Verhandlungen Leben gegen Blut
Jüdische Moral als Handlungsmaxime: Warum Israel für einen von Hamas entführten Soldaten zahlreiche militante Palästinenser freilassen will
© Gali Tibbon/AFP/Getty Images

Für die Rettung des Gefangenen muss alles andere zurückstehen: Kundgebung für die Befreiung des Soldaten Shalit
Lohnt das? Ein einziger widerrechtlich entführter, als Geisel gehaltener junger Soldat soll gegen hunderte palästinensische Gefangene ausgetauscht werden, die zum Teil wegen der Beteiligung an Terroranschlägen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden waren? Sollen auf diese Weise Menschen in Freiheit gelangen, die nicht nur "Blut an den Händen" haben, sondern, wie die israelische Tageszeitung "Jediot Achronot" schreibt, "bis zu beiden Ohren im Blut stecken"? Wenn sich die anschwellenden Gerüchte bewahrheiten, wird es bald dazu kommen, unter deutscher Vermittlung.
Am Schicksal von Gilad Shalit, der vor mehr als drei Jahren als 19-Jähriger von Hamas-Aktivisten in den Gazastreifen verschleppt worden war, hat jeder Israeli Anteil genommen. Kein Preis scheint für dessen Freilassung zu hoch. Dennoch wirkt der Deal wagemutig, ja halsbrecherisch. Denn der Preis ist hoch: Hunderte von Mördern und Verbrechern können demnächst wieder ihrem barbarischen Handwerk nachgehen; die radikalislamische Hamas wird die Freilassung der Inhaftierten als Sieg feiern – und als Siegerin über Israel in weiten Teilen der islamisch-arabischen Welt gefeiert werden; ebenfalls lacht sich die Hamas-Schutzmacht Iran ins Fäustchen; der Deal zeigt: Geiselnahme wird belohnt, durch Terror und Erpressung können die Prinzipien von Sühne und Gewaltprävention außer Kraft gesetzt werden; mit der Hamas wird, wenn auch indirekt, verhandelt; die Fatah um Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wird weiter geschwächt.
Das alles, wie gesagt, für einen einzigen Menschen. Wer Staaten auf Interessen und Politiker auf Taktiker reduziert, kann das kaum verstehen. Nur wer weiß, dass im Nahen Osten auch Moral und Religion eine handlungsbestimmende, weil identitätsstiftende Rolle spielen, begreift die Aktion in ihrer humanitären Größe. Nach jüdischem Recht hat die Pflicht zur Rettung eines Lebens Vorrang vor anderen Pflichten und Erwägungen. Das Prinzip heißt "Pikuach Nefesch", Rettung aus Lebensgefahr. Dafür muss alles – mit wenigen Ausnahmen wie Götzendienst oder Mord – getan werden. "Pikuach Nefesch" steht daher auch über den Schabbatgesetzen.
Israel versteht sich selbst als jüdischer Staat. Seine politischen Maxime – keine Verhandlungen mit Terroristen, kein Nachgeben gegenüber Erpressern, keine vorzeitige Freilassung von Menschen, die Blut an ihren Händen haben – finden dort ihre Grenze, wo sie mit jüdischer Moral und jüdischem Recht kollidieren. Es gibt sogar Gelehrte, wie den ehemaligen sefardischen Oberrabbiner von Israel, Ovadia Josef, die sich auf "Pikuach Nefesch" berufen, um im Falle eines dauerhaften Friedens die Aufgabe von Gebieten zu rechtfertigem, die unter jüdischer Souveränität stehen. "Vielleicht verlangt das jüdische Gesetz das sogar von uns." Land für Frieden also.
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 25.11.2009.
- Datum 25.11.2009 - 12:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Das ist, was ich an Israel schätze und so paradox es klingt, diese Ethik der scheinbaren Schwäche ist der eigentliche Grund, warum das Land seinen vielen Feinden überlegen ist.
Was zählt ist der Mensch, jeder Einzelne!
"Das ist, was ich an Israel schätze und so paradox es klingt, diese Ethik der scheinbaren Schwäche ist der eigentliche Grund, warum das Land seinen vielen Feinden überlegen ist."
Mit Ethik hat das ganze natürlich nicht das geringste zu tun. Ein Land, dass ein Apartheitssystem unterhält, wie es Israel tut, kennt keine Ethik.
