Singapur-FotoessayWirtschaft ja, Politik nein

Das Leben im reichen Stadtstaat Singapur kann schön sein – solange man keine politische Freiheit einfordert. Ein vertontes Fotoessay über das schwierige Leben in der Opposition von Lennart Maschmeyer


Wohlstand, Wirtschaftswachstum, kaum Kriminalität, dazu friedlich miteinander lebende Völker und Religionen: Singapur gilt als ein Musterland Südostasiens. Gleichzeitig erscheint der Stadtstaat widersprüchlich, denn er hat sich der freien Marktwirtschaft verschrieben – allein schon deshalb, weil man hier vom Handel lebt–,  während gleichzeitig der Staat in sozialistischer Manier das Sozialleben seiner Bürger organisiert und reglementiert.


Google Maps: Singapur


Doch das Leben der Menschen hier ist im Grunde frei. Nur hat all der Wohlstand bislang nicht dazu geführt, dass Singapur eine echte Demokratie wurde. Denn es gibt etwas, das der Staat bei seinen Bürgern nicht gern sieht: freie politische Meinungsäußerung. Und hier besonders jedwede Kritik an der seit 1965 herrschenden People’s Action Party PAP.

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Einer, der seine Meinung offen kundtut, ist Chee Soon Juan, Führer der Oppositionspartei Singapore Democratic Party SDP. Und dafür ist er bestraft worden, der Staat drangsaliert ihn seit Jahren in mehr oder weniger subtiler Weise. Ein wichtiger Mitstreiter Chees ist der junge Aktivist Seelan Palay. Sie beide berichten in diesem vertonten Fotoessay von Lennart Maschmeyer über ihr schwieriges Leben als Oppositionelle in Singapur. (sr)

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Leserkommentare
  1. "Diktatur" ist reichlich hoch gegriffen und trifft den speziellen politischen Charakter des Stadtstaates nicht annaehernd. Besonders fuer deutsche Leser mit ihrer Erinnerung an Nazi- und SED-Diktatur, aber auch im Vergleich mit den Diktaturen in Burma/Myanmar oder Kambodscha.
    Die regierende Peoples' Action Party (PAP), das ist nicht zu uebersehen, hat ihre absolute Mehrheit ueber fast 50 Jahre in einer Weise verteidigt, die den Oppositionsparteien wenig Spielraum und kaum Chancen gelassen hat. Das von den britischen Kolonialherren ueberkommene Mehrheitswahlrecht hat ihr dabei vieles erleichtert und ist immer wieder geschickt angepasst worden, um die Herrschaft abzusichern.
    Die PAP-Regierungen haben aber auch kaum Fehler gemacht, die den wirtschaftlichen Aufstieg des Inselstaats ohne Ressourcen ausser den Menschen gebremst haetten. Insofern gibt es zwar Ressentiments gegen die "ewigen Besserwisser" in der Regierung, aber deutliche Mehrheiten fuer die PAP und wenig Sympathie fuer oder Engagement in den zersplitterten Oppositionsparteien. Wie wenig realistisch diese agieren zeigt sich in ihrem Diktatur-Vorwurf. Nicht zuletzt die hier zitierte SDP ist immer wieder sehenden Auges mit dem Kopf gegen die Wand gerannt. Das hat ihr manche blutige Nase aber wenig Stimmen gebracht. Eine realistische und glaubwuerdige Oppositionspolitik koennte auch anders aussehen.

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    • kairaba
    • 17. November 2009 14:26 Uhr

    Basteln Sie sich doch einmal ein Schild indem Sie mehr Menschenrechte in China fordern und laufen Sie damit über die Orchard Street, das könnte Ihnen wieder auf die Sprünge helfen was eine Diktatur ist. Nichts für Ungut Wolle, aber der Spitzname Asienbeobachter ist mal ein totaler Griff ins Klo!

    • kairaba
    • 17. November 2009 14:26 Uhr

    Basteln Sie sich doch einmal ein Schild indem Sie mehr Menschenrechte in China fordern und laufen Sie damit über die Orchard Street, das könnte Ihnen wieder auf die Sprünge helfen was eine Diktatur ist. Nichts für Ungut Wolle, aber der Spitzname Asienbeobachter ist mal ein totaler Griff ins Klo!

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Demokratie | Handel | Kriminalität | Religion | Wirtschaftswachstum | Singapur
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