Prozess gegen Roten Khmer Ankläger fordern lebenslang für Folterer Duch

Er ist der erste ranghohe Vertreter der Roten Khmer, der vor Gericht steht: Kaing Guek Eav alias Duch. Der einstige Vorsteher des Folter-Gefängnisses S-21 zeigt Reue.

Kaing Guek Eav alias Duch: Gegen den einstigen Vorsteher des Foltergefängnisses S-21 wird bald das Urteil gesprochen

Kaing Guek Eav alias Duch: Gegen den einstigen Vorsteher des Foltergefängnisses S-21 wird bald das Urteil gesprochen

30 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha rückt das erste Urteil gegen einen der Drahtzieher näher. Am Montag begannen vor dem Völkermord-Tribunal gegen Kaing Guek Eav die Schlussplädoyers, die von Anklage und Verteidigung bis Donnerstag vorgetragen werden sollen. Das Urteil wird erst für das nächste Jahr erwartet..

"Genosse Duch", wie Kaing auch gerufen wurde, war Vorsteher des schlimmsten Foltergefängnisses der Roten Khmer in Phnom Penh. Unter seiner Leitung kamen in dem Gefängnis S-21 und dem angeschlossenen Hinrichtungslager zwischen 1975 und 1979 mindestens 15.000 Menschen ums Leben. Nur eine Handvoll überlebte.

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Der 67-Jährige ist unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Ihm droht lebenslange Haft. Auf zahlreichen Akten, die später gefunden wurden, hat Duch handschriftlich die Hinrichtung der gefolterten Opfer befohlen.

In der jetzt begonnenen Schlussphase des Prozesses kamen am Montag als erstes die Anwälte von Angehörigen der Opfer zu Wort. Sie bezweifelten, das Duch bei seiner Entschuldigung und Bitte um Vergebung zum Auftakt des Prozesses ehrlich war. Sie wiesen auch Duchs Aussage zurück, er sei nur ein kleines Rad in der Mordmaschine gewesen und wäre selbst umgebracht worden, wenn er sich nicht gefügt hätte.

"Der Angeklagte hat das, was er getan hat, nicht nur getan, weil er dieselbe ideologische Überzeugung hatte wie die Führungsriege, sondern weil es sein Leben leichter machte", sagte Anwalt Karim Khan. Sein Kollege Philippe Caronne sekundierte: "Die Menschen wollen verstehen, wie ein Mann ein solch barbarisches System errichten konnte".

Das Verfahren gegen Duch hatte vor neun Monaten begonnen. Das Tribunal ist ein Gemeinschaftsgericht der kambodschanischen Justiz und der Vereinten Nationen. Es gibt sowohl einheimische als auch internationale Richter und Ankläger.

Außer Duch sind vier weitere frühere Funktionäre der Roten Khmer angeklagt. Es handelt sich um die damaligen politischen Führungsfiguren wie den Präsidenten und den Außenminister des Regimes. Anders als Duch weisen sie jede Schuld von sich. Ihre Prozesse sollen im nächsten Jahr beginnen.

Die Roten Khmer wollten einen Bauernstaat verwirklichen. Sie verfolgten jeden mit Schulbildung und zwangen die Menschen aus der Stadt zu harter Arbeit auf das Land. In den vier Jahren ihrer Herrschaft kamen durch Hungersnöte, Krankheiten und in den Gefängnissen zwei Millionen Menschen ums Leben.

 
Leser-Kommentare
    • k2
    • 23.11.2009 um 18:55 Uhr

    "que le' Royaume de Thaïlande devra retirer les éléments de
    forces armées qu'il a installés depuis 1954 dans les ruines du temple
    de Préah Vihéar"
    "Dire et juger que la ligne frontière entre le Cambodge et la
    Thaïlande, dans la région contestée voisine du temple de Préah
    Vihéar, est celle qui est marquée sur la carte de la Commission de
    délimitation entre l'Indochine et le Siam (annexe 1 au mémoire du
    Cambodge);
    Dire et juger que le temple de Préah Vihéar est situé en terri-
    toire relevant de la souveraineté du Royaume du Cambodge
    "[ICJ (ARRÊT DU 15 VI 62, Seite 9 & supra)].

    [Anmerkung: Bitte beachten Sie, dass die Kommuniziersprache hier im Zeitonline-Forum deutsch ist. Danke, die Redaktion/vv]

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    In welcher Sprache gibt es eigentlich das Wort "Kommuniziersprache"? In der deutschen auf jeden Fall nicht. In Weimar hört man es an den Gräbern jetzt arg rotieren.

    In welcher Sprache gibt es eigentlich das Wort "Kommuniziersprache"? In der deutschen auf jeden Fall nicht. In Weimar hört man es an den Gräbern jetzt arg rotieren.

  1. In welcher Sprache gibt es eigentlich das Wort "Kommuniziersprache"? In der deutschen auf jeden Fall nicht. In Weimar hört man es an den Gräbern jetzt arg rotieren.

