Nahost-Konflikt Palästinenser wollen eigenen Staat ausrufen
Weil der Friedensprozess stockt, wollen die Palästinenser mithilfe der Vereinten Nationen einen eigenen Staat erzwingen. Israel kritisierte das einseitige Vorgehen.
© Marco Longari/AFP/Getty Images

Palästinenser schwenken am fünften Todestag von Jassir Arafat ihre Nationalflagge
Die Palästinenser hätten genug von der israelischen Verzögerungstaktik, sagte ihr Chefunterhändler Saeb Erekat dem israelischen Armeesender am Sonntag. Wegen mangelnder Fortschritte im Nahost-Friedensprozess wollen die Palästinenser den UN-Sicherheitsrat einschalten. Ziel sei die Ausrufung eines eigenen Staates in den Grenzen von 1967 mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. "Wir glauben nicht, dass Israel wirklich an einer Zwei-Staaten-Lösung interessiert ist", sagte Erekat.
Erekat kündigte Verhandlungen mit den USA und anderen Staaten an, bevor das Thema dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt werde. "Wenn die Amerikaner die Israelis nicht dazu bringen können, den Siedlungsbau zu stoppen, dann sollten sie sie aber auch nicht decken, wenn wir uns an den Sicherheitsrat wenden." Die USA gehören in dem UN-Gremium zu den fünf Veto-Mächten und haben in der Vergangenheit mehrmals Beschlüsse gegen ihren Verbündeten Israel blockiert.
Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte, eine Zwei-Staaten-Lösung könne nur erzielt werden, wenn beide Seiten miteinander verhandeln würden. Israel habe ein strategisches Interesse an einer Friedensregelung mit den Palästinensern. Auch Israels stellvertretender Ministerpräsident Silwan Schalom warnte vor einem einseitigen Vorgehen der Palästinenser, da dies den Friedensprozess gefährde.
Seit 18 Jahren sagen wir unserem Volk, dass nur Friedensgespräche Ergebnisse erzielen können, aber 18 Jahre sind bereits vergangen, und es ist nichts geschehen.
Saeb Erekat, palästinensischer Chefunterhändler
"Seit 18 Jahren sagen wir unserem Volk, dass nur Friedensgespräche Ergebnisse erzielen können, aber 18 Jahre sind bereits vergangen, und es ist nichts geschehen", sagte Erekat. Die Palästinenser fordern als Bedingung für neue Verhandlungen einen vollständigen Siedlungsstopp in den Palästinensergebieten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Siedlungsaktivitäten im Westjordanland jedoch bestenfalls einschränken und in Ost-Jerusalem weiterbauen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat aus Frustration über den Stillstand des Friedensprozesses angekündigt, er wolle bei den Wahlen im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren.
Trotz eines neuen diplomatischen Anlaufs nach dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama ist es auch der US-Regierung bisher nicht gelungen, Bewegung in die Gespräche zwischen Abbas und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu zu bringen. Nach Überzeugung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton würde ohne den Mord an dem ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin schon lange Frieden in Nahost herrschen.
Israelische Medien berichteten am Sonntag, Clinton habe am Vorabend während einer Ansprache im Rabin-Zentrum in Tel Aviv rückblickend gesagt: "Binnen drei Jahren hätten wir einen lebensfähigen Frieden im Nahen Osten erzielt, zwischen Israel und den Palästinensern und anschließend auch mit den Syrern." Es vergehe bis heute nicht eine Woche, in der er nicht an Rabin denke und ihn sehr vermisse. Rabin war im November 1995 von einem jüdischen religiösen Fanatiker erschossen worden, der weitere Gebietsabtritte an die Palästinenser verhindern wollte.
- Datum 15.11.2009 - 19:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 23
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







"Wir glauben nicht, dass Israel wirklich an einer Zwei-Staaten-Lösung interessiert ist", sagte Erekat.
Hat ja nun lange genug gedauert, bis die Erkenntnis auch bei den Palästinensern angekommen ist.
Wir glauben nicht, dass Israel wirklich an einer Zwei-Staaten-Lösung interessiert ist
tja das glaub ich nicht mal - da sind nur die ultra orthodoxen und die Waffenhändler etc.
