Wohlstand, Wirtschaftswachstum, kaum Kriminalität, dazu friedlich miteinander lebende Völker und Religionen: Singapur gilt als ein Musterland Südostasiens. Gleichzeitig erscheint der Stadtstaat widersprüchlich, denn er hat sich der freien Marktwirtschaft verschrieben – allein schon deshalb, weil man hier vom Handel lebt–,  während gleichzeitig der Staat in sozialistischer Manier das Sozialleben seiner Bürger organisiert und reglementiert.


Doch das Leben der Menschen hier ist im Grunde frei. Nur hat all der Wohlstand bislang nicht dazu geführt, dass Singapur eine echte Demokratie wurde. Denn es gibt etwas, das der Staat bei seinen Bürgern nicht gern sieht: freie politische Meinungsäußerung. Und hier besonders jedwede Kritik an der seit 1965 herrschenden People’s Action Party PAP.

Einer, der seine Meinung offen kundtut, ist Chee Soon Juan, Führer der Oppositionspartei Singapore Democratic Party SDP. Und dafür ist er bestraft worden, der Staat drangsaliert ihn seit Jahren in mehr oder weniger subtiler Weise. Ein wichtiger Mitstreiter Chees ist der junge Aktivist Seelan Palay. Sie beide berichten in diesem vertonten Fotoessay von Lennart Maschmeyer über ihr schwieriges Leben als Oppositionelle in Singapur. (sr)