Atomstreit mit Iran Zurück in den alten Schützengräben
Irans Hardliner haben den Urankompromiss mit der IAEA platzen lassen und provozieren damit Sanktionen des Westens. Allein, die Opposition in Iran könnte von der harten Linie profitieren. Ein Kommentar.
© Atta Kenare/AFP/Getty Images

Irans Regime aalt sich wieder in seiner Lieblingsrolle: Allein gegen alle
Die Katze ist aus dem Sack: Der Urankompromiss der Wiener Atombehörde mit der Islamischen Republik ist Geschichte. Das Intermezzo einer diplomatischen Annäherung in Genf und Wien verflogen. Und der Vertragsentwurf, den Teherans Unterhändler noch vor vier Wochen unter der Schirmherrschaft des scheidenden IAEA-Chefs Mohamed ElBaradei ausgehandelt hatten, liegt im Papierkorb.
Wäre aus dem Text ein unterzeichneter Vertrag geworden, wäre der Großteil des leicht angereicherten Urans außer Landes geschafft worden, um es von Russland und Frankreich zu Brennstäben für den medizinischen Versuchsreaktor in Teheran verarbeiten zu lassen. Dieser Handel von Wien hätten beiden Seiten genutzt: Iran hätte funktionsfähige zivile Atomtechnik geliefert bekommen und die Weltgemeinschaft die Gewissheit, dass Teheran in absehbarer Zeit mangels Spaltmaterial keine Bombe baut. Das Nuklearthema wäre entschärft gewesen – wenigstens für eine gewisse Zeit.
Doch daraus wird nun nichts. Nach heftigem Gerangel in den konservativen Machtzirkeln Teherans hat Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei mit einer ungewöhnlich scharfen Attacke gegen die USA am 30. Jahrestag der amerikanischen Botschaftsbesetzung den internen Streit offenbar entschieden. Und inzwischen sind alle Beteiligten wieder zurück in ihren alten Schützengräben. Irans Regime aalt sich erneut in seiner Lieblingsrolle: "allein gegen alle" – während sich der Westen offen für eine vierte Runde internationaler Sanktionen rüstet.
Präsident Barack Obama kündigte eine schärfere Gangart der USA schon für die nächsten Wochen an. Auch Frankreich, Deutschland und England haben genug von den endlosen iranischen Winkelzügen. Russlands Rhetorik bliebt zwar schwankend und beschwichtigend – unter dem Strich aber scheint der Kreml gegenüber möglichen Sanktionen aufgeschlossener zu sein als noch vor Jahresfrist. So verschob Moskau kürzlich gegen die Proteste entnervter iranischer Ingenieure ein weiteres Mal die Inbetriebnahme des zivilen Reaktorblocks von Bushehr und die Lieferung der dafür notwendigen Brennstäbe. Auch die von Irans Militärführung dringend gewünschten SS-300 Abwehrraketen gegen mögliche Luftangriffe lagern weiter in russischen Depots.
Allein China bleibt unverändert die große Unbekannte auf einer möglichen UN-Boykottrechnung. Sanktionen des Sicherheitsrates gegen den iranischen Energiesektor sind mit China wohl nicht zu machen, denn Peking möchte seine lukrativen Ölverträge und Großprojekte für den Ausbau iranischer Raffinerien nicht gefährden. Nicht zuletzt deshalb fassen die westlichen Länder jetzt vor allem den Bankensektor sowie den Boykott iranischer Schiffslinien ins Auge.
Allein der grünen Opposition gegen Mahmud Ahmadineschad hat die internationale Wende zum Schlechteren neue Luft verschafft. Ihre Führung hatte befürchtet, der Westen werde sich durch einen Atomkompromiss zu einer De-Facto-Anerkennung des umstrittenen Präsidenten verleiten lassen und anschließend das Thema Menschenrechte und Demokratie, Haftstrafen und Folter für politisch Missliebige sowie Unterdrückung und Zensur Andersdenkender still und leise zu den Akten legen. Mit der Atomfrage jedoch ist jetzt auch die Machtfrage im Land wieder offen.
- Datum 19.11.2009 - 16:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 16
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Mir wird Angst und Bange wie Irans Hardliner mit dem Feuer spielen. Wir wachen morgends auf und der Erstschlag ist auf verschiedene Atom und militärischen Anlagen im Iran erfolgt. Friedensnobelpreis hin ode her.
wenn ich an unser arrogantes HANDELN und die möglicherweise zu erwartenden Folgen denke.
Zeige niemals mit dem Finger pausenlos auf andere zeigen, wenn du selbst bis zur Halskrause in der eigenen Sch..ß. steckst.
Nur als kleiner Denkanstoß!
Friedensnobelpreis hin oder her!
wenn ich an unser arrogantes HANDELN und die möglicherweise zu erwartenden Folgen denke.
Zeige niemals mit dem Finger pausenlos auf andere zeigen, wenn du selbst bis zur Halskrause in der eigenen Sch..ß. steckst.
Nur als kleiner Denkanstoß!
Friedensnobelpreis hin oder her!
auch wenn unsere Politiker und die Elite, also die sogenannte "Weltgemeinschaft" gegen euch sind und euch eurer Freiheit berauben wollen, müsst ihr wissen, dass es auch hier Menschen gibt, die anders denken.
wenn ich an unser arrogantes HANDELN und die möglicherweise zu erwartenden Folgen denke.
