Amoklauf US-Soldaten gedenken weltweit Opfern von Fort Hood

Ein Tag nach dem Amoklauf ist die Trauer auf den amerikanischen Militärstützpunkten groß. Präsident Obama rief zum Gebet für die Opfer und Angehörigen auf.

Eine Nachtwache für die 13 Opfer, die bei dem Amoklauf in Fort Hood starben

Eine Nachtwache für die 13 Opfer, die bei dem Amoklauf in Fort Hood starben

Mit einer Schweigeminute auf allen US-Militärstützpunkten weltweit haben am Freitag Hunderttausende Soldaten den Opfern des Amoklaufs im texanischen Militärstützpunkt Fort Hood gedacht. Unterdessen ging die Suche nach dem Motiv des muslimischen Militär-Psychiaters weiter, der am Vortag auf dem größten Stützpunkt in den USA 13 Menschen getötet und 30 verletzt hatte. Am Freitag befanden sich noch 28 von ihnen im Krankenhaus.

Präsident Barack Obama sprach von einem "entsetzlichen Ausbruch der Gewalt" und rief zum Gebet für die Opfer und Angehörigen auf. Er stehe in Kontakt zum Heimatschutzministerium, zum Pentagon und zum FBI, um die Sicherheit der US-Truppen im eigenen Land zu gewährleisten. "Es ist schwierig genug, wenn wir diese mutigen Amerikaner in Kämpfen in Übersee verlieren. Es ist schrecklich, dass sie hier auf einer Basis in den Vereinigten Staaten unter Beschuss kommen", sagte Obama.

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Der Präsident will wegen der Tragödie seinen Japan-Besuch um einen Tag verschieben, um vorher noch an der Gedenkfeier für die 13 Todesopfer teilnehmen zu können. Japan ist die erste Station einer mehrtägigen Asienreise des Präsidenten, die er Ende nächster Woche antreten wird.

Die US-Streitkräfte standen einen Tag nach dem Amoklauf auf einem ihrer Stützpunkte noch immer unter Schock. "Es ist ein Tritt in die Magengrube", sagte Heeres-Stabschef General George Casey. Die Streitkräfte wollten aus dem Vorfall lernen. Zunächst habe die Tat keinen Einfluss auf die Entsendung von Soldaten. "Das kann sich aber ändern", sagte Casey.

Major Nidal Malik Hasan sollte nach Armeeangaben nach Afghanistan entsandt werden. US-Medien berichteten, der 39-Jährige habe deswegen Alpträume gehabt. Hasan sollte als Mitglied einer Reserveeinheit, die Soldaten mit psychischen Störungen betreut, in Afghanistan stationiert werden, so eine Heeressprecherin. Zuvor hatte es aus unterschiedlichen Quellen geheißen, er solle in den Irak.

Das Motiv des Militär-Psychiaters ist weiter unklar. Ermittler durchsuchten die Wohnung des Todesschützen im texanischen Killeen in der Hoffnung, Hinweise auf die Hintergründe zu finden. Er habe unlängst begonnen, seine Möbel sowie anderes Hab und Gut wegzugeben, darunter auch einen Koran, meldete die Zeitung Killeen Daily Herald. In den vergangenen Wochen habe Hasan zudem begonnen "arabische Kleidung" zu tragen, berichteten Nachbarn.

Pentagonchef Robert Gates sagte: "Es gibt wenig, das wir zu diesem Zeitpunkt sagen können, um den Schmerz zu lindern oder die vielen Fragen zu beantworten, die der Vorfall aufwirft."

Zeugen berichteten, Hasan habe "Allahu Akhbar" ("Gott ist groß") gerufen, als er das Feuer eröffnete. Der Todesschütze gilt als strenggläubiger Muslim, der mindestens einmal am Tag betete. Eine Tante des 39-Jährigen, Noel Hasan, sagte der Washington Post, er sei seit den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 wegen seines Glaubens immer wieder schikaniert worden. Aber nie habe er sich extremistisch geäußert, sagte der frühere Imam einer Moschee in Silver Spring (Maryland), die Hasan besuchte. Nie habe er Rachegefühle gezeigt.

Hasan war nach Aussagen von Verwandten und Bekannten ein Einzelgänger, hatte auch keine Freundin. "Er hat nie schnell Freundschaften geschlossen", berichtet seine Tante Noel Hasan. In der Moschee in Silver Spring habe er nach einer Partnerin Ausschau gehalten, sagte der frühere Imam Faizul Kahn. "Er hatte aber zu viele Bedingungen. Er wollte eine Frau, die sehr religiös ist und fünfmal am Tag betet."

