Gewalt gegen politische Gegner Verdächtiger stellt sich nach Massaker auf Philippinen
Der Politiker Ampatuan Junior hat sich gestellt. Da er als Freund der aktuellen Präsidentin gilt, steht die Regierung in der Kritik, den Verdächtigen schonend zu behandeln.
© Jeoffrey Maitem/Getty Images

In der Provinz Maguinadanao auf den Philippinen: Familien, Freunde, Studenten und Sympathisanten gedenken der Opfer
Auf dem Weg zur Anmeldung ihres Gouverneurskandidaten waren zahlreiche philippinische Oppositionelle entführt und getötet worden. Am Mittwoch stellte sich der als Drahtzieher des Massakers verdächtigte Politiker. Bürgermeister Datu Andal Ampatuan Junior wurde jedoch nicht von der Polizei festgenommen, sondern begab sich, begleitet von Familienmitgliedern in die Obhut eines Präsidentenberaters. Er sollte zu Ermittlungen nach Manila geflogen werden.
Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hatte als Reaktion auf das Massaker den Notstand über die Region verhängt. Ampatuan Junior soll am Montag den Überfall auf den Autokonvoi eines politischen Rivalen befehligt haben. 100 Bewaffnete verschleppten die Insassen. Die Menschen wurden später erschossen oder erschlagen und notdürftig begraben an einem abgelegenen Abhang nahe einer Schnellstraße gefunden. Mindestens 57 kamen ums Leben. Unter den Toten waren mehr als zwei Dutzend Journalisten.
Der mächtige Ampatuan-Clan, der im Süden der Philippinen zahlreiche politische Ämter besetzt, ist einer der engsten Verbündeten von Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo. Innenminister Ronaldo Puno wies Kritik zurück, dass die Regierung den Verdächtigten besonders schonend behandele.
"Ich habe nichts Falsches getan", so zitierte ein Onkel des Bürgermeisters, selbst Staatssekretär im Energieministerium, seinen Neffen. Bei einem Familienrat am Mittwoch habe Ampatuan Jun. seine Unschuld beteuert und geweint. "Er sagte, es täte ihm leid, dass er den Namen der Familie ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gezogen habe."
- Datum 26.11.2009 - 08:23 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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