Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey Republikaner und Demokraten im Dilemma
Für den US-Präsidenten wird nach dem ersten verlorenen Wahltest das Regieren noch schwerer. Aber die Republikaner dürfen sich nicht zu früh freuen.
© Saul Loeb/AFP/Getty Images

Muss jetzt auch um die Unterstützung rechter Demokraten bangen: US-Präsident Barack Obama
Wie man den ersten großen Wahltest vom Dienstag auch dreht und wendet: Die Demokraten und Barack Obama haben krachend verloren. Und das heißt: Für den Präsidenten wird es jetzt noch schwieriger werden, seine großen Reformprojekte auf den Weg zu bringen. Nicht nur wegen der erstarkten und nun wieder mit größerem Selbstbewusstsein agierenden republikanischen Opposition. Sondern vor allem wegen einiger Mitterechts-Demokraten, die aus Angst vor dem Verlust ihres Parlamentssitzes, aber ebenso aus ideologischen Bedenken ihrem vorwärts stürmenden und spendierfreudigen Präsidenten die Gefolgschaft verweigern könnten.
Doch daraus schon abzulesen, dass sich das politische Blatt bereits gewendet hat, dass die Republikaner auf dem Weg zu den Halbzeitwahlen 2010 bereits auf der Sieger- und die Demokraten auf der Verliererseite stehen – das ist verfrüht.
Natürlich werden die Demokraten jetzt so tun, als habe es sich bei den von ihnen verlorenen Gouverneurswahlen in Virginia und New Jersey allein um regionale Unmutsäußerungen gehandelt. Und umgekehrt werden die Republikaner ihre Siege zum nationalen Stimmungsbarometer umdeuten, zum Misstrauensvotum gegen Barack Obama, gegen sein Konjunkturprogramm, gegen die horrende Verschuldung, gegen die geplante Gesundheitsreform und das ebenfalls umkämpfte Klimaschutzgesetz.
Doch die Lehren vom Dienstag sind erheblich komplizierter. Für die Republikaner lauten sie: Südstaaten wie Virginia oder auch North Carolina, die vor einem Jahr für Obama votierten, sind keineswegs auf alle Zeiten für die Konservativen verloren. Selbst nicht der überwiegend demokratische Nordosten, wie ihr Sieg in New Jersey beweist. Die GOP, die Grand Old Party, kann sich also Hoffnungen machen.
Allerdings kandidierten in beiden Gouverneurswahlen auf der Gegenseite sehr unpopuläre, farblose Demokraten. Der Kandidat in Virginia machte alles falsch, was er nur falsch machen konnte – und bekam selbst im Speckgürtel südlich der Hauptstadt Washington kaum ein Bein auf den Boden, wo Demokraten eigentlich als unbesiegbar gelten. Außerdem blieben Wählergruppen, die Obama im vergangenen Herbst besonders stark machten – Schwarze, Hispanics, Junge – diesmal in Massen zu Hause.
Das Dilemma der Republikaner: Aus dem Ergebnis von Dienstag lässt sich nicht herauslesen, ob sie sich künftig wieder mehr in der Mitte oder klar rechts davon positionieren sollen. Ihr erfolgreicher Kandidat in Virginia ist eigentlich ein ziemlich raubeiniger Konservativer. Erst wollte er die neue Ikone der Rechten, Sarah Palin aus Alaska, für sich einspannen – dann sagte er ihr im Sommer ab, weil diese Polarisierung in Virginia nicht opportun schien. Er vermied direkte Kritik an Obama und bedachte ihn hin und wieder sogar mit Lob. Diese Friss-Kreide-Taktik erwies sich als richtig, der Republikaner gewann nach den Hochrechnungen von Dienstagabend mit 18 Prozentpunkten Vorsprung.
In New Jersey siegte ebenso ein hemdsärmeliger Rechter. Der Unterschied: Er zog sich kein Schafsfell über, er polemisierte gegen Obama, führte einen ziemlich rabiaten Wahlkampf – und gewann mit etwa vier Prozentpunkten Vorsprung.
