Europa Kungeln wie im Kreml
Lissabon-Vertrag - war da was? Die jungen Europaabgeordneten Franziska Brantner (Grüne) und Alexander Alvaro (FDP) beklagen das Auswahlverfahren für die neuen EU-Spitzenjobs. Ein Gastbeitrag
© Georges Gobet/AFP/Getty Image

Postenbesetzung als diplomatisches Geschickspiel: Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso präsentiert einen EU-Würfel
Acht Jahre hat es gedauert, am 1. Dezember wird der Lissabon-Vertrag nun endlich in Kraft treten. Wie ist es dazu gekommen? Und was wollten wir ursprünglich erreichen? Acht Jahre später scheint sich daran kaum noch jemand zu erinnern. Denn obwohl wir jetzt die Möglichkeit hätten, mehr Transparenz und Effizienz zu schaffen, blockieren die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten heute schon wieder eben jene Prinzipien, mit denen sie gestern noch den Reform-Vertrag als dringend notwendig anpriesen.
Zeit also für eine kleine Erinnerung: Im Dezember 2001 war längst klar, dass sich die Europäische Union wesentlich vergrößern würde. Die Osterweiterung war zwar noch nicht beschlossen, aber es war abzusehen, dass Institutionen, Regeln und Abläufe, die einst für sechs Mitglieder konzipiert worden waren, nicht mehr ausreichten und auf ein demokratischeres Fundament gestellt werden müssten. Ein neues Haus musste her. Eines, dass nicht nur groß genug sein würde, um 27 plus X neue Mitglieder aufzunehmen, sondern eines, das auch den Bürgern und dem Parlament endlich mehr Mitsprache sichern sollte.
Stolze acht Jahre später hat der Vertrag die Prüfung durch Parlamente, Referenden und Verfassungsgerichte bestanden. Das war nicht immer leicht. Erst wollten die Franzosen und Niederländer nicht in das neue Haus einziehen, dann versagten die Iren ihre Zustimmung. In Deutschland und anderen Staaten wurden die Verfassungsgerichte eingeschaltet und ganz zum Schluss den Tschechen noch weitere Ausnahmegenehmigungen gewährt, bis die Einzugsgenehmigung von allen erteilt war. Der Vertrag war und ist heiß umkämpft.
Wir Verteidiger des Lissabonvertrages, ebenso wie des ursprünglichen Verfassungsvertrages, argumentieren seit acht Jahren, dass durch die neuen Verträge mehr Demokratie, mehr Transparenz geschaffen wird, die EU endlich nach Außen einiger auftreten wird, wichtige Politikfelder wie zum Beispiel die Innen- und Justizpolitik sowie Energiepolitik einen neuen Status erhalten und die EU endlich auf Grundlage der Grundrechtecharta den Erwartungen der Bürger besser entsprechen kann.
Dadurch haben wir Hoffnungen und Erwartungen gegenüber der weiteren europäischen Integration geweckt. Werden diese Erwartungen enttäuscht, werden sich die Bürger erst recht von der EU abwenden.
"Die Kungelei ist dazu angetan, das Ansehen der künftigen Amtsinhaber nachhaltig zu beschädigen"
Doch trotz der neuen Möglichkeiten droht neuer Streit den letzten Kredit der EU bei den Menschen zu verspielen: Das Gerangel um die Besetzung der neu geschaffenen Posten des Ratspräsident und des Vertreters für die Außenpolitik der EU.
Was daran abschreckend wirkt, ist gar nicht einmal, dass um solch wichtige Positionen gerungen wird. Das gehört in Demokratien dazu. Abschreckend ist vielmehr, dass gar keine offiziellen Kandidaten benannt wurden, sondern nur immer neue Spekulationen die Runde machen. Statt einer Tour durch die Hauptstädte zum Beispiel, bei der die jeweiligen Kandidaten und Kandidatinnen für sich und ihre Vorstellung von Europas Rolle in der Welt hätten werben können, müssen Interessenten die Anonymität wahren, um Chance auf Erfolg zu haben. Die Inthronisationen erfolgen – wie weiland zu Kreml-Zeiten - hinter verschlossenen Türen. Die Staats- und Regierungschefs handeln die Sache bei einem Abendessen in Brüssel ab. Diese Kungelei ist unappetitlich. Und sie ist dazu angetan, das Ansehen der künftigen Amtsinhaber nachhaltig zu beschädigen.
