Strategiestreit
Afghanistan wirft dem Westen Doppelmoral vor
Schluss mit Kritik! Afghanistans Außenminister Spanta hat den USA und Europa vorgeworfen, sich "unproduktiv" in die inneren Angelegenheiten seines Landes einzumischen.
© Junko Kimura/Getty Images

Harte Vorwürfe an den Westen: Afghanistans Außenminister Rangin Dadfar-Spanta
Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar-Spanta hat den Westen in ungewöhnlich scharfer Form kritisiert. Die USA und europäische Länder mischten sich auf "unproduktive" Weise in die inneren Angelegenheiten Afghanistans ein und legten eine "Doppelmoral" an den Tag, sagte Spanta am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem schwedischen Außenminister und EU-Ratspräsidenten Carl Bildt.
Dabei verwies er auf westliche Forderungen, keine Kriegsherren am neuen Kabinett von Präsident Hamid Karsai zu beteiligen. Einmal seien diese Warlords "Verbündete", dann wieder Feinde, hielt Spanta insbesondere der US-Regierung vor.
"Afghanistan braucht weniger Warlords und mehr Friedensstifter", forderte dagegen Bildt, der sich seit Dienstag zu einem zweitägigen Besuch am Hindukusch aufhält. Er verwies auf die Verantwortung des Staates für die Menschen und im Kampf gegen Bestechung. "Korruption ist ein Krebsgeschwür in jeder Gesellschaft und es ist schwer, damit umzugehen, aber dieser Krebs muss behandelt werden", sagte er. "Und wir sind hier, um Afghanistan in diesem besonders wichtigen Kampf zu helfen."
Präsident Karsai hatte im Wahlkampf den mächtigen Warlord Mohammad Kasim Fahim aus der oppositionellen Nordallianz auf seine Seite gezogen: Der Kriegsherr kandidierte als sein Vizepräsident. Auch der berüchtigte Usbeken-Warlord Abdul Rashid Dostum unterstützte den Präsidenten. Fahim und Dostum werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
Der EU-Ratspräsident sprach sich angesichts verschiedener Irritationen nach der Präsidentenwahl für einen Neustart im Umgang mit Afghanistan aus. Nach der von massiven Betrugsvorwürfen überschatteten Abstimmung am 20. August habe es eine "problematische Phase" gegeben, sagte Bildt. "Nun brauchen wir einen Neubeginn."
- Datum 10.11.2009 - 19:42 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 13
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Rangin Dadfar-Spanta sollte sich vielleicht mal wieder ins Bewusstsein rufen, dass sein Land völkerrechtlich kein autonomes Land ist, sondern ein besetztes Land.
Mit derartigen öffentlichen Äußerungen macht er seinem Land den Weg in die Autonomie nicht leichter und kann ggf. sogar seine eigene Absetzung verursachen, was schade wäre. Er gehört eigentlich zu den eher vernünftigen Kräften. Aus naivem Nationalstolz und falscher Lagebeurteilung heraus anstehende politische Prozesse zu erschweren, sollt nicht in seinem Interesse sein.
Seine Ausbildung in Deutschland und Nähe zu den Grünen macht es ihm da leider schwer. An deutschen Unis wurden die harten Fakten von Besatzungsrecht nun mal totgeschwiegen. Niemand hörte gern, dass z.B. ein Helmut Schmidt nicht den Entscheidungsspielraum gehabt hätte, den Nato-Doppelbeschluss abzulehnen. Das wäre außerhalb des für deutsche Politik vorgegebenen Handlungskorridors gewesen. Nur ging man mit diesen Fakten diskret um.
Autonomie und eigenständige Regierung in Afg. wird von der Besatzungsmacht gegenwärtig gewährt und kann jederzeit wieder unter Zwangs- Verwaltung gestellt werden.
Es wäre daher klug für einen afghanischen Politiker, sich innerhalb des vorgegebenen Korridors zu verhalten und derartige Äußerungen allenfalls gegenüber den alliierten Vertretern hinter verschlossenen Türen zu tätigen.
Die Würfel für die zukünftige Besatzungspolitik sind offenbar gefallen. Als kluger afghanischer Politiker sollte man sich damit arrangieren.
wie kann sich ein Land wieder seine Eigenständigkeit waren wenn nicht durch einen freie meinungäüßerung Und die Deutsche Politik mit der Afahanistan politik gleich zu setzten Pass irgenwie nicht schon wegen des
bedeutung von Deutschland zu Europa und der USA nicht.
Ne ich finde es ausgespruchen gut von Rangin das er den Mut gezeigt hat
Und es ist doch nun wirklich so das die letzten ( jahre nicht alles gut lief in den so geschundenden Land.
wie kann sich ein Land wieder seine Eigenständigkeit waren wenn nicht durch einen freie meinungäüßerung Und die Deutsche Politik mit der Afahanistan politik gleich zu setzten Pass irgenwie nicht schon wegen des
bedeutung von Deutschland zu Europa und der USA nicht.
Ne ich finde es ausgespruchen gut von Rangin das er den Mut gezeigt hat
Und es ist doch nun wirklich so das die letzten ( jahre nicht alles gut lief in den so geschundenden Land.
