Vor dem Kopenhagen-Gipfel

G 20 sind sich uneins über Klimaschutz

Die Zeit drängt: Die Finanzminister der Wirtschaftsnationen konnten in Schottland keine verbindlichen Ziele zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen festlegen.

Regenwolken über dem Klima-Treffen: Im schottischen St. Andrews waren die Finanzminister und Notenbankchefs der G 20 ein weiteres Mal nicht in der Lage, einen Kompromiss zum Klimaschutz zu finden

Regenwolken über dem Klima-Treffen: Im schottischen St. Andrews waren die Finanzminister und Notenbankchefs der G 20 ein weiteres Mal nicht in der Lage, einen Kompromiss zum Klimaschutz zu finden

Einen Monat vor dem Welt-Klimagipfel in Kopenhagen sind sich die führenden Wirtschaftsnationen im Hinblick auf den Klimaschutz noch immer nicht einig. Die Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G 20) haben sich trotz intensiver Verhandlungen im schottischen St. Andrews nicht auf einen Kompromiss über bindende Ziele und Finanzzusagen verständigt. Erheblicher Widerstand kommt vor allem aus China, hieß es am Samstagnachmittag nach den zweitägigen Beratungen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der das erste Mal in seinem neuen Amt an einem internationalen Treffen teilnahm, zeigte sich enttäuscht. Man sei nicht ganz so weit gekommen, wie zuvor erhofft. "Wir sind nicht zu einer gemeinsamen Lösung gekommen", sagte Schäuble nach seinem ersten G-20-Ministertreffen. Es bestehe aber Einigkeit, dass Kopenhagen nicht scheitern dürfe. Er habe die Hoffnung, dass dies allen Beteiligten klar sei. "Kopenhagen darf (...) nicht scheitern. Das kann sich die Welt nicht leisten."
 

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Auf dem Welt-Klimagipfel in Kopenhagen soll eine Nachfolge-Vereinbarung für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen getroffen werden. Kernproblem ist laut Schäuble, dass ein Teil der Schwellenländer keine eigenen Mittel in den Klimaschutz investieren wolle. Es sei völlig klar, dass die entwickelten Länder natürlich einen größeren Beitrag leisten. Aber ohne Eigenbeiträge gehe es nicht. "Alles hängt mit allem zusammen."

Laut Abschlussbericht des Treffens verständigte sich die G-20-Ministerrunde darauf, weitere Möglichkeiten zur Finanzierung des Kampfes gegen den Klimawandel auszuloten. "Wir haben verschiedene Optionen diskutiert und werden weiter daran arbeiten", sagte der britische Finanzminister Alistair Darling.

Vor dem Treffen hatte Gastgeber Darling seine Amtskollegen noch darauf eingeschworen, die Gefahren des Klimawandels genauso ernst zu nehmen wie die Wirtschaftskrise. In der Abschlusserklärung bekräftigten die Finanzminister dann lediglich, dass eine umfangreiche und verlässliche Finanzierung für ein internationales Klima-Abkommen notwendig sei.

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Leser-Kommentare

  1. "G20 uneins über Klimaschutz". Ich war ja mal eine lange zeit so naiv und dachte, das auf ZEIT.de Neuigkeiten verbreitet werden.

    "Wir sind nicht zu einer gemeinsamen Lösung gekommen". Die wird es auch nicht geben. China UND die USA UND die Entwicklungsländer UND Europa... Dagegen ist einem Marslandung Kinderkram.

    "Erheblicher Widerstand kommt vor allem aus China". Klar, weil die USA sich noch nicht in die Karten schauen lassen.

    "In der Abschlusserklärung bekräftigten die Finanzminister dann lediglich, dass eine umfangreiche und verlässliche Finanzierung für ein internationales Klima-Abkommen notwendig sei.".
    So denn eine Lösung zustande kommt. Keine Lösung, kein Geld, keine Probleme. Wenn es irgendwann mal akut wird, sind die heutigen Politiker nur noch teil des biologischen Rohstoffkreislaufes und das wissen die.

    • 07.11.2009 um 20:52 Uhr
    • TDU

    Wenn man bedenkt, dass sich zwei-drei Staaten nicht über etwas einigen können, dann wäre es für mich verwunderlich, wenn eine sowiechtige wie kostspieliege Frage schnellgelöst werden könnte. Was ist eigentlich mit Indien?. Ohne dieses Land will China vielleicht auch nicht. Ist ja nicht weit weg.