- Datum 18.11.2009 - 13:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Dass der Vertrag eben nicht der Demokratie dienen soll, konnte man schon daran sehen, dass abgestimmt wurde, bis das Ergebis passte.
Die meisten Bürger hatten noch nicht einmal dazu die Chance.
Die großen Kartelle besetzen die Posten.
daß die €U ein €litenprojekt ist, das schließt demokratische Strukturen aus.
Wie sagte Clinton so lapidar wie richtig:
Es geht um die Wirtschaft, Dummkopf.
...die Europäer demonstrierten nur, was sie unter Demokratie verstehen.
daß die €U ein €litenprojekt ist, das schließt demokratische Strukturen aus.
Wie sagte Clinton so lapidar wie richtig:
Es geht um die Wirtschaft, Dummkopf.
...die Europäer demonstrierten nur, was sie unter Demokratie verstehen.
und die Mainstreampresse waren sich vor dem Vertrag und auch bei der Postenkungelei immer einig,dem Bürger keine Chance für eine lebendswerte EU.Das ausgerechnet die Grünen und die FDP sich an diesem Lobbyismus stören,finde ich schon einigermaßen überraschend,sie sind normalerweise in Deutschland die größten Lobbyisten.
daß die €U ein €litenprojekt ist, das schließt demokratische Strukturen aus.
Wie sagte Clinton so lapidar wie richtig:
Es geht um die Wirtschaft, Dummkopf.
.. mir die EU ansehe, komme ich immer wieder zu dem Ergebnis, dass Demokratie gar nicht gewollt ist. Die EU ist vielmehr ein probates Mittel, die Demokratie, die in den Nationalstaaten vorhanden ist, auszuhebeln oder zu umgehen. Unter dem Strich entmündigt die EU die Bürger zugunsten der Interessenvertreter. Im Grunde schaffen wir uns derzeit nichts weiter als eine Art UDSSR auf europäisch.
...besteht aus Posten, Posten, Posten...
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Seit lange zeiz schreibe Ich ; dieser CUPOLA im Bruxsel ist keinen demokratischer istituzion dies ist einem wiedergeburt der SOVITUNION EUDSSR
MOSKAU is tBruxsel die neu aptstaat der EUDSSR.Europa haus?wenn Ich einem neu haus bezihe oder baue wehle ich sie auf jederfall bei der EUDSSR bin ich nich gefragt worden .also will Ich dieser haus nicht.
Es ist üblich geworden, Kritik an der EU an den Bürokraten der Kommission festzumachen. Die weitaus größere Bedrohung für Freiheit und Vielfalt droht längst von den Missionaren in Straßburg. Dieser Artikel bestätigt das auf beängstigende Weise. Die beiden Autoren bezeugen nicht nur ihre Unkenntnis ggü demokratischen Prozessen. Sie rufen in ihrem Bestreben nach eigenem Machtzuwachs und im Namen europäischer Großmannssucht auch zur deren Überwindung auf.
Wenn man 27 Regierungen Kremlmethoden vorwirft, weil sie als "Herrn der Verträge" hinter verschlossenen Türen und nicht in den Redaktionsräumen der "Zeit" über Brüsseler Posten verhandeln, so bedeutet dies doch folgendes: Man diskreditiert die Regierungen der Mitgliedsstaaten um sie mittelfristig zu entmachten. Diese Diskreditierung setzt immer an der "Vielstimmigkeit" an, die man sich als Ausdruck von Kleinstaaterei nicht mehr leisten könne. Die Probleme seien so gewaltig, daß Europa die Pluralität nationaler Regierungen und Parlamente als Ausdruck von Vielfalt und Demokratie hinter sich lassen müsse. Nur die eine starke Stimme könne Europa voranbringen. Alle anderen müssen um der Sache Willen schweigen. Übertragen auf die Ebene des Nationalstaates würde jeder diese Forderungen als extremistischen Mist abtun.
Warum aber finden Vertreter aus Straßburg im Namen Europas unentwegt eine Bühne für diesen demokratiefeindlichen Unsinn?
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