    Antwort auf "Krieg um Siam"
  2. Solche Prozesse wiederholen sich, ohne den Versuch, ein Lernergebnis für die menschliche Gesellschaft zu notieren. Über gegenwärtige Systeme wird geschwiegen, obwohl es offenkundig ist, dass dort, wo ein politischer Gegner inhaftiert worden ist, auch dessen Tötung stattfinden kann. Der politische Gegner hat keine Möglichkeit, sich zu artikulieren - da gelten, dann für die Bevölkerung Sondergesetze, die das Recht auf Freie Meinungsäußerung behindern. So wird anhand der damaligen Zeit in Kambodscha offenkundig, dass innerhalb kürzester Frist die Bevölkerung eines Staates mit Willkürgesetzen terrorisiert werden kann und dass danach jene Machthaber, die diese Gesetze angewendet haben, dann vor Gericht stehen. Nur - nach der Entstehung einer Situation, dass Willkürgesetze die Bevölkerung zu unmenschlichen Handlungen zwingen sollen, wird nicht gefragt. Ein "Schnipp" und in der BRD wird mit der "Scharia" geherrscht - wäre es nicht an der Zeit dem vorausschauend energisch und öffentlich entgegen zu treten - natürlich nicht - im Gegenteil. Worum es geht, wäre die Unterscheidung von Recht und Gesetz und die Umsetzung der Erfahrung, dass Gesetze völlig willkürlich und inhuman sein können und dass dann das "Recht" als allgemeines begründbares Menschenrecht gilt, welches von keinem "Gesetz" verdrängt werden kann.

  3. was die rechtssprechung eigentlich für ein unrechtssprechung ist erkennt man daran, dass sie laufend verändert wird, d.h. im prinzip waren dann alle bisherigen verurteileungen ungerecht bzw falsch

  4. 5. links

    Der Spiegel 1980
    http://www.hpgrumpe.de/ka...
    Und Vann Nath, einer von zwei überlebenden Künstlern in Kambodscha und einer von sieben Überlebenden von Tuol Sleng.
    http://www.providence.edu...

    Man sollte sich das wirklich vergegenwärtigen, um zu begreifen, daß allein die Tatsache, daß einige der Khmer Rouge Anführer überhaupt vor Gericht stehen, ein Riesenschritt für die kambodschanische Gesellschaft ist. Ganz unabhängig davon, ob jemand verurteilt werden wird. Allein durch die Anklagen wird die Welt wieder ein kleines bißchen gerader gerückt.

    Mir ist bei meinen Aufenthalten dort immer wieder erzählt worden, daß bereits die Arbeit des an Tuol Sleng angegliederten Dokumentationszentrums als wohltuende Befreiung empfunden wurde - daß sich um Findung und Dokumentation der vielen grauenvollen Geschichten bemüht wurde, die nun mit als Material für die Anklagen dienen.
    http://www.dccam.org/

    Kambodscha ist nicht mit unseren Maßstäben zu messen. Die Gesellschaft ist durch die Khmer Rouge so zerstört, daß man sich außerhalb der eigenen Familie zutiefst mißtraut. Sehr viele Menschen leben nach wie vor in bitterster Armut. Sehr viele sind körperlich und/oder psychisch krank. Es gibt keine Familie, die keine Toten zu beklagen hat. Es war ein Bürgerkrieg - die Khmer Rouge werden in Kambodscha 'die Anderen' genannt.

    Das sollte bedacht werden, bevor man hier über die Rolle von Justiz und Gesetzgebung im Allgemeinen philosophiert.

    • cansu
    • 24.11.2009 um 13:13 Uhr

    Da strahlt der deutsche Michel und rückt sich seine Zipfelmütze gerade. Das Böse steckt hinter dem Himalaya. Schön weit weg. Noch dazu seine Lieblingstopoi: Kommunismus und Mord.
    Derweil muss der Geschäftsführer der El Al seine Verhaftung in der EU fürchten. Kissinger ebenfalls. Bush jun. gehört zusammen mit Clinton seit Jahren vor ein Gericht wegen eines nicht zu begründenden Angriffskrieges mit vorausgegangener Belagerung eines Landes mit wenigstens einer halben Million Toten unter 12 Jahren infolge der zerstörten Infrastruktur oder direkter und indirekter Waffeneinwirkung.

    Oder erklärt mir in dieser Hinsicht jemand den entscheidenden Unterschied zwischen Roten Khmer, der Us-Armee im Irak und der israelischen Armee im Libanon oder Gaza?

    Recht scheint etwas mit militärischer Stärke zu tun zu haben.

  5. Roten Khmer sind eine Falsche Flagge / pseudo "Linke"

    Hier:
    "Kambodscha - das Mysterium von Angkar"
    http://www.mein-parteibuc...

    bzw. hier noch einmal erneut

    "Das Mysterium der Organisation Angka - Ein etwas laengerer Ausflug"
    http://cathrinka.blog.de/...

    eine sehr brauchbare Analyse.

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