Wasser ist da, nur die Pumpen nicht
Dali sitzt in einem Konferenzraum im Ministerium. Drei Porträts des Präsidenten schmücken die Wände. Mitarbeiter bringen Kaffee und Gebäck. Dali lässt bunte Prospekte verteilen, die Tunesien als Musterland des Umweltschutzes darstellen. Dass es den Provinzen oft schwerfällt, die Pläne aus der Hauptstadt vernünftig umzusetzen, verschweigt er lieber.
Deutlich wird das abermals in der Umgebung von Kairouan. Wenige Kilometer von den Ziegenhirten entfernt, steht Bouguerra Kaifoun vor einem tiefblauen See. Die Wasseroberfläche glitzert in der Sonne, rund um den See stehen kleine Plantagen mit Olivenbäumen. Vor einigen Jahren schlängelte sich dort wo heute der See liegt, meist nur ein kümmerliches Gerinnsel. Nur im Winter wenn der Regen fiel, wurde aus der Pfütze ein See. Im Sommer trocknete das Gewässer fast völlig aus.
Um den kostbaren Regen aufzufangen, ließ die tunesische Regierung 2002 dort einen kleinen Staudamm bauen. Doch von dem aufgefangenen Wasser in dem Stausee hatten die Bauern lange nichts. Kaifoun führt seine Besucher an das Ufer. Kleine Steine knirschen unter den Sohlen seiner Stiefel. Jahrelang schauten er und die anderen Landwirte auf den See und ärgerten sich, dass sie das Wasser nicht auf ihre Felder bekamen. Die Regierung hatte das Bauwerk in die Landschaft gesetzt, den Bauern aber keine Pumpen, Rohre und Schläuche gegeben. Um die nötige Technik zu kaufen, fehlte den Landwirten jedoch das Geld.
Das Problem der Bauern erreichte die Planer in den Ministerien lange Zeit nicht. Damit das Wasser auf die Felder gelangte wurden, mussten erst deutsche Berater und Beamte der lokalen Landwirtschaftsbehörde gemeinsam aktiv werden. Sie organisierten Treffen zwischen Entscheidern und den Leuten vor Ort. Die Bauern schlossen sich zusammen, es wurden Pumpen angeschafft, die sich nun alle Landwirte teilen. "Alleine sind sie nicht auf die Idee gekommen", sagt Potthast. "Sie haben gewartet, dass die Regierung etwas unternimmt."
Kaifoun zeigt auf eine Reihe Olivenbäume in der Ferne. Sie gehören ihm und seinem Bruder, der ebenfalls Bauer ist. Mit dem Wasser aus dem Stausee können sie nun die Bäume nun auch in Trockenzeiten bewässern. Die Oliven verkaufen sie bisher nur in Tunesien, aber auch einen Export können sie sich vorstellen. Momentan seien sie zufrieden. "Der Präsident hat uns das Wasser gebracht", sagt Kaifoun ergeben. "Die Regierung sorgt sich um uns." Bis die Menschen in Zentraltunesien sich selber aktiv um die Umwelt kümmern, scheint noch ein weiter Weg.
- Datum 26.11.2009 - 12:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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..Zeitpunkt, - gerade jetzt, wo den Lobbyisten der klimaschädlichen Industrien jedes Mittel recht ist, um zu zeigen, dass die überall sichtbar werdende Klimaproblematik nicht existiert. Diese Lobby hat auch ihre Strohmänner unter den Kommentarschreibern in diesem Forum, - was sie wohl sagen werden?
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Besonders üblich (wie durchschaubar) ist bei ihnen der Trick der Wortklauberei: Es wird behauptet, das Wort "Klimawandel" sei falsch verwendet oder gar nicht richtig. Das dient quasi als Gegenargument, mit dem dann gleich geleugnet werden kann, dass Millionen Menschen heute schon dadurch Leid und Hunger erfahren müssen. Ein zynisches "Spiel" mit Worten also, mit welchem dieses Forum der ZEIT überschwemmt werden kann.
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