlicher Macht

Die US-Regierung plante einst die Demokratisierung des islamischen Ostens. Angesichts des Terrors in Bagdad, Kabul und Peshawar fragt sich, was davon geblieben ist.

Terror in Pesharwar: Über 90 Menschen starben am Mittwoch in der pakistanischen Grenzstadt durch eine Autobombe

Terror in Pesharwar: Über 90 Menschen starben am Mittwoch in der pakistanischen Grenzstadt durch eine Autobombe

Erinnert sich noch jemand an die Greater Middle East Initiative? Wahrscheinlich nicht. Es ist jedoch an der Zeit, diesen großen Plan des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush in Erinnerung zu rufen. Bush und seine Männer wollten mit dieser Initiative den Bogen islamischer Länder "aufschließen" – vom Maghreb über Palästina, Irak, Iran und Afghanistan bis nach Pakistan sollten blühende demokratische Landschaften entstehen. Das Mittel dafür war das Militär.

Der mit Gewalt von Saddam Hussein befreite und demokratisierte Irak sollte der erste Schritt sein. Der Rest, so die Überlegung der Männer um Bush, würde dem leuchtenden Beispiel folgen. Denn wer, das war der zentrale Gedanke, will nicht in Freiheit leben? Was es für eine Freiheit sein konnte, die auf dem Panzer daherkam, darüber machte sich keiner so recht Gedanken.

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Die Nachrichten aus dem Greater Middle East allein in dieser Woche sind niederschmetternd – 120 Tote bei einem Bombenschlag in Bagdad am vergangenen Sonntag; neun Tote, darunter sechs UN-Mitarbeiter, bei einem Angriff auf ein Gästehaus in Kabul; 93 Tote durch eine Autobombe in der pakistanischen Grenzstadt Peshawar; es herrscht Krieg in vielen Teilen Afghanistans, es herrscht Krieg in den Stammesgebieten Pakistans, und der Irak taumelt auch fast neun Jahre nach der Intervention immer noch entlang des Abgrundes.

Aus der imaginierten Demokratiezone ist eine Kriegszone geworden. Aus der versprochenen Freiheit, blutiger Alltag. Nun ließe sich sagen, das ist ja alles den Bushisten zu verdanken und die sind nicht mehr an der Macht. Die Fantastereien einer von außen angestoßenen Demokratisierung eines ganzen Weltteils erscheinen heute wie das typische Produkt neokonservativer Hybris. Gewissermaßen wie eine einmalige historische Dummheit, einer besonders dummen Regierung.

Das ist jetzt vorbei. Barack Obama regiert, das bessere Amerika, das intelligentere, das friedlichere Amerika. Obama hat es nicht an Demutsgesten fehlen lassen, um sich von den Allmachtsträumen seines Vorgängers abzusetzen. Er wirbt um Freunde, er braucht Freunde.

Das ist alles gut und recht, doch ist der Greater Middle East dadurch friedlicher geworden? Mitnichten. Wir erleben seit Obamas Amtsantritt eine dramatische Ausweitung der Kriegszone. Die Ursache dafür, sagen die Befürworter seiner Politik, liege darin, dass der Präsident endlich die richtigen Schlüsse gezogen habe. Er habe verstanden, dass man Afghanistan nur befrieden könne, wenn man die Taliban auch in Pakistan besiegt; er habe begriffen, dass Afghanistan eine neue Anstrengung brauche, mehr zivile Helfer, mehr Geld, mehr Soldaten.

Leserkommentare
    • spacko
    • 29.10.2009 um 14:40 Uhr

    Jajaja. Die gewaltsame Befriedung ist ein Widerspruch in sich und der Westen hat keine Chance, seine Lebensart fremden Kulturen mit Waffengewalt überzustülpen. Wissen wir doch längst. Bush hat die "Mess" kreiert oder doch entscheidend vergrößert, jetzt muss die Suppe ausgelöffelt werden. Die offene Frage ist, ob es geschickter ist, die radikal-islamischen Kräfte vor Ort in Afghanistan oder Pakistan zu binden statt sie sich ungestört ausbreiten zu lassen oder ob man diese Länder einfach sich selbst überlassen sollte, in der zynischen Hoffnung, dass die Bewohner sich schon irgendwie gegenseitig fertigmachen, so wie im Irak.

