Rede vor dem US-Kongress

Merkel dankt USA für Wiedervereinigung

Angela Merkel hat in ihrer Rede vor dem US-Kongress den USA für ihre Rolle beim Mauerfall gedankt - und einen gemeinsamen Kampf für den Klimaschutz angemahnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel widerfährt eine große Ehre: Sie spricht vor dem US-Kongress

Bundeskanzlerin Angela Merkel widerfährt eine große Ehre: Sie spricht vor dem US-Kongress

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Rede vor dem US-Kongress dem amerikanischen Volk für seine Hilfe bei der deutschen Wiedervereinigung vor 20 Jahren gedankt. Niemals würden die Deutschen dies den Amerikanern vergessen, sagte Merkel am Dienstag in einer teilweise sehr persönlichen Rede vor den Senatoren und Abgeordneten des Kongresses.

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Merkel ist die erste Kanzlerin, die während einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus sprechen durfte. Zuletzt hatte Konrad Adenauer vor mehr als 50 Jahren vor dem US-Kongress geredet. Es sei eine große Ehre kurz vor dem Jahrestag des Mauersturzes sprechen zu dürfen, sagte Merkel zu Beginn ihrer Rede auf Englisch. Anschließend fuhr sie in deutscher Sprache fort.

Merkels Rede wurde immer wieder von Applaus unterbrochen. Mehrfach erhoben sich die Senatoren und Abgeordneten von ihren Sitzen. "In wenigen Tagen schreiben wir den 9. November", sagte Merkel. An jenem Datum sei vor zwanzig Jahren die Berliner Mauer gefallen. Der 9. November sei aber auch der Jahrestag der Pogromnacht 1938. Sie könne hier nicht von der Wiedervereinigung sprechen, ohne auch von dieser Nacht und der Schoa zu reden.

Mehrfach verwies die Kanzlerin auf ihre eigene Biographie und auf ihre Jugend in der DDR hinter Mauern. Sie habe sich damals niemals vorstellen können, in die USA zu reisen oder gar vor dem amerikanischen Kongress zu stehen. Amerika sei für sie vor 1989 "schier unerreichbar" gewesen. Als die Mauer fiel, seien diese Grenzen gefallen. "Wir Deutschen wissen, wie viel wir Ihnen verdanken", sagte Merkel. Ihr Dank gelte auch den in Deutschland über die Jahrzehnte stationierten Soldaten und Diplomaten. Ohne sie wäre die "Überwindung der Teilung unmöglich gewesen".

Merkel erinnerte an die Berliner Luftbrücke und dankte den Amerikanern für diesen Einsatz. Merkel erinnerte auch an die Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan, die sich für Deutschland einsetzten. Und sie dankte dem früheren US-Präsidenten George Bush sen., der Deutschland Partnerschaft und Führung anbot. 

 

Zugleich ermunterte Merkel die USA zu Anstrengungen beim Klimaschutz. "Wir brauchen eine Einigung bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen", sagte die Kanzlerin. Die Welt schaue auf Europa, aber auch auf die USA. In der Rede streifte sie auch andere internationale Themen. Merkel warnte die iranische Regierung. Eine Bedrohung Israels durch Iran müsse verhindert werden. "Atombomben in den Händen des iranischen Präsidenten, der den Holocaust leugnet und Israel bedroht, darf es nicht geben", sagte sie. Die Sicherheit Israels sei nicht verhandelbar. "Wer Israel bedroht, bedroht auch uns."  Zugleich sprach sie sich im Nahost-Konflikt für eine Zwei-Staaten-Lösung von Israel und den Palästinensern aus. Über die aktuellen Themen hatte Merkel zuvor auch mit US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus gesprochen.

Obama: Merkel ist "außergewöhnliche Führungspersönlichkeit"

Merkel und US-Präsident Barack Obama waren zuvor im Weißen Haus zu einem etwa halbstündigen Gespräch zusammengetroffen. Dabei ging es vor allem um den Klimaschutz, die Weltwirtschaftskrise und den Krieg in Afghanistan. Obama nannte die Kanzlerin mit Blick auf die Klimapolitik eine "außergewöhnliche Führungspersönlichkeit". In Fragen der internationalen Wirtschaftspolitik und im Kampf gegen die Weiterverbreitung von Nuklearwaffen sei Merkel "nachdenklich und energiegeladen", lobte der US-Präsident. 


 

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Leser-Kommentare

  1. bedankte sie sich noch bei Gott, weil dieser ihr das Leben geschenkt habe.

    • 03.11.2009 um 17:39 Uhr
    • xtc

    ... bei den USA dafür, daß mir die Wiedervereinigung Frau Merkel beschert hat.
    (Wer Ironie findet, darf sie behalten.)

  2. Ich bedanke mich für den Soli, die reduzierte Rente, die schlechten Straßen und den Verfall des Westens.

    Bei den USA vor allem für deren Kultur, wie McDonnald, Coca Cola, die Finanzkrise, Busch usw.

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    Ach ja...   klaus-henning baehr

    [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    Falsch: McDonnald --> Richtig: McDonald's
    Falsch: Coca Cola --> Richtig: Coca-Cola
    Falsch: Busch --> Richtig: Bush (ich denke Sie meinen den Präsidenten a.D.)

