Afghanistan-Einsatz US-Sicherheitsberater Jones kritisiert mögliche Truppenverstärkung
Das US-Militär will mehr Einsatzkräfte in Afghanistan. Der ehemalige General James Jones hingegen reagiert skeptisch: Mehr Soldaten bedeuteten nicht weniger Probleme.
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

Barack Obamas Sicherheitsberater, James Jones, sieht die Lösung der Probleme in Afghanistan nicht in einer Aufstockung der Truppen
"Generäle fordern immer zusätzliche Truppen", sagte US-Sicherheitsberater James Jones in einem Interview mit dem Spiegel. Zwar gebe es noch keine abschließende Entscheidung von Präsident Barack Obama zur Forderung nach 40.000 zusätzlichen Soldaten. Er, Jones, sei jedoch davon überzeugt, dass sich die Probleme am Hindukusch nicht allein durch den Einsatz des Militärs lösen ließen.
Man benötige eine Mindestzahl von Soldaten, "aber es gibt umgekehrt keine Obergrenze, die das Problem löst", sagte der Ex-General, der von 2003 bis 2006 für Afghanistan zuständig war. "Wir könnten 200.000 Soldaten dort im Einsatz haben, und das Land würde sie aufsagen, wie es das in der Vergangenheit schon getan hat."
Jones bezeichnete es als Ziel der westlichen Allianz, dass die Afghanen in den Bereichen Sicherheit, Wirtschaft und Regierungsapparat schnellstmöglich die Verantwortung übernähmen. Er wisse nicht, wie lange die ausländischen Truppen noch im Land bleiben müssten. "Aber ich weiß, dass unser Präsident und andere Regierungschefs darauf drängen, alles zu unternehmen, dass die Afghanen die Verantwortung übernehmen".
Konkrete Forderungen an Deutschland, das mehr als 4000 Soldaten in Afghanistan im Einsatz hat, erhob Jones in dem Spiegel-Interview nicht. "Die Deutschen müssen selbst darüber entscheiden." Die Bundesrepublik habe sich um die Ausbildung der afghanischen Polizei verdient gemacht. Am Ende müsse die Nato gemeinsam beschließen, wer welchen Beitrag leiste.
- Datum 07.11.2009 - 19:45 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Überschrift und Artikel passen nicht zusammen. Die Überschrift ist falsch.
Jones kritisiert nicht die Truppenverstärkung, er kritisiert die Fehlerhaftigkeit der gegenwärtigen Strategie. Und damit hat er Recht.
Erst mit geänderter Besatzungsstrategie macht auch ein angepasstes Kontingent Sinn.
Es ist zudem richtig, dass "läppische 40.000" mehr Soldaten bei falscher Strategie nichts bringen.
Nach klassischer Besatzungslogik bräuchte man bei Beibehaltung der gegenwärtigen Strategie man eben 1,6 Millionen Soldaten zur Befriedung des Landes. Wie weit das neben allen Realitäten liegt, muss nicht erklärt werden.
Es bedarf daher eines klaren Strategiewechsels.
Man muss einen nachrichtendienstlich gestützten Interventionismus fahren, der wohlwollendes Verhalten honoriert und falsche Verhaltensweisen gemäß einer Eskalationsstrategie bestraft. Eben ein führen der afghanischen Regierung an der kurzen Leine.
Nur dafür muss sich die Nato von der massiv durch Deutschland eingebrachten Lebenslüge verabschieden, man könne ohne Zwang ein Land befrieden. Das hätte bei Deutschland nach 1945 auch nicht funktioniert.
Die weiche Petersberg- Strategie hat leider versagt und muss durch ein robustes Konzept ersetzt werden.
Es wird zudem ein Gegensatz zwischen Jones und Gates bzw. McChrystal konstruiert, der in meinen Augen real nicht existiert.
...sind wohlfeil. Man muss sie auch durchführen. Nimmt man die Bundesrepublik als Beispiel, so kann man nicht sagen, dass die Strategie so sehr versagte als vielmehr ihre Durchführung. Eine geringe Zahl von Truppen, die nicht im Kampfgebiet eingesetzt werden sollten aber grosse Zahlen Einheimische zu Polizei ausbilden würden war der Deal. Die Zahl der Einsatztruppen blieb zwar gering aber ausgebildet hat man nur Wenige. Nun fehlen die Afghanischen Sicherheitkräfte, die die erste Strategie erfordert hätte um zu funktionieren.
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