Atom-Streit mit Iran Iran gegen Uran-Anreicherung im Ausland
Der Atomdeal der IAEA mit Iran ist offenbar geplatzt. Eine offizielle Absage gibt es noch nicht, doch Teheran weigert sich, sein Uran im Ausland anreichern zu lassen.
© Prakash Singh/AFP/Getty Images

Iran bleibt hart: Außenminister Manutschehr Mottaki spricht sich gegen die Urananreicherung im Ausland aus
Der Iran geht nicht auf den Atomkompromiss mit der Internationalen Gemeinschaft ein. Nach Angaben seines Außenministers Manuchehr Mottaki wird das islamische Land den von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA erarbeiteten Kompromiss nicht akzeptieren und kein Uran zur Anreicherung ins Ausland schicken. Stattdessen werde ein Materialtausch im Inland erwogen, zitierte die Nachrichtenagentur ISNA den Minister.
Aus IAEA-Kreisen heißt es, noch liege keine offizielle Absage Irans vor. Die Chancen auf ein Gelingen des Deals seien aber inzwischen "sehr dünn".
Auch wenn Mottaki keine Details bekannt gab, scheint Iran nun zuerst den Brennstoff für seinen Reaktor haben zu wollen. Frühestens wenn dieser in Teheran ist, will das Land sein Uran außer Landes bringen. Erstes Anliegen Irans sei aber, den Brennstoff selbst zu produzieren, so Mottaki. Als Zweites wolle das Land ihn kaufen und erst an dritter Stelle stehe der Deal zum Tausch, über den das Land nachdenken wolle. "Nur weil die Weltmächte die dritte Option verwirklicht haben wollen, werden wir uns nicht einschränken lassen."
Um Iran entgegenzukommen, steht noch der Vorschlag von IAEA-Chef Mohamed ElBaradei im Raum, die Türkei in dem Deal als Treuhänder einzubinden. Statt sein Uran nach Russland zu liefern, würde Teheran es in die Türkei schicken. Irans westliches Nachbarland würde das Material dann so lange verwahren, bis der benötigte Brennstoff wie verabredet an Iran geliefert wurde, und das Uran dann an Russland schicken. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad hatte sich dazu vor einigen Tagen positiv geäußert, nach Angaben aus IAEA-Kreisen steht Teheran aber auch dieser Idee äußerst kritisch gegenüber.
Die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates und Deutschland hatten sich mit Iran bei den wieder aufgenommenen Atomverhandlungen in Genf auf einen Kompromiss geeinigt: Teheran braucht dringend höher angereichertes Uran für einen Forschungsreaktor zu medizinischen Zwecken. Statt sein niedrig angereichertes Uran im Land selbst höher anzureichern, sollte Teheran es dafür nach Russland und Frankreich schicken.
Die Verhandlungen über den wahren Charakter des iranischen Atomprogramms gelten seit Jahren als verfahren. Eine Einigung auf den angestrebten Atomdeal wäre ein wichtiger Schritt zum Vertrauensaufbau.
- Datum 18.11.2009 - 18:07 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 10
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Somit sieht man, dass tatsächlich die Atombombe das Ziel ist. Anders kann man das Ausschlagen des Kompromisses nicht deuten.
Die nächsten Wochen, Monate werden sehr spannend, was hier passiert.
...Ich dachte die Verhandlungen seien alternativlos. Mutti hat's gesagt!
...Ich dachte die Verhandlungen seien alternativlos. Mutti hat's gesagt!
Es ist zu einfach schwarz-weiß zu malen. Berücksichtigt man die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts, lässt sich unschwer erkennen, wie sehr der Iran vom Westen ausgebeutet wurde und das Vertrauen von Seiten der Briten und Amerikaner ausgenutzt, ja mit Füßen getreten wurde. Jetzt verlangt man einen Iran, welcher auf den Westen zuschreitet und ihm die Hand reicht. Das ist schlicht zu viel verlangt. Die Angst vor einem Missbrauch ist allgegenwärtig, siehe Pakistan. Vielleicht sollte man damit anfangen, den Iran in der Welt zu akzeptieren und zu respektieren, so wie er ist. Oder geht es nur darum, die Rache des Irans zu fürchten? Man sollte nun Ruhe bewahren und nicht sofort an die terroristische Energie der Regierung denken. Der stolz der Iraner lässt mit Sicherheit kein vorschnelles "Einknicken" zu. Vor allem Russland sollte nicht aufhören, seine Hilfe anzubieten.
Das verwirrendste an dem Gezerre um die Aufbereitung von Uran im Iran bzw. des iranischen Urans ist ja das drumherum. Der Präsident schien ja zeitweise willige gewesen zu sein das Uran ausser Landes zu bringen, um den Iran vor weiteren Sanktionen zu bewahren. Radikalkonservatie aber auch reformistische Kräfte haben ihn dafür jedoch in die Zange genommen.
Somit ist nicht klar, ob die Ablehung des Angebots ein Zeichen der Entscheidung für die Atombombe oder ein Zeichen für die Schwäche Ahmadenijads ist. Beides führt zumindest mittelfristig zu einer Beunruhigung der Region. Entweder durch nukleares Aufrüsten oder durch nationales und regionales Kräftemessen des Präsidenten im Kampf um seinen Machterhalt.
Das stellt jedoch die Frage nach der Aufbereitung in ein neues Licht: geht es hier den Gegnern der Auslagerung um eine Stärkung des Iran, oder um eine Schwächung des Präsidenten?