Afghanistan ist ein Moloch. Seit Hunderten von Jahren ist dieses Land unregierbar. Alle Besatzungsmächte sind nacheinander gescheitert.
Nachdem Alkaida sich (nach Pakistan?) verogen hat, benötigt die NATO nun eine klare Exit-Strategie. Dieses Land ist nicht demokratisierbar und auch nicht zu befrieden.
Die Amerikaner (enduring freedom) müssen eine eigene Lösung finden, wie sie es auch im Irak tun.
Da hilft auch kein Völkerrecht.
...so gerne ich es würde,
doch natürlich ist es eine Doppelmoral, mit der der Westen Afghanistan helfen möchte!
Es geht hier nicht um Demokratie, ist es nie gegangen!
Es geht um Pipelines (eine oder zwei) von Nord nach Süd, von Turkmenistan am Kaspischen Meer durch Afghanistan an den Indischen Ozean!
...und nur der bekommt Unterstützung, der diesem Unternehmen am ehesten helfen kann!
Da ist egal (wie vorher auch), ob Warlord oder Regierung...
...(zum T***) es geht um Öl und nicht um Menschen!!!
Seht das endlich ein!!!
...und zwar SOFORT!!!! Wir haben dort nichts zu suchen! (bevor Julia09 wieder mit dem Märchen kommt, 9/11 und der böse Osama haben von Afghanistan aus die USA angegriffen und deshalb sind wir dort... einfach nur lächerlich!) Es geht wie beim Irak den Amis nur um Rohstoffe wie im #4 schon geschrieben... Danke Isi 1st!
Die Demokratisierung ist doch nach diesen sog. Wahlen eine absolute Farce!
*Ironie On*
Nebenbei, wirklich tolle Leistung des Westens Afghanistan wieder zum größten Opiumanbau Gebiet der Erde zu machen...
*Ironie Off*
Es geht allenfalls um eine Gaspipeline. Mehr nicht. Das Rohstoffargument ist "Tote Hose".
Viel eher geht es um die Frage, ob die bürgerliche Freiheit in einem Land verankert werden kann, das an sich noch in einer Stammesgesellschaft verharrt, in der sich die Germanen zu Zeit des Arminius, eines Fürsten der Cherusker, befanden.
Auch die Germanen haben damals 13% der römischen Heere vernichtet; man darf gespannt sein, wie es den westlichen Nationen in Afghanistan ergeht.
Wir haben zwar Zeit, aber es fehlt uns immer mehr an den Milliarden, um das noch lange durchzuhalten.
Es geht allenfalls um eine Gaspipeline. Mehr nicht. Das Rohstoffargument ist "Tote Hose".
Viel eher geht es um die Frage, ob die bürgerliche Freiheit in einem Land verankert werden kann, das an sich noch in einer Stammesgesellschaft verharrt, in der sich die Germanen zu Zeit des Arminius, eines Fürsten der Cherusker, befanden.
Auch die Germanen haben damals 13% der römischen Heere vernichtet; man darf gespannt sein, wie es den westlichen Nationen in Afghanistan ergeht.
Wir haben zwar Zeit, aber es fehlt uns immer mehr an den Milliarden, um das noch lange durchzuhalten.
Natürlich zeigt der Westen in Afghanistan seine Doppelmoral. Er tut alles, um selber seinen Konjunktur anzukurbeln.Um sich fremde Bodenschätze anzueignen erlaubt er sich sogar Menschen zu vertreiben und Genozide zu dulden. All diese überflüssigen Lippenbekenntnisse von Menschenrechten und Demokratie hat er selbst ins Gegenteil gedreht.
Aber die Propagandamedien sehen das nicht oder sie werden dafür bezahlt, daß sie das nicht sehen.
Baudrillard erkannte schon vor sieben Jahren, daß der Westen mit diesem Verhalten sich selbst abschafft.
Von Deutschland sollte nie wieder Krieg ausgehen-für diese Lehre bin ich der DDR-Schule dankbar.
Im Westen hat man das vergessen...
...das hat man uns auch im Westen beigebracht!
Doch hier im Westen hat man die Menschen zu wahlmüden Egoisten und Konsumenten erzogen. Wartet nur ab, die Propaganda kommt auch noch in Dresden an (Leider)
PS: Meinen Glückwunsch zu Eurer gelungenen Revolution, leider werden jetzt auch bei Euch die Solidarität und der Sozialismus langsam aussterben
Ist jemanden aufgefallen, das niemand den 09. November 1918 erwähnt hat?!
...das hat man uns auch im Westen beigebracht!
Doch hier im Westen hat man die Menschen zu wahlmüden Egoisten und Konsumenten erzogen. Wartet nur ab, die Propaganda kommt auch noch in Dresden an (Leider)
PS: Meinen Glückwunsch zu Eurer gelungenen Revolution, leider werden jetzt auch bei Euch die Solidarität und der Sozialismus langsam aussterben
Ist jemanden aufgefallen, das niemand den 09. November 1918 erwähnt hat?!
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