Das Ergebnis der Nachwahl von New York stiftet weitere Verwirrung: Dort zwangen rechte Republikaner die eher liberale Kandidatin ihrer Partei zum Verzicht zugunsten eines stramm rechten Bewerbers, der Palins Unterstützung genoss. Doch am Ende unterlag er. Seit über 100 Jahren wird dieser Wahlkreis nun in Washington von einem demokratischen Abgeordneten vertreten. Der Streit um die richtige Siegesstrategie wird also anhalten und könnte die GOP mürbe machen, wenn nicht gar zerreißen.
Und die Lehren für die Demokraten? Sie sind ebenso vielschichtig. Die im vergangenen Jahr geschmiedete Obama-Koalition aus Minderheiten, Jungen, Frauen, Gewerkschaften, Intellektuellen ist brüchig geworden. Jedenfalls lässt sie sich nicht ohne weiteres auf lokale Wahlen übertragen.
Zudem: Der Präsident ist zwar nach wie vor populär, aber er trägt nun allein die Verantwortung. Die siechende Wirtschaft ist jetzt seine Wirtschaft, die verlustreichen Kriege im Irak und in Afghanistan sind seine Kriege. Bush ist Vergangenheit, die Wähler haben ein kurzes Gedächtnis.
Überdies haderten viele Amerikaner schon in der Ära Bush mit der staatlichen Spendierfreudigkeit und dem wachsenden Haushaltsdefizit. Billionen Dollar neuer Schulden für Obamas Konjunkturpaket, für die Fortführung der Kriege, für die Gesundheitsreform und vielerlei mehr beunruhigen sie ungemein.
Barack Obama steckt nun in einem Dilemma, ja in einer geradezu schizophrenen Lage: Er muss seinen versprochenen Kurs weitersteuern, selbst wenn vielen Wählern im schweren Seegang schwindelig wird und einige demokratische Maschinisten an Bord die Motoren am liebsten stoppen würden.
Denn scheitert der Kurs, gibt es keine Gesundheitsreform und kein Klimagesetz, keine Auflösung des Gefangenenlagers von Guantánamo und keine neue Transparenz des Regierungshandelns. Dann wird die Rache des Wählers fürchterlich. Nicht nur zur Halbzeit im nächsten November, sondern auch in drei Jahren, wenn der nächste Präsident gewählt wird.
- Datum 04.11.2009 - 13:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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... in dieser Legislaturperiode nur vier seiner Vorhaben umsetzt - die Schließung von Guantanamo, neue Regeln für Geldjongleure, die Gesundheitsreform und last but not least ein Klimaschutzgesetz - dann hätte er mehr erreicht als all die Bushes und Clintons in den letzen 20 Jahren zusammen und seine Kritiker wären eines Besseren belehrt.
Selbst wenn Kompromispapiere dabei rauskommen, wäre das mehr als eine Regierung McCain in 100 Jahren zustande gebracht hätte.
Ja, Sie haben recht, er hätte mehr als McCain vollbracht. (ich bin übrigens nie ein Fan von McCain gewesen) Was Obama mit der Gesundheitsreform (mit der Government Option) und dem Klimaschutzgesetz (cap and trade) wird die Wirtschaft völlig am Boden zerstört hinterlassen. Sie haben sich anscheinend nicht über den Inhalt dieser Gesetzentwürfe unterrichtet.
Gerd, Chicago
Ja, Sie haben recht, er hätte mehr als McCain vollbracht. (ich bin übrigens nie ein Fan von McCain gewesen) Was Obama mit der Gesundheitsreform (mit der Government Option) und dem Klimaschutzgesetz (cap and trade) wird die Wirtschaft völlig am Boden zerstört hinterlassen. Sie haben sich anscheinend nicht über den Inhalt dieser Gesetzentwürfe unterrichtet.
Gerd, Chicago
Der letzte Paragraph beschreibt Obama's Problem:
(1) Die Gesundheitsreform loest ein Strohmann's Problem. Es gibt einige Problemchen, aber kein Problem.