    Wo ist die Alternative?

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    Die von dir angesprochene Alternative fehlt eben.
    Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab.
    Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan). ICh wuesste nicht, wie man deren Akzeptanz irgendwann und irgendwie gewinnen koennte. DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen.

    Als Loesung sehe ich nur eine militaerische Alternative - oder man ueberlaesst sie sich selbst. Alle zivilen ANstrengungen werden keinen Erfolg haben, solange sie von einer Mehrheit der BEvoelkerung nicht gewollt werden, was in Afghanistan und teilweise im Irak der Fall ist.

    Auch Herr Ladurner bleibt ratlos. Er hat Recht, dass die Aufgaben die MAcht des Westens ueberfordern. Das wissen auch die Politiker.
    Nur welche Konsequenz soll man daraus ziehen? Diese Frage laesst er leider unbeantwortet.

    "...die radikal-islamischen Kräfte vor Ort in Afghanistan oder Pakistan zu binden statt sie sich ungestört ausbreiten zu lassen..."

    ... eine Lösung. Es gibt nicht MenschenA=Radikale und MenschenB=Normalos. Wenn eine ausländische Macht ein Land eingenommen hat und dort nach Belieben bombardiert und exekutiert, ohne dass sich gleichzeitig für die Bevölkerung wirklich etwas verbessert, dann folgt ganz logischerweise ein gewisser Hass auf den Besatzer und eine Radikalisierung.

    Das Problem des "Westens" bzw. der USA ist aber genau die schwarz-weiß Denke. Die USA morden z.B. ziemlich ungehemmt mit automatischen Drohnen
    in Pakistan und erzeugen mit ihren Bombardements auch jede Menge zivile Opfer. Schon die Tatsache, dass die USA in einem Land ohne Kriegserklärung vollkommen willkürlich Menschen töten, ist ungeheuerlich. Man stelle sich vor sie würden mal eben ein Haus in Deutschland in die Luft bomben, weil sie dort RAF-Anhänger vermuten. Ganz ehrlich: es würde nicht lange dauern und ich würde auch zu den Radikalen zählen.

    Die von dir angesprochene Alternative fehlt eben.
    Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab.
    Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan). ICh wuesste nicht, wie man deren Akzeptanz irgendwann und irgendwie gewinnen koennte. DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen.

    Als Loesung sehe ich nur eine militaerische Alternative - oder man ueberlaesst sie sich selbst. Alle zivilen ANstrengungen werden keinen Erfolg haben, solange sie von einer Mehrheit der BEvoelkerung nicht gewollt werden, was in Afghanistan und teilweise im Irak der Fall ist.

    Auch Herr Ladurner bleibt ratlos. Er hat Recht, dass die Aufgaben die MAcht des Westens ueberfordern. Das wissen auch die Politiker.
    Nur welche Konsequenz soll man daraus ziehen? Diese Frage laesst er leider unbeantwortet.

    "...die radikal-islamischen Kräfte vor Ort in Afghanistan oder Pakistan zu binden statt sie sich ungestört ausbreiten zu lassen..."

    ... eine Lösung. Es gibt nicht MenschenA=Radikale und MenschenB=Normalos. Wenn eine ausländische Macht ein Land eingenommen hat und dort nach Belieben bombardiert und exekutiert, ohne dass sich gleichzeitig für die Bevölkerung wirklich etwas verbessert, dann folgt ganz logischerweise ein gewisser Hass auf den Besatzer und eine Radikalisierung.

    Das Problem des "Westens" bzw. der USA ist aber genau die schwarz-weiß Denke. Die USA morden z.B. ziemlich ungehemmt mit automatischen Drohnen
    in Pakistan und erzeugen mit ihren Bombardements auch jede Menge zivile Opfer. Schon die Tatsache, dass die USA in einem Land ohne Kriegserklärung vollkommen willkürlich Menschen töten, ist ungeheuerlich. Man stelle sich vor sie würden mal eben ein Haus in Deutschland in die Luft bomben, weil sie dort RAF-Anhänger vermuten. Ganz ehrlich: es würde nicht lange dauern und ich würde auch zu den Radikalen zählen.

  1. Die von dir angesprochene Alternative fehlt eben.
    Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab.
    Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan). ICh wuesste nicht, wie man deren Akzeptanz irgendwann und irgendwie gewinnen koennte. DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen.

    Als Loesung sehe ich nur eine militaerische Alternative - oder man ueberlaesst sie sich selbst. Alle zivilen ANstrengungen werden keinen Erfolg haben, solange sie von einer Mehrheit der BEvoelkerung nicht gewollt werden, was in Afghanistan und teilweise im Irak der Fall ist.

    Auch Herr Ladurner bleibt ratlos. Er hat Recht, dass die Aufgaben die MAcht des Westens ueberfordern. Das wissen auch die Politiker.
    Nur welche Konsequenz soll man daraus ziehen? Diese Frage laesst er leider unbeantwortet.

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    "Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab."

    Oh, wenn du dich mit der afghanischen Geschichte auseinandersetzt, dann wüsstest du auch warum Osama eine gewisse Abneigung gegen die USA hegte. Immer angenommen der 9/11 wurde tatsächlich von einigen bärtigen Barbaren verursacht, was alles andere als zweifelsfrei erwiesen ist.

    "Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan)."

    Mit denen trotz aller Anstrengungen nie jemand reden will, denn "mit Terroristen verhandelt man nicht". Besonders gut bei der Hamas zu beobachten, an der eigentlich kein Weg vorbei geht und die auch gesprächsbereit ist, die aber trotzdem von allen Westlern geschnitten wird.

    "DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen."

    "Der Westen" interessiert die meisten von denen nur, weil er vor Ort immer kräftig mitmischt, etwa wenn es um's Öl geht. Da wird dann auch ganz gerne mal eine brutale Diktatur (etwa Saudi Arabien), auch mit Hilfe des CIA, aufrecht erhalten, damit die Ölquellen weiter sprudeln.

    Es gibt seit langem ein Königshaus, das seine Bürger mit Bestechung und Gewalt an jeglicher Teilhabe am Staat abhält. Dieses Königshaus wird seit langem uneingeschränkt von Amerika unterstützt.

    Es ist die Familie Saud, wie JOHAUPT ja auch anmerkt.

    Letztlich wollen Leute wie Bin Laden "Kalif werden, anstelle des Kalifen" d.h. die korrupten Regime in ihren Ländern stürzen.

    Solange aber die Amerikaner ihre Hand darüber halten, wird das nicht gehen.

    Der Freund meines Feindes ist auch mein Feind, damit ist auch klar warum fast alle 9/11 Attentäter Saudis waren, und warum der Kampf, entgehen der dummen Phrasen die wir von unseren Politikern/Möchtegerneexperten über abstrakte Gefährdungslagen hören, nicht bei uns, sondern im Nahen Osten stattfindet.

    "Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab."

    Oh, wenn du dich mit der afghanischen Geschichte auseinandersetzt, dann wüsstest du auch warum Osama eine gewisse Abneigung gegen die USA hegte. Immer angenommen der 9/11 wurde tatsächlich von einigen bärtigen Barbaren verursacht, was alles andere als zweifelsfrei erwiesen ist.

    "Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan)."

    Mit denen trotz aller Anstrengungen nie jemand reden will, denn "mit Terroristen verhandelt man nicht". Besonders gut bei der Hamas zu beobachten, an der eigentlich kein Weg vorbei geht und die auch gesprächsbereit ist, die aber trotzdem von allen Westlern geschnitten wird.

    "DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen."

    "Der Westen" interessiert die meisten von denen nur, weil er vor Ort immer kräftig mitmischt, etwa wenn es um's Öl geht. Da wird dann auch ganz gerne mal eine brutale Diktatur (etwa Saudi Arabien), auch mit Hilfe des CIA, aufrecht erhalten, damit die Ölquellen weiter sprudeln.

    Es gibt seit langem ein Königshaus, das seine Bürger mit Bestechung und Gewalt an jeglicher Teilhabe am Staat abhält. Dieses Königshaus wird seit langem uneingeschränkt von Amerika unterstützt.

    Es ist die Familie Saud, wie JOHAUPT ja auch anmerkt.