Tatsächlich ist der entführte Soldat als Teil der barbarischen Besatzungsmacht in den Palästinensergebieten keineswegs ein unschuldiges Opfer, sondern ein Täter - und welches Recht sollte es den Palästinensern verbieten, gegen die gewaltsame Besetzung ihres Landes anzukämpfen. Vielen Taten der palästinensischen Extremsten sind als grausam, unmenschlich und rechtwidrig vehement abzulehnen ... die Gefangennahme eines erklärten Feindes ist es jedoch nicht. Keine Sekunde würde der gefangengenommene soldat zögern, auf Palästinenser zu schiessen, wenn der den Befehl dazu bekommt.
Im Gegensatz dazu sind jene Palästinenser, die jetzt freigelassen werden sollen, keineswegs Mörder und Terroristen. In JEDEM Bericht von AI und HRW wird festgestellt, dass Israel seit Jahrzehnten Unschuldige verhaftet und gefangen hält und dass in den Gefängnissen gefoltert wird. Immrhin hat Israel SCHON 1999 (Wow - so früh schon) zumindest offiziell festgestellt, dass das Foltern von Gefangenen gegen die Menschenrechte verstösst.
Wie die Berichte der Menschenrechtsorganisationen belegen, haben sie jedoch nie wirklich damit aufgehört. Die jetzt Freizulassenden sind also vermutlich ohnehin oft unschuldig und zu Unrecht eingekerkert - im Grunde als entführt worden. Wer erinnert sich nicht daran, dass Israel unmittelbar nach der Wahl in den Palästinensergebieten gut EIN DRITTEL der legitim und demokratisch gewählten Völksvertreter der Palästinenser verhaftet hat. Israel hat damals ganz gross angekündigt, dass es die Schuld dieser Männer beweisen würde. NICHTS ist geschehen - NICHTS wurde beweisen - rechtskräftig verurteilt wurde KEINER - und doch sitzen sie bis heute in israelischen Gefängnissen.
... und menschliche Beweggründe leiten Israel bei diesem Gefangenenaustausch ganz gewiss nicht. Es ist wohl eher das Prinzip 'Keiner wird zurückgelassen', welches die Soldaten motivieren soll, auch morgen wieder loszumarschieren, um Palästinenser zu töten, zu unterdrücken und ihr Land zu besetzen.
Der Tagesspiegelbeitrag ist infame Propaganda wie sie einer deutschen Zeitung unwürdig ist ... [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke Die Redaktion/m.e. ]
"Das ist, was ich an Israel schätze und so paradox es klingt, diese Ethik der scheinbaren Schwäche ist der eigentliche Grund, warum das Land seinen vielen Feinden überlegen ist."
Mit Ethik hat das ganze natürlich nicht das geringste zu tun. Ein Land, dass ein Apartheitssystem unterhält, wie es Israel tut, kennt keine Ethik.
Tatsächlich ist der entführte Soldat als Teil der barbarischen Besatzungsmacht in den Palästinensergebieten keineswegs ein unschuldiges Opfer, sondern ein Täter - und welches Recht sollte es den Palästinensern verbieten, gegen die gewaltsame Besetzung ihres Landes anzukämpfen. Vielen Taten der palästinensischen Extremsten sind als grausam, unmenschlich und rechtwidrig vehement abzulehnen ... die Gefangennahme eines erklärten Feindes ist es jedoch nicht. Keine Sekunde würde der gefangengenommene soldat zögern, auf Palästinenser zu schiessen, wenn der den Befehl dazu bekommt.
Im Gegensatz dazu sind jene Palästinenser, die jetzt freigelassen werden sollen, keineswegs Mörder und Terroristen. In JEDEM Bericht von AI und HRW wird festgestellt, dass Israel seit Jahrzehnten Unschuldige verhaftet und gefangen hält und dass in den Gefängnissen gefoltert wird. Immrhin hat Israel SCHON 1999 (Wow - so früh schon) zumindest offiziell festgestellt, dass das Foltern von Gefangenen gegen die Menschenrechte verstösst.
Wie die Berichte der Menschenrechtsorganisationen belegen, haben sie jedoch nie wirklich damit aufgehört. Die jetzt Freizulassenden sind also vermutlich ohnehin oft unschuldig und zu Unrecht eingekerkert - im Grunde als entführt worden. Wer erinnert sich nicht daran, dass Israel unmittelbar nach der Wahl in den Palästinensergebieten gut EIN DRITTEL der legitim und demokratisch gewählten Völksvertreter der Palästinenser verhaftet hat. Israel hat damals ganz gross angekündigt, dass es die Schuld dieser Männer beweisen würde. NICHTS ist geschehen - NICHTS wurde beweisen - rechtskräftig verurteilt wurde KEINER - und doch sitzen sie bis heute in israelischen Gefängnissen.
... und menschliche Beweggründe leiten Israel bei diesem Gefangenenaustausch ganz gewiss nicht. Es ist wohl eher das Prinzip 'Keiner wird zurückgelassen', welches die Soldaten motivieren soll, auch morgen wieder loszumarschieren, um Palästinenser zu töten, zu unterdrücken und ihr Land zu besetzen.
Der Tagesspiegelbeitrag ist infame Propaganda wie sie einer deutschen Zeitung unwürdig ist ... [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke Die Redaktion/m.e. ]
Oh ja, die armen Israelis und wie nobel ist doch "Pikuach Nefesch". Um Pikuach Nefesch zu machen werden sie bald auch ihr Land hergeben wollen. Mir kommen die Tränen.
Man sollte vielleicht erwähnen, dass für Pikuach Nefesch von Gilat Shalit bereits ein paar Kriege geführt wurden und das Blut an den Händen aller Beteiligter klebt, nicht nur an denen der bösen, bösen palästinensischen Halsabschneider.
Pikuach Nefesch, das gilt leider nur für Menschen jüdischen Glaubens und ist Teil dieser unsäglichen Gewaltspirale. Mit Selbstlosigkeit hat das wenig zu tun, sondern eher mit religiösem Fundamentalismus, der die eigene Identität als gottgefällig verklärt.
Na dann ist doch alles klar.
Die Gefangennahme von Israelis scheint für die technisch unterlegene Seite der Königsweg im asymetrischen Konflikt zu sein. Vielleicht kann ja so ein Siedlungsstopp im besetzten Westjordanland erreicht werden.
Eines verstehe ich allerdings nicht.
Im Gazakrieg hat die israelische weder Kosten noch Mühen gescheut, um möglichst viel Infrastruktur kurz und klein zu schlagen sowie über 1000 Menschen zu töten und über 4000 zu verletzen. Um aber in diesem kleinen Flecken Land nach eventuellen Verstecken des gefangenen Soldaten zu suchen - dafür hat es offenbar nicht gereicht.
Dafür werden jetzt Hunderte Gefangene für einen hergegeben. Das mag ja moralisch erscheinen, ist aber in erster Linie dumm.
>>Im Gazakrieg hat die israelische weder Kosten noch Mühen gescheut, um möglichst viel Infrastruktur kurz und klein zu schlagen sowie über 1000 Menschen zu töten und über 4000 zu verletzen.<<
israel hat keine kosten und mühen gescheut, um zivile opfer zu vermeiden. es wurden weder flächenbombardements geflogen, noch wurde nach hamas-manier wahllos auf zivilisten gefeuert. die 1100+ todesopfer gehen allein auf das konto der terrororganisation, die diesen krieg mit allen seinen folgen durch unablässigen raketenbeschuss und trotz ausdrücklicher androhung empfindlicher gegenmaßnahmen gezielt provoziert und die eigene bevölkerung mit ihrer human shield-strategie vorsätzlich gefährdet hat. wie wenig es hamas und co. um das wohl der eigenen bevölkerung geht, zeigt auch das feige, erpresseische spiel mit dem leben schalits. denn es dient lediglich der aufstockung der militanten kräfte in gaza - und das heißt norwendigerweise: zu einer verstärkung der israelischen sicherheitsvorkehrungen und mithin zu einer verschärfung der lebensbedingungen der menschen in gaza.
>>Dafür werden jetzt Hunderte Gefangene für einen hergegeben. Das mag ja moralisch erscheinen, ist aber in erster Linie dumm.<<
wenn Sie moralität und zivilisiertheit so niedrig ansetzen, erscheint Ihnen das verachtenswerte vorgehen der hamas wohl in erster linie als klug.
