Treffen in Kopenhagen Umweltminister ringen um einheitliche Klimaziele

Noch bevor er startet, gilt der UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen als gescheitert. Die Umweltminister aus 40 Ländern versuchen nun zu retten, was zu retten ist.

Es ist das letzte große Treffen vor dem Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen – und es ist die letzte Chance, doch noch eine Einigung zwischen Schwellen- und Industrieländern zu erzielen und ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll auszuarbeiten. Hinter geschlossenen Türen verhandeln von Montag an die Umweltminister aus 40 Ländern ebenfalls in Kopenhagen über eine gemeinsame Klimaerklärung. Deutschland ist durch den neuen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) vertreten.

Zum Auftakt des Klima-Treffens kündigte die dänische Klimaministerin Connie Hedegaard am Montag "Debatten bis ins Mark bei den schwierigsten Fragen" an. Sie bestritt, dass beim Asien-Pazifik-Forum (Apec) am Vortag in Singapur die Ziele für die weltweit mit Spannung erwartete UN-Konferenz ab 7. Dezember heruntergeschraubt worden seien.
 

Apec-Gipfel einigte sich auf politisches Abkommen

Beim Apec-Gipfel am Wochenende hatten sich die 21 Mitgliedsstaaten auf Empfehlung des dänischen Regierungschefs Lars Løkke Rasmussen darauf geeinigt, in Kopenhagen nur noch ein politisches, nicht aber ein juristisch bindendes Abkommen treffen zu wollen. In ihrer Abschlusserklärung hatten die Länder einzelne Passagen verwässert. Andere wurden gänzlich gestrichen, wie etwa die Absicht, den CO2-Ausstoß bis 2050 zu halbieren.

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Ursprünglich hatte man sich aber einen Durchbruch vom UN-Klimagipfel im Dezember erhofft: Es war geplant, bereits ein Nachfolgeabkommen Kyoto-Protokoll zu beschließen. Dieser Plan ist mit der Erklärung des Apec-Gipfels ist jedoch so gut wie gescheitert.



Als Grund für das Abweichen der Apec-Staaten von einer konkreten, bindenden Klimaerklärung gilt die Sorge der Industrie- und Schwellenländer, dass es für ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll noch zu früh sei. Die Apec-Staaten verlangten mehr Zeit für ihre Verhandlungen. Auch das Zögern der US-Regierung soll einen gewichtigen Teil zum Scheitern beigetragen haben.  

Der Klimagipfel ist ein Erfolg, wenn das Ziel klar formuliert ist.

Norbert Röttgen zum anstehenden Klimagipfel

Hedegaard hingegen betonte, es sei Rasmussen in Singapur nicht um die Senkung der Ambitionen für Kopenhagen gegangen, sondern um deren Sicherung durch einen Plan in zwei Schritten mit einer realistischen Grundhaltung. Sie habe am Sonntagabend auch ein "gutes und konstruktives Gespräch" mit Chinas Umweltminister Xie Zhenua geführt. Sie zweifle nicht daran, dass auch die chinesische Führung beim Kopenhagener Gipfel alles daran setzen werde, bei den "zentralen Fragen" zu einem Ergebnis zu kommen.

Merkel will im Dezember nach Kopenhagen reisen

Der deutsche Umweltminister Röttgen sagte zum Auftakt des Treffens, entscheidend für den Klimagipfel werde sein, wie das "Abkommen inhaltlich aussieht". Er sagte weiter: "Der Klimagipfel ist ein Erfolg, wenn das Ziel klar formuliert ist."

Unterdessen hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entschieden, im Dezember nach Kopenhagen zu reisen. "Wir dürfen die Messlatte jetzt nicht zu niedrig hängen, sondern müssen Kopenhagen zu einem wichtigen Meilenstein machen hin zu einem entscheidenden Abkommen im nächsten Jahr", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Montag. Das Ziel sei, "einen wichtigen Schritt hin zu einem verbindlichen Abkommen im Rahmen der Vereinten Nationen" zu machen. Merkel werde sich mit ihren europäischen Partnern abstimmen und darauf achten, "dass ein Maximum auf dem Weg dahin erreicht werden kann".

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte die EU am Montag auf, sich nicht mit einem unverbindlichen Abkommen beim Klimagipfel abzufinden. Die EU-Länder haben bisher die weitestgehenden Verpflichtungen zur Verminderung der CO2-Emissionen angekündigt.

 

 
Leser-Kommentare
  1. Die Aussagen der Apec Runde sind eindeutig : Es wird keine Verpflichtungen der Mitglieder der Apec Runde geben, für die einzelne Länder konkrete Reduktionsziele, sprich mengenmässige CO2 Minderung für ganz konkrete Länder, zu vereinbaren. Und Zielgrößen bis zum Jahre 2050 wurden glatt aus dem Programm gestrichen.

    Die Apec-Länder sehen durch solche Verpflichtungen ihre Entwicklungsmöglichkeiten beschnitten. Ein ausreichender finanzieller Ausgleich ist offenbar nicht zu erreichen.

    Und für OBAMA kommt die Entwicklung nicht ungelegen. Er hat derzeit keine Mehrheit im Senat, und dies nicht nur bei den Republikanern, sondern teilweise auch bei seinen eigenen Parteifreunden.

    Wie wird man jetzt vor der Öffentlichkeit argumentieren? Kopenhagen war bisher angeblich die letzte Möglichkeit, die Welt vor einer Katastrophe zu retten.

    Offenbar sehen das zumindet die Apec Länder anders. Ohne die Mitglieder der Apec Runde gibt es aber kein Abkommen.

    Und zur Apec Runde gehören neben den Pazifik-Ländern sowhl China, Russland, wie auch die USA.

    • P. R.
    • 16.11.2009 um 14:04 Uhr

    ...letztendlich kann doch niemand garantieren, dass man
    a) die richtigen Schritte einleitet und/oder
    b) sich an Verordnungen oder (wie im Kopenhagener Fall) an Absprachen und Vereinbarungen hält.
    Denn, wenn sich einer der wirtschaftsstärken Staaten nicht an seine Zusagen hält, glaub ich kaum, dass er nachhaltig oder in besonderem maße negativ sanktioniert wird (wenn überhaupt).
    Das es im Kern eine gute Idee und extrem wichtig ist Naturschutz im hohen Maße zu thematisieren, stellen für mich die Klimagespräche eine reine Öko-Profil-Veranstaltung dar.
    Ich gebe aber auch zu, dass ich keine Idee zu einer Alternative aufzeigen kann.

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