    Letztlich wollen Leute wie Bin Laden "Kalif werden, anstelle des Kalifen" d.h. die korrupten Regime in ihren Ländern stürzen.

    Solange aber die Amerikaner ihre Hand darüber halten, wird das nicht gehen.

    Der Freund meines Feindes ist auch mein Feind, damit ist auch klar warum fast alle 9/11 Attentäter Saudis waren, und warum der Kampf, entgehen der dummen Phrasen die wir von unseren Politikern/Möchtegerneexperten über abstrakte Gefährdungslagen hören, nicht bei uns, sondern im Nahen Osten stattfindet.

  2. "Es sei nochmal daran erinnert dass 9/11 passiert ist, als es weder einen Krieg im Irak noch in Afghanistan gab. Es ist trotzdem geschehen. Und das, obwohl es keinen HAss auf westlichen Imperialismus und Bombardements von Zivilisten gab."

    Oh, wenn du dich mit der afghanischen Geschichte auseinandersetzt, dann wüsstest du auch warum Osama eine gewisse Abneigung gegen die USA hegte. Immer angenommen der 9/11 wurde tatsächlich von einigen bärtigen Barbaren verursacht, was alles andere als zweifelsfrei erwiesen ist.

    "Das Problem ist eine ausgespraegt Anzahl von Bevoelkerungsteilen in der islamischen Welt, die trotz aller Anstrengungen nie mit sich reden lasse wird (Al-Quaida, Hamas, islamische Milizen im Irak, Afghanistan)."

    Mit denen trotz aller Anstrengungen nie jemand reden will, denn "mit Terroristen verhandelt man nicht". Besonders gut bei der Hamas zu beobachten, an der eigentlich kein Weg vorbei geht und die auch gesprächsbereit ist, die aber trotzdem von allen Westlern geschnitten wird.

    "DIese Gruppen kaempfen gegen den Westen an sich. So etwas kann man nicht mit Argumenten begegnen."

    "Der Westen" interessiert die meisten von denen nur, weil er vor Ort immer kräftig mitmischt, etwa wenn es um's Öl geht. Da wird dann auch ganz gerne mal eine brutale Diktatur (etwa Saudi Arabien), auch mit Hilfe des CIA, aufrecht erhalten, damit die Ölquellen weiter sprudeln.

    Antwort auf "Fehlende Alternative"
  3. "...die radikal-islamischen Kräfte vor Ort in Afghanistan oder Pakistan zu binden statt sie sich ungestört ausbreiten zu lassen..."

    ... eine Lösung. Es gibt nicht MenschenA=Radikale und MenschenB=Normalos. Wenn eine ausländische Macht ein Land eingenommen hat und dort nach Belieben bombardiert und exekutiert, ohne dass sich gleichzeitig für die Bevölkerung wirklich etwas verbessert, dann folgt ganz logischerweise ein gewisser Hass auf den Besatzer und eine Radikalisierung.

    Das Problem des "Westens" bzw. der USA ist aber genau die schwarz-weiß Denke. Die USA morden z.B. ziemlich ungehemmt mit automatischen Drohnen
    in Pakistan und erzeugen mit ihren Bombardements auch jede Menge zivile Opfer. Schon die Tatsache, dass die USA in einem Land ohne Kriegserklärung vollkommen willkürlich Menschen töten, ist ungeheuerlich. Man stelle sich vor sie würden mal eben ein Haus in Deutschland in die Luft bomben, weil sie dort RAF-Anhänger vermuten. Ganz ehrlich: es würde nicht lange dauern und ich würde auch zu den Radikalen zählen.

    • spacko
    • 29.10.2009 um 15:38 Uhr

    "Besonders gut bei der Hamas zu beobachten, an der eigentlich kein Weg vorbei geht und die auch gesprächsbereit ist, ... "

    Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab. Bei aller Kritik des israelischen Standpunktes und der israelischen Taktik im Konflikt - wer die Vernichtung eines Staates offen propagiert, mit dem kann nicht verhandelt werden. Jeder Kompromiss ist für radikale Fanatiker (und genau das ist die Hamas) nur ein Zeichen von Schwäche.

    Leider ist der Vergleich mit dem Münchner Abkommen von 1938 von Bush abgedroschen worden, hier stimmt er aber.