Der unverheiratete Hasan war nach Medienberichten erst seit Juli in Fort Hood stationiert und soll schon seit langem eine Entsendung in ein Krisengebiet gefürchtet haben. Auch habe er die Einsätze im Irak und in Afghanistan vor anderen kritisiert. Ein langjähriger Mitarbeiter sagte der Washington Post, er habe als Einzelgänger mit "ungewöhnlichem" Auftreten gegolten. Viele Kollegen hätten deshalb vermieden, ihm Patienten zu schicken.

Allerdings habe der Psychiater seit Jahren auch versucht, aus der Armee entlassen zu werden und sogar angeboten, der Armee die Kosten für seine medizinische Ausbildung zurückzuzahlen. Doch die Streitkräfte wollten ihn nicht ziehen lassen. "Einige können es ertragen, andere nicht", sagte Noel Hasan. "Er hat sich das alles angehört und er wollte raus aus dem Militär." Zum möglichen Motiv der Bluttat sagte seine Tante weiter: "Er muss einfach durchgedreht sein."

Erst nach und nach kommen Details aus dem Leben Hasans ans Licht. Laut Washington Post wurde er in Arlington bei Washington geboren. Andere Medien sprechen von Jordanien beziehungsweise Ost-Jerusalem. Seine Ausbildung habe er mit Hilfe der Armee erhalten, dann habe Hasan sechs Jahre als Militär-Psychiater im angesehenen Walter-Reed-Armee-Hospital in Virginia vor den Toren der US-Hauptstadt verbracht, wo er Kriegsheimkehrer behandelte, die nach dem Einsatz an post-traumatischem Schock litten.

 
Leser-Kommentare
    • nfb
    • 07.11.2009 um 11:37 Uhr

    Er gilt als Streng Gläubig weil er 1 mal am Tag betet, alles klar!!
    dann ist der Rest über mega herbe Streng Gläubig

    In Florida wurde auch rumgeballert doppel beerdigung.

    • wp
    • 07.11.2009 um 12:30 Uhr

    Es gibt keine Suche nach dem Motiv, sondern ein Versuch der Medien, dieses Thema auszuschlachten. Das Motiv ist doch vollkommen klar - totale Unzufriedenheit mit sich selbst und seiner Umgebung gepaart mit der Tatsache, daß er in die Enge getrieben wurde indem er etwas machen sollte, was er absolut nicht machen wollte. Daß der Täter allerdings ein Psychiater war, entbehrt nicht einer gewissen Komik, auch wenn das Gesamtereignis traurig ist.

  1. hoffentlich gedenken die us-soldaten zukuenftig auch der unschuldigen schlachtopfer weltweit die durch us-attacken ums leben kommen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Midway
    • 07.11.2009 um 13:02 Uhr

    Was meinst du, wie es Soldaten geht, wenn sie aus dem Irak kommen?!

    • Midway
    • 07.11.2009 um 13:02 Uhr

    Was meinst du, wie es Soldaten geht, wenn sie aus dem Irak kommen?!

    • Midway
    • 07.11.2009 um 13:02 Uhr
    4. ^^

    Was meinst du, wie es Soldaten geht, wenn sie aus dem Irak kommen?!

    Antwort auf "gedenken"
  2. 5. [...]

    [Geloescht. Fuer Aeusserungen dieser Art ist hier kein Platz. /Die Redaktion pt.]

  3. [Geloescht, bitte verzichten Sie Ihrerseits auf persoenliche Angriffe. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • khunya
    • 09.11.2009 um 9:46 Uhr

    I'm an American who reads die Zeit on regular basis. I was enraged to find the comment of "Xeno1987" so offended and full of hatred and die Zeit allowed the comment to be published then removed after having received the complaints from some readers. Any loss of lives whether being civilains, children or elderly and in this case soldiers (not-in-combat) to the act of incomprehensible terror is heartbreaking. Sadly we are living in the violent world. Even the school children are not immuned from the school rampage either. Is it "Gottes Gerechtigkeit" as well for kids who got killed in school, Xeno1987?

  4. Wenn jemand wie @5 den Mord ,an den Amerikanischen Soldaten befürwortet dann kocht die Wut in mir hoch! Er schrieb es wäre Gottesstrafe , dann ist dieser Noel Hasan also für diesen "Menschen" ein Gotteskrieger!! Oder wie darf Mann diesen Kommentar sonst verstehen??

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