Transparency International Kein Land ist korrupter als Afghanistan und Somalia
Ämterkauf, Bestechung, Drogen: Afghanistan und Somalia sind die korruptesten Länder der Welt. 13 Länder schneiden besser ab als Deutschland.
Jedes Jahr bewertet Transparency International (TI) 180 Länder nach dem Grad der vorherrschenden Korruption. Laut aktueller Rangliste ist Afghanistan neben Somalia das Land mit dem weltweit korruptesten Staatssektor, wie die Organisation bei der Vorstellung ihres Index (CPI) am Dienstag mitteilte.
Ämterkauf, eine bestechliche Justiz und der florierende Drogenhandel hätten am Hindukusch das zweite Jahr in Folge zu einer Verschlechterung geführt. Selbst bei der Grundversorgung sei Bestechung für die Menschen an der Tagesordnung, bemängelte die Organisation.
Der Bericht wirft damit ein Schlaglicht auf die Probleme, vor denen die internationale Gemeinschaft bei ihren Versuch steht, von Präsident Hamid Karsai eine bessere Regierungsführung einzufordern.
Auf einer Skala von null (als äußerst korrupt wahrgenommen) bis zehn (kaum Korruption) rutschte Afghanistan auf einen CPI-Wert von 1,3 ab. Noch schlechter fiel das Ergebnis nur für Somalia mit 1,1 aus.
Trotz Korruption Länder weiter fördern

1. Neuseeland
2. Dänemark
3. Singapur
3. Schweden
5. Schweiz
6. Finnland
6. Niederlande
8. Australien
8. Kanada
8. Island
11. Norwegen
12. Hongkong
12. Luxemburg
14. Deutschland
14. Irland
16. Österreich
17. Japan
17. Großbritannien
19. USA
20. Barbados
Die vollständige Liste: Hier
In Ländern mit schwachen oder nicht vorhandenen Institutionen gerate die Korruption außer Kontrolle, was wiederum Unsicherheit und ein Klima der Straflosigkeit fördere, warnte TI. Darüber hinaus führe sie zu einem schleichenden Vertrauensverlust in junge Regierungen, die doch für Stabilität sorgen sollten.
Dennoch könnten solche Staaten nicht einfach von der Entwicklungshilfe ausgeschlossen werden. Vielmehr mache der Befund deutlich, dass ihre Institutionen gestärkt werden müssten, betonte die TI-Vorsitzende Huguette Labelle. Geberländer und Investoren müssten sich zudem selbst die gleichen Standards bei Transparenz und Verantwortung auferlegen, die sie von den Empfängern verlangten.
Zu den Schlusslichtern des diesjährigen CPI zählen auch Birma, der Sudan und der Irak. Am wenigsten Korruption gibt es laut TI dagegen in Neuseeland, Dänemark, Singapur und Schweden mit CPI-Werten zwischen 9,4 und 9,2.
Anti-Korruptionsstrategie von Bundesregierung gefordert
Deutschland rangiert mit 8,0 auf dem 14. Platz – eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr, als der Wert 7,9 betragen hatte. Die Vorsitzende des deutschen TI-Ablegers, Sylvia Schenk, warnte jedoch in Zeiten der Rezession vor wachsender Korruption hierzulande. "Gerade im Mittelstand wächst in der Krise die Gefahr, sich um jeden Preis und mit unlauteren Mitteln Aufträge zu sichern", sagte sie.
Schenk forderte die Bundesregierung dazu auf, eine umfassende Strategie im Kampf gegen Korruption zu entwerfen. Im Koalitionsvertrag von Union und FDP fehle ein Anti-Korruptions-Register, mit dem auffällige Firmen von staatlichen Aufträgen ausgeschlossen werden könnten. Auch müsse der Tatbestand der Abgeordnetenbestechung im Paragraph 108e des Strafgesetzbuches verschärft werden. "Deutschland trägt als führende Exportnation und politisches Schwergewicht eine besondere Verantwortung", sagte Schenk.
Sie sieht aber auch Fortschritte: "Der Siemens-Skandal hat viele aufgerüttelt." In großen Konzernen werde Korruption besser verfolgt als vor einigen Jahren. Auch gebe es mehr Staatsanwälte, die sich gezielt mit unsauberen Geschäften beschäftigten. Ein Problembereich sei allerdings die Baubranche, für die Schenk eine hohe Dunkelziffer befürchtet.
- Datum 17.11.2009 - 14:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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Sie verkaufen das Land, verraten die Bürger und bezahlen jede Rechnung, die ihnen die EU, die VSA oder Israel auf den Tisch legt.
[Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Rußland wird also schlecht bewertet: "Problematisch sei dort vor allem ein zu starker Einfluss der Regierung auf Wirtschaft und Unternehmen."
Offenbar hält "Transparency International" das Gegenteil für weniger problematisch: Staaten, in denen die Wirtschaft und Unternehmen zu starken Einfluß auf die Regierung haben.
Ich teile diese Einschätzung nicht. Regierungen können immerhin demokratisch gewählt und kontrolliert sein -- Wirtschaft und Unternehmen sind das niemals. Dort sind die Grenzen zur Mafia fließend.
Wenn man die undokumentierte Macht berücksichtigt, die Wirtschaftsverbände auf die deutsche Regierung haben, wäre ein Platz ganz unten auf der Korruptionsliste angemessener.
Sie müssen schon differenzieren zwischen Einflussnahme und Kontrolle im Rahmen der Gesetzgebung.
Einflussnahme ist Korruption, Kontrolle bezüglich der Einhaltung von Regeln, das setzen von fairen Regeln ist legitime Staatsaufgabe, ja sogar fundamentale Aufgabe des Staates.
In Russland findet primär Einflussnahme statt, sogar regelwidrige, nicht Regelkontrolle.
H.
Sie müssen schon differenzieren zwischen Einflussnahme und Kontrolle im Rahmen der Gesetzgebung.
Einflussnahme ist Korruption, Kontrolle bezüglich der Einhaltung von Regeln, das setzen von fairen Regeln ist legitime Staatsaufgabe, ja sogar fundamentale Aufgabe des Staates.
In Russland findet primär Einflussnahme statt, sogar regelwidrige, nicht Regelkontrolle.
H.
Sehr geehrte Redaktion,
eventuell sollten sie auch anmerken, dass Deutschland mit seinem "Abgeordneten-Lobbyismus" im internationalen Vergleich ebenfalls schlecht abschneidet und in der Kritik steht....wen wunderts, wenn Abgeordnete mittlerweile schon über 50 "Nebenjobs" haben. Traurig, dass dieser Fakt des Berichts von Tranparency International hier nicht einmal mit einem Satz gewürdigt wird.
MfG
Ich kann meinn Vorrednern nur zustimmen. Zählt es nicht mehr als Korruption nach der, oder schon während der Amtszeit mit einem oder mehreren Aufsichtsratposten belohnt zu werden?
Außerdem kann man meiner Ansicht nach Afgahnistan und Somalia nicht mehr als Staaten bezeichenen. Das sind eher Gebietsbeschreibungen, keine Länder mehr.
Schweiz auf Platz 5... naja, bei der Vetternwirtschaft dort. Interessant.
Der Reichtum der Schweiz beruht auf der Korruption bei seinen Nachbarn.
Wahrscheinlichkeit waren hier die sauberen Straßen der Maßstab.
Und die unbestechlichen Hotelangestellten (nach Kishon).
Der Reichtum der Schweiz beruht auf der Korruption bei seinen Nachbarn.
Wahrscheinlichkeit waren hier die sauberen Straßen der Maßstab.
Und die unbestechlichen Hotelangestellten (nach Kishon).
Acht Jahre Besatzung in Afghanistan waren offenbar ein voller Erfolg.
Nein keine Erfolg, aber auch nicht unbedingt eine Verschlechterung.
H.
Nein keine Erfolg, aber auch nicht unbedingt eine Verschlechterung.
H.
Sie müssen schon differenzieren zwischen Einflussnahme und Kontrolle im Rahmen der Gesetzgebung.
Einflussnahme ist Korruption, Kontrolle bezüglich der Einhaltung von Regeln, das setzen von fairen Regeln ist legitime Staatsaufgabe, ja sogar fundamentale Aufgabe des Staates.
In Russland findet primär Einflussnahme statt, sogar regelwidrige, nicht Regelkontrolle.
H.
Die Einflussnahme der Wirtschaft auf den Staat ist im Umkehrschluss Ihres Erachtens nach dann wohl legitim...obwohl diese u.a. nur zustande kommt, weil sich der Bundestag beharrlich weigert ein lange vorliegendes Gesetz bzgl. Einflussnahme (nicht anderes als Bestechungsgelder) der Wirtschaft auf Abgeordnete zu radifizieren. Das ist doch ein Witz!
Die Einflussnahme der Wirtschaft auf den Staat ist im Umkehrschluss Ihres Erachtens nach dann wohl legitim...obwohl diese u.a. nur zustande kommt, weil sich der Bundestag beharrlich weigert ein lange vorliegendes Gesetz bzgl. Einflussnahme (nicht anderes als Bestechungsgelder) der Wirtschaft auf Abgeordnete zu radifizieren. Das ist doch ein Witz!
Nein keine Erfolg, aber auch nicht unbedingt eine Verschlechterung.
H.
Wenn man es an den hochtrabenden Zielen und dem Kostenaufwand misst ist es eine unbedingte Verschlechterung.
Wenn man es an den hochtrabenden Zielen und dem Kostenaufwand misst ist es eine unbedingte Verschlechterung.
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