    Was Afghanistan angeht, so warte ich noch immer auf die Entdeckung des ersten "gemäßigten Taliban".

    Und was bitte hat Osama vor dem 11. September mit Afghanistan zu tun gehabt? Der hat sich dort aufgehalten, ja, aber der Anschlag war doch nicht als Vergeltung für den Entzug der Stinger-Raketen-Lieferung an die Mudschaheddin-Taliban gedacht, sondern gegen den Sponsor sämtlicher sogenannter gemäßigter Regierungen in der Arabisch-Islamischen Welt, die USA...

    Was meinen Sie, wo wäre Ägypten, Saudi-Arabien (Osama-Land), wo Jordanien und wo Pakistan, wenn die nicht Jahr für Jahr Dollars und/oder Waffen von den Amis ins Popöchen geblasen bekämen?
    [Anmerkung: Bitte bedienen Sie sich einer gemäßigteren Sprache. Danke. Die Redaktion/vv]

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    "Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab. Bei aller Kritik des israelischen Standpunktes und der israelischen Taktik im Konflikt - wer die Vernichtung eines Staates offen propagiert, mit dem kann nicht verhandelt werden."

    Du solltest nicht immer nur Mainstreampropaganda lesen:
    http://www.merkur-online....

    Also ob nicht beide Seiten immer wieder Maximalforderungen stellen, das gehört zum Geschäft. Und Existenzrecht, na ja. Eines der waffenmäßigen Überlegenheit sicher, eines der Moral, darüber kann man streiten.

    "Jeder Kompromiss ist für radikale Fanatiker (und genau das ist die Hamas) nur ein Zeichen von Schwäche."

    Du meinst Leute, wie seinerzeit Sharon, interpretieren dann die Palis als zu schwach? Dann wären die Maximalfordeungen der Hamas ja doch richtig, oder wie?

    "Was meinen Sie, wo wäre Ägypten, Saudi-Arabien (Osama-Land), wo Jordanien und wo Pakistan, wenn die nicht Jahr für Jahr Dollars und/oder Waffen von den Amis ins Popöchen geblasen bekämen?"

    Sie wären wahrscheinlich längst demokratische Rechtsstaaten, anstatt rückständige "gemäßigte" (nur nach außen) Monarchien. Saudi Arabien etwa hat die Sharia als Recht, davon liest man so gut wie nie was, im Ggs. zu den Menschenrechtsverletzungen im bösen bösen Iran.

    "Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab. Bei aller Kritik des israelischen Standpunktes und der israelischen Taktik im Konflikt - wer die Vernichtung eines Staates offen propagiert, mit dem kann nicht verhandelt werden."

    Du solltest nicht immer nur Mainstreampropaganda lesen:
    http://www.merkur-online....

    Also ob nicht beide Seiten immer wieder Maximalforderungen stellen, das gehört zum Geschäft. Und Existenzrecht, na ja. Eines der waffenmäßigen Überlegenheit sicher, eines der Moral, darüber kann man streiten.

    "Jeder Kompromiss ist für radikale Fanatiker (und genau das ist die Hamas) nur ein Zeichen von Schwäche."

    Du meinst Leute, wie seinerzeit Sharon, interpretieren dann die Palis als zu schwach? Dann wären die Maximalfordeungen der Hamas ja doch richtig, oder wie?

    "Was meinen Sie, wo wäre Ägypten, Saudi-Arabien (Osama-Land), wo Jordanien und wo Pakistan, wenn die nicht Jahr für Jahr Dollars und/oder Waffen von den Amis ins Popöchen geblasen bekämen?"

    Sie wären wahrscheinlich längst demokratische Rechtsstaaten, anstatt rückständige "gemäßigte" (nur nach außen) Monarchien. Saudi Arabien etwa hat die Sharia als Recht, davon liest man so gut wie nie was, im Ggs. zu den Menschenrechtsverletzungen im bösen bösen Iran.

  4. Es gibt seit langem ein Königshaus, das seine Bürger mit Bestechung und Gewalt an jeglicher Teilhabe am Staat abhält. Dieses Königshaus wird seit langem uneingeschränkt von Amerika unterstützt.

    Es ist die Familie Saud, wie JOHAUPT ja auch anmerkt.

