Afghanistan

USA fordern von Nato-Partnern mehr Soldaten

In wenigen Tagen will US-Präsident Obama seine künftige Afghanistan-Strategie bekannt geben. Sein Sprecher machte klar: Auf die Verbündeten kommen neue Forderungen zu.

Im Zuge der geplanten Aufstockung der US-Truppen erwarte Präsident Barack Obama ein stärkeres Engagement der Nato-Partner, sagte Pentagonsprecher Geoff Morrell am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Einzelheiten nannte er allerdings nicht.

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Deutschland hat derzeit 4500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Eine Erhöhung steht bislang nicht bevor. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will vorerst abwarten. Er hatte auch bei seinem Besuch in Washington vergangene Woche keine Zugeständnisse gemacht. 

Dort heißt es, Obama wolle vermutlich Anfang kommender Woche in einer Rede an die Nation bekannt geben, wie viele zusätzliche Truppen er nach Afghanistan schicken will. Dem Fernsehsender CNN zufolge denkt Obama an etwa 34.000 weitere Soldaten, die New York Times sieht die Zahl unter Berufung auf Berater zwischen 25.000 und 30.000. Sein Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Stanley McChrystal, fordert 40.000. Derzeit haben die USA etwa 68.000 Soldaten am Hindukusch. Trotz der erwarteten Truppenaufstockung plant Obama den Abzug aus Afghanistan. "Nach acht Jahren (...) ist es meine Absicht, den Job zu beenden", sagte er. 

Neben der Entscheidung über weitere Soldaten wolle er auch eine neue Strategie für den Kampf gegen die Taliban mitteilen. Seit Jahresbeginn befinden sich die Islamisten auf dem Vormarsch. Auch die Zahl der Verluste unter den US-Soldaten steigt – bislang starben laut Schätzungen von iCasualties.org seit Beginn des Einsatzes mehr als 900. Der private Onlinedienst wertet für seine Statistik Presseberichte sowie Mitteilungen des Militärs aus.

Die Truppenaufstockung ist innerhalb des Kabinetts allerdings umstritten. Vizepräsident Joe Biden plädiert dafür, die Truppenstärke zu senken. Statt sich im Kampf gegen die Taliban aufzureiben, sollten sich die USA darauf konzentrieren, Al-Qaida-Terroristen auszuschalten. Auch der US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, der selbst ehemals Oberbefehlshaber am Hindukusch war, warnt vor mehr Soldaten. Zuvor müsse die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai die Korruption wirksam bekämpfen und Maßnahmen ergreifen, die das Land stabilisieren.

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Leser-Kommentare

    • 25.11.2009 um 11:37 Uhr
    • joG

    ...Verantwortung übernehmen beschreibt dieser Satz ganz gut: "Deutschland hat derzeit 4500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Eine Erhöhung steht bislang nicht bevor." Rechnet man nur schnell und überschlägig, wieviele Soldaten notwendig wären um mit den Amerikanern auch nur annähernd auf Augenhöhe in Dingen der Verantwortung für und Finanzierung des öffentlichen Gutes internationale Sicherheit sein zu können, so ist die Peinlichkeit der Zahl unfaßlich.
    Man versteht sehr gut, dass das in den hiesigen Medien nicht hinterfragend diskutiert werden kann. Wie stünde man da? Wie will man da von den Amerikanern Mehrausgaben für Klimaschutz verlangen, wenn man selbst seinen Beitrag zu öffentlichen Gütern so behandelt?

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    Cool...   TheDoctor

    ...ihre Vermischung komplett unterschiedlicher Sachgebiete ist atemberaubend.

    - Welches öffentliche Gut wird den durch Krieg in Afghanistan bedient ? Und nein, Sicherheit für den Westen ist es NICHT.

    Und auch für Sie die Rechnung:
    Um nach klassischer militärischer Planung Afghanistan militärisch zu beherrschen braucht es etwa 750.000 Soldaten, das Pentagon setzt pro Soldat und Jahr Kosten von 500.000$ an, sind schlappe 375 Millarden Dollar pro Jahr.

    Dagegen sind notwendige Mehrausgaben aufgrund des Klimawandels glatt ein Schnäppchen...

    Wann begreifen Leute wie Sie endlich, das die Show, die in Afghanistan läuft, Krieg zur linken Hand ist ?

    Weil der amtierende amerikanische Präsident nach innen zeigen muss, das er nicht handlungsschwach und kriegsunwillig ist, nur weil er zusieht, das er aus dem Irak rauskommt.

    Das ist die Show.

    Sollten jemand die von mir gestellten Zahlen für zu hoch halten, soll er es hier und jetzt posten.

  1. Wenn ich Stanley McChrystal richtig verstanden habe, dann gehen die Pläne einer Truppenaufstockung einher mit einer ganz rigiden Einmischung in die Art und Weise der afghanischen Regierungsführung.

