China wird der größte Gläubiger der USA
China erwirtschaftete jedes Jahr einen gigantischen Haushaltsüberschuss. Die USA hingegen mussten sich immer mehr Geld im Ausland leihen, vor allem von China. Bereits vor zehn Jahren betrug das Handelsdefizit zwischen China und den USA 44 Milliarden US-Dollar. Es schwoll zwischenzeitlich auf über 266 Milliarden US-Dollar (2008) an. Und das, obwohl China seine Währung zwischen 2005 und 2008 um 20 Prozent aufwertete. "Es war sehr blauäugig zu glauben, nur weil man die Weltmacht ist, habe diese kurzsichtige Politik keine Folgen", sagt ein Topdiplomat im chinesischen Außenministerium.
Und so passierte, was noch in den neunziger Jahren undenkbar schien:
Das Entwicklungsland China wurde der größte Gläubiger der USA. Der Unwillen der Chinesen, die Schulden der Amerikaner weiter in großem Stil zu finanzieren, wurde zu einem der wichtigsten Auslöser der Weltfinanzkrise. Während der Olympischen Spiele 2008, zu deren Eröffnung Bush erscheinen musste, waren gar keine kritischen Töne mehr von ihm zu hören. Im Verlauf der Krise verfestigte sich das neue Machtverhältnis, vorläufig zumindest. China gelang es in diesem Krisenjahr, seine Devisenreserven noch um etwa 200 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, ohne die soziale Stabilität zu gefährden. Die Amerikaner häuften bis Ende September 1,4 Billionen US-Dollar neue Schulden an. Das höchste Defizit im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch wenn beide Länder auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen sind: Das Machtverhältnis verlagerte sich allmählich, aber stetig zu Gunsten Chinas.
Dies zeigte sich deutlich beim Antrittsbesuch von US-Außenministerin Hillary Clinton im Februar in Peking. Sie muss sich schmerzlich an den Spielraum erinnert haben, den ihr Mann noch hatte. Denn Sie sprach die unterschiedlichen Vorstellungen in Fragen der Menschenrechte gar nicht mehr öffentlich an: "Wir werden zusammen aufsteigen oder untergehen", mahnte sie stattdessen, und fügte hinzu: "Wir sitzen im selben Boot und rudern dankenswerterweise in dieselbe Richtung." Mehr ein Wunsch als die Beschreibung der Wirklichkeit.
Während ihres ersten Treffens am 1. April in London sponnen Staats- und Parteichef Hu Jintao und Barack Obama die neue Melodie weiter. Sie kamen überein, "positive, kooperative und gleichberechtigte amerikanisch-chinesische Beziehungen für das 21. Jahrhundert aufzubauen." Den Chinesen ist dabei vor allem das Wort "gleichberechtigt" wichtig. Obama hielt sich danach an die Vereinbarung und vermied tunlichst, was die Chinesen ärgern könnte: Zum ersten Mal in 18 Jahren wurde der Dalai Lama nicht vom amerikanischen Präsidenten empfangen. Er wolle erst seinen Besuch in Peking abwarten, ließ Obama verlauten. Kaum anzunehmen, dass Obama sich nicht für Menschenrechtsfragen interessiert. Er kann offensichtlich nicht, wie er gerne möchte. Oder unterschätzt er seinen Spielraum einfach nur und die Chinesen pokern besser?
Ebenso deutlich wurde die Verschiebung der Machtgleichgewichte, als Chinesen und Amerikaner dieses Jahr zu einer neuen herausragenden Gesprächsplattform zusammentrafen, dem Strategic & Economic Dialog (S&ED): Außenministerin Clinton und Finanzminister Timothy Geithner saßen in Washington zwei Tage lang Staatsrat Dai Bingguo und Vizepremier Wang Qishan gegenüber. Die Chinesen reisten mit 150 Spitzenkadern an, darunter 28 Offizielle auf Ministerebene, fast das gesamte Kabinett. Noch nie war eine Delegation mit mehr Spitzenpolitikern in die USA gereist.
Das Treffen endete mit leisen, fast scheuen Tönen der Amerikaner. Und einer Warnung des Vizepremiers Wang, die USA müssten die Folgen des Druckens von US-Dollar für ihre Volkswirtschaft und die Welt "anständig managen". Auch das Abschlussdokument strotzt nur so von wirtschaftlichen Hausaufgaben für Obama. So verlangen die Chinesen von den Amerikanern "nachhaltiges Wachstum", also Wachstum, bei dem man mehr verdient als man ausgibt. Und nicht einmal in einem Nebensatz werden die unterschiedlichen Vorstellungen von Menschenrechten noch erwähnt.
"Vielleicht für immer sind die Tage vorüber", kommentierte die New York Times wehmütig, in denen amerikanische Delegationen in Peking auftauchen und den Chinesen "Ratschläge geben, wie China ein verantwortlicher Teilhaber am Weltgeschehen werden könnte. So spricht man nicht mit seinem wichtigsten Gläubiger, schon gar nicht, wenn ein rekordverdächtiger Kreditantrag noch anhängig ist."
- Datum 14.11.2009 - 12:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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nachdem sich gerade herausstellt, dass die FED zum Zwecke der Goldpreisdrückung tonnenweise Goldbarren aus Wolfram hergestellt und diese als echte Goldbarren verkauft hat, u.a. nach China.
kann es nur noch eine Frage von Tagen sein, bis den geduldigen Asiaten endgültig "der Kragen platzt",
Damit sollten nun sämtliche Betrügereien aufgeflogen sein, die die FED seit 1970 unternommen hat, um den Goldpreis zu drücken.
und die FED_USA sollten wohl bald sehr sehr leise werden, hoffentlich nicht laut....
Die Rolle Obamas wird einseitig dargestellt, lediglich, da er den Besuch des Dalai Lama aufgeschoben hat. Vergessen werden die in den letzten Wochen neu erhobenen Handelszoelle zwischen den USA und China, welche China in Zugzwang bringen: gleichberechtigter Partner mit resultierenden Pflichten oder schwellenlaendlicher Sonderstatus mit hinzunehmenden Sonderzoellen.
Waere diesen Massnahmen ein Besuch des Dalai Lamas vorangegangen, waere Obama in die Gefahr geraten, den Anschein zu erwecken, die Wirtschaft zu instrumentalisieren im Dienste einer sozialpaedagogischen Attituede, welche ihm seine politischen Gegner nur allzugerne andichten wuerden. Das hiesse naemlich im Umkehrschluss, die Aengste gegenueber einem schwarzen Praesidenten zu schueren, der vielleicht mehr Mensch als Patriot sein koennte, was in den USA offensichtlich bezueglich des Praesidentenamts nicht gewuenscht wird.
Die Politik Obamas wirkt in China umso staerker, da er den Dalai Lama nicht empfangen hat und deshalb alle Schuldzuweisungen an ihn addressiert sein muessen und nicht auf die Einflussnahme angeblicher Gegner Chinas abgewaelzt werden kann.
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