>>Im Gazakrieg hat die israelische weder Kosten noch Mühen gescheut, um möglichst viel Infrastruktur kurz und klein zu schlagen sowie über 1000 Menschen zu töten und über 4000 zu verletzen.<<
israel hat keine kosten und mühen gescheut, um zivile opfer zu vermeiden. es wurden weder flächenbombardements geflogen, noch wurde nach hamas-manier wahllos auf zivilisten gefeuert. die 1100+ todesopfer gehen allein auf das konto der terrororganisation, die diesen krieg mit allen seinen folgen durch unablässigen raketenbeschuss und trotz ausdrücklicher androhung empfindlicher gegenmaßnahmen gezielt provoziert und die eigene bevölkerung mit ihrer human shield-strategie vorsätzlich gefährdet hat. wie wenig es hamas und co. um das wohl der eigenen bevölkerung geht, zeigt auch das feige, erpresseische spiel mit dem leben schalits. denn es dient lediglich der aufstockung der militanten kräfte in gaza - und das heißt norwendigerweise: zu einer verstärkung der israelischen sicherheitsvorkehrungen und mithin zu einer verschärfung der lebensbedingungen der menschen in gaza.
>>Dafür werden jetzt Hunderte Gefangene für einen hergegeben. Das mag ja moralisch erscheinen, ist aber in erster Linie dumm.<<
wenn Sie moralität und zivilisiertheit so niedrig ansetzen, erscheint Ihnen das verachtenswerte vorgehen der hamas wohl in erster linie als klug.
Hunderte von Mördern und Verbrechern können demnächst wieder ihrem barbarischen Handwerk nachgehen; die radikalislamische Hamas wird die Freilassung der Inhaftierten als Sieg feiern – und als Siegerin über Israel in weiten Teilen der islamisch-arabischen Welt gefeiert werden; ebenfalls lacht sich die Hamas-Schutzmacht Iran ins Fäustchen; der Deal zeigt: Geiselnahme wird belohnt, durch Terror und Erpressung können die Prinzipien von Sühne und Gewaltprävention außer Kraft gesetzt werden
[...]
Und so rührend die Geschichte mit diesem "Pikuach Nefesch" auch ist, sie hat einen Haken: Mit "Rettung aus Lebensgefahr" hat das nun wirklich gar nichts zu tun. Der Soldat ist schon seit drei Jahren in Gefangenschaft, es gibt keinen plausiblen Grund warum er gerade jetzt in Lebensgefahr stecken sollte. Die Leute die ihn gefangen halten wissen ganz genau um den Wert des Soldaten. Ihn umzubringen wäre das Letzte, was die tun würden.
[Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Hallo Herr Vorragend,
Ihren Zynismus, dass jemand nicht in Lebensgefahr ist, bloß weil er sich schon lange darin befindet, finde ich billig. Lebensgefahr war vom Moment der Gefangennahme bis heute gegeben.
Den einzelnen Staatsbürger und sein Lebensrecht an vorderste Stelle zu stellen, finde ich eine imponierende Haltung - gerade auch angesichts des Preises, den Israel dafür zu zahlen bereit ist.
Zu wünschen wäre allerdings, dass sich der Staat Israel zu ein vergleichbaren Haltung auch im Falle der Bewohner der von ihm besetzten Gebiete durchringt.
Meine Verwunderung, dass der arme Soldat nach drei Jahren plötzlich in Lebensgefahr ist, dürfen Sie ruhig billig finden.
Ich habe eben einen anderen, deutlich neutraleren Artikel über den geplanten Gefangenenaustausch gelesen, der interessanterweise genau dafür eine ziemlich plausible Erklärung liefert:
Angeblich geht es insgeheim nur teilweise um den israelischen Soldaten, sondern vor Allem auch um Marwan Barghouti. Israel möchte den Austausch wohl unbedingt jetzt zum Abschluss bringen, weil sie Marwan Barghouti freilassen wollen.
Hintergrund: Da Abbas angekündigt hat das Handtuch zu werfen, zeichnet sich ab dass die Hamas bei den anstehenden Parlamentswahlen haushoch gewinnen wird. Als einzigen Kandidaten, der die (aus Israels Sicht deutlich angenehmere) Fatah retten könnte, wird Marwan Barghouti betrachtet. Der ist bei den Palästinensern offenbar sehr beliebt, gilt aber gleichzeitig in Israel als einer, mit dem man reden kann - dumm nur, dass man ihn zu 5mal lebenslänglich plus 40 Jahre verknackt hat.
Hinter der Fassade drehen sich die Verhandlungen wohl hauptsächlich um ihn - die einen wollen, dass er freigelassen wird, die anderen nicht...
Keine Ahnung ob das wirklich stimmt, aber für mich klingt das deutlich plausibler als die "Israel will einfach nur dass endlich der israelische Soldat freigelassen wird, keine Hintergedanken"-Version, die dieser Artikel hier auftischen will.
Meine Verwunderung, dass der arme Soldat nach drei Jahren plötzlich in Lebensgefahr ist, dürfen Sie ruhig billig finden.
Ich habe eben einen anderen, deutlich neutraleren Artikel über den geplanten Gefangenenaustausch gelesen, der interessanterweise genau dafür eine ziemlich plausible Erklärung liefert:
Angeblich geht es insgeheim nur teilweise um den israelischen Soldaten, sondern vor Allem auch um Marwan Barghouti. Israel möchte den Austausch wohl unbedingt jetzt zum Abschluss bringen, weil sie Marwan Barghouti freilassen wollen.
Hintergrund: Da Abbas angekündigt hat das Handtuch zu werfen, zeichnet sich ab dass die Hamas bei den anstehenden Parlamentswahlen haushoch gewinnen wird. Als einzigen Kandidaten, der die (aus Israels Sicht deutlich angenehmere) Fatah retten könnte, wird Marwan Barghouti betrachtet. Der ist bei den Palästinensern offenbar sehr beliebt, gilt aber gleichzeitig in Israel als einer, mit dem man reden kann - dumm nur, dass man ihn zu 5mal lebenslänglich plus 40 Jahre verknackt hat.
Hinter der Fassade drehen sich die Verhandlungen wohl hauptsächlich um ihn - die einen wollen, dass er freigelassen wird, die anderen nicht...
Keine Ahnung ob das wirklich stimmt, aber für mich klingt das deutlich plausibler als die "Israel will einfach nur dass endlich der israelische Soldat freigelassen wird, keine Hintergedanken"-Version, die dieser Artikel hier auftischen will.
>>Im Gazakrieg hat die israelische weder Kosten noch Mühen gescheut, um möglichst viel Infrastruktur kurz und klein zu schlagen sowie über 1000 Menschen zu töten und über 4000 zu verletzen.<<
israel hat keine kosten und mühen gescheut, um zivile opfer zu vermeiden. es wurden weder flächenbombardements geflogen, noch wurde nach hamas-manier wahllos auf zivilisten gefeuert. die 1100+ todesopfer gehen allein auf das konto der terrororganisation, die diesen krieg mit allen seinen folgen durch unablässigen raketenbeschuss und trotz ausdrücklicher androhung empfindlicher gegenmaßnahmen gezielt provoziert und die eigene bevölkerung mit ihrer human shield-strategie vorsätzlich gefährdet hat. wie wenig es hamas und co. um das wohl der eigenen bevölkerung geht, zeigt auch das feige, erpresseische spiel mit dem leben schalits. denn es dient lediglich der aufstockung der militanten kräfte in gaza - und das heißt norwendigerweise: zu einer verstärkung der israelischen sicherheitsvorkehrungen und mithin zu einer verschärfung der lebensbedingungen der menschen in gaza.
>>Dafür werden jetzt Hunderte Gefangene für einen hergegeben. Das mag ja moralisch erscheinen, ist aber in erster Linie dumm.<<
wenn Sie moralität und zivilisiertheit so niedrig ansetzen, erscheint Ihnen das verachtenswerte vorgehen der hamas wohl in erster linie als klug.
"israel hat keine kosten und mühen gescheut, um zivile opfer zu vermeiden. es wurden weder flächenbombardements geflogen, noch wurde nach hamas-manier wahllos auf zivilisten gefeuert."
Hm - wie mögen diese Kosten und Mühen wohl ausgesehen haben? Waren es jene Mühen, welche die israelischen Befehlshaber auf sich nahmen, als sie zu ihren Soldaten sagten, dass sie auf ALLES schiessen sollen, was sich bewegt, dass JEDER in den Palästinensergebieten ein Feind sei? Waren es jene Mühen, die Israel hunderte Tonnen drigend benötigte Lebensmittel verbrennen lies? Waren es jene Mühen, die Israel international geächtete Streu- und Phosphorbomben einsetzen lies? Oder waren es jene Mühen, die Israel auf sich nahm, als es Schulen und Krankenhäuser beschossen hat?