Alle anderen Israelis haben da ein Interesse dran - nur, wenn einem Raketen aufs Dach fliegen ist man doch etwas weniger tolerant - könnte ich mir vorstellen
Was ich mal einfach herrlich fände wäre ein absoluter Gewaltverzicht der Palästinenser - ich glaube es gibt wenig was ihnen so sehr helfen würde und so manchen in Israel ziemlich weh tuen würde
nicht das Deutschland dann aufhören würde den Israelis weiter Waffen zu schenken aber global gesehen könnte die Unterstützung für Israel doch zurückgehen - es wäre so schön
aber der schritt über die UN ist auch nicht so schlecht - vielleicht wird ja was draus - wobei ich da eigentlich nicht dran glaube
- vorher kommt bestimmt wieder ne schlimmer Anschlag :/
wie koennen die palasestinenser den israelis vorwerfen, dass sie zoegern und gleichzeitig bedinungen stellen? die palaestinenser muessen sich entscheiden, entweder verhandneln oder bedinungen stellen, die israel logischerweise ohne einen friedenvertrag nicht erfuellen will.
die palaestinenser wollen keine verhandlungen, denn damit wuerden sie zugeben, dass die ganze gewalt gegen israel sinnlos gewesen ist und eine einigung um jahrzehnte verzoegerte. als die palaestinensische befreiungorganisation PLO gegruendet wurde (1964) war jerusalem unter arabischer kontrolle, so wie auch die heutigen palaestinensergebiete. heute erinnert sich keiner daran.
nach einem friedenvertrag, werden alle historiker sich die geschichte anschauen und mit dem kopf schuetteln.
denn die palaestinenser\araber haben durch ihre nichtanerkennung israels dazu beigetragen, dass die palaestinenser besetzt wurden. dann haben sie in einem sinnlosen kampf versucht israel erst mal zu vernichten und dann als es nicht ging, versuchten sie wenigstens israel aus den besetzten gebieten zu vertreiben um dann zu vestehen, dass man einen friedenvertrag unterschreiben und damit zugeben sollte, dass man die ganze zeit falschgelegen ist.
aus diesem grund wollen die palaestinenser wenigstens einen staat ausrufen ohne, dass israel damit beteiligt ist. dann koennen sie spaeter in den geschichtbuecher schreiben, dass israel dagegen gewesen ist und somit sich der ganze kampf gelohnt hat. ungalublich aber war....
[Entfernt wg. Doppelpostings. /Die Redaktion pt.]
Warten wir mal ab, was am Ende dabei rauskommt. Wenn sie die Ausrufung des Staates mit einer klaren Absage an die Gewalt verbinden und Obama mit ins Boot bekommen, könnte am Ende tatsächlich ein Ergebnis stehen, dass diesen Namen verdient. In dem Fall wäre sogar die Mehrheit der Israelis auf ihrer Seite.
Ohne Gewaltverzicht könnte das allerdings ein Rohrkrepierer werden, der die Fatah entgültig ins Grab wirft. Aufregende Tage stehen uns in jedem Fall bevor. Mal schauen, wie Obama reagiert...
Die Palästinenser sind so sehr ans Jammern gewöhnt, bekommen weltweit die größte Prokopf-Unterstützung und sind nicht im Stand ein Gemeinwesen aufzubauen. Ein Palästinenserstaat wäre die Lösung, die arabischen Bewohner Palästinas in die Pflicht zu nehmen. Aber machen wir uns nicht vor: Der Palästinenserstaat wird auf absehbare Zeit nicht kommen. Zu bequem ist der jetzige Zustand für die arabischen Eliten, die Schuld für jedes Versagen der arabischen Zivilisation auf die Existenz Israels zurückführen zu können. Diese Behauptung ist der moderne Mythos Arabiens, die Gründung eines Palästinenserstaats hieße, ihn zu überwinden – mehr noch: Verantwortung zu übernehmen.
Die UNO ist eine Neuauflage vom Völkerbund, aber ohne den Kriegsverlierer Deutschland. Sie ist das wichtigste Organ des
kapitalistischen Westens um weltweit ihre Interessen durchzusetzen.
Beispiel, die Staadsgründung Israel. Während dem 2. Weltkrieg waren
huderttausende von Juden und politisch Verfolgten aus Deutschland
und den von Deutschen besetzten Gebieten nach England, in die
Schweiz und die es sich finanziell leisten konnten in die USA
emigriert. Nach dem Krieg war es für die Aufnahmeländer ein riesen
Problem die Asylanten wieder loszuwerden. In das zerstörte, von Millionen deutschstämmigen Flüchtlingen überschwemmte und noch vor
Hass auf die Juden triefende Deutschland zurück, das war unmöglich.