Zeige niemals mit dem Finger pausenlos auf andere zeigen, wenn du selbst bis zur Halskrause in der eigenen Sch..ß. steckst.
Nur als kleiner Denkanstoß!
Friedensnobelpreis hin oder her!
dass israelische Atombomben viel weniger gefährlich sind als potentiell iranische.
Was - wenn wir uns mal von dieser Schwarz-Weiß-Sicht der (nur?)Bush-Ära lösen - sollte denn mehr weltpolitische Bedeutung verschaffen als der Besitz von Atomwaffen? Zu Recht wird die Weltgemeinschaft (ist sie denn eine? Nur bei wenigen Themen ...) gegen jeden neuen Staat mit diesem Besitzziel vorgehen wollen, aber die Gründe dafür werden leider selten aus der friedensliebenden, sondern eher aus der Ecke kommen, welche um den Bedeutungsrückgang bangt. Nein, Iran soll und darf keine Bombe bekommen, doch wie wollten sie dem Streben danach begegnen, wenn doch der Einflussfaktor Wirtschaftskraft im globalen Bezug Irans faktisch nicht vorhanden ist?
Außen vor hierbei ist noch das moralische Erleben gerade der Staaten, die am dringlichsten gegen Iran vorgehen. Die USA haben da eine große Galubwürdigkeitskrise, ihre "Follower" oft genauso.
Auffällig auch, dass Iran, genau wie Irak, doch sehr günstig liegt, was den Ressourcenzugang angeht. Da mag ein Konflikt schon einen besseren Grund als "nur" Massenvernichtungswaffen brauchen, hoffe ich.
immerhin packt der 'brutalst-mögliche' kontrolleur al-baradei nach seinem totalversagen endlich seine siebensachen. allerdings hat er trotz der desaströsen bilanz seiner dienstzeit angedroht, sich auch weiterhin aktiv zu engagieren.
spätestens nach dieser unappetitlichen episode:
http://www.welt.de/print-...
hätte eigentlich jedem klar sein können, welchen bock man da zum gärtner gemacht hat. aber ganz sicher wird man ihm nach jahrelanger faktischer ermittlungsbehinderung einen respekt- und würdevollen abschied bereiten.
immerhin packt der 'brutalst-mögliche' kontrolleur al-baradei nach seinem totalversagen endlich seine siebensachen. allerdings hat er trotz der desaströsen bilanz seiner dienstzeit angedroht, sich auch weiterhin aktiv zu engagieren.
spätestens nach dieser unappetitlichen episode:
http://www.welt.de/print-...
hätte eigentlich jedem klar sein können, welchen bock man da zum gärtner gemacht hat. aber ganz sicher wird man ihm nach jahrelanger faktischer ermittlungsbehinderung einen respekt- und würdevollen abschied bereiten.
immerhin packt der 'brutalst-mögliche' kontrolleur al-baradei nach seinem totalversagen endlich seine siebensachen. allerdings hat er trotz der desaströsen bilanz seiner dienstzeit angedroht, sich auch weiterhin aktiv zu engagieren.
spätestens nach dieser unappetitlichen episode:
http://www.welt.de/print-...
hätte eigentlich jedem klar sein können, welchen bock man da zum gärtner gemacht hat. aber ganz sicher wird man ihm nach jahrelanger faktischer ermittlungsbehinderung einen respekt- und würdevollen abschied bereiten.
Al Baradai hat immer gesagt im Irak gebe es keine Massenvernichtungswaffen und die USA haben nach ihrem Angriffskrieg nicht den Hauch von Massenvernichtungswaffen gefunden. Getäuscht, gelogen und betrogen haben die USA.
Man könnte nur kritisieren, daß Al Baradai dies Verhalten der USA nicht angeprangert hat.
Al Baradai hat immer gesagt im Irak gebe es keine Massenvernichtungswaffen und die USA haben nach ihrem Angriffskrieg nicht den Hauch von Massenvernichtungswaffen gefunden. Getäuscht, gelogen und betrogen haben die USA.
Man könnte nur kritisieren, daß Al Baradai dies Verhalten der USA nicht angeprangert hat.
An der NYSE notierte Banken müssen auf Druck des US-Handelsministerium den Iran blockieren und sind ein halbes Jahr später bankrott. War ja vor zwei Jahren mal lustig und hat auch einen Menge Kohle eingebracht, die Masters of the Universe zu versenken. Aber eine Citybank bei zwei Euro fünfzig??? Ich trete doch keine Krüppel.
Lasst euch was anderes einfallen, ihr Pappnasen.
Schade das sie nicht das Thema weiter aus gebreitet haben wirde gern mehr über die Machenschaften der bank darüber
erfahren
Schade das sie nicht das Thema weiter aus gebreitet haben wirde gern mehr über die Machenschaften der bank darüber
erfahren
Ahmadineschad wäre einer der Hardliner den sich die Falken unter den Republikanern in Washington wünschen würden!
Man sieht ja an Nordkorea ganz gut, wieviel "Feiheit" Atomwaffen dem Volk bringen kann. Aber wer braucht schon was zu essen, wenn er die ultimative Waffe hat. Iran ist auf dem Weg zur vollen Diktatur und die Atombombe würde das für Jahrzehnte zementieren.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren