Pakistan
Mehrere Tote bei Anschlag auf Bürgermeister
Ein Selbstmordattentäter hat nahe der pakistanischen Provinzhauptstadt Peshawar mindestens zwölf Menschen getötet. Der Anschlag galt einem Taliban-feindlichen Bürgermeister.
Durch die Wucht der Explosion des Selbstmordattentats am Sonntag auf einem belebten Marktplatz in Adezai nahe der Provinzhauptstadt Peshawar erlitten mindestens 36 Marktbesucher teils schwere Verletzungen. Zu den zwölf Todesopfern zählt ein vierjähriges Kind. Zehn der Verletzten schwebten noch in Lebensgefahr. Das ermittelte die Polizei.
Der Taliban-feindliche Bürgermeister des Ortes Mattani, Abdul Malik, sei Ziel des Anschlags gewesen. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Er überlebte den Anschlag zunächst knapp, erlag aber kurz darauf im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.
"Er stand hinter der Regierung und war auf den Tod mit den Taliban verfeindet", sagte der Polizeichef von Peshawar, Liaquat Ali Khan. Malik hatte vor einigen Jahren die Taliban noch unterstützt, dann aber die Seiten gewechselt und eine Miliz gegen die Extremisten im Khyber-Stammesgebiet aufgebaut. Er hatte in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge überlebt.
Zum Zeitpunkt des Anschlags waren zahlreiche Menschen auf dem Viehmarkt. Sie wollten dort Tiere für ein bevorstehendes muslimisches Opferfest kaufen. Auf Fernsehbildern waren zerstörte Autos mit Löchern in der Karosserie zu sehen. Für maximale Zerstörungskraft werden in Sprengstoffwesten häufig Stahlkugeln eingebaut. Im vergangenen Monat waren bei einem Anschlag auf einem Markt in der Provinzhauptstadt Peshawar mehr als 110 Menschen umgekommen. Die Stadt Adezai liegt rund 25 Kilometer vom jüngsten Anschlagsort entfernt.
Die radikal-islamistischen Taliban und pakistanische Aufständische haben in den vergangenen Wochen ihre Anschläge im ganzen Land verstärkt, nachdem die Armee eine Großoffensive in der Rebellenhochburg Südwaziristan gestartet hatte. In der unwegsamen Bergregion an der Grenze zu Afghanistan werden nicht nur die Anführer der Taliban, sondern auch Al-Qaida-Chef Osama bin Laden vermutet.
Unterdessen teilte die Armee mit, dass bei jüngsten Gefechten in Südwaziristan 20 weitere Aufständische getötet worden seien. Damit sei die Zahl der getöteten Rebellen seit Beginn der Offensive auf 478 gestiegen. Im gleichen Zeitraum seien 42 Soldaten bei Gefechten getötet worden. Die Militärangaben können allerdings kaum von unabhängiger Seite überprüft werden, weil Journalisten seit Beginn der Offensive keinen Zugang zu dem umkämpften Gebiet haben.
- Datum 8.11.2009 - 16:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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