Ganz gleich was die Motivation ist, die Folgen werden wohl Sanktionen sein, die mittelfristig sowohl den Iran, als auch den Präsidenten schwächen werden.
...tut mir leid, aber diese aussage teile ich ganz und gar nicht. man kann wohl gerade nicht behaupten, dass die iraner in abetracht ihrer politischen als auch wirtschaftlichen situation in irgend einer form "stolz" auf ihr land sein können. worauf sollen sie denn Ihrer Meinung nach stolz sein? auf den präsidenten, der sein volk mit gravierenden menschenrechtsverletzungen unterdrückt? sie in die internationale isolation getrieben hat? auf einen präsidenten, der nicht davor zurückschreckt seine eigenen landsleute, die jugend und somit die zukunft des landes (falls er sich überhaupt noch als einen iraner bezeichnen kann) systematisch zerstört? ja wir sind auf einiges stolz. auf unsere kultur, auf unseren beitrag zur wissenschaft und forschung während der letzten Jahrtausende, auf unsere dichter und philosophen. aber ganz bestimmt nicht auf diese regierung, die unser land schritt für schritt in den ruin treiben wird. solange der westen weiterhin seinen fiskalischen interessen nachhängt, wird sich auch nichts ändern. und was den atomkonflikt betrifft, kann ich nur den kopf schütteln. dem letzten laien dürfte doch jetzt inzwischen aufgefallen sein, was die intention des irans ist. spätestens jetzt dürfte das klar und deutlich sein.
Na, hat denn jemand etwas anderes erwartet?? Diese Diktatur führ doch führt doch die Weltgemeinschaft an der Nase herum. Sie braucht doch die A-Bombe, um sich wie Nordkorea unantastbar zu machen. Gleichzeitig vernichtet sie erfolgreich die Opposition im Lande. Das Regime ist innenpolitisch schwer angeschlagen. Es wird Zeit, dass der Westen Entschlossenheit zeigt und das Regime auch außenpolitisch unter Druck setzt. Das iranische Volk braucht diese Unterstützung.
der Iran auf seine Rechte verzichten?
Der Iran hat den Sperrvertrag unterzeichnet, danach hat der
Iran das Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie UND zur
dazu notwendigen Anreicherung von Uran.
Mit welchem Recht wird vom Iran als einzigen Staat verlangt,
auf seine Rechte aus dem Sperrvertrag zu verzichten?
Harte Fakten, Belege für Behauptungen, das der Iran die
Kernenergie auch militärisch nutzen will, gibt es bis heute nicht.
Laut IAEO (in keinem anderen Land sind so viele Mitarbeiter der IAEO aktiv) gibt es keinen Beweis für eine geplante militärische Nutzung der Kernenergie durch den Iran.
Zitat Baradei "Teheran befindet sich formal im Bereich des Erlaubten."
Der russische Außenminister Lawrow: "Unsere Partner in den USA und Israel bestehen darauf, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Wir denken, dass in einem solchen Fall Fakten vorgelegt werden müssen, die von der Internationalen Atom-Energie-Behörde gestützt werden. Bislang haben wir keine gesehen."
Für den "Atom-Konflikt" des Westens mit dem Iran gibt es
Gründe, die mit den Atom-Aktivitäten des Iran nichts zu
tun haben.
iran spielt poker und blufft dabei. dass iran atomwaffen will, kann mitlerweile keine bestreiten. es gibt zu viele ungereihmheiten. dazu kommen geheimanlagen usw.
sie versuchen ihren blatt mit allen mitteln durchzubringen. einerseits mit scheinverhandlungen und zoegerungen, auf der anderen seite versuchen sie mit "erfolgreichen" militaerischen neueentwicklungen moegliche angreifer abzuschrecken.
dabei haben sie nichts. die moeglichen angreifer sprich israel, wissen alles ueber iran und seine geheimanlagen und sie werden sich nicht davon abschrecken lassen, iran anzugreifen. durch irans wirbelkurs und wahlfaelschung wird ein angriff weniger kritiker haben.
israel hat die zweitbeste luftwaffe der welt und wahrscheinlich die hoechstentwickelte. nicht umsonst kauft israel amerikanische flugzeuge, die keine geraete enthalten, da eigene viel besser sind.(z.b. allen aus den filmen bekannter helm das datten direkt auf das helmglass projeziert - ist eine rein israelische entwicklung, die potentiert ist )aber lassen wir es bei seite.
fakt ist, dass israel mit seinen 500 kampfflugzeugen in der lage ist irans atomprogramm um jahre und mehrere miliarden dollar zurueckzuwerfen. dass sie so weit fliegen koennen, wurde schon mal mehrmals bewiesen, als fast die gesamte luftwaffe die doppelte strecke zuruecklegte.
ob iran recht hat oder nicht, ist eine frage. dass sie die gefahr nicht spueren eine andere. sie leben in einem maerchen, an dessen happy end sie glauben.
Falls es sich der Iran leisten kann, auf die weitere Urananreicherung auf etwa 20 % für seinen 40 Jahre alten Forschungsreaktor in Tehran zu verzichten und lieber nochmal angereichertes Uran, diesmal wohl in Brasilien kauft (mit Genehmigung der IAEA), so ist das doch okay. Es geht um nichts anderes als Radioisotope für medizinische Zwecke, die man auch direkt kaufen kann, und selbst UN Sanktionen würden das nicht verhindern können.
Fahad
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