Obamas China-Besuch Offene Aussprache

Barack Obama will in China an einem Coup seines Vorgängers Bill Clinton anknüpfen: ein ungefiltertes Gespräch mit Jugendlichen – live im Fernsehen.

Direkter Kontakt: Chinesische Schulkinder umringen eine Wachsfigur von US-Präsident Barack Obama in Shanghai

Direkter Kontakt: Chinesische Schulkinder umringen eine Wachsfigur von US-Präsident Barack Obama in Shanghai

Bill Clinton hatte die chinesische Führung bei seiner ersten China-Reise vor zehn Jahren überzeugt, seine Pressekonferenz mit Staats- und Parteichef Jiang Zemin live und damit ungefiltert im chinesischen Fernsehen zu übertragen. Erst wenige Minuten vorher willigte die Pekinger Führung ein.

Obama will nun bei seinem Besuch in China, der am Sonntag beginnt, in einer großen Halle in Shanghai vor über 1000 Zuhörern sprechen. Das chinesische Fernsehen soll dies live ausstrahlen, und die Fragen sollen nicht – wie sonst üblich – vorher abgesprochen werden – ganz so, wie es Obama bei seinen Townhall-Meetings daheim praktiziert. Amerikanische Diplomaten berichten, dass die Verhandlungen darüber kurz vor dem Eintreffen des Präsidenten noch andauerten. Schon jetzt sei klar, dass die Chinesen eine so große Zahl von Zuschauern nicht akzeptieren werden. Eher werden es nur 600 werden.

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Noch völlig offen ist auch, ob es tatsächlich eine Live-Übertragung geben wird. Im Januar schaltete das chinesische Fernsehen ab, als Obama in einer Rede davon sprach, dass er den "Faschismus und Kommunismus" bekämpfen wolle.

Vor zehn Jahren war das anders. Mit viel Feingefühl legte Clinton damals den Chinesen vor den Fernsehern die amerikanische Position dar, ohne den damaligen Staats- und Parteichef Jiang Zemin sein Gesicht verlieren zu lassen. Der war dem Auftritt gewachsen. "Es schien ihm sogar Spaß zu machen", schrieb die International Harold Tribune seinerzeit. Während der chinesische Präsident forderte, dass in einer "facettenreichen Welt die Menschen jeden Landes in der Welt ihren eigenen nationalen Entwicklungsweg suchen sollten" und die Beziehungen zwischen China und den USA von "gegenseitigem Respekt und Gleichberechtigung" geprägt sein sollten, antwortete Clinton ihm: "Wir haben offene und freimütige Beziehungen entwickelt." Und fügte hinzu: "Wenn wir von Zeit zu Zeit unterschiedlicher Ansicht sind, sprechen wir offen, um unsere Unterschiede zu verstehen und einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden." Damals hätten die Amerikaner niemals von "gleichberechtigten Partnern" gesprochen.

Jiang hatte zuvor betont: "Wir sollten die Gemeinsamkeiten betonen und die Differenzen beiseitelassen." Das tat Clinton jedoch nicht. Er kritisierte vielmehr unverblümt die blutige Niederschlagung der Protestbewegung 1989 und das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens: "Ich bin überzeugt und die Menschen in Amerika sind überzeugt, dass es falsch war, Gewalt anzuwenden und die tragischen Verluste von Menschenleben dabei in Kauf zu nehmen." Und er forderte, dass Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit in allen Ländern, also auch in China, geachtet und durch die jeweilige Regierung geschützt werden müssten.

Nie vorher und bis heute nicht mehr war es einem amerikanischen Präsidenten möglich, so ungefiltert den Chinesen die Werte des Westens darzustellen.

An diesem Ereignis wird sich Barack Obama bei seinem Besuch messen lassen müssen. Diplomatisch klug hatte Clinton der kommunistischen Führung in Peking zuvor aber auch Respekt erwiesen, indem er betonte, dass "Amerika Chinas wirtschaftliche und soziale Transformation anerkennt und begrüßt." Und er zählte sogar die Erfolge der chinesischen Regierung auf: Sie habe "die Rechte ihrer Bürger ausgeweitet, indem sie Hunderte von Millionen aus der Armut befreit hat, ihnen besseren Zugang zu Informationen verschafft, Dorfwahlen erlaubt, mehr Reisefreiheit, Berufsfreiheit gewährt und die Ausbildung der Kinder verbessert hat."

Eine solche Gelegenheit zu Lob und Tadel ohne erhobenen Zeigefinger sucht nun auch Obama. Auch er will möglichst direkt zu jungen Menschen in China sprechen. Montagnachmittag soll es so weit sein. Vor zehn Jahren war die chinesische Führung nach langem Zögern überzeugt, dass sie einem amerikanischen Präsidenten diese Geste schuldig sei. Nun aber, mit gewachsenem Selbstbewusstsein, kann es gut sein, dass sie dies unter den veränderten Machtverhältnissen auf dem Globus nicht mehr für nötig hält.

 
Leser-Kommentare
  1. Geht der Artikel vielleicht auch ohne unzählige Rechtschreibfehler? Es ist inhaltlich kein schlechter Artikel, aber ich musste mitten drin aufhören zu lesen, weil Rechtschreibfehler grundsätzlich eines kommunizieren: Wenn dem Autor sein Artikel nicht wichtig genug ist, warum sollte er es für mich sein?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...ich finde gar keinen der unzähligen Rechtschreibfehler. Für eine Aufklärung ihrerseits, wo diese denn nun zu finden sind, bin ich dankbar. Falls zwischenzeitlich editiert wurde, ist das natürlich etwas anderes. Danke.

    ...ich finde gar keinen der unzähligen Rechtschreibfehler. Für eine Aufklärung ihrerseits, wo diese denn nun zu finden sind, bin ich dankbar. Falls zwischenzeitlich editiert wurde, ist das natürlich etwas anderes. Danke.

  2. ...ich finde gar keinen der unzähligen Rechtschreibfehler. Für eine Aufklärung ihrerseits, wo diese denn nun zu finden sind, bin ich dankbar. Falls zwischenzeitlich editiert wurde, ist das natürlich etwas anderes. Danke.

    Antwort auf "Rechtschreibung"
  3. 3.

    Auch ich würde zumindest den Einsatz einer Rechtschreibhilfe als Lektor begrüßen.
    @spitzwegerich:
    einige Beispiele:
    1. "ob es tatsächlich eine Live-Übertragungen" (Übertragung)
    2. "wird sich Barak Obama" (BaraCk)
    3. "nicht mehr für nötig hält" (hier fehlt lediglich der Punkt am Satzende)
    4. "in Amerika sind überzeugt, das es falsch war" (dasS)

    usw.

  4. keine Medien, damit ist alles abgewürgt. http://viereggtext.blogsp...

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