  2. Stimmt, zumal die Elite ja noch kräftig verdienen will, bevor alles zugrunde geht. Was für ein hübsches Foto, nur das bald keiner mehr davon etwas wissen wird, wenn das Ökosystem Erde kippt. Jeder kleine Schuljunge weiss, was passiert, wenn man so unverantwortlich z.B. mit seinem Aquarium umgeht. Leicht neigt man dazu den Herren und Damen eine gewisse Unwissenheit zu unterstellen, die es in diesem Fall aber nicht gibt. Sie sind besser informiert als sie es zugeben werden und genau das ist das perfide an der Sache, die bewusste Täuschung und das Schönreden. Erst müssen die Beweise, die Fakten auf den Tisch, noch ist ja nichts tragisches passiert und die Milliarden Menschen ohne Wasser und Nahrung sitzen ja noch in weiter Ferne. Es ist halt das typische wegschauen, die Wirtschaft regiert und wieso sollten sie dieser auch reinreden, immerhin finanziert sie ihnen ihren sybolischen Herrschaftsanspruch, wär ja dumm wenn man den Ast absägt auf dem man sitzt und die breite Masse schaut zu , gefangen in einem System, indem sie ihre Identität schon lange verloren haben, seien wir doch mal ehrlich, wir leben halt in einer Wirtschaftsdiktatur und kaum einer merkts, den Beweis bekommen wir mal wieder unter die Nase gehalten, das grosse Stöhnen und Ächtzen kommt erst wenn die Lebensmittelregale leer sind. Wir lassen uns halt von den Grosskonzernen suggestiv einlullen, leben in moderner Käfighaltung und jagen fremdbestimmten Träumen hinterher,die mit der Realität nichts mehr gemein haben.

  3. Warum sich Deutschland mit seinen 2-3% CO2 Ausstoss so ins Zeug legt?

    Ganz einfach. Im Kyoto-Protokoll werden noch die Werte von 1990, d.h. inclusive der alten DDR-Industrie als Bemessungsgrundlage genommen. Durch die "Abwicklung" ist der CO2-Austoss um 25% gesunken. Netter Effekt der viel Geld spart, wenn nicht nachträglich andere Basiswerte genommen werden.

    Ausserdem hat man ja die Gutschrift schon an RWE, EON und Konsorten weitergereicht. Nicht von ungefähr wollen die jetzt überall ihre 2 Gigawatt Kohle-Dreckschleudern aufstellen.

  4. Die demokratischen (!) Führer des Senats haben fast zur selben Zeit wie Merkel ihre Rede vor den Abgeordneten beider Häuser hielt, beschlossen, eine fünfwöchtige Pause bei der Befassung der Klimagesetzgebung einzulege.

    Die US-Amerikanische Umweltbehörde EPA solle genauere Zahlen vorlegen, welche finanziellen Auswirkungen ein vorgesehenes Abkommen haben wird.

    In der Wirklichkeit bedeutet das, dass Obama, falls er nach Kopenhagen kommt, keine Zusagen machen kann.

    Es ist das eingetreten was ich vor einigen Monaten bereits in einem Beitrag geschrieben habe : Es wird zu keinen bindenden Zusagen kommen, mit großer Sicherheit zu Willensäußerungen, die der Weltbevölkerung als teilweise Problemlösungen angepriesen werden.

  5. Diese Strukturen sind nicht fähig solche Probleme zu lösen, das hat sich doch schon die letzten Jahre gezeigt. Warum glaubt noch irgendwer das ein Gxx-Gipfel zu irgendwelchen konsequenten Ergebnissen kommen würde? Die Herrschaften vor Ort haben nicht die Kompetenz diese diese Entscheidungen zu treffen, das sollte doch mal klipp und klar gesagt werden.
    Diese Gipfel sind im Grunde ein peinliches Theaterstück, es stellen sich Leute vor die Medien und lassen sich als "Weltherrscher" auf einem Gruppenfoto ablichten und das war es. Es würde der Umwelt mittlerweile mehr helfen wenn der Gipfel in Kopenhagen nicht stattfinden würde, da so nicht jeder Politiker quer um die Welt dahin fliegen würde. Nichtmal so was wie "Regierungsflugzeug-Sharing" ist denen bisher eingefallen...

    Wirtschaftskonzerne sind mittlerweile auch kleine Länder - nur eben mit verteilten Standorten und globalen Wirkungsbereich. Warum werden die in Kopenhagen nicht direkt eingebunden? Die Verhandlungsergebnisse transparent gemacht und veröffentlicht? Dann heißt es eben auch die Entscheidung, den CO2-Ausstoß bis 2010 um 20% zu verringern, wurde von folgendem Konzern und folgenden Ländern geblockt. Somit haben Wähler die Möglichkeit durch ihr Handeln als Konsument auch deutlich zu machen was sie für richtig halten.

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  • Datum 7.11.2009 - 19:39 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 6
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