Doppelmord an Menschenrechtlern: Moskauer Polizei verhaftet Rechtsextremisten
Im Mordfall Markelow/Baburowa sind in Moskau zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Das Paar soll den Anwalt und eine Reporterin auf offener Straße ermordet haben.
© Alexey SAZONOV/AFP/Getty Images

Das Volk trauert um die ermordeten Menschenrechtler Stanislaw Markelow und Anastassija Baburowa
Zehn Monate nach dem Doppelmord an Stanislaw Markelow, einem russischen Menschenrechtsanwalt, und der Journalistin Anastassija Baburowa hat die Polizei eine Frau und einen Mann aus dem rechtsextremen Milieu als mutmaßliche Täter festgenommen.
Die Ex-Mitglieder einer nationalistischen Gruppierung hätten den Ermittlungen zufolge die beiden Menschenrechtler wegen deren antifaschistischer Haltung ermordet, sagte ein Justizsprecher nach Angaben der Agentur Interfax.
Unter einem Vorwand soll die festgenommene Frau den 34-jährigen Markelow und seine 25-jährige Begleiterin Baburowa nach einer Pressekonferenz in Moskau in die Nähe einer Metrostation gelockt haben. Ihr festgenommener Komplize habe die beiden dort erschossen und sei dann mit der U-Bahn geflohen, hieß es.
Die Leitung der kremlkritischen Zeitung Nowaja Gaseta, die mit den Opfern zusammenarbeitet hatte, äußerte sich zunächst zurückhaltend. Chefredakteur Sergej Sokolow sagte, dass es für Meldungen über eine lückenlose Aufklärung des Doppelmords noch zu früh sei.
Nach der international verurteilten Bluttat waren Stimmen laut geworden, die Täter könnten aus dem Kaukasus stammen. Tatsächlich könnten die Mörder statt aus dem Konfliktgebiet Kaukasus, wo die beiden Opfer für eine Stärkung der Menschenrechte eingetreten waren, aus dem neofaschistischen Milieu kommen, sagte Sokolow.
Die als rechtsextrem geltende Organisation Russische nationale Einheit (RNE), deren Mitglieder die beiden Festgenommenen gewesen sein sollen, wies jede Beteiligung an der Bluttat zurück.
Markelow vertrat unter anderem tschetschenische Folteropfer und Angehörige ermordeter Skinheads. Einer der bedeutendsten Fälle Markelows war der Prozess gegen den früheren Oberst Jurij Budanow, der als bislang ranghöchster Offizier der russischen Armee wegen eines Verbrechens in Tschetschenien zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde. Barburowa war wie die ebenfalls ermordete Anna Politkowskaja als eine freie Journalistin der Nowaja Gaseta tätig.





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