Die UNO wurde gegründet und kurz danach der Staat Israel. Palestina stand unter englischem Protektorat (wieso eigentlich). Tausende von
Juden wurden mit Frachtschiffen illegal nach Palestina gebracht und
das ganze Drama Nahost begann. Natürlich haben sich die Nachbarstaaten
von Palestina empört und Hilfe bei der Sowjetunion gesucht. Ein willkommener und von langer Hand vorbereiteter Anlass die Überlegenheit
der westlichen Waffentechnik zu demostrieren. Gegen die exzellent in den USA, England und Frankreich ausgebildeten Piloten hatten ihre Gegner keine Chance. Es hat Gerüchte gegeben, dass amerikanische, britische und französische Juden beteiligt waren. Hilfe von Der UNO zu erwarten ist wie den Teufel bei seiner Großmutter zu verklagen.
1. Deutschland war auch zuerst nicht im Völkerbund.
2. Der Völkerbund hat im Vertrag von San Remo 1920 das vorher türkische Gebiet Palästina an Großbritannien als Mandatamcht gegeben, damit dort jüdische Einwanderung gefördert und ein jüdischer Staat gegründet werden soll.
3. GB hat aber vertragswidrig Jordanien (östlich des Jordans) von jüdischer Besiedlung ausgenommen und 1946 vom Mandatagebiet abgetrennt und in die Unahbhängigkeit entlassen.
4. Der erste Staat, der Israel 1948 diplomatisch anerkannt hat, war die Sowjetunion.
5. Israel erhielt im ersten Krieg nur Waffen von der Su und der CSSR.
6. GB unterstützte dagegen die Armee des Palästina-Araberstaates Jordanien.
7. Es gibt schon seit 1946 einen Palästinenserstaat!
1. Deutschland war auch zuerst nicht im Völkerbund.
2. Der Völkerbund hat im Vertrag von San Remo 1920 das vorher türkische Gebiet Palästina an Großbritannien als Mandatamcht gegeben, damit dort jüdische Einwanderung gefördert und ein jüdischer Staat gegründet werden soll.
3. GB hat aber vertragswidrig Jordanien (östlich des Jordans) von jüdischer Besiedlung ausgenommen und 1946 vom Mandatagebiet abgetrennt und in die Unahbhängigkeit entlassen.
4. Der erste Staat, der Israel 1948 diplomatisch anerkannt hat, war die Sowjetunion.
5. Israel erhielt im ersten Krieg nur Waffen von der Su und der CSSR.
6. GB unterstützte dagegen die Armee des Palästina-Araberstaates Jordanien.
7. Es gibt schon seit 1946 einen Palästinenserstaat!
... haben die sogenannten "Palästinenser" (Diesen Begriff gibt es hitorisch betrachtet ja noch nicht allzu lang.)bereits einen eigenen Staat erhalten. Und zwar ebenfalls 1949 durch die UN: Das heutige Jordanien. Selbst der [...], Yassir Arafat (eigentl. Muhammad al-Husaini), sagte schon: "Jordanien ist Palästina - Palästina ist Jordanien!".
[entfernt. Bitte vermeiden Sie herabwürdigende Anschuldigungen. Danke, die Redaktion/vv]
Also zuminest er scheint`s gewußt zu haben... Und jeder ernsthafte Historiker kann dies belegen.
Laut UN-Beschluß von 1949 steht Isreal das komplette Gebiet westlich des Jordans zu. Hier wurden also Gebiete von der Arabischen Legion im Unabhängigkeitskrieg widerrechtlich bestzt. Somit müßten eigentlich die Palästinenser Land zurückgeben. Wobei: Israel hält ja auch noch "widerrechtlich" die Golanhöhen besetzt - wobei es aber aus stragischer Sicht Selbstmord wäre, diese zurückzugeben.
Und ganz subjektiv betrachtet ist ein weiterer "Schurkenstaat" - der die EU MILLIARDEN von Euros an STEUERGELDERN auch in der Zukunft kosten würde - z.Z. das allerletzte, was ich mir ersehne.
In diesem Sinne: Viele Grüße nach Ramallah nd Gaza! ;-)
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren