Merkel vor dem US-Kongress Mutig nur beim Klimaschutz
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Stich ins Wespennest

Überhaupt, blieb sie oft nur im Ungefähren – bis auf einen einzigen, mutigen Punkt. "Ich freue mich, " sagte sie, "dass Präsident Obama und Sie in Ihrer Arbeit dem Schutz unseres Klimas eine hohe Bedeutung beimessen. Wir alle wissen: Wir haben keine Zeit zu verlieren... Wir brauchen eine Einigung auf ein Ziel: Die globale Erwärmung darf zwei Grad Celsius nicht überschreiten."  Und weiter und konkreter noch: "Dafür brauchen wir die Bereitschaft aller Länder, international verbindliche Verpflichtungen zu übernehmen."

Damit stieß sie mitten in ein amerikanisches Wespennest. Die meisten Demokraten riss es begeistert von den Stühlen, die meisten Republikaner blieben sitzen, grummelten oder schüttelten den Kopf. Denn dieser Tage ist der Streit über das amerikanische Klimaschutzgesetz und Amerikas Beitrag für die Kopenhagener Konferenz wieder voll entbrannt.

Fast alle Republikaner und einige Demokraten sperren sich sowohl gegen ein nationales Emissionsgesetz als auch gegen international verbindliche Vorschriften. Sie fürchten Wettbewerbsnachteile für die Kohleindustrie, teure Strompreise für den Verbraucher und zweifeln sowieso daran, dass die Erderwärmung menschengemacht ist.

Für diese wichtigen, deutlichen Worte gebührt Angela Merkel Respekt und Beifall. Das tröstet auch darüber hinweg, dass andere Teile ihrer Rede manchmal kleinkariert daher kamen. In ihren Ausführungen zur deutschen Einheit erwähnte sie Helmut Kohl und etliche amerikanische Präsidenten, aber mit keinem Wort Willy Brandt, den Vater der Ostpolitik, den Friedensnobelpreisträger, der nach dem Fall der Mauer weise sprach: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört."

 
Leser-Kommentare
    • fakten
    • 03.11.2009 um 20:44 Uhr

    Was soll daran kleingeistig sein, sehr geehrter Herr Klingst, wenn Frau Merkel einige derjenigen nennt, die zur Wiedervereinigung beigetragen haben? Ihre Aufzählung nahm nicht in Anspruch, alle genannt zu haben.
    Und, so leid es mir tut, Willy Brandt war persönlich sicherlich für die Wiedervereinigung, seine Parteigenossen im Jahre 1989 aber nicht (mehr). Denken Sie nur an die Toscana-Fraktion (Schröder, Fischer, Lafontaine), denen nach eigenen Aussagen die Toscana näher am Herzen lag als Ostdeutschland. Oder nehmen Sie speziell Oskar Lafontaine, der im Westen Ängste schürte, was das alles kosten würde und den Osten aufforderte, viel, viel mehr zu fordern. Er jedenfalls wollte die Wiedervereinigung nicht und wollte sie durch sein Vorgehen verhindern.
    Dass Brandt, der ja keine Regierungsverantwortung hatte und den Prozess insofern auch nicht veranlasst oder befördert hat, dann ein - persönliches - Wort zur schon geschehenen Vereinigung fand, das ist nun wirklich nichts, was man extra erwähnen muss. Was daran kleingeistig sein soll, bleibt Ihr Geheimnis.

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    Oskar Lafontaine war nicht gegen eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Er schlug eine Wiedervereinigung im Rahmen einer Art Konföderation vor. Damit wären nicht nur die finanziellen Folgen besser verkraftbar gewesen, auch wirtschaftlich wettbewerbsfähige Betriebe wie ROBOTRON in Dresden und mit ihnen viele tausend Arbeitsplätze hätten erhalten werden können. Als dann aber im Wahlkampf Kohl "blühende Landschaften" versprach, hieß es, wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM. Hätte, wäre könnte ....Das ist Schnee von gestern.
    Ärgerlich ist aber, wenn die Kanzlerin einmal wieder mit ihrer DDR-Vergangenheit spielt "...von der großen Sehnsucht nach Bluejeans und Freiheit...als die Mauer fiel, sie in den Westen durfte..." So etwas kommt in den USA gut an. Die Wahrheit ist, Angela Merkel gehörte als FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda zu den Priviligierten. Sie durfte in den Westen fahren, hat es oft genug getan, zuletzt bei einer größeren Reise 1987 und die Bluejeans hätte sie ohne weiteres mitbringen können. Auch das mag Schnee von gestern sein, aber sicher nicht für die DDR-Bürger, welche solche Freiheiten nicht hatten.
    Dennoch, wir haben den Amerikanern viel zu verdanken. Nicht nur die Befreiung vom Naziregime, auch die Billigung der Wiedervereinigung trotz der zögerlichen Haltung Frankreichs und Großbritaniens.

    Oskar Lafontaine war nicht gegen eine Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Er schlug eine Wiedervereinigung im Rahmen einer Art Konföderation vor. Damit wären nicht nur die finanziellen Folgen besser verkraftbar gewesen, auch wirtschaftlich wettbewerbsfähige Betriebe wie ROBOTRON in Dresden und mit ihnen viele tausend Arbeitsplätze hätten erhalten werden können. Als dann aber im Wahlkampf Kohl "blühende Landschaften" versprach, hieß es, wenn die DM nicht zu uns kommt, gehen wir zur DM. Hätte, wäre könnte ....Das ist Schnee von gestern.
    Ärgerlich ist aber, wenn die Kanzlerin einmal wieder mit ihrer DDR-Vergangenheit spielt "...von der großen Sehnsucht nach Bluejeans und Freiheit...als die Mauer fiel, sie in den Westen durfte..." So etwas kommt in den USA gut an. Die Wahrheit ist, Angela Merkel gehörte als FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda zu den Priviligierten. Sie durfte in den Westen fahren, hat es oft genug getan, zuletzt bei einer größeren Reise 1987 und die Bluejeans hätte sie ohne weiteres mitbringen können. Auch das mag Schnee von gestern sein, aber sicher nicht für die DDR-Bürger, welche solche Freiheiten nicht hatten.
    Dennoch, wir haben den Amerikanern viel zu verdanken. Nicht nur die Befreiung vom Naziregime, auch die Billigung der Wiedervereinigung trotz der zögerlichen Haltung Frankreichs und Großbritaniens.

  1. Lieber Herr Klingst,

    falls Sie die Rede von Fr. Merkel vollständig angehört haben, haben Sie offenbar etwas anderes herausgehört als ich.

    Fr. Merkel sprach von 3 großen Aufgaben im 21. Jhrd..

    Der Klimaschutz war die dritte Aufgabe.

    Schön, dass Sie das mit den Jeans und das weitere persönliche das Fr. Merkel vorgebracht hat, so beeindruckt hat.

    Aber sorry, Fr. Merkel sprach vom Mauerfall 1989 und nicht vom Kniefall (wieviele Jahre vorher?) von Brandt.

    Ihrer Aufmerksamkeit ist leider auch entgangen, dass Fr. Merkel auch Hrn. Gorbatschow in diesem Zusammenhang des Mauerfalls erwähnt hat.

    Und nun meine Frage: was hätten Sie stattdessen als Kanzlerin von D in die 40 Minuten alles hineingepackt vor beiden Häusern des amerikanischen Kongresses?

    Die Zuhörer in beiden Häusern waren sichtlich mehr angetan als Sie.

    Es gab reichlich und auch lange Befälle und viele standing ovations.

  2. Sehr geehrter Herr Klingst,

    ich muss mich "weißblau" anschließen. Haben Sie die ganze Rede gesehen, bzw. gehört? Frau Merkel ist tatsächlich nicht sehr präzise gewesen. Aber ich ziehe den Hut vor einer Angela Merkel wie ich sie noch nicht erlebt habe. Ihre Rede war großartig, persönlich gestaltet und einfach wohltuend. Das was Schröder auf unserer und Busch auf der anderen Seite beinahe zerstört haben ist nicht leicht zu kitten, aber diesen Weg mit einem Präsidenten Obama zu bestreiten ist weitsichtig und äußerst klug. Die Aufgaben die vor uns liegen sind so gewaltig und bedürfen weit mehr als gut gemeinter Kuschelpolitik. Sie bedarf der Emotionen, des Mitgefühls, des "Etwas-bewegen-wollen"!!

    Diese Bundeskanzlerin hat bewegt und war bewegt. Ich wünschte mir Politik könnte öfters so sein. Neben der Logik und der Nüchternheit bedarf es doch, ab und zu jedenfalls, ein wenig positiver Emotionen.

    Wir können heute stolz sein, auf eine Kanzlerin die nicht nur unser Land, sondern die gesamte EU hervorragend repräsentiert hat.

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    Deutschland hätte die Vorhaben im Irak, wie auch immer unterstützt?

    Das deutsch / amerikanische Verhältnis war nicht zerstört, wie Daten aus der Zeit beweisen. Nur das Verhältnis zwischen dem Kriegstreiber und Verantwortlichen für Folter Bush und Bundeskanzler Schröder. Deutschland hat sich für sein "Nein" zum Irak-Krieg hohes Ansehen in der gesamten Welt erworben. Und die Welt wäre besser dran, wenn Georg W. Bush mit der Unterstützung von Merkel diesen Krieg nie begonnen hätte.

    Deutschland hätte die Vorhaben im Irak, wie auch immer unterstützt?

    Das deutsch / amerikanische Verhältnis war nicht zerstört, wie Daten aus der Zeit beweisen. Nur das Verhältnis zwischen dem Kriegstreiber und Verantwortlichen für Folter Bush und Bundeskanzler Schröder. Deutschland hat sich für sein "Nein" zum Irak-Krieg hohes Ansehen in der gesamten Welt erworben. Und die Welt wäre besser dran, wenn Georg W. Bush mit der Unterstützung von Merkel diesen Krieg nie begonnen hätte.

  3. [Einleitung entfernt, bitte bleiben Sie sachlich und höflich/ Redaktion; svb]

    WOFÜR genau dankt Merkel denn den Amerikanern denn hinsichtlich der Wiedervereinigung? Die Amerikaner wurden von den Ereignissen völlig überrascht und haben absolut nichts dazu beigetragen. Achselzuckend haben sie daneben gestanden und sind einfach der entwicklung gefolgt, die sie weder aufhalten, noch gross beeinflussen konnten. Was also ist denn nun die Rolle der Amerikaner, für die sie Dank verdienen? Glaubt denn irgend jemand, die Amerikaner hätten es sich leisten können, die Wiedervereinigung zu verbieten? Sie mit Waffengewalt aufhalten? Nur weil sie - vom Zeitgeschehen vor sich hergetrieben - am ende ein paar Verträge unterzeichneten, die einen Zustand besiegelt haben, denn sie ohnehin weder beeinflussen noch verhindern können, gebührt ihnen doch kein Dank.
    Jetzt von den billigen Plätzen aufzuspringen, den Erfolg für sich zu proklamieren und sich von einem peinlichen Vasallen umschmeicheln zu lassen, ist einfach nur peinlich.

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    • joG
    • 04.11.2009 um 10:26 Uhr

    ...erstaunliche Wahrnehmung der damaligen Begebenheiten. Am Ende eines 45 Jährigen Systemkrieges (man erinnere sich bspw an Kennedy oder Reagan) war die Zukunft Deutschlands von den Entscheidungen der Grossmächte abhängig. Alleine die Hunderttausende Truppen dieser Länder auf deutschem boden... Russland, GB und Frankreich waren entschieden gegen die Wiedervereinigung und entschloßen sie zu verhindern. Kohl wußte, dass er ein Problem haben würde, wenn er eine Vereinigung wollte. Bush gab grünes Licht.
    Zwar musste Kohl das der EU bezahlen mit dem Ende der DM und letztlich die Deutschen mit einer Decade Stagnation, aber er bakam seinen Deal.

    • joG
    • 04.11.2009 um 10:26 Uhr

    ...erstaunliche Wahrnehmung der damaligen Begebenheiten. Am Ende eines 45 Jährigen Systemkrieges (man erinnere sich bspw an Kennedy oder Reagan) war die Zukunft Deutschlands von den Entscheidungen der Grossmächte abhängig. Alleine die Hunderttausende Truppen dieser Länder auf deutschem boden... Russland, GB und Frankreich waren entschieden gegen die Wiedervereinigung und entschloßen sie zu verhindern. Kohl wußte, dass er ein Problem haben würde, wenn er eine Vereinigung wollte. Bush gab grünes Licht.
    Zwar musste Kohl das der EU bezahlen mit dem Ende der DM und letztlich die Deutschen mit einer Decade Stagnation, aber er bakam seinen Deal.

  4. Nicht viel anders verhält es sich mit dem angeblichen "Schutz" Deutschland während des Kalten Krieges. Die US-Truppen haben amerikanische Interessen vertreten und entsprechend Politik mit der Gewaltandrohung durchgesetzt. Von "Schutz" kann da keine Rede sein.
    Die Anwesenheit der US-Soldaten mit ihren Atomwaffen hatte vorallem ein Ziel: Deutschland in Falle eines Krieges mit den Russen zum Kriegsgebiet machen und damit die Tradition amerikanischer Imperialpolitik fortzusetzen, amerikanische Kriege stets auf dem Staatsgebiet und dem Rücken ANDERER Völker auszutragen. Die amerikanischen Truppen haben Deutschland nicht geschützt, sondern zum ZIEL gemacht. HIER wären die ersten Bomben gefallen, die ersten Rakten eingechlagen und die russischen Panzer gerollt, nicht in den USA. Und genau das war das Ziel der Truppenstationierung in Deutschland.
    Die Luftbrücke war da auch nur ein taktisches Manöver, dass Berlin als Prellbock gegen die Russen erhalten sollte. Warum erinnert sich niemand mehr daran, dass die Eskalation, die zur Blockade Berlins führte, von den Amerikanern ausging? Warum erinnert sich niemand daran, dass die Grenzen nach Ostberlin für Westberliner stets - auch während er Blockade - offen waren und jeder Westberliner ohne jedes Problem im Osten hätte Lebensmittel kaufen können?
    Weil die Amerikaner in einer Situation Berlin versorgt haben, die sie selbst verschuldet haben, soll ihnen gedankt werden?

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    • PhilN
    • 03.11.2009 um 23:12 Uhr

    Kurze Frage: Was wäre denn gewesen, wenn die Amis nicht da gewesen wären? Sowjetstern bis an den Rhein und Ende aller deutscher Souveränität! Müßig über so etwas nachzudenken!
    Eigennutz hin oder her, in der amerikanisch dominierten BRD war das Leben auch dank Amerika besser als in 98% der Länder dieser Erde. Der amerikanischen Softpower und Finanzstärke, waren die Kommunisten auf Dauer nicht gewachsen. Dafür darf man rühig dankbar sein und zur Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen beitragen.

    • eras
    • 04.11.2009 um 14:03 Uhr

    Brauchen Sie sowjetische Geschichtsbücher auf? Ansonsten kann ich mir den Kommentar zur angeblichen "Aggression" nicht erklären. Ausgangspunkt der sowjetischen Blockade war zum Einen die Londoner Sechsmächtekonferenz, zum Anderen die Währungsreform. Beides grundsätzlich unerlässliche Schritte, der eine zum Aufbau eines Staatswesens in den westlichen Besatzungszonen, der andere zur Stabilisierung der Währung.

    Die Reaktion der Sowjets, die offensichtlich aus Deutschland lieber eine Quasi-Kolonie gemacht hätten (bzw. diese ja dann in "ihrem" Teil errichteten), war die Totalblockade Berlins, inklusive Abschaltung der Stromversorgung und des Sperrens aller Landverbindungen. Was einer Quasi-Belagerung gleichkommt. Man wollte die Stadt offensichtlich aushungern.

    Ich weiss wirklich nicht, wie sie auf die These von der Aggression der Amerikaner kommen. Erklärung?

    • PhilN
    • 03.11.2009 um 23:12 Uhr

    Kurze Frage: Was wäre denn gewesen, wenn die Amis nicht da gewesen wären? Sowjetstern bis an den Rhein und Ende aller deutscher Souveränität! Müßig über so etwas nachzudenken!
    Eigennutz hin oder her, in der amerikanisch dominierten BRD war das Leben auch dank Amerika besser als in 98% der Länder dieser Erde. Der amerikanischen Softpower und Finanzstärke, waren die Kommunisten auf Dauer nicht gewachsen. Dafür darf man rühig dankbar sein und zur Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen beitragen.

    • eras
    • 04.11.2009 um 14:03 Uhr

    Brauchen Sie sowjetische Geschichtsbücher auf? Ansonsten kann ich mir den Kommentar zur angeblichen "Aggression" nicht erklären. Ausgangspunkt der sowjetischen Blockade war zum Einen die Londoner Sechsmächtekonferenz, zum Anderen die Währungsreform. Beides grundsätzlich unerlässliche Schritte, der eine zum Aufbau eines Staatswesens in den westlichen Besatzungszonen, der andere zur Stabilisierung der Währung.

    Die Reaktion der Sowjets, die offensichtlich aus Deutschland lieber eine Quasi-Kolonie gemacht hätten (bzw. diese ja dann in "ihrem" Teil errichteten), war die Totalblockade Berlins, inklusive Abschaltung der Stromversorgung und des Sperrens aller Landverbindungen. Was einer Quasi-Belagerung gleichkommt. Man wollte die Stadt offensichtlich aushungern.

    Ich weiss wirklich nicht, wie sie auf die These von der Aggression der Amerikaner kommen. Erklärung?

    • PhilN
    • 03.11.2009 um 23:12 Uhr

    Kurze Frage: Was wäre denn gewesen, wenn die Amis nicht da gewesen wären? Sowjetstern bis an den Rhein und Ende aller deutscher Souveränität! Müßig über so etwas nachzudenken!
    Eigennutz hin oder her, in der amerikanisch dominierten BRD war das Leben auch dank Amerika besser als in 98% der Länder dieser Erde. Der amerikanischen Softpower und Finanzstärke, waren die Kommunisten auf Dauer nicht gewachsen. Dafür darf man rühig dankbar sein und zur Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehungen beitragen.

    Antwort auf "Geschichtsverklärung"
  5. Das moecht eich von vorneherein sagen.

    Der Autor hat klar erkannt, dass sie mit den Klimabemerkungen in ein Kongress-Wespennest gelangt hat. Was ich gut finde, dass heisst die Kanzlerin auch kontroverse Themen nicht unter den Tisch schiebt.
    Ganz allgemein, muss ich sagen,, wird diese Rede, wie alle Reden, in denen der Kongress eine Joint Session hat (immer ein grosses Ereignis) total uberbewertet wird. kaum ein Amerikaner weiss, oder schert sich drum , das die Angelika in DC ist. Das hat nichts mit desinteresse in der politik zu tun. Aber in Dc wird heutzutage so viel gequasselt, und auch so viel Bloedsinn geredet, das den gesunden Menschenverstand beleidigt, dass der durchschnittliche Amerikaner schlicht die Nachrichten ausknipst, um seinen gesunden Menschenverstand zu bewahren.

    Ich habe Angelika nicht gehoert (in CSPAN konnte man die ganze Rede verfolgen, aber wer schaut sich das schon an), ich habe einige Snippets gelesen.

    Nach meiner Beurteilung hat die Merkel einen ausgezeichneten Job getan.
    Aber man sollte in Deutschland nicht den Schluss ziehen, dass diese Rede irgendetwas aendern wuerde. Wie gesagt, etwa 99% der Amerikaner haben keine Ahnung, dass sie ueberhaupt in DC ist.

    Gerd

  6. Die Passagen zum Klimaschutz in Merkels Rede finde ich nicht mutig, sondern leider enttaeuschend. Angela Merkel hat in ihrer Rede das 2-Grad-Ziel hervorgehoben, die Bedeutung verbindlicher Verpflichtungen betont und die USA indirekt aufgefordert, einem neuen Klimavertrag beizutreten. Das ist auch gut so. Doch hat sie dabei eine Sprache gewählt, für die sich kein Republikaner erwärmen kann. Es war gar die einzige Passage der ganzen Rede, in der sie Präsident Obama lobend erwänht hat. Applaus der Demokraten ist einem da sicher.

    Die meisten Republikaner haben zu diesen Aussagen kühl geschwiegen. Dabei wäre es nicht schwer gewesen, Amerikas Konservative mit guten Argumenten für den Klimaschutz aus der Reserve zu locken: Warum nicht aufzeigen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien die Versorgungssicherheit erhöht? Warum nicht auf die Risiken nationaler Sicherheit hinweisen, die durch den Klimawandel für Deutschland und die USA zu erwarten sind? Warum den Klimaschutz nicht als Bewahrung der Schöpfung ansprechen?

    Diese Argumente mögen in der deutschen Debatte keine zentrale Rolle spielen. In der USA werden sie darüber entscheiden, ob genug republikanische Abgeordnete für das Klimagesetz stimmen, damit es am Ende des Tages verabschiedet werden kann. Als Vorsitzende der deutschen Konservativen hätte Angela Merkel im Kongress ein parteiübergreifendes Singal für mehr Klimaschutz setzen können. Die Bundeskanzlerin hat leider eine große Chance vertan.

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