Krieg im Kongo Die Vergewaltiger tragen Uniform

Die UN fordern am heutigen "Tag gegen Gewalt an Frauen" die Staaten zum Handeln auf. Besonders dramatisch ist die Lage im Kongo, wo seit Jahren ein blutiger Krieg tobt.

Rebellen verschiedener Gruppen kämpfen gegen die Regierung, Milizen plündern Dörfer, Soldaten verüben Vergeltungsaktionen, Banditen überfallen Flüchtlinge. In der Demokratischen Republik Kongo herrscht seit Jahren ein blutiger Krieg.

Vor allem Frauen und Kinder leiden unter der Gewalt. Nach Schätzungen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) wurden zwischen 1998 und 2008 200.000 Opfer im Kongo vergewaltigt. Allein im Ostkongo registrierten die UN im vergangenen Jahr 7703 Sexualverbrechen – die Dunkelziffer ist noch höher. Die Täter sind meist Milizionäre, Soldaten oder Polizisten.

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Besonders die Provinzen Haut-Uélé und Bas-Uélé im Norden und Kivu im Osten sind heftig umkämpft. Die Lords Resistance Army (LRA), eine Rebellentruppe aus Uganda, kämpft im Norden gegen die kongolesische und die ugandische Armee. Im Osten bekriegen sich die Hutu-Miliz "Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas" (FDLR) mit der kongolesischen Armee. In den vergangenen Jahren sind Tausende Zivilisten bei Kampfhandlungen und an der Folge der Konflikte gestorben.

Banu Altunbas von der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) kennt Hunderte von Fällen, in denen Frauen und Kinder von Milizionären und Soldaten missbraucht und verletzt wurden. Die 41-jährige Medizinerin leitet das Einsatzteam der MSF im Kongo. Banu Altunbas ist mit Krisen- und Kriegsregionen vertraut. Noch im vergangenen Jahr etwa koordinierte sie die Hilfe für Dafur. Doch obwohl sie viele Opfer von Gräueltaten gesehen hat, entsetzt sie die Gewalt im Kongo immer wieder aufs Neue.

"Unsere Patienten berichten von Entführungen und Gewaltexzessen", sagt Banu Altunbas. "Es kommt zu massenhaften Vergewaltigungen. Die Frauen wissen zum Teil nicht, zu wem die Täter gehören – alle tragen Uniform." Allein in Kivu habe Ärzte ohne Grenzen in den vergangenen zwölf Monaten 5300 Opfer von sexueller Gewalt behandelt.

Bestraft wird kaum ein Vergewaltiger, die missbrauchten Frauen und Mädchen bleiben mit Verletzungen an Körper und Seele zurück. Die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch dokumentierte zum Beispiel den Fall einer Neunjährigen, die vom einem Offizier der kongolesischen Armee im Mai 2008 vergewaltigt wurde. Der Täter kam einige Monate ins Gefängnis, wurde aber nie vor Gericht gestellt und im Frühjahr 2009 wieder in die Freiheit entlassen. Anschließend bedrohte er das Mädchen und ihre Familie und kündigte an, sich für die Verhaftung rächen zu wollen. Das Opfer wurde erneut zum Opfer.

Für Human Right Watch ist das kein Einzelfall. Die Organisation berichtet, dass nicht nur die Rebellen, sondern auch Regierungstruppen Frauen als Beute nähmen. Vor allem die 14. Armeebrigade der kongolesischen Armee habe brutal unter der Zivilbevölkerung gewütet. Zeugenaussagen belegen, dass Soldaten zahlreiche Mädchen als Sexsklavinnen in ihre Lager verschleppten.

Leser-Kommentare
  1. [Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine sachliche und niveauvolle Diskussion. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • Gafra
    • 25.11.2009 um 20:36 Uhr

    ist denn das für ein zynischer, widerwärtiger Kommentar?
    Schämen Sie sich nicht?
    Wenn Ihre Männerbewegung von solchen "Herren", wie Sie sich hier präsentieren, dann hat sie sich schon gründlich diskreditiert!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    tut mir leid ich gehöre zu keiner männerbewegung

    tut mir leid ich gehöre zu keiner männerbewegung

    • Gafra
    • 25.11.2009 um 20:43 Uhr

    dann hat....