    Letztlich wollen Leute wie Bin Laden "Kalif werden, anstelle des Kalifen" d.h. die korrupten Regime in ihren Ländern stürzen.

    Solange aber die Amerikaner ihre Hand darüber halten, wird das nicht gehen.

    Der Freund meines Feindes ist auch mein Feind, damit ist auch klar warum fast alle 9/11 Attentäter Saudis waren, und warum der Kampf, entgehen der dummen Phrasen die wir von unseren Politikern/Möchtegerneexperten über abstrakte Gefährdungslagen hören, nicht bei uns, sondern im Nahen Osten stattfindet.

    Antwort auf "Fehlende Alternative"
  5. Zitat:
    "Die Befürworter dieser Politik sagen, dass sei der einzige Weg, um uns vor den Terror zu schützen. Die Sicherheit des Westens werde nun einmal in diesen Ländern verteidigt. Einmal angenommen, das stimmt, bleibt immer noch die Frage: Hat der Westen überhaupt die Kraft, Afghanistan zu befrieden, Pakistan zu "zähmen", den Irak stabil zu halten? Oder ist es nicht so, dass diese selbst gestellten Aufgaben, die Macht des Westens längst überfordern?"

    Die Kräfte, die für Afghanistan nötig wären: ca. 750000 Mann.

    Also, spacko und Cle.mens, seit Ihr bereit 100000 Mann der Bundeswehr nach Afghanistan zu schicken, sie dort mit Logistik zu unterstützen und die Kosten von so 10-20 Millarden € im Jahr der Bevölkerung zu erklären ?

  6. "Die Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab. Bei aller Kritik des israelischen Standpunktes und der israelischen Taktik im Konflikt - wer die Vernichtung eines Staates offen propagiert, mit dem kann nicht verhandelt werden."

    Du solltest nicht immer nur Mainstreampropaganda lesen:
    http://www.merkur-online....

    Also ob nicht beide Seiten immer wieder Maximalforderungen stellen, das gehört zum Geschäft. Und Existenzrecht, na ja. Eines der waffenmäßigen Überlegenheit sicher, eines der Moral, darüber kann man streiten.

    "Jeder Kompromiss ist für radikale Fanatiker (und genau das ist die Hamas) nur ein Zeichen von Schwäche."

    Du meinst Leute, wie seinerzeit Sharon, interpretieren dann die Palis als zu schwach? Dann wären die Maximalfordeungen der Hamas ja doch richtig, oder wie?

    "Was meinen Sie, wo wäre Ägypten, Saudi-Arabien (Osama-Land), wo Jordanien und wo Pakistan, wenn die nicht Jahr für Jahr Dollars und/oder Waffen von den Amis ins Popöchen geblasen bekämen?"

    Sie wären wahrscheinlich längst demokratische Rechtsstaaten, anstatt rückständige "gemäßigte" (nur nach außen) Monarchien. Saudi Arabien etwa hat die Sharia als Recht, davon liest man so gut wie nie was, im Ggs. zu den Menschenrechtsverletzungen im bösen bösen Iran.

    Antwort auf "gesprächsbereit"
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    "Sie wären wahrscheinlich längst demokratische Rechtsstaaten, anstatt rückständige "gemäßigte" (nur nach außen) Monarchien. Saudi Arabien etwa hat die Sharia als Recht, davon liest man so gut wie nie was, im Ggs. zu den Menschenrechtsverletzungen im bösen bösen Iran."

    Das ist eine absurde Behauptung, Sauid Arbaien waere ohne US/Hilfen laengst eine Demokratie. Wahrscheinlich eine solch tolle Demokratie wie all seine islamischen Nachbarstaaten.

    Immerhin hat es in Saudi Arbaien in der letzten Zeit einen Kurs moderater Oeffnung gegeben. Es stimmt zwar, dass weiterhin die Scharia gilt, aber jetzt gibt es immerhin die erste weibliche Repraesentantin im Parlament. Man kann und soll die Situation dort trotzdem nicht schoenreden, nur fuer deine Bahuptung, diese Staaten waeren laengst Demokratien, fehlt mir leider jede NAchvollziehbarkeit.

    • eras
    • 30.10.2009 um 12:27 Uhr

    ...nur weil es Ihnen ins politische Weltbild passt. Die Statements der Hamas gegenüber westlichen Medien stehen konträr zu dem, was Hamas den eigenen Leuten erzählt.

    Und was hat denn Hanija überhaupt gesagt?
    “Wenn es ein echtes Projekt gibt, das darauf abzielt, die palästinensische Frage zu lösen, indem in den Grenzen von 1967 ein Staat unter voller palästinensischer Souveränität entsteht, werden wir dies unterstützen.“

    Windelweich würde ich das nennen. Die Hamas unterstützt also den Aufbau eines eigenen Staates in den 1967er Grenzen. Na klar nehmen die den mit, wenn sie ihn kriegen können. Was sie aber nicht erklären ist, dass dann der Kampf gegen Israel vorbei ist. Es handelt sich also eher um eine Forderung als ein Friedensangebot.

    Ich zitier mal aus ihrem "Non-Mainstream"-Link:
    "Hanija erklärte nicht, ob Hamas zur Anerkennung eines Staates im Gazastreifen und Westjordanland nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Waffenruhe mit Israel bereit ist, wie die Organisation es in der Vergangenheit bekundet hatte, oder ob Hamas damit die Forderung nach dem gesamten Gebiet des historischen Palästina aufgibt."

    Von einem Friedensangebot ist das meilenweit entfernt. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Palästinensischer Staat in den Grenzen von 1967 nicht lebensfähig wäre, da Gaza und Westbank dann immer noch getrennte Inseln sind.

    "Sie wären wahrscheinlich längst demokratische Rechtsstaaten, anstatt rückständige "gemäßigte" (nur nach außen) Monarchien. Saudi Arabien etwa hat die Sharia als Recht, davon liest man so gut wie nie was, im Ggs. zu den Menschenrechtsverletzungen im bösen bösen Iran."

    Das ist eine absurde Behauptung, Sauid Arbaien waere ohne US/Hilfen laengst eine Demokratie. Wahrscheinlich eine solch tolle Demokratie wie all seine islamischen Nachbarstaaten.

    Immerhin hat es in Saudi Arbaien in der letzten Zeit einen Kurs moderater Oeffnung gegeben. Es stimmt zwar, dass weiterhin die Scharia gilt, aber jetzt gibt es immerhin die erste weibliche Repraesentantin im Parlament. Man kann und soll die Situation dort trotzdem nicht schoenreden, nur fuer deine Bahuptung, diese Staaten waeren laengst Demokratien, fehlt mir leider jede NAchvollziehbarkeit.

    • eras
    • 30.10.2009 um 12:27 Uhr

    ...nur weil es Ihnen ins politische Weltbild passt. Die Statements der Hamas gegenüber westlichen Medien stehen konträr zu dem, was Hamas den eigenen Leuten erzählt.

    Und was hat denn Hanija überhaupt gesagt?
    “Wenn es ein echtes Projekt gibt, das darauf abzielt, die palästinensische Frage zu lösen, indem in den Grenzen von 1967 ein Staat unter voller palästinensischer Souveränität entsteht, werden wir dies unterstützen.“

    Windelweich würde ich das nennen. Die Hamas unterstützt also den Aufbau eines eigenen Staates in den 1967er Grenzen. Na klar nehmen die den mit, wenn sie ihn kriegen können. Was sie aber nicht erklären ist, dass dann der Kampf gegen Israel vorbei ist. Es handelt sich also eher um eine Forderung als ein Friedensangebot.

    Ich zitier mal aus ihrem "Non-Mainstream"-Link:
    "Hanija erklärte nicht, ob Hamas zur Anerkennung eines Staates im Gazastreifen und Westjordanland nur im Rahmen einer zeitlich begrenzten Waffenruhe mit Israel bereit ist, wie die Organisation es in der Vergangenheit bekundet hatte, oder ob Hamas damit die Forderung nach dem gesamten Gebiet des historischen Palästina aufgibt."

    Von einem Friedensangebot ist das meilenweit entfernt. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Palästinensischer Staat in den Grenzen von 1967 nicht lebensfähig wäre, da Gaza und Westbank dann immer noch getrennte Inseln sind.

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