Afghanistan-Besuch

Hubschrauber von Guttenberg unter Beschuss

Wurde auf den Verteidigungsminister geschossen? Der Hubschrauber, mit dem Guttenberg in Afghanistan unterwegs war, ist womöglich ins Visier afghanischer Rebellen geraten.

Karl-Theodor zu Guttenberg spricht mit deutschen Soldaten in Kundus. Angesichts der verschärften Sicherheitslage will der Verteidigungsminister 120 zusätzliche Einsatzkräfte ins nordafghanische Kundus entsenden

Karl-Theodor zu Guttenberg spricht mit deutschen Soldaten in Kundus. Angesichts der verschärften Sicherheitslage will der Verteidigungsminister 120 zusätzliche Einsatzkräfte ins nordafghanische Kundus entsenden

Auf dem Flug von Kundus nach Termes (Usbekistan) ist das Flugzeug von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Freitag möglicherweise unter Beschuss geraten. Die Piloten hätten den Eindruck gehabt, der Hubschrauber sei beschossen worden, sagte ein Sprecher der Bundeswehr .

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Die Besatzung habe entsprechend reagiert und Täuschkörper abgeworfen und mit Maschinengewehren gefeuert. Der Flug sei jedoch fortgesetzt worden. Nach der Landung seien keine Anzeichen von Treffern an dem Hubschrauber entdeckt worden.

Die Bundeswehr könne einen Beschuss weder dementieren noch bestätigen. "Wir haben aber keinen Anhaltspunkt, dass es einen tatsächlichen Beschuss gab", sagte ein Sprecher. Demnach könnten auch Spiegelreflexe am Boden den Eindruck eines Beschusses ausgelöst haben.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) und die Bild am Sonntag hatten zuvor von einem Beschuss auf den Hubschrauber Guttenbergs berichtet. An Bord der Maschine vom Typ CH-53 befanden sich demnach auch Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sowie der deutsche Botschafter in Kabul, Werner-Hans Lauk. Am Vortag sei ein Bundeswehr-Hubschrauber desselben Typs ebenfalls beschossen und viermal getroffen worden, berichtet die FAS weiter.

Guttenberg war am Freitagmorgen zu einem aus Sicherheitsgründen nicht angekündigten Besuch in Kundus eingetroffen. Er wollte sich ein Bild von der Lage in der Region machen, wo am 4. September auf Befehl eines deutschen Oberst zwei von Taliban gekaperte Tanklastwagen bombardiert und dabei bis zu 142 Menschen getötet worden waren.

Angesichts der verschärften Sicherheitslage in der Region Kundus hatte der Verteidigungsminister angekündigt, dass Deutschland Mitte Januar zusätzliche 120 Soldaten ins nordafghanische Kundus entsenden werde. Die Truppen sollen die dort bereits stationierten 450 Einsatzkräfte unterstützen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel übernahm inzwischen die Formulierung des neuen deutschen Verteidigungsministers, der von "kriegsähnlichen Zuständen" in Teilen Afghanistan spricht. Sie warb zugleich für eine neue Afghanistan-Konferenz Anfang 2010. Dort müsse eine Perspektive festgelegt werden, bis wann die afghanische Regierung selbst für die Sicherheit im Land sorgen könne. Derzeit sind in Afghanistan etwa 4500 deutsche Soldaten im Einsatz.

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Leser-Kommentare

    • 15.11.2009 um 12:01 Uhr
    • Ranjit

    Das ganze erinnert mich an die Geschichte um Hillary im Wahlkampf, die angeblich unter Scharfschützenfeuer in Bosnien angekommen war. Das war natürlich Quatsch und angeblich ein Versprecher...

    Nuja, Guttenberg bekommt einen gratis PR-Bonus, weil die Deutschen Medien anscheinend so verzweifelt nach Berichtenswertem suchen, das selbst ein "Vielleicht ist etwas passiert in dessen Rahmen bestätigterweise nichts passiert ist..."

    Ah well: Media Fail. Guttenberg Win.
    Das wird jetzt noch häufiger so gehen, nicht wahr?

  1. 2.

    Die Meldung, dass unser Minister v.u.z.Guttenberg über Afghanistan nach unbestätigten Meldungen eventuell und vielleicht in seinem Hubschrauber und in der Begleitung unseres Generalinspekteurs und unseres Botschafters unter Beschuss der Taliban geraten sei, korrespondiert vielleicht mit einer Mitteilung der "Süddeutschen Zeitung" von gestern:
    "Er ( Guttenberg ) trug eine sehr schöne dunkle Jacke von Loro Piana, natürlich 100 Prozent Kaschmir, mit elfenbeinfarbenem Innenfutter. Sein grauer Turtleneck, mutmaßlich ebenfalls Kaschmir, harmonierte farblich und sogar stilistisch mit der schwarzen Splitterschutzweste. Die feste Freizeithose im Farbton desert tan bot mit ihren praktischen aufgenähten Seitentaschen einen dezenten Kontrapunkt.Sie signalisierte, dass der Hindukusch jenseits von Obi liegt. Außerdem passte sie zu den dunkelbraunen Wildleder-Clarks."
    Meine Frage an die ZEIT: Können Sie bestätigen oder definitiv ausschließen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem etwaigen Beschuss Guttenbergs durch die Taliban und der Meldung der SZ gibt, dass es sich bei ihm um den "eleganteste(n) Minister" handle, "der jemals Regionen besuchte, in denen es zu kriegsähnlichen Auseinandersetzungen kommt" ( SZ )? Ich bitte dringend um Aufklärung.

  2. Die Hubschrauberbesatzung hatte den Eindruck, beschossen zu werden und schoss sofort zurück.

    Einzig interessant ist doch die Antwort auf die Frage: Auf wen oder was schossen die beeindruckten Bundessoldaten und wen trafen sie?

  3. Wenn der Herr Minister, dem man besonders viel "Soldatenglück" wünschen kann, so vornehm gekleidet war, wie die SZ schrieb, hätte er bei seinem ersten Besuch in Zentralasien und Usbekistan zumindest seinem Kollegen in Taschkent seine Aufwartung machen können und sollen. Man stelle sich vor, ein frisch gekürter Verteidigungsminister eines verbündeten Landes besuchte erstmalig eine Militärbasis in Deutschland, hätte es aber nicht nötig, mit seinem deutschen Kollegen Kontakt aufzunehmen. Gesellschaftliche Gepflogenheiten in einer Demokratie sind ebenso wie andere dem Gleichheitsprinzip verpflichtet. Aber, "wie figura zeigt" sind offensichtlich einige gleicher als gleich oder wollte er sich nur nicht "unter den Linden" mit seinem usbekischem Counterpart sehen lassen?

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  • Datum 15.11.2009 - 11:18 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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  • Schlagworte Afghanistan | Verteidigungspolitik | Deutschland | Staatsbesuch
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