    Fazit: erst einmal die amerikanische Kultur kennen (-lernen) und dann darüber schimpfen.

  3. "Aber kein Land – auch nicht Frankreich oder Großbritannien – habe die deutsche Einheit so gefördert wie Amerika."

    Man hätte der Vollständigkeit halber auch erwähnen können, dass gerade diese Länder, mit freundlicher Unterstützung Russlands und seiner damals zukünftigen Vasallenstaaten, die Teilung Deutschlands erst geschaffen haben.

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    Wer hat's geschaffen?   klaus-henning baehr

    Die Aufteilung des ehemaligen Deutschen Reiches in Besatzungszonen wurde 1944 von allen Siegermächen des 2. Weltkriegs beschlossen. Von "freundlicher Unterstützung" Russlands (gemeint ist wohl die UDSSR)und seiner späteren Vasallen kann also keine Rede sein. Wesentlicher wäre aber die Einsicht, dass das Deutsche Reich unter der Führung der Nazis und ihrer zahllosen Mitläufer sich das selbst eingebrockt hat.

  4. [...] (Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    Antwort auf "Ja ja.."
  5. 6. @ 4

    Hätten Sie es damals anders gemacht?

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    @6   Tom Riddle

    Das Selbstbestimmungsrecht der Völker respektiert, wenn ich mir schon einreden würde, Europa "befreit" zu haben.

  6. 7. Rede

    Mit großem Verlaub, aber die Vorschreiber sind einfach dumm, dreist und überheblich. Wohl keiner hat hinter der unmenschlichen Grenze gelebt, gerade der Schreiberling, "Der Laie". Er hat sich seinen Hintern warm gehalten in der alten Bundesrepublik. Als einer, der im Osten aufgewachsen ist und Glück hatte mit Anfang 20 neue Chancen zu erhalten, sage ich solchen Leuten. Schaut Euch Nordkorea, Kuba und andere Staaten an, die immer noch keine Freiheit haben.
    Was Frankreich und Großbritanien betrifft lagen diese Länder falsch. Man kann gespannt sein, was die frz. Archive, die jetzt geöffnet werden, beinhalten.

    Es ist eine Ehre vor einem frei gewählten Parlament zu Reden und dann vor dem der USA.

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    ach ja?   heinzschmidt

    ich bin in einem anderen Ostblockstaat aufgewachsen. Die DDR war ein Traumland im Vergleich. Trotzdem konnte man ein gutes Leben führen. Aber leider ohne Bananen...
    Alle fuhren das gleiche Auto. Das ist natürlich für viele ein Albtraum. Womit sollen sie sonst protzen? Was sollen sie sonst mit dem Geld tun, das sie durch das viele Arbeiten verdient haben. Das viele Arbeiten mit dem sie die Leere ihres Lebens füllen.
    9ter November, das ist Trauertag.

    Siehe da, endlich mal ein arroganter Ossi, der den ironischen Wessis sagt, was Sache und wie finster der Sozialismus ist. Ich ( Jahrgang 1944 )gehöre zu denen, die, wie Sie sagen, ihren "Hintern warm gehalten" haben in der guten alten BRD. Immerhin habe ich dort gelernt, andere Meinungen, Politiker wie Angela Merkel und ihre Sprechblasen zu ertragen. Sie hingegen erinnern mich an die Erwachsenen meiner Jugend, die mich gerne mal aufforderten, doch nach drüben zu gehen, wenn es mir hier nicht gefalle.

  7. Die Aufteilung des ehemaligen Deutschen Reiches in Besatzungszonen wurde 1944 von allen Siegermächen des 2. Weltkriegs beschlossen. Von "freundlicher Unterstützung" Russlands (gemeint ist wohl die UDSSR)und seiner späteren Vasallen kann also keine Rede sein. Wesentlicher wäre aber die Einsicht, dass das Deutsche Reich unter der Führung der Nazis und ihrer zahllosen Mitläufer sich das selbst eingebrockt hat.

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    # 8   Tom Riddle

    Die Aufteilung in Besatzungszonen hat i.A. nur vorübergehenden Charakter. Die ethnischen Säuberungen in den östlichen Besatzungszonen bzw. späteren Territorien des Warschauer Paktes gehen voll auf dessen Konto, in erster Linie Russland, Polen und Tschechien - die übrigen Alliierten haben dabei freilich zugesehen.

    "Wesentlicher wäre aber die Einsicht, dass das Deutsche Reich unter der Führung der Nazis und ihrer zahllosen Mitläufer sich das selbst eingebrockt hat."

    Die Weltgeschichte hat jetzt nicht gerade mit dem deutschen "Überfall auf Polen" begonnen. Nach einem Blick auf die Zwischenkriegsgeschichte Polens könnte man zudem den Eindruck gewinnen, daß ein Einmarsch dort geradezu notwendig war (http://de.wikipedia.org/w... ).

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  • Datum 3.11.2009 - 19:27 Uhr
  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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  • Schlagworte USA | Barack Obama | Angela Merkel
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