    Da die afghanische Politelite in den letzten Jahren gezeigt hat, dass sie unfähig korrupt antidemokratisch und nur auf eigenen Stammesvorteil bedacht ist, ist das wohl nötig.

    Weil man als Nato durch ein solches Verhalten vielen seinen Willen aufzwingt, werden einige Stammesfürsten unzufrieden werden und auf dumme Gedanken kommen.

    Zu diesem Zeitpunkt müssen ausreichend Truppen vor Ort sein, um intervenieren und eben Willen aufzwingen zu können.

    Ab 12/2009 tritt der Vertrag von Lissabon in kraft, damit auch GSVP bzw. das erweiterte GASP.

    Ich bin sehr gespannt, ob die Politik das Rückgrat hat und vors Volk tritt und sagt: "Ja, wir müssen lasten zur Schaffung internationaler Sicherheit tragen und beschließen offen im Bundestag die Truppenaufstockung!"

    Es gäbe ab Dezember natürlich auch die Möglichkeit, per "GSVP- Vorratsbeschluss" die entsandten Truppen Eurokorps zu nennen und dem deutschen Michel jegliche Information darüber vorzuenthalten. Wäre auch legal.

    Die gegenwärtigen Äußerungen unserer Politiker (unveränderte Verlängerung des Mandates) legen durchaus nahe, dass der "Trick" über den EU-Vertrag schneller Anwendung findet, als gedacht.

    Wozu so ein Vertrag von Lissabon alles "gut" sein kann ... war ja auch immer "lästig", vor der Entsendung von Truppen fragen zu müssen.

    • 25.11.2009 um 14:02 Uhr
    • Atan

    Schließlich wartet der mörderische Taliban ja nur darauf, sofort direkt zum Brandenburger Tor durchzumarschieren, die Hauptstadt zu brandschatzen, zu plündern und zu schänden!
    Dies ist wirkungsvoll nur durch sofortige Entsendung einer Million deutscher Soldaten zu verhindern! Wehrpflicht sofort auf 5 Jahre erhöhen.
    Am Ende wären dann möglicherweise 100.000 Deutsche und 3 Millionen Afghanen tot, aber die Afghanen würden sich auf Jahrzehnte am deutschen Baurecht orientieren.

  2. ...ihre Vermischung komplett unterschiedlicher Sachgebiete ist atemberaubend.

    - Welches öffentliche Gut wird den durch Krieg in Afghanistan bedient ? Und nein, Sicherheit für den Westen ist es NICHT.

    Und auch für Sie die Rechnung:
    Um nach klassischer militärischer Planung Afghanistan militärisch zu beherrschen braucht es etwa 750.000 Soldaten, das Pentagon setzt pro Soldat und Jahr Kosten von 500.000$ an, sind schlappe 375 Millarden Dollar pro Jahr.

    Dagegen sind notwendige Mehrausgaben aufgrund des Klimawandels glatt ein Schnäppchen...

    Wann begreifen Leute wie Sie endlich, das die Show, die in Afghanistan läuft, Krieg zur linken Hand ist ?

  3. Weil der amtierende amerikanische Präsident nach innen zeigen muss, das er nicht handlungsschwach und kriegsunwillig ist, nur weil er zusieht, das er aus dem Irak rauskommt.

    Das ist die Show.

    Sollten jemand die von mir gestellten Zahlen für zu hoch halten, soll er es hier und jetzt posten.

  4. einläßt, darf sich nicht wundern über die Folgen. Möglicherweise sind die Truppenaufstockungen wirklich erforderlich, weil der Widerstand der Bevölkerung gegen die Besatzertruppen erheblich stärker geworden sind. Wir müssen auch mehr Truppen hinschicken, um dort lt. von Guttenberg, Ordnung zu schaffen. Welch ein Ziel? In 8 Jahren wurde nicht geschafft Ordnung zu schaffen? Und der Widerstand wird immer stärker. Klar, wenn immer mehr zivile Personen zu Schaden kommen. Das schafft keine verbündeten, daß schafft Gegner, daß schürt Hass. Das kostet Geld, viel Geld. Noch mehr Tote, noch mehr Verstümmelte, Verwundete und Traumatisierte. Aber so was gehört dazu, wir haben schließlich Krieg, etwas was die Linken seit Jahren schon öffentlich behaupteten und dafür als nicht koalitionsfähig galten. Heute redet der Verteidigungsminister von kriegsähnlichen Konflikten. Das war nicht immer so. Wer ist für diese Änderung der Stimmung in Afghanistan verantwortlich? Die Taliban, werden einige behaupten. Die machen es sich zu einfach und gehen an dem Kern vorbei. Die BW ist eine Besatzungsarmee, wenn dies als Krieg angesehen wird. Und bei einem Krieg gibt es nur Sieger und verlierer. Und wir sind zum Siegen verurteilt. Da geht es nicht mehr um Demokratie. es geht um Sieg, Sieg, Sieg...

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  • Datum 25.11.2009 - 10:33 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte Afghanistan | Krieg | USA | NATO
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