Obama's Interesae war und ist ein single payer Government System, nach Canada's und England's Vorbild. Und er ist unehrlich genug, das zu verschleiern.
Die Amerikaner haben den Braten gerochen. 80 Prozent sagen, er soll den Schmarren aufstecken. Irgendein Reformchen wird rauskommen, denn der Praesident, der Speaker und der Majority Leader haben so viel politisches Kapital verbraten, dass sie Gesicht bewahren muessen.
(2) Guantanamo kann er aus den gleichen Gruenden nicht aufloesen, wegen denen auch Bush das Lager nicht aufloesen konnte. Und Bush wollte das Ding aufloesen. Bush-Bashing hat sich an dem Thema schwer aufgeheizt.
(3) Das Obama White House ist so voll Geheimnissen, Widerspruechen, Cronies,Influenzpeddlern und Skandalen, die (noch) verschwiegen werden , dass dies vermutlich in die Geschichte als die korrupteste Administration aller Zeiten eingeht.
Nicht umsonst war Michelle Malkim's Culture of Corruption: Obama and His Team of Tax Cheats, Crooks, and Cronies fuer viele Wochen ein NYT bestseller.
(4) Das Klimagesetz, das mit geneu einer Mehrheit von 1(!) durch das Haus ging, ist mit aller Wahrscheinlichkeit schon gestorben im senat.
Wir sind mal wieder auf einer Wellenlänge. Gut wieder von Ihnen zu hören!
Gerd, Chicago
Wir sind mal wieder auf einer Wellenlänge. Gut wieder von Ihnen zu hören!
Gerd, Chicago
Ja, Sie haben recht, er hätte mehr als McCain vollbracht. (ich bin übrigens nie ein Fan von McCain gewesen) Was Obama mit der Gesundheitsreform (mit der Government Option) und dem Klimaschutzgesetz (cap and trade) wird die Wirtschaft völlig am Boden zerstört hinterlassen. Sie haben sich anscheinend nicht über den Inhalt dieser Gesetzentwürfe unterrichtet.
Gerd, Chicago
Wir sind mal wieder auf einer Wellenlänge. Gut wieder von Ihnen zu hören!
Gerd, Chicago
Ein Zusatz:
es st nicht so, dass die Waehler ein kurzes Gedaechtnis haben.
Seine Waehler fuehlen sich verarscht von ihm.
Buyer's remorse nennt man so was im Amerikanischen.
Sie haben einen neuen Wirbelwind gewaehlt, und was da in's Weisse Haus gekommen ist, ist ein clueless Links-Intellektueller, der in seinem Leben noch nie eine Entscheidung getroffen hat, marxistische Utopien als realitaet sieht, der keine Ahnung hat was eine Entscheidung ist, nicht die geringste Ahnung hat, was in der Welt so los ist, und der, nach Meinung inzwischen vieler Veehrer, in den Hoersaal einer drittklassigen Universitaet gehoert, wo er ewig reden kann und nichts tun braucht, und dreimal am tag seine meinung aendern kann ohne Schaden. .
Es ist kein Zufall, das der Aufsichtsrat von GM, der ja im Besitz der gewerkschaften und dem Bund ist, genau parallel zur merkel rede die opel Entscheidung getroffen hat. Ich wuerde wetten, das weder Obama , noch sein Car Zcar, noch sein Pay-Zcar noch der ganze Verein im White House, noch die gewerkschaften die blasseste Ahnung uber die Entscheidung hatten. Das war ein Kick an's Schienbein von Obama. Jeder hat die Nase voll uber seine staendigen Meddelein in allem, was sich bewegt, ob's lokal, staatlich, geschae3ftlich ist, ob's mit der schule zu tun hat, ob er ein kritisches News Outlet abzuschiessen versucht, egal was, Obama's Senf, vorwiegend verfassungswidirger Senf , ist dabei.
Gerd
Wollt Ihr Frieden? Oder Krieg?
Frieden
Frieden.
Frieden.
Frieden.
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