  2. Der Kern der Aussage, das nur weil Krieg hauptsaechlich von Maennern gefuehrt wird, nicht auch Maenner unter den Leidtragenden sind, hat schon einen wahren Kern.

    Und das ist Aerzte ohne Grenzen zweifelsohne auch bewusst..

    (Aber die Art und Weise wie dies von Nr. 1 kritisiert wurde, ist nun wirklich alles andere als konstruktiv...)

    Nur vermutlich liest sich das normale Leiden der Maenner nicht reisserisch genug, um es in die deutschen Medien zu schaffen...ich mein, die enorme Vergewaltigungen unterscheidet diese "Krieg" besonders von anderen oder....oder moment...oder was?

    Schliesslich koennen sich Maenner ja wehren....

    einseitige Emanzipation? Wenn Frauen anfangen sich zu wehren, warum duefen die Maenner dann nicht damit auffhoeren?...ha..ha

    Oh Mann....das ist KRIEG...und zwar einer der grausamsten, auf die Menschenwuerde bezogen, aller Zeiten...
    Krieg um des Krieges Willen...

    Was gibt es da zu streiten, wer mehr leidet?

    der Verfasser benutzt Vergewaltigungen als aufhaenger fuer die Arbeit von Aerzte ohne Grenzen nimmt..

    soviel dazu..

    Wer Ironie findet darf sie behalten...jedem das Seine=)

    • Gafra
    • 25.11.2009 um 21:20 Uhr

    sind keine Randerscheinung, sondern ein in bestialischer Weise angewandtes Mittel (vergewaltigungen mit Gegenständen, deren Beschreibung ich mir erspare, dutzende Male vergewaltigt), übrigens auch um die Männer des Gegners zu treffen.
    Im übrigen wurde auch schon oft über die Kindersoldaten berichtet und wie sie oft ihren Familien entrissen und ebenfalls vergewaltigt werden. Wie sie gezwungen werden, ihre Angehörigen umzubringen etc.
    Nur dass unter solche Berichte keine Frau schriebe, das sei nur ein Randphänomen und über den Bericht über die geraubten und gequälten Jungen, die zu Mördern gemacht werden vergesse man das Leid der Frauen. Das eine Mal ist das eine das Thema, das andere Mal das andere.

    Es scheint im übrigen vielmehr so, dass diese "Soldaten" und Milizionäre marodierend durchs Land ziehen und da ist vorwiegend die Zivilbevölkerung betroffen, zu der dann auch alte Menschen (auch alte Frauen werden vergewaltigt) und Kinder gehören.
    Dieser Krieg ist kein Krieg zweier Armeen gegeneinander, sondern es ist ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung um sie zu demoralisieren und das gewonnene Land auszuplündern.

    @J.P.Witt Und Sie haben auch noch nie einen Artikel über traumatisierte Soldaten aus dem Irak oder Afghanistan gelesen, oder wie?!
    Fakt ist, dass die Männer meist Täter ... und dann erst Opfer sind.

  3. 6.

    tut mir leid ich gehöre zu keiner männerbewegung

    Antwort auf "Sagen Sie mal, was"
  4. Auch die 3 Millionen Toten scheinen in der sogenannten "internationalen Staatengemeinschaft"auf kein reges Interesse zu stossen.Im Gegensatz dazu kann man aber tagtäglich etwas über den Iran lesen.Wie die alle dort unten angeblich nach Coca Cola ,Sex,Drugs und RocknRoll gieren....Kommt es mir so vor oder war die journalistische Qualität frueher doch ein bisschen besser,wenn auch frueher genauso viel gelogen wurde wie heute?

  5. 8. Super!

    Schön, dass spätestens in den Kommentaren einen Krieg, in dem echte Menschen real auf grausame Art und Weise misshandelt werden, als ein Symbol für den Geschlechterkampf missbrauchen.

    Das ist echt hilfreich und steigert sicherlich den Grad unserer Zivilisation!

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