Den Goldstone-Bericht kann jeder lesen ... und bitte ersparen Sie mir die üblichen Diffamierungen und Lügen der Israelis, welche die Ergebnisse dieses Berichtes leugnen, um die eigenen Verbrechen zu vertuschen. Israel hat jede Untersuchung abgelehnt, keinerlei Eigene angestellt, nichts widerlegen können und die eignen Soldaten haben die Richtigkeit des Berichts bestätigt und von einer Unmenschlichkeit des Israelischen vorgehens berichtet, welche die Ergebnisse des Goldstone-Berichts weit in den Schatten stellt. Mehr Beweise braucht es nicht für die Richtigkeit der Vorwürfe.
"israel hat keine kosten und mühen gescheut, um zivile opfer zu vermeiden. es wurden weder flächenbombardements geflogen, noch wurde nach hamas-manier wahllos auf zivilisten gefeuert."
Hm - wie mögen diese Kosten und Mühen wohl ausgesehen haben? Waren es jene Mühen, welche die israelischen Befehlshaber auf sich nahmen, als sie zu ihren Soldaten sagten, dass sie auf ALLES schiessen sollen, was sich bewegt, dass JEDER in den Palästinensergebieten ein Feind sei? Waren es jene Mühen, die Israel hunderte Tonnen drigend benötigte Lebensmittel verbrennen lies? Waren es jene Mühen, die Israel international geächtete Streu- und Phosphorbomben einsetzen lies? Oder waren es jene Mühen, die Israel auf sich nahm, als es Schulen und Krankenhäuser beschossen hat?
Den Goldstone-Bericht kann jeder lesen ... und bitte ersparen Sie mir die üblichen Diffamierungen und Lügen der Israelis, welche die Ergebnisse dieses Berichtes leugnen, um die eigenen Verbrechen zu vertuschen. Israel hat jede Untersuchung abgelehnt, keinerlei Eigene angestellt, nichts widerlegen können und die eignen Soldaten haben die Richtigkeit des Berichts bestätigt und von einer Unmenschlichkeit des Israelischen vorgehens berichtet, welche die Ergebnisse des Goldstone-Berichts weit in den Schatten stellt. Mehr Beweise braucht es nicht für die Richtigkeit der Vorwürfe.
Objektiv betrachtet halte ich das Vorgehen Israels für falsch, wird es letztlich Gegnern einen praktikablen Weg der Erpressung ermöglichen.
Der moralische Sieg ist unbezweifelbar, jedoch ist es fraglich ob dieser den beschriebenen Verlust der Erpressbarkeit aufwiegt.
schade, dass sie den israelis nicht davor gesagt haben, dass man waehrend der gaza operation nach ihn haette suchen koennen. kopfschuetteln. wenn die israelis nur wuessten, wo er steckt, wuerden sie alles auf dieser welt moeglichstes tun um ihn gewaltsam zu befreien. das koennen die unzaehlige geiselbefreiungsaktionen (meinst erfolgreich) der israelis bestaetigen.
wie es aussieht, steckt er in irgendeinem keller in vororten gazas mit ein paar waechtern, die genau so wie er, seit drei jahre das haus nicht verlassen haben. und es gibt noch zwei drei andere, die fuer die verpflegung sorgen. es gibt einfach kein seilende, an dem das geheimdienst fassen kann um das andere ende zu finden. hier haben die palaestinenser tatsaechlich das erste mal seit 60 jahren etwas zu stande gebracht, was schon mal drei jahre haelt.
ich selbst bin gegen befreiung von 400 veruteilte moerder fuer einen soldaten. und das eher aus einem politischem grund. das wuerde den abas schwaechen und israel muesste die grenzen des gazastreifens oeffnen, was zu noch mehr bewaffnung des gazastreifens fuehren wird.
ob hamas weiter versuchen wird israelis zu entfuehren, wuerde ich eher vernein. denn hamas weisst, das israel das naechste mal, aus gaza nicht abziehen wird, eher der letzte hamas terrorist aus sein versteck geholt wird.
das kann man an hisbolah sehen. hisbollah kann schreien so lange sie wollen, dass sie gewonnen haben. aber so einen sieg wollen sie nicht noch mal, deswegen ist die grenze ruhig.
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